Freitag, 9. August 2019

Porsche Bank Leasing - versteckte Kosten

Wir hatten bereits sieben PKW über die Porsche Bank AG finanziert, und dabei unterschiedliche Finanzierungsvarianten gewählt. Unter anderem das in Österreich sehr beliebte Restwert-Leasing und in den letzten Verträgen das für uns interessantere Depot-Leasing.

In diesem Jahr liefen nun zwei unserer Depot-Leasingverträge aus, und ich stellte dabei erstmals fest, dass diese Verträge nicht, wie wir es annahmen, eine fixe Anzahl von Monatsraten haben, sondern abhängig vom Vertragseröffnungsdatum bis zu einer vollen Rate mehr kosten können.

Wie funktioniert das Depot-Leasing?


  • Für die Berechnung des Finanzierungsbetrages wird der Kaufpreis beim Vertragshändler herangezogen. In unserem Fall war es SEAT in Wiener Neustadt (Porsche Wiener Neustadt)
  • Beim Depot-Leasing wird der Restbetrag abhängig vom Depot festgesetzt. Zahlt man also zum Beispiel 10.000 Euro Depot an, so ist der Restbetrag in der Höhe des Depot inkl. 20% USt. also in diesem Beispiel 12.000 Euro.
  • Es wird eine Laufzeit vereinbart (meist zwischen 24 und 60 Monaten) und für diese Laufzeit ein monatliches Leasingentgelt vereinbart. 
  • Am Ende der Laufzeit ist nur noch die Umsatzsteuer der Anzahlung also in diesem Beispiel 2.000 Euro zu bezahlen.
Die Berechnung des Gesamtbetrages der Finanzierung, der auf dem Leasingoffert ausgewiesen wird,  erfolgt nun nach einer einfachen Formel: 

Gesamtbelastung = (Laufzeit x Leasingentgelt) + (Depot x 1,2) + Vertragsgebühr + Bearbeitskosten

Als Beispiel nehme ich die Finanzierung unseres Seat Ibiza, die eben erst abgerechnet wurde. Diese Angaben beziehen sich auch den Leasingantrag.

(36 x 224,-) + (6.500,- x 1,2) + 109,- + 100,- = 16.073,-

Effektiv zahlten wir allerdings um 191,- Euro mehr. Bezogen auf die Gesamtsumme der Finanzierung sind das also um 1,2%  mehr. Man könnte also sagen, dass wir entsprechend weniger Rabatt auf den Neuwagen bekamen. 

Ähnlich stellte es sich bei unserem Seat Leon ST dar, der im Jänner abgerechnet wurde. Allerdings zahlten wir dort 'nur' 97,- Euro drauf.


Wie kommt es zu der Mehrbelastung? 

Das ist einfach, wenn man es sich bei der Porsche Bank erklären lässt, denn im Vorfeld weist man seine Kunden ja ohnehin in den AGBs darauf hin, die ich zwar überflogen habe, jedoch ohne einen für mich erkennbaren Hinweis auf diese Vorgehensweise.

Es sieht nämlich so aus, dass die Porsche Bank den Finanzierungszeitraum von der Vertragslaufzeit unabhängig sieht. Die Finanzierung läuft ab dem Monatsersten, und zwar dem nächst möglichen Monatsersten. Wird das Fahrzeug also am Ersten eines Monats zugelassen, so beginnt der Finanzierungsvertrag bereits ab diesem Tag zu laufen. Sollte die Zulassung des KFZ nach dem Monatsersten erfolgen, so startet die Finanzierung mit dem nächsten Monatsersten. 

Und jetzt kommt der Hit! Der Zeitraum zwischen der Zulassung und dem Beginn der Finanzierung wird von der Porsche Bank als Mietzeitraum betrachtet. Daher wird für diesen Zeitraum eine Mietgebühr in der Höhe des 365. Teil des jährlichen Leasingentgelts verrechnet. 

Wir nun das Fahrzeug, wie in unserem Fall, am 5.7. zugelassen, so Beginnt der Leasingvertrag am 5.7. und die Finanzierung am 1.8. Für den Zeitraum von 26 Tagen zwischen Zulassung und Finanzierungsbeginn werden nun 26 x (224,- x 12 / 365) fällig. In unserem Fall also rund 191,- Euro. Der Vertrag läuft immer bis zum Monatsletzten des Zulassungsmonats. 

Das kann natürlich bei höheren Leasingraten so richtig teuer werden, wenn man dann schon mal 500,- Euro oder mehr für die Überbrückung zahlt.

Was kann man tun?

Angeblich kann man die Porsche Bank auffordern den Finanzierungsbeginn rückwirkend mit Monatsersten des Zulassungsmonats zu beginnen. Dann endete der Finanzierungsvertrag mit Monatsletzten des Monats vor der Zulassung, und man würde sich das Mietentgelt ersparen. Diese Information sollte man vom Verkaufsberater erhalten, wenn der darüber bescheid wüsste. Mangels ausreichender Schulungen der Porsche Bank ist das aber leider nicht der Fall.