Dienstag, 12. Dezember 2017

MLITER Kaffeemaschine - Fast ein Caffé Americano

Es gibt viele Arten Kaffee zuzubereiten. Mir persönlich schmeckt Espresso aus der Barista-Maschine am besten, allerdings trinke ich auch gerne den 'gewöhnlichen' Espresso aus dem Vollautomaten. Filterkaffee ist eigentlich weniger mein Ding. Nach dem letzten USA-Aufenthalt hat sich das aber in wenig geändert. Da es in den USA nur sehr selten Barista-Espresso gibt, und man sich in den meisten Fällen mit Kaffee aus der überdimensionalen Filterkaffeemaschine zufrieden geben muss, stellte ich fest, dass der Filter-Kaffee oft bekömmlicher war, als die gleiche Menge Espresso.

Ja ich trinke viel Kaffee, an vielen Tagen sind es schon mal 10 Espresso oder mehr. Dieser Kaffeekonsum schlägt sich ab und zu schon mal auf den Magen. Nun sind Filterkaffees nicht zwingend besser für den Magen, aber es kommt doch wesentlich mehr Wasser auf die gleiche Menge Kaffee. Filterkaffee wir leider meistens aus gemahlenem Kaffee gebrüht. Will man frisch gemahlenen Kaffee, dann braucht man zusätzlich noch eine Kaffeemühle. Also alles nicht ganz einfach.

Für Freunde des Filterkaffees gibt es mit solchen Maschinen wie dieser hier eine durchaus brauchbare
Lösung für das Problem. So schlägt man nämlich gleich drei Fliegen mit einer Klappe. Diese Maschine besitzt einen Timer, ein integriertes Mahlwerk und einen Dauerfilter. Dazu später mehr.

Geliefert wurde die Kaffeemaschine in einem nicht allzu großen Karton. Im Lieferumfang war außer der Kaffeemaschine nur noch die dazugehörige Glaskanne, der Portionierer und eine Betriebsanleitung. Die Maschine war gut geschützt für den Transport.

Die MLITER Maschine besteht aus einem Hauptgerät, einer herausnehmbaren Mahleinheit mit integriertem Tropfstopper, wenn
die Kanne aus der Maschine entnommen wird, einem entnehmbaren Dauerfilter und der Glaskanne.

An der Vorderseite ist eine einfache Bedieneinheit bei der man die Uhrzeit einstellen, und dann einen Einschaltzeitpunkt programmieren kann. So besteht die Möglichkeit sich morgens mit dem Duft von frisch gemahlenem und gebrühtem Kaffee wecken zu lassen. Zu dem gibt es zwei Tasten für die Auswahl ob man die Maschine mit gemahlenem Kaffee oder mit Kaffeebohnen befüllt hat. Die Programmierung ist einfach und auch ohne Bedienungsanleitung zu schaffen. Vor der ersten Verwendung rate ich 2-3 Mal eine komplette Kanne voll Wasser ohne Kaffee durchlaufen zu lassen, um einen etwaigen Kunststoffgeschmack im Kaffee zu vermeiden. Anfangs riecht die Maschine auch noch ein bisschen nach Plastik. Nach einer halben Stunden und rund 2 Liter Wasser war der Geruch verflogen. Im ersten Kaffee schmeckte und roch ich zumindest kein Plastik.

Um nun zu frischen Filterkaffee zuzubereiten genügt es frisches Wasser in den eingebauten Wasserbehälter zu füllen und in den Dauerfilter eine entsprechende Menge Bohnen zu geben. Jetzt nur noch die Zeit programmieren und fertig.

Wer nun hofft, morgens durch den intensiven Geruch von frisch gebrühtem Kaffee zu erwachen, wird vermutlich ein wenig enttäuscht sein, dass die eingebaute Kaffeemühle ziemlich laut ist. Sollte man das Bett also in geringer Entfernung zur Küche haben, so wird man vermutlich bereits durch das Mahlgeräusch aus dem Schlaf gerissen. Der panische Sprung aus dem Bett, und die Suche nach der Ursache für den Lärm fällt vermutlich nach den ersten Tagen mit der Maschine weg, weil man nach einiger Zeit weiß, was den Lärm verursacht.

Die Mühle mahlt den Kaffee sehr fein und nach Bedarf jedes Mal frisch. Nachdem der etwa 1-minütige Mahlvorgang beendet ist, beginnt die Maschine mit dem Brühen. Klassischer Filterkaffe eben. Nach etwa 10 Minuten ist der Filterkaffee fertig in die Kanne gelaufen und bleibt dort für ca. 40 Minuten lang warm gehalten, obwohl sich die Heizplatte bereits nach etwa 30 Minuten ausschaltet.

Der Kaffee ist wirklich mehr als in Ordnung. Selbst für mich als Espresso-Trinker ist dieser Kaffee durchaus eine vorübergehende Alternative, wenn auch kein völliger Ersatz. Die Wassertemperatur ist offensichtlich sehr gut gewählt, da der Kaffee aromatisch und nicht zu bitter wird. Das liegt natürlich auch am frischen Mahlen. Außerdem ist die Heizplatte nicht zu heiß, was ein schnelles bitter werden ebenfalls reduziert. Auf heißen Wärmeplatten neigt der Filterkaffee oft zu einem schnellen Aromaverlust. Ich bin fast geneigt zu sagen, dass der Kaffee geschmacklich ein bisschen was von einem Caffé Americano hat, also wie ein mit Wasser gestreckter Espresso schmeckt. Rund und vollmundig. Natürlich kommt es auf den Kaffee an - ich verwende den Jacobs Momente Crema Classico

Um die Brüheinheit zu reinigen, kann man diese komplett aus der Maschine entnehmen und sie entleeren. Natürlich bleibt hier gerne man ein Rest Kaffeesatz übrig, den man dann über das Spülbecken entsorgen muss. Ich habe sowohl den Brühteil als auch den Dauerfilter in den Geschirrspüler gegeben, und beide haben das unbeschadet überstanden.

Der Dauerfilter ist übrigens fein genug, um kaum Kaffeesatz durch zu lassen. Das erkannt man anhand einer geleerten Tasse, in der sich nach dem Trinken kaum Satzreste befanden. Dieses Filtersystem ist toll, weil es keinen Müll verursacht. Man kann den Satz einfach in den Biomüll entleeren, den Filter spülen und das nächste Mal wieder verwenden.

Für Freunde des Filterkaffees mit einer Neigung zu frisch gemahlenen Bohnen ist diese Maschine durchaus eine Empfehlung, obwohl es vermutlich noch etwas praktischer wäre, wenn die Maschine über einen eingebauten Bohnenbehälter verfügen würde. Dennoch ist vor allen der Preis ein Argument, weil ja auch bereits die Mühle eingebaut ist und man so zwei Geräte in einem bekommt.

5 von 5 Sternen