Freitag, 24. Juni 2016

Andrew James - Food Processor (Küchenmaschine)

Auch Männer haben Küchen. Und wenn sie kochen, dann muss es ordentlich zu Sache gehen. Einigen wird Tim Taylor aus Tool Time sicher noch ein Begriff sein. Sein Motto Mehr Power begleitete mich über Jahre.

Die Küchenmaschine - oder wie es im Originalton durchaus männlicher heißt: der Food Processor - von Andrew James wäre genau richtig gewesen für Tim Taylor. Sie hat mehr Power und könnte durchaus auch mit dem Leitspruch eines Reifenherstellers in Verbindung gebracht werden: Schwarz, breit, stark!

Geliefert wurde diese Küchemaschine ziemlich schnell und gut verpackt. In einem großen Karton mit viel Styropor und Plastikfolie befanden sich:

* das Basisgerät mit leistungsstarkem 800 Watt Motor
* ein Steckeradapter UK auf EU, da die Maschine mit einem UK-Stecker ausgestattet ist
* ein Blender-Aufsatz mit abschraubbarem Messer-Teil, Deckel mit Einfüllöffnung
* ein kleinerer Behälter für das Blendermesser um zB. Nüsse zu hacken
* ein großer Behälter mit Griff und Deckel mit Einfüllstutzen und Stößel
* ein kleiner Behälter der in den großen passt für kleinere Jobs
* zwei Messereinsätze für den großen und den kleinen Behälter
* ein Rühreinsatz für den großen Behälter
* eine Zitruspresse
* ein zwergenhafter Mixeinsatz mit zwei Quirlen
* vier unterschiedliche Scheiben zum Hacken, Schneiden und Häckseln
* ein Spatel zum Ausputzen der Behälter

Der erste Eindruck

Also auf mich machte die Maschine bereits beim Auspacken den Eindruck einer Männer-WG-Singlehaushalt-Maschine mit mehr Power für die Küche des sportlich ambitionierten Jungesellen der gerne mal für eine abendliche Begleitung einen schnellen Cocktail mixt um nach einer bewegten Nacht mit einem ordentlichen Frühstück zu beeindrucken.

Meine Frau sah das naturgemäß nicht ganz so eindeutig und fand, dass die Maschine durchaus auch für Frauen, Paare und Familien interessant ist. Natürlich hat sie damit recht, denn warum soll das Aussehen und die Lautstärke einer Küchenmaschine eine Einschränkung der Zielgruppe bedeuten.

Trotzdem glaube ich, dass sich die Maschine in einer Männerküche besser machen würde ;-)

Der Motorblock ist schwer und aus schwarzem, glänzenden Kunststoff gefertigt. Die Frontseite ist in mattem Edelstahllook gehalten und von einem massiven Schalter geprägt.

Das Zubehör ist vorwiegend aus Kunststoff und wirkt sehr hochwertig. Ob und wie lange die Teile durchhalten kann ich bis jetzt noch nicht sagen, aber sie wirken zumindest so als ob man sie für Länger hat.

Die Funktionalität

Hier gibt es wahrlich nichts zu meckern. Die Komponenten sind sehr gut auf einander angestimmt und ein Teil greift perfekt in das nächste.

Die Maschine hat eine Sicherung die eine Inbetriebnahme verhindert so lange nicht alle Teile perfekt sitzen. Einzig die Möglichkeit den Blender mit offenem Deckel zu betreiben finde ich ein bisschen bedenklich, weil dieser so groß ist, dass man locker mit der ganzen Hand hinein greifen kann.

Verwendet man den Häcksler, dann muss man zuerst die Spindel einsetzen, dann den großen Behälter einrasten und nach Bedarf eventuell den kleinen Behälter einsetzen. Dann wird die Häckselscheibe eingesetzt und der Deckel aufgesetzt und eingerastet. Jetzt ist der Motor aktiv und kann in zwei Stufen oder mit einer Pulse-Funktion in Betrieb genommen werden.

Ähnlich läuft das mit dem Blender und dem kleineren Behälter für Nüsse, Kaffee und ähnliches.

Der Motorblock ist verhältnismäßig laut und im Vollbetrieb geht so richtig die Post ab in der Küche. Bei meinem ersten Standardtest für Blender, bei dem ich Wasser und Eiswürfeln mixe, kann man sehr gut hören bis zu welcher Lautstärke die Maschine rauf orgelt. Man kann das im beigefügten Video ganz gut hören.


Grundsätzlich arbeitet diese Maschine auch über längere Betriebsdauer zuverlässig und mit gleichbleibender Stärke.

Verwendungsmöglichkeiten

Mixen, schneiden pressen. Diese Küchenmaschine bietet so ziemlich alles was man in einem durchschnittlichen Haushalt brauchen kann. Eventuell ein Fleischwolf könnte für manche noch interessant sein. Den gibt es nämlich nicht.

Mit dem Blender lassen sich Cremésuppen ebenso schnell und einfach zubereiten wie Shakes, Cocktails und andere leckere Dinge. Dabei ist das große Fassungsvermögen von knapp mehr als 2 Liter sehr hilfreich. Der Blender lässt sich nach der Verwendung sehr gut zerlegen und kann dadurch einfach gereinigt werden. Ich stellte ihn (ohne die Messer) in den Geschirrspüler. Die Messer sollten nicht zu heiß gewaschen werden, da sie sonst unscharf werden.

Häckseln, schnippeln und schneiden geht mit der Maschine blitzschnell. Für große und kleine Mengen kann man unterschiedliche Behälter kombinieren. Sie ist schnell aufgebaut und ebenso schnell wieder für die Reinigung zerlegt. Alles außer die Messer kann man in den Geschirrspüler geben.

Gemüse hacken und schneiden wird zum Kinderspiel und man hat im Nu die Basics für ein Date zusammen.

* Ein Cocktail als start in den Abend. Blender kurz ausspülen und noch schnell
* Die Cremésuppe (die von Mama vorbereitet wurde ;-) fertig mixen und servieren.
* Zum Hauptgang gibt es ein Kartoffelgratin aus selbst geschnittenen Kartoffeln (mit der Sauce aus dem Packer...muss ja keiner wissen) und ein leckeres Steak
* Soll es noch ein Dessert sein, dann könnte ein leckerer Oreo-Shake aus Vanilleeis mit etwas Milch und Oreos eine kreative Idee sein.

* Am nächsten Morgen kommt der frisch gepresste Orangensaft ebenso aus der Maschine wie
* die perfekt aufgeschlagenen Eier für das Omelette

Also wenn das keinen Eindruck schindet, was dann?

Meiner Ansicht nach bekommt man mit dieser Maschine die Basics die man braucht, wenn man auf eine richtige Rührschüssel mit Schneebesen und Knethaken verzichten kann. Alles andere kann die Maschine perfekt und das zum vernünftigen Preis.

5 von 5 Sternen

Donnerstag, 16. Juni 2016

ABTO WiFi/GSM Alarmanlagen-Set

Was ist Sicherheit und was ist notwendig um das Gefühl von Sicherheit zu erlangen?
Mir ist klar, dass die Anschaffung einer Alarmanlage nicht unbedingt die Sicherheit im Haushalt erhöht, aber man kann sich durch den Einbau einer derartigen Anlage zumindest des Gefühl von Sicherheit erhöhen kann.

Wir haben in unserem Haus zwar eine fix verkabelte Anlage eines renommierten Herstellers verbaut, dennoch probierte ich eine zusätzliche Anlage aus die mit Funk läuft. Dazu bestellte ich dieses ABTO Alarm-Set auf Amazon. Obwohl die Lieferung direkt aus China kam und nicht mit Amazon Prime durchgeführt wurde war sie in zwei Wochen bereits da.

Im Lieferumfang des Sets enthalten war:

* die Alarm-Zentrale
* ein Fensterkontakte
* ein IR-Bewegungsmelder
* zwei Fernbedienungen
* ein Notruf-Tester für medizinische Notfälle
* ein Netzteile für die Zentrale
* eine englischsprachige Betriebsanleitung für das System

Man erhält also ein absolutes Basis-Set mit dem man eine Tür und einen Raum überwachen kann. Für die meisten Wohnungen wird das vermutlich reichen, für ein Haus braucht es dann doch ein größeres Set mit mehr Sensoren.

Für den Betrieb der Anlage benötigt man auch noch folgendes:

* zumindest eine freie Steckdose in der Nähe des Platzes an dem die Alarm-Zentrale montiert werden soll
* zumindest WiFi zuhause
* eine SIM-Karte (zB. eine Pre-Paid Lösung, wenn man die Status-Informationen per SMS aufs Handy gesendet haben will)

Die Montage dieser Anlage ist denkbar einfach. Zuerst klebte ich den Magnetkontakt an die Eingangstüre an dann den entsprechenden Sender den Magneten gegenüber an den Türrahmen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Magnet genau gegenüber der unteren rechten Kante des Senders angebracht wird. Man kann die korrekte Funktion testen indem man den Sender einschaltet und den Magneten am Sender entlang führt. Ist die Positionierung richtig, dann signalisiert der Sender das durch das Leuchten der LED für eine Sekunde.

Bei der Montage der IR-Bewegungsmelder kann man ähnlich vorgehen. Die Sensoren sollten so angebracht sein, dass sie einen möglichst großen Bereich überwachen können. Bei uns nimmt er den kompletten Wohnbereich ins Visier. Da die IR-Sensoren nicht allzu schwer sind kann man sie auch an glatte Oberflächen kleben statt sie gleich anzuschrauben. In unserem Fall zum Beispiel glatte Schrankwände und Türstöcke. An der Rückseite befindet sich ein Manipulationsschalter.

Schlussendlich muss man nur noch die Alarmzentrale einrichten. Dazu legte ich eine prepaid SIM-Karte in der Rückseite der Alarm-Zentrale ein und schloss das Netzteil ebenfalls an der Rückseite an. Sobald das Netzteil mit dem Stromnetz verbunden war erwachte die Anlage zum Leben. Für den Betrieb musste ich sie mit dem WiFi verbinden und dann in der App aktivieren. Die Sensoren müssen ebenso registriert werden. Ohne die App ist es unmöglich die Anlage zu verwenden. Durch die mitgelieferten Fernbedienungen konnte ich die Anlage scharf und unscharf stellen. Als sie scharf war erkannte die Alarm-Zentrale jede Bewegung im Bereich der Bewegungsmelder ebenso wie die Kontaktschalter an den Fenstern. Sobald einer der Sensoren etwas erkannte meldete die Zentrale Alarm und gab ein entsprechendes Geräusch zur Bestätigung von sich. In der Zentrale ist eine Sirene eingebaut. Das ist vermutlich auch der größte Mangel an der Anlage, weil man die Zentrale durch das Alarmgeräusch schnell finden kann und dann ebenso schnell zum Verstummen bringt, wenn man das will.

Zusätzlich kann man bei der Alarmanlage eine Telefonnummer eingeben an die ein SMS abgesetzt wird, wenn ein Alarm ausgelöst wird und keine Geräte im WiFi gefunden werden die mit der Anlage verbunden sind. Dabei kann man verschiedene Modi scharf stellen. Entweder eine Außenhautüberwachung, also nur die Fensterkontakte als Alarmgeber oder eine komplette Überwachung durch Fensterkontakte und Bewegungsmelder. Es gäbe auch Gasmelder, Wasserwarner sowie die Rauchmelder die unabhängig von den restlichen Alarmsensoren immer scharf sind.

Die Bedienung der Anlage ist ebenso einfach wie die Installation. Man kann dazu die Fernbedienungen nützen mit denen man die verschiedenen Betriebsmodi anwählen kann. Eine Anzeige gibt es ebenso wenig wie ein Eingabefeld für einen PIN Code

Man kann bis zu 99 Sensoren in verschiedenen Zonen anlernen und damit festlegen, welchen Bereich man zu welchem Zeitpunkt abgesichert haben möchte.

Das ist sehr praktisch, weil man damit perfekt einstellen kann welche Bereiche Alarm auslösen sollen, und damit auch unterschiedliche Sicherheitsbereiche definieren kann.

Die Anlage kann auch über SMS-Befehle oder durch einen Anruf bei der Zentrale gesteuert werden. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Einsatz der App die im Prinzip nichts Anderes macht als die Steuerbefehle an die Zentrale per SMS zu senden.

Alles in Allem kann man sagen, dass die Anlage sehr einfach zu installieren und ebenso einfach zu konfigurieren ist. Die Verwendung ist einfach und intuitiv. Leider gibt es keine externe Sirene in diesem Set. Somit könnte ein Einbrecher die Zentrale schnell finden, wenn die Sirene signalisiert. Das System funktioniert nur, wenn es WiFi gibt und wenn man die App zur Konfiguration am Smartphone oder am Tablet hat.

5 von 5 Sternen

Mittwoch, 15. Juni 2016

CooCheer 5" PKW-Navi Nagigationsgerät

Es war nur eine Frage der Zeit bis jemand auf die Idee kommt aus einem Tablet ein Navigationsgerät zu machen. Vermutlich ist vor allem die kostenlos zur Verfügung stehende Navi-Software mit ebenfalls kostenlosem Kartenmaterial dafür verantwortlich. Das Tolle daran ist, dass die Software und die Technik bereits aus Tablets erprobt ist und ziemlich stabil läuft.

Geliefert wurde das Navi schnell und in einer unscheinbaren Schachtel aus Karton. Im Lieferumfang enthalten waren:

* Das Navigationsgerät
* eine Windschutzscheibenhalterung
* ein USB 2 Mini-USB Ladekabel
* ein Netzadapter
* ein 12 V-Ladekabel fürs Auto
* eine Betriebsanleitung

Die Inbetriebnahme ist einfach, wenn das Teil aufgeladen ist. Das
sollte man zuvor nochmal komplett laden, weil der Akku gerade für ca. 10 Minuten Betrieb gereicht hat. Wenn es dann angeht, dann macht es das mit, für Chinaware üblichen, Getöse. Warum lässt man diese aufdringlichen nicht einfach weg?

Der erste Blick offenbart eine vereinfachte Tablet-Oberfläche mit einem Haufen mehr oder weniger notwendigen Apps. Ein paar rudimentäre Einstellungen lasse sich vornehmen, und die Oberfläche unterhält sich sogar auf Deutsch mit einem. Bis jetzt eigentlich alles soweit sehr gut.

Leider gibt es auch so manches was nicht ganz rund läuft, denn das Finden eines GPS-Signals bereitete dem Gerät zumindest bei mir im ländlichen, also nicht wirklich verbauten Raum Schwierigkeiten. Es dauerte bis zu drei Minuten bis ein Signal gefunden werden konnte. Und zwar jedes Mal wenn man das Navi aus dem Ruhemodus holt.

Die Eingabe der Adresse wiederum ist perfekt. Vorausgewählte Zeichen machen die Suche leicht. Adressen werden schnell gefunden und die Routenberechnung dauert auch nicht sonderlich lange. Auch wenn man die Route mal verlässt wird innerhalb von 3-7 Sekunden umberechnet. Kann in der Stadt knapp werden, ist aber absolut ok.

Was etwas verwunderlich war, war die Routenführung an manchen Stellen. Denn immer wieder besteht das Navi beharrlich darauf, dass man umdreht, auch wenn man sich auf der schnellsten und kürzesten Route befindet. Das macht es dann so lange bis man nur noch 250 Meter vor dem Ziel ist. Dann akzeptiert es den User-Willen und führt richtig.

Das konnte ich aber auch schon bei vielen anderen Navis feststellen. Wer also auf der Suche nach einem gesonderten Gerät zum Navigieren ist das weder Internetverbindung braucht noch vom Smartphone abhängig ist, wird mit diesem Gerät sicher zufrieden sein. Die etwas längere Vorbereitungszeit durch die Signalsuche sollte man dann aber in kauf nehmen können.

4 von 5 Sternen

Syllable D900S kabelloses Stereo Headset

Ich hatte ja bereits das Vergnügen mit unzähligen mehr oder weniger unterschiedlichen Headsets. Dieses Headset, wollen wir es mal so nennen, stellt hier aber echtes Novum dar. Es handelt sich nämlich um zwei unabhängige Earplugs, die sowohl einzeln als auch gemeinsam (dann Stereo) zu verwenden sind.

Mein größtes Problem hatte ich.....nein nicht mit dem Pairing...mit dem Öffnen der kleinen Plexi-Box in der die Plugs liegen. Diese Box sollte man tunlichst nicht beschädigen, da sie auch gleich die Ladeschale für die Plugs ist. Aber nach ein bisschen Spielerei hatte ich sie dann offen.

Im Lieferumfang enthalten waren:

* 2 Earplugs die in einer Ladeschale aus Kunststoff und Plexiglas liegen.
* ein Paar zusätzlicher Silikonaufsätze
* ein Ladekabel
* eine mehrsprachige Betriebsanleitung mit guter deutscher Übersetzung.
* ein Beutel zur Aufbewahrung

Die erste Besonderheit ist, dass man das Headset auch unterwegs in der Ladeschale aufladen kann, da diese über einen eigenen Akku verfügt und somit die Funktion einer Powerbank erfüllt. Somit laden die Plugs immer, wenn sie nicht benötigt werden und in ihrer Box liegen. Dazu muss man allerdings darauf achten, dass sie richtig in der Schale liegen.

Die zweite Besonderheit ist, dass man sich dieses Headset mit
einem Partner teilen kann (so wie früher nur ohne Kabel dazwischen) was etwas mehr Komfort bedeutet.

Die dritte Besonderheit ist, dass man die Plugs unabhängig von einander mit verschiedenen Devices paaren kann und somit zwei Mono-Sets zur Verfügung hat.

Leider hat der Spaß nicht  nur Vorteile, weil meiner Meinung nach das Klangspektrum etwas eingeschränkt ist. Tiefe Frequenzen
werden erst ab 46 Hz merkbar und der Range geht dann auch nur bis 14,67 kHz. Für Durchschnittlich audiophile Menschen reicht das. Allerdings gibt es kein wirkliches Bassempfinden und auch die maximale Lautstärke ist eher gering.

Auch die Bedienung leidet unter dem Konzept, da es nur eine PLAY/PAUSE/CALL Taste je Ear-Plug gibt und es somit keine Möglichkeit gibt Lautstärke oder Titel zu verändern ohne das Smartphone oder den Player in die Hand zu nehmen.

+ innovatives Ladekonzept
+ Powerbank immer dabei; mit ihr kann man die Plugs bis zu 6 Mal aufladen
+ einfaches Pairing auch im Stereo-Modus
+ ziemlich lange Standby-Zeit über einige Tage und auch die Playtime lag mit knapp 6 Stunden recht vernünftig
+ keine Geräusche im Idle-Mode
+ starke Mitten und Höhen
+ klare Verständigung beim Telefonieren

+/- etwas mäßiger Halt weshalb ich sie zum Laufen nicht verwenden kann.
+/- schwach ausgeprägter Bass

Syllable D900S Stereo Headset auf Amazon.

4 von 5 Sternen

Donnerstag, 9. Juni 2016

Plasti Dip von Performix - das Original von Pro Dip

Wir wollten schon länger für frischen Wind bei unserem Auto sorgen, und planten daher es komplett Folieren zu lassen. Nachdem uns nun mehrere Angebote für eine komplette Folierung unseres Seat Leon ST vorliegen, kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass diese Art der Veränderung einfach zu teuer wäre. Die Angebote reichen von 1.850,- Euro bis hin zu unglaublichen 3.100,- Euro. Dabei sind die Unterschiede nicht nur in der Qualität der Folie zu finden. Auch die anberaumte Arbeitszeit variiert stark.

Nach gründlicher Analyse und dem vergleichen der Angebote stellte sich heraus, dass es kaum möglich ist ordentliche Vergleiche anzustellen. Einige Anbieter setzen auf stärkere Folien und haben somit höhere Materialkosten sowie einen höheren Arbeitsaufwand für die Anbringung der Folie. Andere Anbieter schwören auf dünnere Folien die sich einfach an die Konturen des Fahrzeugs anlegen lassen. Wie auch immer, kommt eine Folierung wegen der Kosten nicht in Frage.

Als wir dieses Vorhaben schon aufgeben wollten, kam ein Freund und erzählte davon, dass er bei einer Tuning-Messe einen Aussteller sah, der eine Art Folie direkt auf den Wagen aufsprühte. Diese Anwendung wäre erheblich günstiger und vergleichbar mit Folien. Was mich natürlich sehr interessierte.

Somit begann ich mit einer Online-Recherche um etwas mehr über das Dipping heraus zu finden. Dabei stieß ich auf unzählige Youtube-Clips und eine große Zahl an Foren und dementsprechend noch mehr Infos in den Posts. Allerdings gab es eigentlich kaum Hinweise über die Qualität und die Haltbarkeit. Sehr brauchbar waren die Clips die direkt vom Hersteller des Originals Performix eingestellt wurden. Diese findet man übrigens auch auf der Seite des autorisierten Importeurs ProDip unter www.prodip.eu . Dort wird gezeigt wie die Teile vorzubereiten sind, wie man Plasti Dip verarbeitet und wie man Oberflächen lange erhalten kann.

Worum es beim Dippen geht

Das Dippen ist eine Mischung aus lackieren und Folie aufbringen. Es werden dabei gelöste
Kunststoffpartikel fein auf eine Oberfläche aufgesprüht. Während des Trocknungsvorganges, der Schicht für Schicht recht schnell geht, verbinden sich die Partikel zu einer homogenen Oberfläche. Diese ist ähnlich einer Folie und fühlt sich letztendlich auch so an. 

Hat man eine matte Farbe gewählt, dann ist die Oberfläche leicht rau. Durch die Glanzversiegelung, mit der man eine glänzende Oberfläche bis hin zum Metallic-Finish erreicht, fühlt sich die Oberfläche dann auch viel glatter an.

Die Verarbeitung

Verarbeitet wird Plasti Dip genau so wie herkömmlicher Autolack. So gibt es zwei Alternativen. Entweder kauft man sich für kleine Flächen das Plasti Dip Aerosol oder für große Projekte Plasti Dip Galons das sich für die Verarbeitung mit Sprühpistolen eignet.

Werden Sprühdosen verwendet, dann kann man damit schnell und einfach kleine Flächen dippen. Alufelgen und Außenspiegel zählen ebenfalls dazu wie zum Beispiel Rennstreifen oder andere Verzierungen. Bei der Dose muss man naturgemäß darauf achten, dass man die Dosen immer aufrecht oder nur leicht geneigt verwendet, da sonst der Anteil an Treibgas im Verhältnis zum  Plasti Dip zu hoch ist und es sich Tropfen bilden. Außerdem sollte man die Dosen auf einmal aufbrauchen, da sich am Sprühkopf Rückstände bilden die bei einer späteren Verwendung zu einem ungleichmäßigen Sprühbild führen.

Professionelle Lackierer werden mit den Gallonen ihre Freude haben, denn diese kommen bereits vorgemischt und müssen nur noch in den Behälter der Lackierpistole eingefüllt werden. Die Verarbeitung ist dann gänzlich mit einer Lackierung des Autos vergleichbar.

Wie es weiter ging

Nach all den Videos war ich fast überzeugt, dass es die passende Option für unser Auto sein könnte. Allerdings ist es trotzdem ein recht großer Aufwand, wenn man es selbst an seinem Auto anwenden möchte. Und falls man es machen lässt, dann kommt man nicht um hin ein wenig in die Tasche zu greifen, denn auch das Dippen des Autos ist nicht kostenlos. Für einen Kombi in der Größe des Leon ST muss man mit rund 800,- Euro rechnen, wenn man die Arbeit von einem Profi machen lässt. Das ist weitaus günstiger als mit Folie, aber noch immer ein Batzen Geld. Um mir also sicher sein zu können, ob das Dippen wirklich die gesuchte Alternative ist, musste ich es im Kleinen ausprobieren.

Dabei bot es sich an, dass Plasti Dip auch auf Alu-Felgen eingesetzt werden kann. So kann ich mir mal die Anwendung, die Qualität des Ergebnisses und die Haltbarkeit ansehen. Über Verarbeitung und Ergebnis werde ich in diesem Beitrag berichten. Die Haltbarkeit wird sich erst im Laufe der Zeit herausstellen, da ich für meine ersten Versuche die Winterräder unseres Seat Leon ST auswählte. Diese sind meiner Ansicht nach perfekt als Versuchsobjekt geeignet, da sie über einen Zeitraum von etwa fünf Monaten widrigsten Bedingungen ausgesetzt werden. Je nach Witterung sind sie dem Sonnenlicht, Regen, Schnee, Eis und Kälte ausgesetzt. Außerdem wirken neben Streusalz als chemische auch eisiger Schnee in Parklücken als mechanische Einflüsse auf die gedippte Oberfläche ein. Am Ende des Winters wird also klar sein, ob diese Oberflächenbehandlung für die Ansprüche der zentral-europäischen Witterung geeignet ist.

Nachdem klar war was ich machen wollte, bestellte ich mir bei ProDip das benötigte Material um vier Stück Alufelgen mit einem Durchmesser von 16 Zoll zu behandeln. In diesem Fall wird empfohlen eine Dose Plasti Dip Aerosol je Felge zu verwenden, um ein sehr gutes Ergebnis zu bekommen. Dabei handelt es sich um Plasti Dip in Sprühdosen, die vergleichbar mit Spraylack anzuwenden sind. Außerdem orderte ich mir auch noch eine Reinigungsflüssigkeit und ein Mittel mit dem man Bereiche die nicht überzogen werden sollen vorbehandelt.

Die Einkaufsliste war in meinem Fall wie folgt:
In Summe kam alles auf 136,60 Euro inklusive Steuer und Versandkosten. Wobei die Maske mit rund 50,- Euro etwas ist worauf man getrost verzichten könnte. Dann lägen die Gesamtkosten auf knapp 90,- Euro für alle vier Felgen. Nun bin ich allerdings ein Sicherheitsfanatiker und gehe absolut kein Risiko ein, wenn es um Farben und Lacke und die entsprechenden Dämpfe geht. Also liegt mein Preis pro Felge etwas höher, nämlich bei etwa 34,- Euro. Noch immer echt günstig.

Leider habe ich keinen geeigneten Raum in dem ich meine Felgen besprühen kann, daher muss ich das im Freien erledigen. Also musste ich fürs erste mal auf geeignetes Wetter warten. Meistens regnete es oder es gab zumindest einen dauerhaft starken Wind. Beides nicht besonders gut geeignet für mein Vorhaben. Am vergangenen Wochenende war es dann endlich so weit und die Sonne kam raus. Also begann ich mit meinem Projekt.

Die Vorbereitung

Damit Plasti Dip ordentlich auf der auf der Oberfläche der Alufelgen haftet, muss diese gründlich gereinigt und vor allem fettfrei sein. Da die Felgen nun bereits drei Winter lang verwendet wurden und ich in dieser Zeit nie die nötige Leidenschaft aufbringen konnte die Alufelgen zu reinigen, hat sich der Schmutz von rund 25.000 Kilometern Laufleistung auf den Oberflächen niedergeschlagen. Mit einfachen Mitteln konnte ich diesem Schmutz nicht mehr Herr werden.

Somit begann ich damit, die Felgen ordentlich mit einem speziellen Felgenreiniger einzusprühen.
Dieser hat die Eigenschaft Bremsrückstände zu lösen und auch öligen Rückständen auf den Pelz zu rücken. Durch diese Vorbehandlung konnte ich mit dem Hochdruckreiniger bereits einen großen Teil der Verunreinigung entfernen. Es brauchte allerdings einige Durchgänge bis der gröbste Schmutz entfernt war. Im letzten Waschdurchgang reinigte ich die Felgen nochmal mit Felgenreiniger und einem in vier Teile geschnittenen Mikrofasertuch. So konnte ich auch die Zwischenräume sehr gut vom Schmutz befreien.

Nachdem die Räder getrocknet waren ging ich zur eigentlichen Vorbehandlung über. Wieder kamen kleine Mikrofasertücher zum Einsatz auf die ich PreDip sprühte. So konnte ich sicher gehen, dass nicht zu viel des Mittels an die Felgen und Reifen kommt und dann womöglich an diesen Stellen das Ergebnis schlechter würde. 

PreDip kann man recht sparsam einsetzt. Die Flasche die ich hier in der Hand halte reicht locker für ein komplettes Auto aus. Viel wichtiger ist, dass man die Mikrofasertücher regelmäßig wechselt, weil sich dort die fettigen und öligen Rückstände sammeln und man nach kurzer Zeit nicht mehr die gewünschten Ergebnisse erhalten würde.

Nach dieser Behandlung sollte man die Oberflächen ordentlich trocknen lassen. Das wird bei sparsamer Anwendung von PreDip vermutlich nicht besonders lange dauern.

Als die kompletten Felgen mit PreDip behandelt waren, trug ich noch eine dünne Schicht DipRelease auf die Seitenwände der Reifen auf. Das muss natürlich sehr vorsichtig gemacht werden, da sonst unter Umständen an Stellen DipRelease aufgetragen wird an denen eigentlich das Plasti Dip haften soll. Passiert das, dann muss man die Stelle mit PreDip nochmals reinigen, da Plasti Dip dort nicht ordentlich haftet und sich früher oder später unschön ablösen wird.

Die Verarbeitung am 'lebenden Objekt'

Plasti Dip wird im einfachsten Fall mit einer Spraydose aufgetragen. Das funktioniert nicht anders als mit Spray-Lack. So bringt man Schicht für Schicht auf und wartet bis der letzte Auftrag leicht angetrocknet ist. Im Prinzip kann man auch gleich eine deckende Schicht sprühen, muss aber dann eventuell in Kauf nehmen, dass Plast Dip verläuft und Nasen bildet. Das kann beim Auftragen in dünnen Schichten nicht passieren.

Wie bei allen Spray-Dosen ist die Lage der Dose wichtig. Hält man Sie aufrecht oder in einem Winkel ab mindestens 90° zum 'Werkstück', dann kann eigentlich nichts schief gehen. Nur wenn der Winkel zwischen Dose und zu besprühender Oberfläche zu flach wird, dann ist der Anteil an Treibmittel zu hoch und das Sprühbild wird schlechter. 

Als sehr praktisch hat sich der Griff herausgestellt, weil man damit wirklich viel komfortabler arbeiten kann als ohne. Man spart sich das teilweise mühsame Niederdrücken des Spaydosenkopfs und bekommt auch schönere Ergebnisse.

Mir ist bei der Verarbeitung aufgefallen, dass es einige Dinge zu beachten gibt, wenn man im Freien Dippen will. 
  • Die Verarbeitung sollte nicht im direkten Sonnenschein durchgeführt werden, da der feine Sprühnebel teilweise noch vor dem Auftreffen auf der Oberfläche trocknet und dann ersten nicht mehr haftet und zweitens zur Bildung von einer Art Plasti-Dip-Spinnweben führt.
  • Weiters sollte man Plasti Dip ohne zu lange Pausen verarbeiten. Bei vier Alufelgen würde ich sagen, dass man bereits bei der ersten Felge mit der nächsten Schicht beginnen kann sobald man bei der vierten Felge angelangt ist. Die Trocknungszeit sollte ausreichend sein.
  • Außerdem ist es nicht ratsam angebrauchte Dosen ohne eine ordentliche Reinigung der Düse nach einer Lagerzeit zu verwenden. Die Düsen sind dann meist verlegt und man bekommt unschöne Patzer und Tropfen in die Oberfläche. Man sollte also die Düse mit Nitro oder ähnlichem reinigen bevor man die Dose erneut verwendet.
  •  Bei der Verarbeitung spielt die Temperatur ebenfalls eine Rolle. Da ich an einem Sommertag
    arbeitete an dem es Temperaturen bis knapp unter 30° Celsius gab, konnte ich feststellen, dass sich das Oberflächenbild merklich verschlechterte, als die Temperatur über 25° C lag. Vermutlich sollte man also bei der Verarbeitung darauf achten, dass man zwischen 20° und 25° Celsius Umgebungstemperatur hat. Die Oberfläche wird bei höherer Temperatur etwas körnig und nicht ganz so homogen wie bei etwas niedrigeren Temperaturen.
  • Wenn man im Freien arbeitet, dann lässt es sich auch kaum verhindern, dass sich Pollen oder Staub an der zu dippenden Oberfläche festsetzen. Vielleicht wäre hier der Einsatz eines mobilen Partyzeltes eine Möglichkeit um äußere Einflüsse möglichst auszuschließen.
Nach dem Aufbringen von sieben Schichten Plasti Dip auf die Alufelgen unseres Autos, wobei ich mich nicht nur der Vorderseite der Felgen annahm, sondern auch das Tiefbett ordentlich einsprühte, waren die Felgen nicht mehr wieder zu erkennen. Von silber zu mattschwarz in etwas weniger als drei Stunden. Wobei alleine die Reinigung und Vorbereitung etwas mehr als eine Stunde in Anspruch nahm.

FAZIT
Jetzt müssen sich die gedippten Felgen erst mal einen Winter lang bewähren, bevor ich den nächsten Schritt wage und unser Auto dippe. Dabei ist mir klar geworden, dass es nicht ganz so trivial ist wie ich dachte. Vor allem für die Vorbereitung muss man ausreichend Zeit einplanen, und dabei habe ich nur unsere Felgen gemacht. Für ein komplettes Fahrzeug ist der Aufwand wesentlich höher, da man dann auch noch viele Bereiche ordentlich abkleben muss.

Hat man allerdings eine ordentliche Vorarbeit geleistet, dann ist das Ergebnis durchaus überzeugend. Die Oberflächenstruktur ist sauber und kleine Fehler fallen vor allem bei matten Oberflächen nur bei sehr genauer Betrachtung auf.

Kleine Fehler in der Oberfläche sollte man auf jeden Fall vor dem Dippen korrigieren, da tiefere
Kratzer auf Grund der sehr dünnen Beschichtung nahezu 1:1 wiedergegeben werden. Das dünne Material reicht einfach nicht zum Ausgleichen. Auf dem Bild sieht man, dass die Kratzer in den Felgen auch nach dem Dippen noch gut zu sehen waren. Damit habe ich natürlich gerechnet.

Wenn man diese zuvor jedoch entsprechend vorbehandelt und grob aus der Oberfläche ausschleift, dann kann man solche kleineren Schäden durch Dippen der Oberfläche sicher auch heraus bekommen.

So und nun noch zwei Bilder einer fertigen Felge. 
 
Die Oberfläche wurde sehr homogen und lässt erst bei sehr genauem Hinsehen kleinere Fehler erkennen. Die basieren dann hauptsächlich auf der Art der Anwendung. Beim nächsten Mal werde ich sicher nicht unter freiem Himmel, bei über 25° C und im direkten Sonnenlicht dippen, weil meiner Meinung nach dadurch die meisten Ungenauigkeiten verursacht wurden.

Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, vor allem, wenn man auch noch die sehr überschaubaren Kosten im Blickfeld behält. Je nachdem welche Kosten man nun dazu kalkuliert, kostete mein Plasti Dip Versuch pro Felge ab 22,50 Euro (ohne Maske). Wenn man mehrere Felgen macht, dann wird es noch günstiger, da man sowohl PreDip als auch DipRelease mehrfach verwenden kann. 

5 von 5 Sternen