Montag, 31. Juli 2017

OUKITEL K6000 Plus Android Smartphone mit 5,5" Display

Erst vor Kurzen schrieb ich eine Bewertung eines anderen OUKITEL Modells, dem K10000 Pro. Nun könnte der Eindruck entstehen, dass ich wie wild neue Smartphones kaufe, weil ich nun schon wieder eines hier präsentiere. Dieser Eindruck ist auch nicht ganz falsch. Nachdem wir mit dem K10000 nämlich recht gute Erfahrungen machten, es unserem Sohn allerdings zu schwer und zu dick ist, brauchten wir einen anderen Ersatz für sein, mit 3 Jahren bereits etwas in die Jahre gekommenen Marken-Smartphones.
Nun überzeugten mich die Spezifikationen des K10000 Pro durchwegs, und nur das Gewicht und die Abmessungen waren ein Kritikpunkt für unseren Sohn, also entschieden wir uns für ein Modell, das dem bereits bekannten sehr ähnlich ist.

Ich bestellte das OUKITEL K6000 Plus mit 5,5" Display und leistungsstarkem Akku, und bekam dieses Phone schnell über Amazon geliefert.

Im Lieferumfang enthalten waren:

* das K6000 Plus
* eine transparente Silikon-Hülle
* ein Displayschutz
* ein Micro-USB Ladekabel
* ein USB 2 Micro-USB Adapter
* ein Netzteil, das bis max. 12V mit 2A lädt, also 24 Watt Ausgangsleistung hat
* eine Nadel für den SIM Schacht
* ein paar Garantiekarten und eine Kurzanleitung


Eine kurze Übersicht über die technischen Daten:

CPU: Mediatek MT6750 - 4 x 1,3 Ghz + 4 x 1,0 Ghz
Grafikchip: Mali-T860
RAM: 4 GB
Speicher: 64 GB (um 128GB durch Micro-SD Karte erweiterbar - Hybridspeicher)
Akkukapazität: 6080 mAh (nicht wechselbar)
Display: 1920 x 1080, 5,5 Zoll
Betriebssystem: 7.0 Nougat
Hauptkamera: 16 MP
Frontkamera: 8 MP (Selfie-Cam)
SIM: Dual SIM (nano) / Single SIM (nano) + Micro-SD Karte
LTE Kanäle: 1/3/7/8/20
Frequenzen: 2G: GSM 850/900/1800/1900MHz 3G: WCDMA 900/2100MHz 4G: FDD-LTE 800/900/1800/2100/2600MHz
Bluetooth: V4.0 mit A2DP
Gewicht: 211 g
Abmessungen: 157 x 76mm
Dicke: 9,6 mm
Fingerabdruck-Sensor: JA, im Home-Button integriert

Der erste Eindruck:

Es ist klar, dass es sich bei diesem Smartphone definitiv nicht um ein sogenanntes Flagship handelt. Schließlich muss es schon noch Unterschiede zwischen einem Handy für knapp 200 Euro und einem mindestens vier mal so teurem Smartphone geben muss. Dennoch ist es mit Sicherheit nicht schlecht. Vor allem weil im Moment kein all zu großer Vorteil in den aktuellsten Chips liegt. Klar, sie sind schneller, aber nicht so viel schneller, wie es der Aufpreis für die Zusatzleistung erfordern würde.
Lediglich mit der Größe muss man sich mal abfinden. Die Bedienung mit einer Hand ist nicht einmal für Menschen mit besonders großen Händen möglich, weil man bei der Bedienung mit dem Daumen zwangsläufig mit dem Handballen auf das Display drückt. Für meinen Sohn wäre eine Handhabung mit nur einer Hand sowieso undenkbar, wobei viele Jugendliche ihr Smartphone ohnehin hauptsächlich im Landscape-Modus verwenden, wo man dann immer zwei Hände für die Bedienung braucht.

Da es sich in diesem Fall, wie bereits erwähnt um ein Smartphone für einen Jugendlichen handelt sind die Anforderungen dementsprechend. Hier ist es besonders wichtig, dass das Telefon neben einem guten Prozessor für Spiele, und einer guten Grafikwiedergabe auch über gute Kameras und vor allem ausreichend Speicherplatz verfügt. Bei seinem alten Smartphone ist die Meldung über zu wenig Speicher für die Systemausführung bereits schon täglicher Standard.

Also ganz klare Anforderungen, die meiner Meinung nach von diesem Smartphone auch erfüllt werden können. Auch wenn der Prozessor ebenso wie der Grafikchip nicht ganz State of the Art ist, reicht er für die angeführten Anwendungsgebiete völlig aus.

Was mir sehr gut gefällt ist das Design des Telefons, wenn man es aus der klobigen Silikon-Hülle raus nimmt, in der es bereits ab Werk liegt. Das Gehäuse ist aus Aluminium und wird an den schmalen Seiten von zwei Kappen aus Kunststoff flankiert. Die sind nötig, damit die Funkantennen im Inneren des Gehäuses nicht völlig von der Außenwelt abgeschnitten werden.
Seitlich um das Smartphone laufen zwei polierte, leicht abgeschrägte Kanten, die dem Telefon zum Einen ein etwas edleres Aussehen verleihen und zum Anderen dafür sorgen, dass das Telefon recht gut in der Hand liegt.

Das Display ist an den Kanten etwas nach unten gezogen und leicht abgerundet. Fühlt sich gut an und ist nicht unpraktisch. Auf dem display ist gleich ab Auslieferung eine Schutzfolie angebracht. Eine weitere liegt dem Smartphone als Zubehör bei.

Die Bedienung

Soweit nichts Neues. Es ist ein 5,5" Smartphone mit Dual-SIM Slot, das bei der Bedienung keine neuen oder innovativen Wege geht. Auf der rechten Seite des Smartphones befindet sich der Power-Taster und die Wippe für die Lautstärke. an der Frontseite der klassische Home-Button mit integriertem Fingerprint Reader. Der Reader funktioniert übrigens durch auflegen des Fingers. Man muss den Finger also nicht darüber ziehen, wie es bei manchen modellen üblich war und ist. So kann man das Smartphone sehr schnell und einfach mit der Berührung des Daumens freischalten.

Links und rechts neben dem Home-Button sind die Touchbuttons für Untermenüs und zurück. Auch nicht unbekannt.

Der Touchscreen reagiert sensibel und präzise, wobei die original angebrachte Schutzfolie dabei eher etwas störend ist. Leider hat die Folie einen gewissen Bremseffekt und fühlt sich bei Wischbewegungen rau an. Außerdem haftet das Fett der Fingerkuppen sehr strak an dieser Folie und so verschmutzt das Display schnell. Entfernt man die Folie, dann ist die Haptik und Bedienung perfekt. Leider verliert man dadurch bis zu einem gewissen Teil den Schutz vor Display-Sprüngen. Ich denke, dass sich die Anschaffung eines Display-Schutzes aus gehärtetem Glas lohnen würde, obwohl ich seit Jahren auf derartigen Schutz verzichte. Aber für unseren Sohn könnte es hilfreich sein.

Anschlüsse & Verbindung

Das OUKITEL K6000 Plus kann mit zwei SIM Karten oder alternativ mit einer SIM Karte und einer Micro-SD Karte bestückt werden. Da der Flash-Speicher des Smartphones mit 64GB schon recht ordentlich ist und in den meisten Fällen auch für unseren Sohn ausreichen sollte, werden wir auf die Option mit 2 SIM Karten zurück greifen. Denn so können wir eine SIM mit einem Flatrate Datentarif und eine Prepaid-Karte für die Telefonie hinein stecken. Da die meisten Jugendlichen kaum mehr telefonieren oder SMS schreiben, aber unglaublich viel Datentransfer haben, erscheint mir diese Lösung am sinnvollsten. Schließlich sind Telefontarife mit hohem Datenvolumen oft unbezahlbar, reine Datentarife aber schon zu vernünftigen Preisen zu haben. Rein fürs Telefonieren kommt unser Sohn im Jahr zB. mit etwa 25-35 Euro Guthaben durch. Schließlich wird ja über WhatsApp oder Skype telefoniert.

Natürlich ist dieses Smartphone schnell im WLAN unterwegs und lässt sich mit anderen Endgeräten über Bluetooth 4.0 verbinden. Für die Audioübertragung steht hier auch das A2DProfil zur Verfügung.

Für Puristen bietet das Telefon an der Oberseite einen Audio-Ausgang (3,5mm Audio Jack) und für jene die lieber über Lautsprecher Musik hören, sind die Lautsprecher an der Unterseite des Telefons recht gut angebracht. Oft findet man Lautsprecher die nach Hinten abstrahlen, was ja nun überhaupt keinen Sinn macht.

Der vermutlich wichtigste Anschluss ist der Micro-USB Ladestecker. Ich weiß nicht, warum hier nicht auf den neueren Typ-C Standard zurück gegriffen wurde.

Akku

Dieses Smartphone überzeugt durch einen üppigen Akku, der sich natürlich auf das Gesamtgewicht des Telefons niederschlägt. Der Akku hat eine Kapazität von riesigen 6.000 mAh und ist damit etwa doppelt so groß wie bei den meisten aktuellen Flagships der bekannten Markenhersteller.

Oukitel legt dem K6000 Plus ein Ladegerät mit max. 24 Watt Ausgangsleistung bei. Hier wird dann mit 12V bei 2A geladen. Dadurch kann man das Telefon innerhalb von ca. 75-85 Minuten voll aufladen, wenn der Akku wirklich nahezu leer ist. Das wird jedoch nicht so oft vorkommen, daher denke ich, dass eine Ladezeit von knapp 60 Minuten in den meisten Fällen realistisch ist, weil der Akku nur bis ca. 96% mit voller Leistung befüllt wird und dann die Leistung zum Schutz des Akkus zurück gedreht wird.

Aber das ist schon wirklich toll, dass dieses Smartphone nach maximal 1,5 Stunden Ladedauer wieder für mindesten 48 Stunden bei intensiver Nutzung in Betrieb sein kann. Schaltet man das recht strenge Akku-Management ein, dann sind durchaus locker drei Tage ohne aufladen möglich, aber wozu sollte das gut sein, wenn der Akku in etwas mehr als einer Stunde sowieso wieder vollständig geladen ist.

Das Betriebssystem

Im Oukitel K6000 Plus arbeitet schon ab Werk ein Android 7.0 Nougat in einer kaum veränderten Version. Der Anbieter belastet das Telefon mit weitaus weniger Malware und unnötigem Ballast als viele andere Hersteller.

Außerdem meine ich, im Vergleich mit dem K10000 Pro eine aktuellere Version des Android Betriebssystems drauf zu haben. So wurde ich bereits beim ersten Einschalten des Smartphones aufgefordert eine Aktualisierung durchzuführen. Over the Air ohne zusätzliche Konfiguration und so weiter. Auch das ist nicht bei allen China-Anbietern so einfach.

Interessanter Weise sind auch in diesem OS teilweise Sektionen gar nicht übersetzt und bei anderen finden sich kleine Übersetzungsfehler wie "noch 30 Munuten bis voll geladen"

Ansonsten gibt es nicht viel darüber zu sagen, weil man Android mag oder eben nicht. Es läuft wie gewünscht und es ließen sich alle App, die wir normaler Weise installiert haben, problemlos installieren und einrichten.

Die Kameras

Ein sehr wichtiger Punkt bei einem Smartphone für Jugendliche ist die Qualität der Kameras. Schnell bereit muss sie sein und die Bilder müssen scharf, intensiv und gut aufgelöst sein.

Die Frontkamera, oder Selfie-Cam wie sie auch oft genannt wird, bietet bei guten Lichtverhältnissen bereits Bilder die Smartphones anderer Hersteller mit der Rückkamera nicht zustande bringen. Erst wenn die Lichtverhältnisse wirklich schwach werden, wie zum Beispiel in einem dunklen Club mit nur spärlichem Weißlichtanteil, werden die Aufnahmen pixelig und wirken leicht verschwommen. Außerdem lässt sich im Selfie-Modus die "Beauty-Einstellung" anpassen, bei der rund um den zentralen, quadratischen Bildausschnitt das Bildmotiv weich gezeichnet wird.

War ich mit der Frontkamera zufrieden, so gerate ich bei der Hauptkamera
fast ins Schwärmen. Die Bilder sind ausgezeichnet, wenn es eine ausreichende Umgebungsbeleuchtung gibt. Die Schärfe ist großartig und die hohe Auflösung ist nicht nur ein interpolierter Wert, sonder wirkt sich wirklich auf die Detailtreue der Bilder aus. Hier kann man wirklich rein zoomen und erkennt immer noch Details. Die Kamera ist nach 2,8 Sekunden bereit für Aufnahmen und macht im Automatik-Modus sehr gute Aufnahmen. Im pro-Modus kann man dann den Weißabgleich selbst steuern, den ISO Wert einstellen und die Helligkeit verändern.

Viel mehr Möglichkeiten bieten die beiden Kameras ab Werk nicht, können aber wie bei jedem anderen Smartphone durch zusätzliche Apps von Drittanbietern um diverse Funktionalitäten erweitert werden.

Das Display

Groß, scharf, bunt, hell! Das man auf einem Smartphone mit dieser Display-Diagonale gut sieht liegt auf der Hand. Vor allem wenn das Panel mit 1080p auflöst. Klar gibt es auch schon höher auflösende Anzeigen und natürlich auch solche mit OLED und Co. Aber braucht man das auch?

Bei meinem alten S5 ging leider das Display kaputt. Ein Ersatzteil wäre schon beinahe so teuer gekommen wie dieses Telefon komplett. Da drängt sich mir dann doch die Frage auf ob ein derart teuere Display-Panel sinnvoll ist, wenn doch gerade das Display die größte Schwachstelle an einem Smartphone ist.

Bei dieser Anzeige kann ich auf jeden Fall nichts Negatives finden, denn die Auflösung ist gut, die Lichtverteilung ausgezeichnet und das LCD-Panel reagiert auch vernünftig schnell, sodass sich bei Filmen mit viel Action und schnellen Bewegungen kaum Schlieren ind er Bewegung erkennen lassen. Schwarz ist schwarz und das Display wird auch bei stundenlangem Youtube-Schauen nicht übermäßig heiß.

FAZIT

Wie immer steht und fällt die Meinung über ein Produkt mit dem Verhältnis zwischen Preis und Leistung. und gerade hier denke ich, dass das OUKITEL K6000 Plus am ehesten punkten kann, denn der Preis ist an Betracht der sehr guten Gesamtleistung sehr vernünftig. So zahlt es sich eigentlich nicht aus eine Vertragsbindung bei einem Telefon-Provider einzugehen, nur um ein ein Smartphone zu kommen, denn meist zahlt man für Verträge mit Smartphone zwischen 15- und 40 Euro mehr als bei einem ungebundenen Handyfreien Vertrag. Selbst wenn der Aufpreis nur 15 Euro beträgt und man eine Bindung von nur 24 Monaten hat, würde man für den Aufpreis schon fast zwei dieser Smartphones bekommen. Also jedes Jahr eines. Rechnet man dann auch noch die Versicherung ein, die man sinnvoller Weise für ein teuere Vertragshandy abschließt, dann kann eigentlich nur noch das Prestige für eine Entscheidung zum Vertragshandy führen.

Dieses Phone hat auf jeden Fall alles was ein Teenager von seinem Telefon erwartet: Ordentliche Prozessorgeschwindigkeit, gute Grafikleistung mit wirklich sehr gutem Display, unglaublich viel Akku Power mit 6.000 mAh und extrem schneller Ladung und nicht zuletzt zwei ausgezeichnete Kameras, die zwar bei geringerer Lichtstärke etwas an Qualität verliere, dafür aber schnell bereit sind und bei normalem Licht Spitzenfotos machen. Das man bei dem Telefon eine Speichererweiterung oder eine zweite SIM Karte für einen Datentarif (oder natürlich eine zweite Rufnummer für privat und geschäftlich) einlegen könnte ist sicher auch kein Nachteil.

Also der Preis stimmt und die Leistung auch. Für unseren Sohn haben wir damit den perfekten Ersatz für sein geliebtes, aber in die Jahre gekommenes Smartphone gefunden.

5 von 5 Sternen

Globmall ABOX Raspberry Pi 3 Starter-Set

Den Raspberry Pi brauche ich an dieser Stelle wohl nicht bewerten, da dieser ohnehin in der aktuellen Standard-Version geliefert, und nicht von diesem Anbieter hergestellt wird. Wichtig ist nur, dass es sich um einen echten Pi3 und nicht um einen Nachbau handelt.

Das Besondere an diesem Set ist vielmehr die Ausstattung durch
die es möglich wird, den Pi3 innerhalb weniger Minuten einsatzbereit zu machen.
Die Lieferung erfolgte schnell und in einem schönen Karton verpackt. Das ist recht praktisch, wenn man diese Set zB. als Geschenk für einen Technik begeisterten Menschen verwenden möchte, denn durch das edle Aussehen ist das Set dafür gut geeignet.

Im Lieferumfang waren:
* ein Raspberry Pi 3 (originalverpackt)
* ein speziell für dieses Modell abgestimmte Gehäuse
* ein Netzteil mit Schalter
* eine Micro-SD-Karte mit 32GB und vorinstalliertem OS (Raspbian)
* ein HDMI Kabel
* eine Englische Kurzanleitung
* ein USB Card-Reader (den benötigt man, wenn man auf einem PC ein OS für den Pi auf die Karte spielen möchte)

Zu den verwendeten Materialien und zu Qualität des Netzteils kann ich nicht viel sagen. Es wirkt alles recht hochwertig, passt zusammen und funktioniert. Wie lange das Netzteil mitmachen wird,
werde ich wohl erst im Laufe der Zeit sagen können. Grundsätzlich ist die "Installation" recht einfach zu bewerkstelligen. Micro_SD-Karte an der Unterseite des Pi einlegen, den Pi in das geöffnete Gehäuse einsetzen und das Gehäuse schließen. Dann muss nur noch das Netzteil am Micro-SUB Anschluss angesteckt, eingesteckt und eingeschaltet werden. Das war es im Großen und Ganzen.

Bei der beiliegenden SD-Karte bin ich mir nicht ganz sicher, ob es
sich hier wirklich um ein Original handelt. Allerdings habe ich die Vermutung nur deshalb, weil ich vor einiger Zeit mal vergleichbare Karten direkt in China bestellte und sich diese von den originalen nur durch einen etwas schwammigeren Aufdruck, der weniger erhaben war als beim Original unterschieden. Ich denke mal, dass es schon ok ist so lange es funktioniert. Das Netzteil liefert ausreichend und stabil Power und hat einen Kippschalter (was ich so auch noch nicht gesehen habe) über den man den Pi ein- und ausschalten kann.

Die Einrichtung meines Pi habe ich einem Kollegen von mir überlassen, da wir den kleinen Rechner für ein Präsentationsdisplay benötigen. Hier wird im Wesentlichen nur eine Foto-Show über einen Browser wiedergegeben. Dazu braucht es WLan und den Browser. Es ist also eher ein digitaler Bilderrahmen mit 75" Diagonale.

Mein Kollege brauchte knapp 8 Minuten bis alles soweit konfiguriert war, dass wir auf dem Display die Inhalten sehen konnten. Den Pi im Gehäuse klebten wir dann mit Doppelklebeband an die Rückseite des Fernsehers.

Für diese Anwendung ist der kleine Rechner perfekt geeignet. Was wir nach dem Messe-Einsatz noch ausprobieren werden ist, in wie weit sich der Pi als Mediacenter mit Kodi eignet. Dazu werde ich sicher noch ein Update schreiben, obwohl es sich dabei ja eher um die Leistung des Pi handelt und nicht um das Zubehör.

Dieses Set ist auf jeden Fall sehr gut zum Starten mit dem Pi geeignet, weil alles dabei ist was man benötigt und weil es neben einer schönen Verpackung dann auch noch recht gut verarbeitet zu sein scheint. Der Preis ist auch OK, wenn man bedenkt, dass ja ein Original Raspberry Pi 3 dabei ist und der Verkäufer diesen ja auch kaufen muss. Hier sind die Preise selbst bei einer Großabnahme nahezu überall gleich. So zahlt man also für das Gehäuse, das schaltbare Netzteil, die 32GB Karte, das HDMI-Kabel und das Lesegerät etwa 28 Euro, was etwas günstiger ist als bei derzeitiger einzelner Bestellung der Komponenten. Zudem hat man alles beisammen und muss sich Raspbian nicht runterladen. Der Preis, der vom Händler als Stattpreis angegeben wird ist dann doch eher aus dem Reich der Märchen und Mythen, denn der hat mit den verwendeten Komponenten nicht mal im Entferntesten was zu tun.

Das Set ist aber komplett, der Preis ist fair und die Qualität schein gut zu sein. Zudem ist wirklich ein RPi3 Original enthalten, also stimmt bei dem Angebot alles.

5 von 5 Sternen



Dienstag, 25. Juli 2017

OUKITEL K10000 Pro - Der smarte Ziegelstein

Wenn man es nicht selbst sieht, kann man es eigentlich kaum glauben, dass es ein Smartphone mit diesen Abmessungen gibt. Dieses Ding ist unglaublich groß und dementsprechend schwer, dass der Vergleich mit einem Ziegelstein zwar natürlich übertrieben, aber nicht ganz vond er Hand zu weisen ist.

Warum ich mir so ein Telefon zugelegt habe hat in Wirklichkeit auch nur einen einzigen Grund: die schier unglaublich lange Akkulaufzeit.

Aber mal von Vorne. Meine Frau und ich besitzen beide ein Samsung S8 und sind höchst zufrieden damit. Bei halbwegs vernünftiger Nutzung kommen wir etwa 18-24 Stunden mit einer Akkuladung durch, wobei wir relativ viele Mails und Nachrichten erhalten, lesen und beantworten, jedoch keine Spiele spielen und selten bis gar nicht Videos streamen. Ein bisschen Telefonieren und fertig. Jetzt sind zwei Tage schon ein ganz brauchbarer Wert, weil man ja ohnehin immer wieder zwischendurch wo aufladen kann und das Mitnehmen einer Power Bank für den energetischen Notfall auch ganz OK ist.
Somit hätten wir im Prinzip keinen Bedarf für eine Power Bank mit der man telefonieren kann. Aber wir brauchten für einen USA Aufenthalt ein Smartphone, das unlocked war, weil wir uns für unseren Aufenthalt eine US SIM Karte mit unlimited Data und unlimited Calls nach Europa kauften. Das war wesentlich billiger als ein Roaming-Pakte unseres Providers. Da unsere S8 beide gesperrt sind, konnten wir sie leider in den USA nicht verwenden und unsere alten Smartphones waren leider technisch schon so rückständig, dass nicht einmal die Navi-App flüssig lief. Also musste ein günstiges, freies Smartphone mit großem Akku und halbwegs vernünftigen Leistungsdaten her.

Unsere Wahl fiel auf das Monster unter den smarten Telefoniegeräten. Das OUKITEL K10000 Pro

Die Daten des Geräts lesen sich gleichermaßen beeindruckend wie erschreckend :-)

Mit Kantenlängen von 161,7 x 77,8 mm und einer Dicke von 14,5 mm erklärt sich der Vergleich mit einem Ziegelstein schon fast. Wirft man einen Blick auf das Gewicht des K10000 Pro, dann wird alles klar, denn dieser smarte Stein wiegt knapp 300g, und das obwohl das Telefon hauptsächlich aus Kunststoff gefertigt ist. Wenn das Gehäuse dann noch aus Aluminum wäre, dann würde es einem vermutlich die Hose runter ziehen, wenn man sich das Teil in die Gesäßtasche steckt. Somit könnte man schon mal festhalten, dass dieses Telefon vermutlich keinen Preis in der Kategorie Miniaturisierung gewinnen wird. Auch die Portabilität ist bei anderen Modellen wesentlich besser, schließlich würde man in der Kubatur dieses Modells fast 2,3 Samsung S8 unterbringen.

Es gibt natürlich auch einen Grund für diese enormen Maße: den Akku. Ich muss zugeben, dass ich es nicht sicher weiß, aber ich denke, dass es derzeit kein Smartphone auf dem Markt gibt, das es mit dem Akku des K10000 Pro aufnehmen kann, denn dieser ist unglaubliche 10.100 mAh groß und hat damit fast die 3,5 bis 4-fache Kapazität marktüblichen Smartphones. Selbst wenn das Batteriemanagement des Betriebssystems nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen würde, sollte die durchschnittliche Nutzungsdauer im Vergleich mit einem herkömmlichen Phone zumindest 3 mal so lange sein. Vermutlich ist der Faktor sogar noch etwas höher. In unserem fall heißt das etwa 6 Tage ohne aufzuladen.

Wie sind die Daten nun zusammen gefasst?

Abmessungen: 77,8 x 161,7 x 14,5mm
Gewicht: 292g
Gehäuse: Kunststoff
Display: Gorilla Glass 5,5" LCD IPS mit 1080x1920 Pixel
Prozessor: MediaTek MT6750T (4x 1,5GHz ARM_A53 Cortex / 4x 1,0GHz ARM-A53 Cortex)
Grafik GPU: ARM Mali-T860 MP2
RAM: 3GB
Flash: 32GB (ca. 3-4GB für das OS)
Slots: alternativ 2 x Nano-SIM / 1 x Nano-SIM + 1 x Micro-SD
Sicherheit: Fingerprint Scanner auf der Rückseite unter der Kamera
Rückkamera: 13Mp
Frontkamera: 5Mp
Netzwerk: 2G/3G/4G LTE / WLAN bis 802.11n / Bluetooth 4.0
Akku: Li-Ion mit 10.100 mAh
OS: Android 7.0 Nougat



Lieferumfang

Der Hersteller zeigt schon mit dem Lieferumfang, dass die Käuferschicht auf die er mit diesem Modell abzielt nicht die Hippen und Trendigen, sondern eher die Pragmatischen und Soliden KäuferInnen sind. Hat man bei anderen Modellen Kopfhörer von Markenherstellern und miniaturisierte Ladegeräte dabei, so findet man bei diesem Smartphone eher das Bauleiter-Equipment.

In der durchaus schicken und sehr großen Box enthalten sind:

  • das OUKITEL K10000 Pro Smartphone
  • eine Silikonhülle
  • ein bereits angebrachter Displayschutz
  • eine weitere Displayschutz-Folie
  • und noch eine Displayschutz aus gehärtetem Glas
  • ein USB to Micro-USB Adapter
  • ein Micro-USB Ladekabel mit besonders langem Stecker (den man auch braucht, weil mit einem normalen Stecker wegen des enorm dicken Gehäuses kein Kontakt zustande kommt)
  • ein 2A USB Ladegerät
  • eine Gürteltasche aus Kunstleder
Vor allem die Gürteltasche erinnert mich stark an die Bauleiter und Architekten aus Amerikanischen Filmen, die ihr überdimensionales aber nahezu unzerstörbares Telefon in der Tasche am Gürtel tragen. 

Betriebssystem

Wie in der Liste angeführt ist ein nur geringfügig gebrandetes Android 7.0 installiert. Der Vorteil vom Stock-System liegt ganz klar in der sehr schlanken und unbelasteten Ausführung. So finden sich kaum unnötigen Apps (Malware) auf dem Telefon, die bei anderen Anbietern oft massig vorhanden und teilweise nicht deinstallierbar sind.

Android 7.0 läuft gut und schnell auf diesem Telefon, wenngleich der komplette Systemboot des ausgeschalteten Smartphones rund 45 Sekunden benötigt.
So richtig schnell geht es bei der Kamera. Aus dem Standby ist sie in nur 3:09 Sekunden bereit zum Aufnehmen. So entgeht einem kaum ein Schnappschuss. Hier scheitert man dann eher bei Langzeitaufnahmen von Schulaufführungen, weil die Kraft im arm vermutlich schneller verfliegt als der Akku des Smartphones leer werden kann.

Sonst gibt es über das OS nicht viel zu sagen, außer dass die Übersetzung selbst heute noch immer nicht verbessert wurde. Der Akku ist noch immer in "13 Munuten" vollständig geladen und bei den Systemeinstellungen herrscht ein heilloses Wirrwarr zwischen teils mäßigen Deutschen Übersetzungen und Englischen Texten. Ich muss ehrlich sagen, dass ich definitiv ein Freund der Englischen Textausgabe bin, da diese weitaus weniger anstrengend zu lesen ist als die Deunglische Variante mit Chinesischen Spezialausdrücken

Die Handhabung

OK, was soll man sich von diesem Riesenteil erwarten? Einhändige Bedienung gehört nicht zu den großen Pros dieses Phones, außer man hat Pranken wie Sly Stalone und selbst der wird vermutlich einen zu kurzen Daumen haben um mit einer Hand halten und tippen zu können.

Rein von der Nutzung des OS her ist es selbsterklärend und intuitiv. Man bekommt zu keiner Zeit eine unlösbare Aufgabe bei der Konfiguration oder Nutzung des Geräts. Da muss ich sagen, dass ich mit dem S8 weitaus häufiger an die Grenzen stoße und mich anhand der Suchfunktion durch die Einstellungen kämpfe.

Egal welche Apps ich zu installieren versuchte, es gab mit keiner ein Kompatibilitätsproblem. So funktionierte die Navi-App ebenso wie Fitness Apps fürs Laufen, Liegestütze und Co. Jedoch mus sich sagen, dass ich mit diesem Telefon am Arm nicht laufen gehen möchte. Danach könnte ich den Arm vermutlich nicht mehr bewegen.

Leistung im Betrieb

Wie gesagt spiele ich nicht auf meinem Smartphone, also kann ich dazu nichts sagen, aber ich verwende es zum Navigieren und zeitweise zum Streamen von Filmen. Beides nutzten wir auf unserer Reise, weil wir in unserem Leihwagen kein Navi hatten. Hier ist noch besonder anzumerken, dass wir im Hochsommer unterwegs waren und das K10000 Pro dementsprechend großer Hitze in direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt war.

Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass das Gerät durch die enorme Hitzeentwicklung gebremst würde oder gar ausfallen könnte. Auch das hatten wir bei früheren Modellen schon gesehen. Das Gerät navigierte zuverlässig und machte auch beim Streamen eine gute Figur. Keine Ruckler und ein sehr gut aufgelöstes Bild sind mir sehr wichtig, und das Telefon konnte mich hier völlig überzeugen.

Erstaunlich war auch, dass der Akku trotz des täglich etwa 3 Stunden dauernden Einsatzes als Navi immer noch länger als 3 Tage durchgehalten hätte. Wir luden jedoch den Akku am 3. Tag im hotel auf, damit er für die nächste Etappe wieder geladen war. Ich bin mir fast sicher, dass der Akku es nochmal einen halben Tag geschafft hätte. Ein richtiges Monster eben.

Die Kameras

Nicht ganz unerheblich ist heutzutage auch die Leistung der Kameras. Wie üblich bei China-Handys sind die Kameras nun nicht State of the Art, aber diese sind zumindest wirklich nicht schlecht. Die Rückkamera liefert bei Tageslicht sehr scharf und absolut farbechte Bilder und kann selbst bei schlechten Lichtverhältnissen noch mit detailtreue und ordentlicher Kantenschärfe überzeugen. Auch der Blitz der Rückkamera ist sehr gut und ermöglicht bei geringster Helligkeit gestochen scharfe Bilder mit einem leicht erhöhten Blauanteil.

Auch Videos kann man in sehr guter Qualität aufnehmen, obwohl es hier manchmal ein bisschen mit dem Autofokus hakt. Vermutlich kauft man sich dieses Handy aber ohnehin nicht wegen der tollen Kamera, weil es schon eher weit entfernt von einem Lifestyle Smartphone ist.

Die Frontkamera, oder Selfie-Cam wie sie manche nennen, braucht für gute Bilder auch eine vernünftige Beleuchtung. Wobei die Bilder dieser Kamera meiner Meinung nach noch viel stärker in den Blaubereich tendieren, was bei Selfies dazu führt, dass man manchmal etwas kränklich aussieht. Sobald das Licht schlechter wird sind die Bilder der Frontkamera schnell etwas verschwommen und an den Kanten der Farbübergänge unscharf.

Beiden Kameras fehlt jegliche zusätzliche Funktionalität, die man bei einigen anderen Smartphone-Modellen schon ab Werk bekommt. Aber das kann man ja mit zusätzlichen Apps durchaus nachrüsten.

FAZIT

Für mich ist dieses Smartphone definitiv kein Alltagshandy, weil
ich einfach was kleineres, schmäleres, leichteres brauche. Aber wer so etwas sucht, der nimmt sich ohnehin kein K10000 Pro. Wenn es nach Tim Taylor, dem Heimwerkerkönig ginge, dann wäre das ein echtes "Männerhandy" für große Hände, das etwas aushält und bei dem man sich nicht jeden Tag darüber Gedanken machen muss, dass es an die nächste Ladestation muss.

Ja es ist groß. Ja es ist schwer. Und nein, es ist nicht chic.

+ Aber es hält bei normaler Nutzung eine Arbeitswoche durch ohne ein Ladegerät zu verlangen.
+ Es hat ein großes, gut lesbares Display, das auch bei Hitze und direkter Sonneneinstrahlung noch gut funktioniert.
+ Es ist schnell und durchaus zeitgemäß.
+ Man hat nicht das Gefühl, dass es gleich auseinander fällt, wenn man es mal etwas weniger sanft behandelt.
+ Die Kameras sind für ein china-Smartphone sehr gut und gut geeignet um zB. den Baufortschritt auf Baustellen festzuhalten.
+ Es hat 32GB Rom und braucht daher nicht unbedingt eine Speichererweiterung. Trotzdem kann man keine Micro-SD Karte mit bis zu 64GB einlegen.
+ Wenn man die Micro-SD Karte nicht benötigt, kann man 2 SIM Karten einlegen. So hätte man die Möglichkeiten einen günstigen Internet-Flat-Tarif für die Daten und zB. eine Wertkarte oder einen billigen Telefontarif fürs Telefonieren zu verwenden. Oder man hat eine Firmennummer und eine Privatnummer gleichzeitig im Smartphone. Oder so wie bei uns, eine Auslands-SIM und die Heim-SIM, damit man billig im ausland surfen und telefonieren kann und trotzdem über die eigene Nummer erreichbar ist.

- Es ist schwer.
- Es ist groß.
- Es passt kein normales Micro-USB Kabel, weil der Stecker extra lang sein muss.

Ach ja, hab ich schon erwähnt, dass dieses Telefon einen unglaublich großen Akku besitzt.
Und gerade wegen der einzigartigen Vorzüge, die letztendlich ja auch ausschlaggebend waren für den Kauf, fällt die Bewertung trotz der Unhandlichkeit und des Gewichts positiv aus.

5 von 5 Sternen



Montag, 10. Juli 2017

Canyamar Beach Hotel in Canyamel / Mallorca

Unglaublich wie schnell eine Woche vergeht, vor allem wenn es sich um eine Urlaubswoche handelt. Dieses Jahr wollten wir unseren 'Strandurlaub' nicht mehr in einem All-Inclusive Hotel wie in den letzten Jahren verbringen, da wir mit der unglaublichen Gästezahl im Sol Nessebar Palace Hotel des letzten Jahres einfach überfordert waren. So sollte es dieses Jahr kleiner und ruhiger abgehen.

Daher buchten wir auf Booking.com für unseren Aufenthalt auf Mallorca 7 Nächte im Canyamar Beach Hotel

Dafür gab es mehrere Kriterien, die für die Entscheidung ausschlaggebend waren:


  • das Hotel sollte in Strandnähe liegen, damit wir mit den Kids zu Fuß hingehen könnten
  • es muss ein Frühstück im Hotel angeboten werden
  • die Unterbringung soll in zwei von einander getrennten Schlafzimmer erfolgen die jedoch über einen gemeinsamen Zugang verfügen müssen (Familienzimmer)
  • der Preis muss natürlich im Rahmen liegen, weil ein Urlaub ohnehin schon eine finanzielle Belastung ist
  • das Hotel sollte nicht zu groß sein, weil wir diesmal mehr auf Ruhe und Entspannung setzen wollten, als auf Party und Entertainment
Auf Booking.com fanden wir nach einer etwas längeren Suche das, was wir anhand unserer Kriterien suchten in Canyamel, einem kleinen Ort an der Ostküste Mallorcas, der vorwiegend auf Tourismus ausgelegt ist (wie vermutlich alle Küstennahen Orte). 

Die Lage

Canyamel ist ein kleiner Ort an der Ostküste Mallorcas, den man mit einem Leihauto in knapp einer Stunde Fahrzeit (mit wenig Verkehr geht es auch etwas schneller), ausgehend vom Flughafen in Palma erreichen kann. Der Ort selbst dürfte vorwiegend aus Touristen-Unterkünften und Ferienwohnungen bestehen. 

Das Canyamar Beach Hotel ist ein kleines Hotel, das in den 1960ern erbaut wurde und dann für ein knappes Jahrzehnt mit direkter Strandlage glänzen konnte. In den 70ern wurde ein großer Hotel-Block direkt davor hingestellt, der sich nun mit anderen großen Blöcken die Strandlinie teilt. Seitlich markiert das kleine Hotel jedoch die äußere Grenze der Canyamel-Strandlage, denn dort wird es von einer Lagune flankiert, deren Gebiet auf Grund des Vogelschutzes unverbaubar ist.

Obwohl die Sicht auf das Meer durch das große Gebäude versperrt ist, wirkt es trotzdem nicht drückend. Dafür verantwortlich sind die dicht belaubten Platanen vor dem Hotel, durch deren Blätterdach der Blick auf die etwas weniger ansehnliche Fassade des Nachbarhotels verdeckt wird.

Gleich neben dem Hotel befindet sich wie gesagt die Lagune in der sich neben Fischen auch eine große Zahl an Schwimmvögeln herum treibt. Das war vor allem für unsere Kinder ein Highlight, denn die waren häufig auf dem Holzsteg unterwegs, um die Enten, Gänse und andere Wasservögel mit Brot zu versorgen. Auch die vielen Kücken hatten es ihnen angetan, und es gab immer etwas Neues zu entdecken.

Über den Holzsteg an der Lagune entlang gelangt man in 2-3 Gehminuten zum feinsandigen Strand.


Das Hotel

Intim und familiär beschreibt es wohl mit zwei Worten am Besten. Wie bereits erwähnt ist das Hotel bereits etwas älter, wurde aber vor Kurzem mit viel Liebe zum Detail revitalisiert. Ich denke, dass die Art der Ausstattung und Einrichtung unter dem Begriff Boutique-Hotel geführt wird, aber auch Vintage-Style trifft es recht gut.

Bereits bei der Ankunft empfing uns die einladende Terrasse mit den wenigen, sommerlich gedeckten Tischen des Restaurants. Weiß und Türkis sind die Farben die sich durch das komplette Hotel ziehen. Auf der Terrasse gibt es an der Wand gemütliche Sitzbänke mit weichen Polstern, Tische die ebenso wie die Stühle mit einfachen Mitteln dem Stil angepasst wurden und eine sommerliche Tischdeko.

Betritt man das Hotel so kommt man in den kleinen Barbereich mit unterschiedlichen, bequemen Sitzgelegenheiten und einer rustikalen Bar mit Surf-Brett-Lampe. Egal wohin man sieht, das Auge bleibt immer wieder hängen und man entdeckt andauernd neue Details. Seitlich am Hotel ist etwas erhöht eine verglaste Terrasse auf der man bei kühlerem Wetter geschützt essen kann. 

Neben der Bar führt ein schmaler Treppenaufgang zu den Zimmern in der 1. und 2. Etage. Das Stiegenhaus ist sehr schmal und mit einem zugegebener Maßen etwas groß dimensionierten Koffer ein wenig schwerer zu bewältigen. Ich würde eher zu zwei kleineren Koffern raten. Auf jeder Etage dürften drei Zimmer liegen. Ich glaube, dass es jeweils ein Familienzimmer und zwei Doppelzimmer sind. Auch im Stiegenhaus sind nette Details zu finden, die das Ambiente prägen.

Achtung: dieses Hotel ist nicht für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung geeignet...zumindest nicht mit solchen die einem das Treppensteigen erschweren.

Das Zimmer

Wie bereits erwähnt hatten wir ein Familienzimmer gebucht. Dieses lag in der 2. Etage. Nach dem Öffnen der nett gestalteten Türe befanden wir uns in einem schmalen Vorraum der direkt in den großen Wohnraum führte. Ebenfalls in von dort gelangte man durch eine Türe mit Glaseinsatz ins das erste der beiden Bäder in dem es neben einer Toilette, einem Bidet und einem Waschtisch auch noch eine Dusche gab. Dieses Bad verfügte über ein Kippfenster in den benachbarten Vorraum (Lager der Reinigungskraft)

Der Wohnraum war ziemlich groß und beherbergte eine kleine Couch, die vermutlich auch als Bett genutzt werden kann, einen Tisch mit vier Stühlen, eine kleine aber funktionelle Kücheneinheit mit Spüle, elektrischem Herd und Dunstabzug sowie einen Kühlschrank der ausreichend groß war. Für Unterhaltung sorgt ein LCD-Fernseher mit ca. 45cm Diagonale und SAT-Receiver mit ausreichend deutschsprachigen Programmen. Eine Fensterfront über die komplette Raumbreite sorgt für viel Licht und eine Glastür führt auf den vorgelagerten Balkon. Über dem Esstisch konnte man mittels Deckenventilator für etwas Zugluft sorgen.

Seitlich vom Wohnraum gelangt man zum zweiten Badezimmer, das über eine vergleichbare Ausstattung wie das erste verfügt jedoch kein Fenster zum Lüften hat. Dieses Bad liegt zwischen den beiden Schlafräumen mit jeweils einem Doppelbett. Das Zimmer an der Frontseite des Hotels hat wie der Wohnraum einen eigenen Balkon und hatte auch ein eigenes Waschbecken im Zimmer. Zudem zwei Nachttische und ein Schrank für die Kleidung. An der Decke befand sich ein Deckenventilator, der aus Gründen zu denen ich später komme auch wirklich notwendig war.

Im zweiten Schlafraum, der sich an der Rückseite des Hotels mit Loggia zum Innenhof befand, gab es neben dem Doppelbett auch ein Gitterbett, einen in die Wand eingelassenen Schrank und den Tresor. Dieser Raum war meist etwas kühler als die Räume an der Vorderseite und hatte auch keinen Ventilator.

Alle Räume waren mit Fliesenböden belegt. Da das Hotel neben einer Lagune liegt ist in den warmen Monaten mit einem höheren Aufkommen von Mücken/Gelsen zu rechnen. Und da ist auch schon der einzige wirkliche Kritikpunkt für uns, denn leider verfügen die Balkontüren und Fenster über keinerlei Insektenschutz, weshalb man diese nachts eigentlich nicht offen lassen kann. Wir probierten es und wurden prompt von Mücken zerstochen, obwohl neben den Betten beidseitig Gelsenstecker eingesteckt waren. So das wäre normalerweise auch kein Problem, wenn es eine Klimaanlage geben würde, denn dann kann man die Fenster ja zu lassen. Da diese fehlt, mussten wir uns entscheiden ob wir in drückender Hitze schlafen, oder uns von Mücken auffressen lassen wollten. Wir wählten die Hitze als kleineres Übel.

4* wegen fehlender Insekten-
Schutzgitter an den Fenstern

Die Sauberkeit

Das Hotel ist Vintage aber alles Andere als ungepflegt. Schon beim Betreten des Zimmers fiel auf, dass es gut gepflegt und sauber ist. Und das ist in Strandnähe nicht so einfach, da die Gäste sicher immer etwas Sand mit ins Zimmer bringen.

Die Toiletten waren, wie die Bäder allgemein sehr sauber und nur bei den Duschen fand sich an kleinen Stellen der, in südlichen Gefilden unvermeidliche, Schimmel an den Silikondichtungen. Außerdem blieb ab und zu die Toilettenspülung hängen und führte dann zu einem leeren Spülkasten (das liegt aber an dem Spülkastenmodell...dieses Problem haben meine Eltern zuhause auch damit)

Im Kühlschrank gab es keinerlei Gerüche und auch sonst ist das Hotel sehr sauber und gepflegt.


Das Personal

Nun ich würde nicht von Personal sprechen. Jeder mit dem wir im Hotel zu tun hatten agierte so als ob es sein/ihr Hotel wäre. Es lässt sich daher auch schwer sagen wer nun Personal und/oder Besitzer von dem Betrieb war. Freundlich, herzlich und zuvorkommend. Anders kann man es nicht ausdrücken. Es war ein bisschen so, als ob man bei einer Familie zu Besuch wäre, nur mit dem Unterschied, dass man abends à la carte speisen kann.

An unserem Hochzeitstag wurden wir mit einer besonderen Tischdeko mit Kerzen in Herzform überrascht und bekamen eine Flasche Sekt zum Essen spendiert. Solche Aufmerksamkeiten findet man selten, und schon gar nicht bei großen Hotelketten. 

Das Restaurant

Also unserer Meinung nach ist es das beste Restaurant in Canyamel. Da es nicht nur für Hotelgäste geöffnet und ziemlich klein ist, sollte man unbedingt einen Tisch für den Abend reservieren. Dabei finde ich es sehr sympatisch, dass man für die Reservierung keine Zeit angibt, da es ohnehin erst ab 17 Uhr geöffnet ist. Somit hat man auch nach dem Essen keinen Stress den Tisch wieder freizugeben, und man kann auch nette Bekanntschaften machen. Da unsere Kinder meist schneller fertig waren als wir, wurden an unserem Tisch oft Plätze frei. Am letzten Abend gesellte sich eine Familie zu uns und wir hatten noch eine nette Unterhaltung.

Über die schöne Terrasse habe ich ja bereits etwas geschrieben. Auf der kann man das Frühstück zwischen 8:30 und 11 Uhr genießen. Dieses ist reichhaltig und von hoher Qualität. So bekommt man neben einem ausgezeichneten Espresso aus der Barista-Maschine frisch gepressten Orangensaft und Detox-Wasser. Der sommerlichen Temperatur angepasst ist der Kakao für die Kinder kalt und erfrischend. Frisches meist noch warmes Gebäck, Rohschinken, Lachs, Wurst, unterschiedlichste Käse-Variationen, Caprese, Gemüse und Obst, Marmelade, Nutella, Fruchtjoghurt und sogar Bircher-Müsli boten ein komplettes Angebot. Dazu natürlich Eiergerichte frisch aus der Küche.

Wenn man abends einen Tisch im Restaurant reserviert hat, dann isst man ausgezeichnet und zu absolut fairen Preisen. Die Karte bietet für jeden Geschmack das Richtige. Vom Hühnerschnitzel in Knusperpannade über diverse Meerestiere und Süßwasserfische bis hin zur geschmorten Lammschulter ist für jeden etwas dabei. Nachdem wir an vier Abenden im Canyamar Beach Hotel aßen, konnten wir einen guten Überblick bekommen.

Wir hatten:
  • Gambas im Knoblauch-Olivenöl-Sud - super frisch, und so viel, dass man sicher satt wird
  • Dorade gegrillt mit Gemüse und Kartoffeln - ebenso frisch, sehr gut zubereitet und für unsere Tochter sogar trotz des ohnehin günstigen Preises noch mal etwas günstiger und mit Pommes
  • Miesmuscheln - ausgezeichnet abgeschmeckt in einem Gemüsefond und nicht zu wenig. Auch hier hatten wir die große und die kleine Portion....die kleine hätte meiner Frau auch gereicht
  • Gambas-Topf mit Kartoffeln und Gemüse - frisch, lecker und viel
  • Paella negra mit Sepia-Tinte - wir hatten sie für zwei, wären aber sicher zu dritt auch satt geworden. Frisch zubereitet, daher mit ca. 40 Minuten Wartezeit die man in der Umgebung aber nicht einmal merkt. Ein Tipp: keine weiße Kleidung anziehen :-)
  • Geschmorte Lammschulter - ein Gedicht mit Bratkartoffeln und Gemüse und so zart, dass sie auf der Zunge zergeht. Dabei absolut ohne Schafgeschmack....also wirklich ein junges Lamm
  • Schweinefilet in Gorgonzolasauce mit Folienkartoffel und Gemüse - wie alles andere sehr gut 
  • Pasta mit Thunfisch - aldente und geschmacklich einfach perfekt getroffen
  • Warmes Schokoküchlein mit Vanilleeis - unsere Kinder sind voll drauf abgefahren
  • Eissoufflé - schmeckt wie ein Soufflé und ist dennoch ein Eis. Sehr erfrischend auch an heißen Tagen
  • Crema Catalana - geschmacklich ein Hit, aber selbst wenn man keinen 'Vanillepudding mit Caramel-Kruste' mag, sollte man sich diesen Nachtisch schon alleine wegen der Show bestellen

Für alle Speisen gilt, dass sie geschmacklich ausgezeichnet, von der Menge her mehr als ausreichend und von der Qualität hochwertig und frisch waren. Dazu sind die Preise für mallorquinische Verhältnisse mehr als fair. Die frische der Speisen erkennt man auch an der sehr begrenzten Verfügbarkeit. Hier wird nicht in Masse auf Vorrat produziert. Daher kommt es auch vor, dass die Creme Catalana aus ist, weil ebenen ein paar Gäste zuvor auch schon Gusto darauf hatten. Auch vom Fisch des Tages gibt es nur wenige und die Paella braucht ihre Zeit. Sehr sympatisch.


FAZIT

Wir sind auf unserer Suche nach einer ruhigen Unterkunft in sehr guter Lage mit Strandnähe fündig geworden. Das Canyamar Beach Hotel bietet seinen Gästen eine liebevoll gestaltete Umgebung mit bestem Service und ausgezeichnetem Essen und ist daher mit Sicherheit eine absolute Empfehlung für Paare oder Familien mit größeren Kindern. Mit Kleinkindern geht es natürlich auch, ist meiner Ansicht nach aber da empfehlen sich vermutlich andere Hotels eher. Lediglich fehlende Möglichkeit bei geöffnetem Fenster zu schlafen, was durch die Mückenplage ohne Schutz vor den Fenstern bedingt war, trübte den Gesamteindruck ein wenig. Fürs nächste mal würde ich vermutlich ein Insektenschutznetz mitnehmen und vor die Balkontüre spannen. Eine einfache und billige Lösung.

Für uns war es auf jeden Fall eine Woche der Entschläunigung, um es mit einem Modewort zu beschreiben. Ein Aufenthalt bei sympatischen Leuten in einem originellen Umfeld und mit einer Top Küche die nicht mehr will als die Gäste zu verwöhnen. Gemütlich, relaxed und unaufgeregt. Einfach toll. 



PS: Noch mehr Fotos sind bei unserer Bewertung auf Tripadvisor zu finden.