Mittwoch, 20. Dezember 2017

Zhiyun Q3 Smooth - 3-Achsen Stabilisator

Ich wollte so ein Gerät haben, um meine Kinder beim Skifahren zu filmen und mit Ihnen dann diese Aufnahmen gemeinsam ansehen zu können und eventuell ein paar Verbesserungen beim Fahrstil zu schaffen. Da probierte ich zuvor mit meinem Handy und dann mit meiner Action Cam. Der Nachteil bei beiden Varianten war, das wackelige Bild und vor allem die Tatsache, dass ich beim Vorbeifahren das Objektiv nicht ordentlich auf die gefilmten Personen ausrichten konnte. Also bestellte ich mir dieses Gimbal-Teil.

Lieferung war schnell und beim Auspacken machte das Gerät einen sehr guten Eindruck. Untergebracht in einer ordentlichen Tasche, mit einer ausführlichen Anleitung auf Englisch und einem Ladekabel.

Das Gerät hat eine gute Haptik, fühlt sich wertig und gut an und lässt sich leicht halten, durch den massiven Griff. Zudem gäbe es eine Möglichkeit das Smartphone über einen USB-Ausgang mit Strom zu versorgen, was natürlich zu Lasten der Gimbal-Laufzeit geht.

Für die Grundsätzliche Nutzung braucht es keinerlei Vorbereitungen, da man das Gerät nach dem Einlegen des Smartphones einfach einschalten muss und es nach Aktivierung des Ausgleichs sofort das Smartphone stabilisiert. Hier kann man den Joystick am Griff nutzen, um die Lage zu justieren. Nett, aber nicht das was ich brauchte.

Um aber die erweiterte Funktionalität nutzen zu können, muss man die App installieren. Diese gibt es im Playstore zum kostenlosen Download. Dieser App muss man so gut wie alle Rechte auf dem Phone freischalten, weil sie nicht nur auf Kameras und Mikrofon sondern auch noch auf die Anrufverwaltung, Nachrichten und so weiter reagieren will. Wozu man dann eine Freigabe 'darf Anrufe tätigen' braucht, weiß ich allerdings nicht. Nun bin ich kein besonderer Freund von speziellen App, die das machen, was andere Apps (Kamera) bei meinem S8 ohnehin perfekt machen, aber ohne geht es leider nicht.

Also installierte ich die App und verband den Stick damit, was wenigstens schnell und problemlos
klappte. Nun kann man vom Stick aus direkt zwischen den Kameras (Front / Hauptkamera) umschalten, digital zoomen, auswählen ob man Videos oder Fotos machen möchte und nicht zuletzt die Aufnahme starten und stoppen. Natürlich lässt sich mit dem Joystick auch weiterhin der Winkel und die Position nachführen. Das alles klappt auch wirklich gut, was meiner Meinung nach bis hier hin absolute Zufriedenheit bedeuten würde.

Der erste Dämpfer für mich kam bei der Kalibrierung, denn diese klappte mit meinem S8 zumindest nicht. Dazu muss man in der App den Punkt Kalibrierung aufrufen und dann in 6 Schritten das Gimbal in verschiedenen Lagen auf eine ebene Fläche, wie die Tischplatte legen. Sobald eine Lage eindeutig identifiziert wurde, wird sie gespeichert und man muss es in die nächste Lage bringen. Und genau das funktionierte bei mir leider nicht. Der erste Schritt wurde noch erkannt und das Symbol wurde grün. Der zweite Schritt wurde schon nicht mehr erkannt und ich musste die Kalibrierung nach mehreren Versuchen und knapp 30 Minuten  erfolglos abbrechen. Keine Ahnung woran das liegt.Auch mit der aktuellsten Version vom 20.12. klappt die Kalibrierung einfach nicht.

Wobei die Kalibrierung für mich noch kein großes Problem darstellte, nachdem das Gerät ohnehin ordentlich kalibriert zu sein schien. Viel schlimmer wo für mich die Tatsache, dass ein Fokussieren auf eine Person in der App nicht ordentlich funktioniert. Dazu gibt es grundsätzlich ein Symbol links unten auf dem Screen. Drück man dieses, dann kann man ein Ziel auswählen, das dann in weiterer Folge verfolgt wird, indem man ein Quadrat darüber zieht. Also nicht einfaches Antippen, sondern tippen und ziehen. Genau diese Funktionalität ist für mich der Kaufgrund für ein derartiges Gerät gewesen. Ist ein Objekt fixiert, dann führt das Gimbal die Kamera dem Objekt nach. Das klappt aber wirklich nur dann gut, wenn sich das gewählte Objekt stark von der Umgebung abhebt. In meinem Fall geht es, weil ich Personen mit Skikleidung in kräftigen Farben auf weißem Hintergrund filme. Bewegt sich aber eine Person vor einem Wald, dann hilft die bunteste Skikleidung nichts mehr, weil dann das Gerät wie wild nach dem Objekt sucht und im schlimmsten Fall komplett aus der Spur gerät und schlussendlich mit dem Smartphone wie ein gestörter Roboter am Griff anschlägt....immer und immer wieder.

Also klappt es für meine Anwendung in den meisten Fällen gut, aber eben weit entfernt von perfekt. Und ein weiterer Mangel bremst meine Euphorie ein wenig: Die App ist ein Akkufresser. Mir ist schon klar, dass ein Smartphone beim Filmen mehr Strom benötigt als sonst, aber ich denke doch, dass nach 40 Minuten Filmen ein voller S8 Akku nicht komplett leer gesaugt sein sollte. Nun ist mir auch klar, warum es eine Power Bank Funktionalität bei dem Gimbal gibt, denn einige Smartphones würden sonst vermutlich nach wenigen Minuten den Geist aufgeben.

Der 3-Achsen Griff ist meiner Ansicht nach wirklich gut verarbeitet und macht auch genau das, was ich mir erwartet hätte, aber wie schon so oft bei günstigeren Nachbau-Produkte krankt es an der App, die alles Andere als ausgereift ist. Derzeit bin ich auf der Suche nach einer funktionierenden App für dieses Gerät, denn der Preis für die Hardware ist meiner Ansicht nach sehr fair.

4 von 5 Sternen


Dienstag, 12. Dezember 2017

MLITER Kaffeemaschine - Fast ein Caffé Americano

Es gibt viele Arten Kaffee zuzubereiten. Mir persönlich schmeckt Espresso aus der Barista-Maschine am besten, allerdings trinke ich auch gerne den 'gewöhnlichen' Espresso aus dem Vollautomaten. Filterkaffee ist eigentlich weniger mein Ding. Nach dem letzten USA-Aufenthalt hat sich das aber in wenig geändert. Da es in den USA nur sehr selten Barista-Espresso gibt, und man sich in den meisten Fällen mit Kaffee aus der überdimensionalen Filterkaffeemaschine zufrieden geben muss, stellte ich fest, dass der Filter-Kaffee oft bekömmlicher war, als die gleiche Menge Espresso.

Ja ich trinke viel Kaffee, an vielen Tagen sind es schon mal 10 Espresso oder mehr. Dieser Kaffeekonsum schlägt sich ab und zu schon mal auf den Magen. Nun sind Filterkaffees nicht zwingend besser für den Magen, aber es kommt doch wesentlich mehr Wasser auf die gleiche Menge Kaffee. Filterkaffee wir leider meistens aus gemahlenem Kaffee gebrüht. Will man frisch gemahlenen Kaffee, dann braucht man zusätzlich noch eine Kaffeemühle. Also alles nicht ganz einfach.

Für Freunde des Filterkaffees gibt es mit solchen Maschinen wie dieser hier eine durchaus brauchbare
Lösung für das Problem. So schlägt man nämlich gleich drei Fliegen mit einer Klappe. Diese Maschine besitzt einen Timer, ein integriertes Mahlwerk und einen Dauerfilter. Dazu später mehr.

Geliefert wurde die Kaffeemaschine in einem nicht allzu großen Karton. Im Lieferumfang war außer der Kaffeemaschine nur noch die dazugehörige Glaskanne, der Portionierer und eine Betriebsanleitung. Die Maschine war gut geschützt für den Transport.

Die MLITER Maschine besteht aus einem Hauptgerät, einer herausnehmbaren Mahleinheit mit integriertem Tropfstopper, wenn
die Kanne aus der Maschine entnommen wird, einem entnehmbaren Dauerfilter und der Glaskanne.

An der Vorderseite ist eine einfache Bedieneinheit bei der man die Uhrzeit einstellen, und dann einen Einschaltzeitpunkt programmieren kann. So besteht die Möglichkeit sich morgens mit dem Duft von frisch gemahlenem und gebrühtem Kaffee wecken zu lassen. Zu dem gibt es zwei Tasten für die Auswahl ob man die Maschine mit gemahlenem Kaffee oder mit Kaffeebohnen befüllt hat. Die Programmierung ist einfach und auch ohne Bedienungsanleitung zu schaffen. Vor der ersten Verwendung rate ich 2-3 Mal eine komplette Kanne voll Wasser ohne Kaffee durchlaufen zu lassen, um einen etwaigen Kunststoffgeschmack im Kaffee zu vermeiden. Anfangs riecht die Maschine auch noch ein bisschen nach Plastik. Nach einer halben Stunden und rund 2 Liter Wasser war der Geruch verflogen. Im ersten Kaffee schmeckte und roch ich zumindest kein Plastik.

Um nun zu frischen Filterkaffee zuzubereiten genügt es frisches Wasser in den eingebauten Wasserbehälter zu füllen und in den Dauerfilter eine entsprechende Menge Bohnen zu geben. Jetzt nur noch die Zeit programmieren und fertig.

Wer nun hofft, morgens durch den intensiven Geruch von frisch gebrühtem Kaffee zu erwachen, wird vermutlich ein wenig enttäuscht sein, dass die eingebaute Kaffeemühle ziemlich laut ist. Sollte man das Bett also in geringer Entfernung zur Küche haben, so wird man vermutlich bereits durch das Mahlgeräusch aus dem Schlaf gerissen. Der panische Sprung aus dem Bett, und die Suche nach der Ursache für den Lärm fällt vermutlich nach den ersten Tagen mit der Maschine weg, weil man nach einiger Zeit weiß, was den Lärm verursacht.

Die Mühle mahlt den Kaffee sehr fein und nach Bedarf jedes Mal frisch. Nachdem der etwa 1-minütige Mahlvorgang beendet ist, beginnt die Maschine mit dem Brühen. Klassischer Filterkaffe eben. Nach etwa 10 Minuten ist der Filterkaffee fertig in die Kanne gelaufen und bleibt dort für ca. 40 Minuten lang warm gehalten, obwohl sich die Heizplatte bereits nach etwa 30 Minuten ausschaltet.

Der Kaffee ist wirklich mehr als in Ordnung. Selbst für mich als Espresso-Trinker ist dieser Kaffee durchaus eine vorübergehende Alternative, wenn auch kein völliger Ersatz. Die Wassertemperatur ist offensichtlich sehr gut gewählt, da der Kaffee aromatisch und nicht zu bitter wird. Das liegt natürlich auch am frischen Mahlen. Außerdem ist die Heizplatte nicht zu heiß, was ein schnelles bitter werden ebenfalls reduziert. Auf heißen Wärmeplatten neigt der Filterkaffee oft zu einem schnellen Aromaverlust. Ich bin fast geneigt zu sagen, dass der Kaffee geschmacklich ein bisschen was von einem Caffé Americano hat, also wie ein mit Wasser gestreckter Espresso schmeckt. Rund und vollmundig. Natürlich kommt es auf den Kaffee an - ich verwende den Jacobs Momente Crema Classico

Um die Brüheinheit zu reinigen, kann man diese komplett aus der Maschine entnehmen und sie entleeren. Natürlich bleibt hier gerne man ein Rest Kaffeesatz übrig, den man dann über das Spülbecken entsorgen muss. Ich habe sowohl den Brühteil als auch den Dauerfilter in den Geschirrspüler gegeben, und beide haben das unbeschadet überstanden.

Der Dauerfilter ist übrigens fein genug, um kaum Kaffeesatz durch zu lassen. Das erkannt man anhand einer geleerten Tasse, in der sich nach dem Trinken kaum Satzreste befanden. Dieses Filtersystem ist toll, weil es keinen Müll verursacht. Man kann den Satz einfach in den Biomüll entleeren, den Filter spülen und das nächste Mal wieder verwenden.

Für Freunde des Filterkaffees mit einer Neigung zu frisch gemahlenen Bohnen ist diese Maschine durchaus eine Empfehlung, obwohl es vermutlich noch etwas praktischer wäre, wenn die Maschine über einen eingebauten Bohnenbehälter verfügen würde. Dennoch ist vor allen der Preis ein Argument, weil ja auch bereits die Mühle eingebaut ist und man so zwei Geräte in einem bekommt.

5 von 5 Sternen


Montag, 11. Dezember 2017

Sous Vide Garen mit dem OMorc Stick

Obwohl ich gerne koche, hatte ich bis vor kurzer Zeit noch nichts vom Kochen unter Vakuum gehört. Eigentlich kam ich zum Sous Vide Garen, weil ich die perfekten Steaks am Griller zubereiten wollte. Da es dort sehr schwer ist die perfekte Garstufe zu erreichen, versuchte ich es mit dem Einschweißen der Steaks in Vakuum. Dann legte ich die Steaks in ein Wasserbad im Backofen und versuchte den Ofen so einzustellen, dass die Temperatur bei konstant 58 Grad Celsius lag. Bei dieser Temperatur ließ ich die Steaks zwei Stunden lang im Wasserbad liegen. Danach legte ich sie auf den sehr heißen Griller, wo ich mit ein paar Räucherchips zusätzlich eine Rauchnote ans Fleisch brachte. Die  Steaks waren absolut perfekt.

Der Vorteil vom Sous Vide Garen ist, dass die Lebensmittel unter Vakuum kaum an Saftigkeit verlieren, weil die Flüssigkeit im Kern erhalten bleibt. So ist der Geschmack meist wesentlich intensiver als beim herkömmlichen Kochen. Das liegt im Prinzip auf der Hand, denn wenn ein Stück Rindfleisch in der Suppe gekocht wird, dann werden die Fleischaromen teilweise an die Suppe abgegeben, was in diesem Fall ja auch so gewünscht wird. Zudem kann man die Lebensmittel langsamer und damit schonender erhitzen. Bei Fleischgerichten machte ich die Erfahrung, dass das Fleisch wesentlich zarter wird und bei Gemüse zerkocht sich die Struktur des Gemüses nicht so, wie es beim Kochen im Wasser oft der Fall ist.

Alles in Allem schmecken Speisen die Sous Vide gegart werden intensiver und natürlicher. Vermutlich enthalten sie auch noch mehr Vitamine, aber das kann ich nicht bestätigen, weil man das nicht schmecken kann :-)

Nachdem das garen im Backrohr recht gut geklappt hat, jedoch im Bezug auf die Einstellung und das halten einer genauen Temperatur mehr als mühsam war, war der nächste logische Schritt die Anschaffung eines Sous Vide Sticks. Diese Sticks arbeiten nach dem Prinzip eines, aus früheren Zeiten bekannten, Wasserkochers, haben jedoch eine ausgeklügelte Regelelektronik an Bord.

Also bestellt und ausgepackt. Im Lieferumfang war neben dem Stick auch noch eine Halterung für die Topfmontage und eine Bedienungsanleitung auch mit Deutscher Sprache.

Der Kochstick ist monumental groß und besteht aus einem, unter einer Blechabdeckung versteckten, Heizstab, einem ebenfalls dort befindlichen
Quirl und einem Temperaturfühler, der neben dem Heizstab die Temperatur überwacht. An der Oberseite des Griffs befindet sich die Regelelektronik mit den entsprechenden Bedienelementen. Dort lässt sich mit einem Klick die Temperatur von Fahrenheit auf Grad Celsius wechseln.

Die Einstellungen, die für das Kochen notwendig sind, lassen sich mit einer Taste und einem seitlichen Scrollrad erledigen. Dazu wählt man zuerst die gewünschte Kochtemperatur und dann in weiterer Folge die Kochzeit. Sobald man das gemacht hat genügt es den Play-Button zu drücken und es geht los.

Der Sous Vide Stick beginnt langsam aber kontinuierlich mit dem Aufheizen des Wassers, wobei der Quirl die Wärme sehr gut im Topf verteilt. Sobald die Solltemperatur erreicht ist, beginnt der Timer zu laufen. Der Stick hält die Temperatur perfekt bis die eingestellte Zeit abgelaufen ist. Das wir auch permanent an dem Digital-Display angezeigt. Stichprobenartige Überprüfung der Temperatur ergab eine geringe Abweichung von der Solltemperatur von etwa 0,8 Grad Celsius, obwohl man hier auch dem Infrarot-Thermometer eine entsprechende Messungenauigkeit vorwerfen könnte.

Die Bedienung des Sticks ist denkbar einfach und die Verwendung und Reinigung ebenso. Vor allem, weil beim Sous Vide Garen ja nur Wasser in Kontakt mit dem Stick kommt. Zudem ist ein Vorteil, dass man theoretisch keine Kochplatte braucht, weil man den Stick ja in jeden beliebigen Topf an jedem beliebigen Ort mit Stromanschluss einhängen kann. Der Topf muss allerdings groß genug sein, da der Stick wie bereits erwähnt riesig ist.

Nun noch ein paar Worte zur Haptik. Der OMorc Stick liegt schwer und wertig in der Hand. Allerdings vermittelt das seitliche Scrollrad ebenso wie die flackernde Temperaturanzeige nicht ganz den hochwertigen Eindruck, den ich mir erwartet hätte. Jedoch darf man hierbei nicht außer Acht lassen, dass es sich bei diesem Modell um ein Gerät handelt, das nicht mal die Hälfte von vergleichbaren 'marken-Produkten' kostet. So gesehen, darf es kleine Unpässlichkeiten geben, die man so auch eher verzeihen kann.

Meiner Meinung nach bekommt man mit diesem Modell genau das, was von einem Sous Vide Stick zu erwarten ist, und das auch noch zu einem vernünftigen Preis. So lässt sich diese Arte zu Kochen ausprobieren. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass man auch einen Vakuum-Schweißgerät braucht, weil der Stick sonst eigentlich keinen Sinn macht. und noch etwas gibt es zu bedenken: Die Anschaffung eines Dampfgarers, der zwar wesentlich teurer ist, ist auf jeden Fall sinnvoller. Sollte ein Dampfgarer eine Option sein, dann gäbe es für mich nichts zu überlegen, allerdings haben wir keinen Platz für einen Dampfgarer, weshalb dieser Stick die beste Möglichkeit zum vernünftigsten Preis war.

5 von 5 Sternen