Donnerstag, 26. September 2019

UNIQA & VVD die Versicherung für Masochisten und Paragraphenreiter

Kurze Vorgeschichte: Wir hatten bereits sieben PKW über die Porsche Bank AG finanziert, und dabei unterschiedliche Finanzierungsvarianten gewählt. Unter anderem das in Österreich sehr beliebte Restwert-Leasing und in den letzten Verträgen das für uns interessantere Depot-Leasing. Beide Fahrzeuge waren auch über die Porsche Versicherung versichert. Die Haftpflicht wird dabei über den VVD abgewickelt hinter dem wiederum die UNIQA und die Gernerali Versicherung stehen. In diesem Jahr liefen nun zwei unserer Depot-Leasingverträge aus, wodurch sich auch die Versicherungsverträge änderten.

So und nun zum speziellen Fall:

Der Seat Ibiza meiner Frau war über den VVD versichert. Als der Leasingvertrag fällig wurde, kündigten wir die Kasko bei der Porsche Versicherung. Zeitgleich kam am 5.7.2019 ein Schreiben von der UNIQA in dem wir davon in Kenntnis gesetzt wurden, dass auf Grund der Vertragsänderung sich neben den Bedingungen auch die Prämie der Haftpflicht ändern würden.

In diesem Schreiben wurden wir auf das einmonatige Kündigungsrecht nach §14a hingewiesen, wenn wir mit der einseitigen Änderung durch die UNIQA nicht einverstanden wären.

Natürlich machten wir von dem Kündigungsrecht Gebrauch und sandten ein Mail an die allgemeine Adresse der UNIQA. Darin sprachen wir die Kündigung 'bezugnehmend auf das Schreiben vom 5.7.2019' aus und schlossen einen Vertrag mit der Wiener Städtischen über Haftpflicht- und Kaskoversicherung ab, weil wir sämtliche Versicherungen dort haben und ausgezeichnet betreut werden.

Über den Verbleib des Kündigungsmails kam keine Information. Weder ob es beim Empfänger ankam oder nicht, ob es durch den Empfänger gelesen wurde oder nicht und erst recht nicht ob der Empfänger die Kündigung bearbeitet hätte.

Nach einigen Wochen fragte ich bei unserem Versicherungsberater der Städtischen nach, wann denn die Polizze kommen würde, erfuhren wird, dass die UNIQA die Haftpflicht noch nicht gekündigt hätte und daher die Versicherungsbestätigung bei der Zulassungsstelle nicht gelöscht wurde.

Also sendeten wir erneut eine Kündigung an die UNIQA, diesmal jedoch über das Kontaktformular der Website. Wieder keine Info über Erhalt oder sonst irgend etwas seitens der UNIQA.

Wieder verging einige Zeit ohne eine Reaktion der UNIQA, bis ich versuchte telefonisch nachzufassen. Das Gespräch begann um 16:25 mit 7 Minuten Schleifenmusik bis ich bei der Vermittlung war. Dort nannte ich dann die Polizzennummer und wurde in die Schleife für die Fachabteilung gehängt. Nach 23 Minuten Musik in der Warteschleife fiel ich wieder zurück zur Vermittlung. Die fragte mich erneut nach der Polizzennummer und schaltete mich wieder in die Schleife der Fachabteilung, wo ich dann nach einer Minute aus der Leitung flog und ein Besetztzeichen erhielt. Sofort darauf rief ich wieder and und erfuhr, dass ich 'außerhalb der Bürozeiten von 8 bis 17 Uhr' anrief. Ok, ich muss zugeben, dass ich echt verärgert war deshalb.

Am nächsten Tag rief ich erneut an. Hier wurde mir zuerst gesagt, dass keinerlei Kündigung eingegangen sei. Bei weiterer Nachfrage wurde dann doch eine Kündigung gefunden, die jedoch zu spät eingelangt sei. Eine unterjährige Kündigung sei nicht möglich. Wir könnten unseren Vertrag erst per 1.7.2020 kündigen, da dann die jährliche Bindung ablaufen würde.

Also leitete ich das Mail vom 15.7.2019 an die UNIQA weiter, damit diese auf Basis der richtigen Kündigung arbeiten können. Daraufhin erhielt ich ein Mail mit der Info, dass die Kündigung zu spät erfolgt sei. Also rief ich erneut an und erreichte den Sachbearbeiter natürlich nicht, aber eine Dame die mir erklärte, dass die UNIQA die Kündigung im Juli nicht zeitgerecht erhalten hätte. Nun las ich der Dame den Passus aus dem Schreiben vom 5.7.2019 vor, in dem auf unser Kündigungsrechts nach §14a hingewiesen wurde.

Jetzt kommt der Hit. Die Kündigung wurde von der UNIQA nicht akzeptiert, weil wir im Mail den folgenden Satz nicht geschrieben haben:

Ich kündige auf Grund meines Sonderkündigungsrechts nach §14a


Darauf ließ ich natürlich die Sache natürlich nicht beruhen, da ich diese Begründung ziemlich frech finde, also rief ich bei unserem Rechtschutz an und erkundigte mich über die mögliche Auslegung der Rechtslage. Und wie zu erwarten war ist die doch ziemlich eindeutig, da wir in unserem Kündigungsmail bezugnehmend auf das Schreiben vom 5.7.2019 in dem das Sonderkündigungsrecht nach §14a explizit angesprochen wird kündigten, erfüllten wir die Anforderung des Bezuges.

Dies teilte ich dem Sachbearbeiter der UNIQA per Mail mit, gleich mit einem entsprechenden Hinweis, dass ich den Fall unserem Vertragsrechtschutz übergeben werde und die UNIQA alle daraus entstehenden Kosten zu tragen haben wird. 

Kurz später erhielt ich einen Anruf des Sachbearbeiters der UNIQA. Er erklärte mir, dass eine Kündigung zum Monatsende (Juli 2019) nicht möglich sei, aber natürlich eine Kündigung zum 15.8.2019, weil wir das Mail ja erst am 15.7.2019 schickten und ein Monat Kündigungsfrist bestünde. Ein Mail zuvor war der erste mögliche Kündigungstermin zum 1.7.2020. Offensichtlich gab es ein Missverständnis.

Wie auch immer. Der Vertrag ist gekündigt und die Versicherungsbestätigung wird gelöscht, wodurch wir endlich zur Wiener Städtischen wechseln können. Mich kostete die ganze Angelegenheit mehr als 2 Stunden an Telefonaten und Mailkommunikation. Am liebsten würde ich der UNIQA die verlorene Lebenszeit in Rechnung stellen, aber das geht ja leider nicht.