Mittwoch, 28. Dezember 2016

TomTom Adventurer

Alle Jahre wieder kommt das Christkind (zumindest zu einigen von uns, wenn sie brav waren). Ich war wohl brav genug für eine TomTom Adventurer
in stylischem Orange inklusive passendem TomTom Sport Headset für die musikalische Untermalung.

Mit der Adventurer hat man ein funktional umfangreiches Stück Technik am Arm, das aber nicht mal annähernd so voluminös und wuchtig ist wie eine Suunto Ambit 3 Peak. Den Vergleich ziehe ich erst mal wegen des vergleichbaren Verkaufspreises. Natürlich lassen sich diese beiden Uhren nicht direkt vergleichen. Zum einen weil mir die Suunto-Fans vermutlich in einer dunklen Gasse auflauern würden, wenn ich behaupten würde, dass man von einem Auto-Navigationsspezialisten einen ordentlichen Sporttracker bekommen kann und zum anderen, weil sich die Funktion doch etwas unterscheiden.

Mir persönlich ist es eigentlich wurscht von welchem Hersteller der Tracker kommt, weil ich nicht zu den klassischen Fan-Boys gehöre die ihrer Marke folgen, was auch immer sich die jeweiligen Marketingstrategen einfallen lassen. Mit jeder Generation besitze ich ein Smartphone eines anderen Herstellers (mittlerweile mit dem OUKITEL U15 sogar völlig No-Name) und letztendlich ist es eine Frage von Funktionalität, Design und Preis.


Zurück zur TomTom Adventurer. Diese Uhr kam in einer netten Box in der sie gut sichtbar über einen Plastikzylinder gespannt war. Im Lieferumfang waren neben der Uhr auch noch ein spezielles USB Ladekabel ohne Netzteil und ein mehrsprachiges Benutzerhandbuch.

Funktionsumfang

Die Uhr kann einiges von dem man unter Umständen nie Gebrauch macht, aber im Grunde ist alles dabei was man benötigt, um vom Handy befreit unterwegs zu sein (außer wenn man telefonisch erreichbar sein will/muss)

  • Ortung basierend auf GPS, Kompass und Barometer 
  • eingebaute optische Herzfrequenzmessung über das Handgelenk
  • integrierter MP3-Player mit 3 GB Speicherplatz auf der Uhr und Bluetooth-Verbindung von Kopfhörern
  • Routenfunktion
  • Automatische Lifterkennung beim Tracking von Snowboard- und Skiabfahrten
  • 12 unterschiedliche Sportmodi

  • Wasserdicht bis 40 Meter
  • Akkulaufzeit bis zu 20 Tage abhängig von der Nutzung
  • beleuchtbares Monochrom-Display
  • Bluetooth-Verbindung für die Synchronisation mit dem Smartphone
  • Bedienung über Steuerwippe auch mit Skihandschuhen möglich
  • Automatische Einstellung der Uhrzeit über GPS
  • Austauschbares Silikon-Armband


Sportmodi


  • Laufen: Anzeige von Herzfrequenz, Geschwindigkeit, Tempo, Distanz, Anstieg, Neigung, Dauer, verbrannten Kalorien, grafischer Routenanzeige und vorinstallierten Routen.
  • Laufband: Anzeige von Herzfrequenz, Tempo, Distanz, verbrannten Kalorien und Dauer.
  • Trail-Running: Anzeige von Herzfrequenz, Höhe, Delta-Höhe, Anstieg, 3D-Distanz, Geschwindigkeit, durchschnittlichem und aktuellem Tempo, verbrannten Kalorien, Dauer, grafischer Routenanzeige und vorinstallierten Routen.
  • Wandern: Anzeige von Herzfrequenz, Höhe, Δ Höhe, Anstieg, 3D-Distanz, Geschwindigkeit, durchschnittlichem Tempo, verbrannten Kalorien, Dauer, grafischer Routenanzeige, vorinstallierten Routen und verlängerter Akkulaufzeit (über 20 Stunden)
  • Radfahren: Anzeige von Herzfrequenz, Geschwindigkeit, Tempo, 3D-Distanz, Neigung, Anstieg, verbrannten Kalorien, Dauer, grafischer Routenanzeige und vorinstallierten Routen (Kadenz – über einen optionalen Kadenzmesser)
  • Ergometer (Indoor-Radfahren): Anzeige von Herzfrequenz, verbrannten Kalorien und Dauer (Kadenz, Geschwindigkeit, Tempo und Distanz – über einen optionalen Kadenzsensor).
  • Schwimmen: Anzeige von Länge, Distanz, Geschwindigkeit, Dauer, verbrannten Kalorien und Schwimmzügen
  • Skifahren: Anzeige von Herzfrequenz, Abstieg, Anzahl der Abfahrten, Distanz, Dauer und Geschwindigkeit. Dank der automatischen Lifterkennung kannst du dir die maximale Geschwindigkeit, den Abstieg und die maximale Neigung deiner letzten Ski- oder Snowboardabfahrt während der Liftfahrt ansehen.
  • Snowboarden: Anzeige von Herzfrequenz, Abstieg, Anzahl der Abfahrten, Distanz, Dauer und Geschwindigkeit. Dank der automatischen Lifterkennung kannst du dir die maximale Geschwindigkeit, den Abstieg und die maximale Neigung deiner letzten Ski- oder Snowboardabfahrt während der Liftfahrt ansehen.
  • Fitnessstudio: Anzeige von Herzfrequenz, Dauer und verbrannten Kalorien.
  • Freestyle: Anzeige von Herzfrequenz, Höhe, Delta-Höhe, Neigung, Anstieg, Abstieg, Geschwindigkeit, Tempo, 3D-Distanz, verbrannten Kalorien, Dauer, grafischer Routenanzeige und vorinstallierten Routen.
  • Stoppuhr


Inbetriebnahme

Grundsätzlich war der Akku vorgeladen, aber nur auf etwa 50% der Kapazität. Also steckte ich die Uhr an einem 1A USB-Anschluss an um den Akku erst mal voll aufzuladen. Das dauerte etwa zwei Stunden bis auf dem Display das Ladesymbol nicht angezeigt wurde.

Um die Uhr benutzen zu können sollte man sie über die MySports PC App auf die aktuellste Firmware-Version bringen. Hier kann dann auch die Registrierung der Uhr durchgeführt werden. Der Vorgang ist einfach und selbsterklärend. Updates können auch nur über den PC durchgeführt werden. Über die Smartphone-App wird man lediglich informiert, dass es eine neue Version gibt.

Die App für das Smartphone gibt es sowohl im iTunes Appstore als auch im Google Playstore. Da ich ein Android Smartphone verwende konnte ich nur dort die Kompatibilität beurteilen. Sowohl auf meinem Samsung S5 als auch auf den NoName-China Smartphones lief die App problemlos.

Über den TomTom-Account wird die App mit den Anwendungen auf der MySports-Website von
TomTom synchronisiert.

Um nun die Uhr und die Website zu verknüpfen braucht man die App, denn über diese werden beispielsweise die Routen auf die Uhr hochgeladen. Zudem werden die Aktivitäten übersichtlicher auf der Website dargestellt.

Steuerung

Hier dürften die Meinungen am meisten auseinander gehen. Schlechte Kritiken die ich im Vorfeld über die Uhr gelesen habe bezogen sich sehr häufig auf die Steuerung über die Wippe am Uhrband der Fitness-Uhr. Offensichtlich bereitet diese Art der Steuerung vielen Leuten echte Probleme.

Das funktioniert allerdings eigentlich recht einfach und auch intuitiv, wie ich persönlich finde. Allerdings war ich diese Art der Bedienung bereits von meiner TomTom Bandit ActionCam gewohnt und fand mich dadurch sehr schnell damit zurecht.

Im Prinzip läuft es einfach. Es gibt bei der Wippe vier Richtungen (auf/ab/links/rechts). Wir nun um Hauptscreen (dort wo die Uhr angezeigt wird) die Wippe nach Oben gedrückt, dann kommt man in die Bluetooth-Suche für die Verbindung eines Headsets. Wippt man nach Unten, so öffnet sich das Menü für die Einstellung der Uhr. Dort lassen sich Informationen über den Zustand des Akkus und der GPS-Verbindung ebenso abrufen, wie die Profileinstellungen (Größe, Gewicht, Geschlecht, etc.), die Uhrzeit sowie Tracker-Ziele festlegen. Außerdem findet man dort die Sensor-Konfiguration für eine Verbindung mit Radsensoren und die Verbindungsmöglichkeit für ein Smartphone sowie noch einige andere Optionen vor.

Mit der Auf- und Abwippe wählt man die gewünschte Option und durch einen Klick nach Rechts bestätigt man die Auswahl. Klickt man nach Links, so geht man zurück ohne die Auswahl zu bestätigen.

Klickt man im Hauptscreen nach Links, so kann man sich die tägliche/wöchentliche Schrittzahl, verbrauchte Kilokalorien, Ruhezeit, zurückgelegte Strecke und Zeit in Bewegung anzeigen lassen. Mit der rechten Wippe kommt man in die Auswahl der Sport-Modi und entsprechend in den Start des jeweilig gewählten Modus.

Es ist also eigentlich ganz logisch aufgebaut und nach kurzer Eingewöhnung auch recht intuitiv zu bedienen. Ich finde ohne nachzudenken sofort die gewünschte Funktion und komme mit der Navigation sehr gut zurecht.

Tracking

Die eigentliche Funktionalität dieser Uhr ist ja das Tracking von sportlichen Betätigungen. Die ersten Versuche machte ich wetterbedingt zuhause mit Fitness-Einheiten. Hier erkannte die Uhr meine Herzfrequenz zuverlässig mit nur sehr geringen Abweichungen im Vergleich zu einem geeichten Messgerät. Allerdings muss das Armband der Uhr dafür wirklich straff sitzen, da sonst die optische Erkennung ungenau wird.

Bei meinem Versuch die Uhr für eine Laufstrecke zu verwenden fiel mir eine etwas langsame Positionierung des GPS auf. Das mag vermutlich regional unterschiedlich sein, aber in meinem Fall brauchte die Uhr etwa eine Minute bis ich die Aktivität starten konnte, da bis dahin das Signal zu gering war um eine genaue Positionierung zu gewährleisten. Wenn die Uhr dann ausreichend GPS-Signale zum Triangulieren hat, ist die Erkennung der Position dafür sehr genau und akkurat.

Während der Aktivität kann man zwischen den unterschiedlichen Messwerten switchen und bekommt die wichtigsten Informationen gut leserlich dargestellt. Bei Überschreitung der einstellbaren Warngrenze für die Herzfrequenz alarmiert die Uhr und erinnert daran, sich innerhalb der Grenzen zu bewegen.

Nachdem man die Aktivitäten aufgezeichnet hat, kann man diese mit dem Smartphone synchronisieren und dort in der App oder noch besser auf der Website sehr übersichtlich und in Farbe darstellen. Natürlich bekommt man die Infos auch über das Display der Uhr. Aber zugegebener Maßen ist dieses nicht wirklich für eine statistische Auswertung konzipiert.

Musicplayer

Was darf man sich erwarten von einem derartigen Musicplayer. In diesem Fall leider nicht besonder viel. Es gibt zwar Platz für über 700 songs auf dem 3 GB großen Speicher, die aber nur Sinn machen, wenn man die Musik zuvor in Playlisten organisiert hat. Nur die Playlisten kann man auswählen. Ordner oder Ähnliches lassen sich nicht anwählen. Wenn man keine Playlist erstellt hat, dann werden die Songs in einer zufälligen Reihenfolge abgespielt. Soweit ist alles eigentlich OK.

Ein negativer Punkt ist für mich die Tonqualität, da die Musik unabhängig vom verwendeten Kopfhörer sehr höhenlastig ist und damit ziemlich unangenehm klingt. Dieser Effekt wird noch verstärkt durch die übersteuerte Lautstärke mit der das Signal an den Kopfhörer gesendet wird. Dadurch klingt die Musik selbst bei geringer Lautstärke, die man soweit ich das erkennen konnte nur am Kopfhörer einstellen kann, blechern und kratzig, also nicht besonders harmonisch.

Grundsätzlich mag das für die Nutzung im Sportbetrieb reichen, aber wirklich überzeugen kann mich das nicht.

Routen anlegen und verwenden

Eine interessante Funktion ist die Routenführung, die gerade im unbekannten Terrain eine große Hilfestellung bieten kann. Beispielsweise beim Wandern oder bei Skitouren ist diese Funktion sehr praktisch und kann unter Umständen verhindern, dass man vom geplanten Weg abkommt. Soweit ist das ja ganz cool.

Um  Routen auf die Uhr zu bekommen genügt es auf der MySports Website einen Upload der Routen zu machen. Dort kann man die Routen auch verwalten und ansehen. Es können GPX-Dateien hochgeladen werden. Und dort liegt dann auch das größte Problem der Routen-Funktion, denn man muss erst mal entsprechende Routen finden. Bei der Suche im Internet findet man beispielsweise Routen für Skitouren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Will man aber selbst eine Route anlegen, dann wird es schon ein bisschen schwierige, da von TomTom kein entsprechendes Tool zur Verfügung gestellt wird.

Um nun eigene Routen zu erstellen un diese für die Uhr aufzubereiten muss man einen kleinen Umweg gehen und die Planung beispielsweise auf Google-Maps machen. Das geht allerdings nicht auf dem normalen Weg, sondern nur, wenn man auf Google angemeldet ist. Da ich ein Gmail-Konto habe ist das kein Problem gewesen. Also öffnete ich die Seite  Google My Maps und erstellte dort eine neue Karte. Wenn man sich ein bisschen spielt, dann hat man in wenigen Minuten eine Wunschroute erstellt und gespeichert.

Im nächsten Schritt muss man die Route exportieren und in das richtige Format bringen. Dazu muss man zuerst links unter den drei Punkten das Submenü anzeigen und dort 'In KML exportieren' auswählen. Danach wird die Routendatei auf dem PC gespeichert.

Sobald man das gemacht ha steht einem die Route lokal offline zur Verfügung. Jedoch ist sie im KML-Format gespeichert und kann daher nicht direkt auf der TomTom Adventurer verwendet werden. Damit man sie dort nutzen kann, muss das Dateiformat in GPX konvertiert. Das kann man einfach auf der GPSies Seite on the Fly machen lassen. Dazu muss man dort nur das Route-File hochladen und erhält ein entsprechend konvertiertes GPX-File. Dieses kann man nun endlich über die MySports Website auf die Uhr hochladen, wenn die Uhr über ein Smartphone verbunden ist. Das Ganze klingt etwas umständlicher als es letztendlich ist. Allerdings muss man sich ein bisschen damit beschäftigen. Es ist eben nicht Drag&Drop sondern erfordert ein paar Schritte dazwischen.

Endlich kann man die Route auf der Uhr bei den entsprechenden Sport-Modi (wie zB. Laufen, Wandern, Radfahren, Skifahren, Snowboarden, Freestyle, Traillauf ) auswählen und sich leiten lassen.

FAZIT

Obwohl ich bereits vor vielen Jahren aufhörte Uhren zu tragen, weil ich auf Grund der Allgegenwart des Smartphones eigentlich keine Uhr mehr brauchte, brachte mich die TomTom Adventurer nun doch wieder dazu regelmäßig eine Armbanduhr anzulegen. Obwohl ich mich nach wie vor nicht dazu überwinden kann die Uhr auch nachts zu tragen um eine Aufzeichnung meiner Erholungsphasen zu machen. Das geht mir dann doch zu weit.

Die Adventurer bietet einen sehr umfangreichen Funktionsumfang ausgehend vom Schrittzähler über den Fitness- und Sporttracker bis hin zum MP3-Player und Routenführung. Das Ganze gut verknüpft mit der leicht zu bedienenden Smartphone-App und dem MySports Webportal auf dem man die Einstellungen ebenso übersichtlich durchführen kann wie man Auswertungen der aufgezeichneten Aktivitäten anzeigen kann.

Für mich besticht die Uhr im mehrwöchigen Test nun durch:
+ einfache Bedienbarkeit über die seitliche Wippe
+ auch für mich noch gut lesbares Display (altersbedingt werden meine Augen auch nicht besser)
+ lange Akkulaufzeit von über zwei Wochen bei normaler Nutzung (4 x 35 Minuten Laufen mit GPS, 6 x 25 Indoor-Fitness ohne GPS) ohne Bluetooth-Einsatz
+ sehr genauer Schrittzähler mit realitätsnaher kcal- und Entfernungsberechnung
+ Pulserfassung optisch am Handgelenk sehr genau ohne nennenswerte Abweichung zum geeichten Messgerät
+ Routenführung für Skitouren oder beim Wandern sehr praktisch
+ wirklich cool ist die Skilift-Erkennung. Das funktioniert erstaunlich gut. Die Werte sind auch viel genauer als bei der Aufzeichnung über Skiline.cc

Weniger überzeugt bin ich von:
- schlechter Klang des eingebauten MP3-Players
- umständliche Routenerstellung
- das orange Uhrband war nach wenigen Tagen bereits an den Rändern dunkel verfärbt. Diese Verfärbungen gehen nicht wieder raus. Ich werde mir wohl noch ein dunkles Armband dazu nehmen und das orange austausche, obwohl mir das poppige besser gefallen würde.

Wichtigster Grund für mich diesen Sports-Tracker zu wählen war im Großen und Ganzen die Skilifterkennung, weil ich wirklich viel Ski fahre. Außerdem ist die Akku-Laufzeit wirklich gut. Was die Uhr nicht kann ist Nachrichten oder Telefonate vom Telefon am Display anzuzeigen. Zumindest hätte ich eine entsprechende Funktionalität nicht gefunden. Als Smartwatch wird sie also nicht herhalten können. Echte Sportler können auf derartige Funktionen allerdings ohnehin gut verzichten.

5 von 5 Sternen


Mittwoch, 21. Dezember 2016

OUKITEL U15 Pro Smartphone mit 5,5" Display und Alubody

Jahrelang ließen wir uns von Mobilfunkanbietern mit Verträgen knebeln um immer ein halbwegs aktuelles Smartphone zu haben. Das wird schon deshalb notwendig, weil die Smartphones mit jedem Softwareupdate langsamer werden und natürlich auch die Hardware nach gut zwei Jahren im 24/7 Betrieb irgendwann mal ans Limit kommt. Vom Akku mal ganz zu schweigen.

Die letzten Geräte die wir mit einer Vertragsbindung kauften waren zwei
Samsung S5, weil diese wasserdicht und vor zwei Jahren so ziemlich State Of The Art waren. Dafür nahmen wir eine 24-monatigen Vertragslaufzeit mit relativ hohen Gebühren in Kauf. Nachdem nun die letzten Verträge ausgelaufen waren beschlossen wir auf Verträge ohne Bindung umzusteigen. Der Vorteil ist, dass man so auf Veränderungen der Tarif-Landschaft kurzfristig reagieren kann.

Der Nachteil davon ist, dass man nun das Smartphone komplett zahlen muss, was gerade bei den überteuerten Markenprodukten ziemlich heftig werden kann. So kostet beispielsweise ein Samsung S7 in Kombination mit einem 2-Jahres-Vertrag in etwa 400,- Euro Aufpreis auf die Grundgebühr. Kauft man sich das Telefon vertragsfrei, dann kostet es derzeit sogar knapp über 500,- Euro. Also ganz schön viel Kohle für ein Telefon. Natürlich muss ich zugeben, dass das OUKITEL U15 Pro  nicht vergleichbar ist mit dem S7 von Samsung. Die Frage ist aber, was man eigentlich für Ansprüche an das Smartphone stellt, und ob nicht unter Umständen auch ein viel günstigeres Smartphone mit etwas schwächeren Specs eine Alternative sein könnte.

Daher bestellte ich mir auf Aliexpress dieses verhältnismäßig günstige Smartphone. Also galt es für mich zuerst mal die Frage nach den Anforderungen zu klären.

Wofür verwende ich das Smartphone hauptsächlich?

Diese Frage wird vermutlich höchst unterschiedlich beantwortet. Die meisten Kids und Jugendliche machen so ziemlich alles mit einem Smartphone außer zu telefonieren. Vor allem Games werden am Handy gespielt und zum Musik- oder Videostreamen muss es auch herhalten. Das betrifft natürlich auch ältere Semester, die gerne unterwegs ihren Bauernhof pflegen ;-)

Unsere Ansprüche sind auch unterschiedlich. Verwende ich das Smartphone etwa fast ausschließlich um meine Mails zu checken und zu beantworten, zum Laufen, Fotografieren sowie für gelegentliches Video-Streaming, so verwendet meine Frau ihr Smartphone auch schon mal für Spiele wofür dann die Grafik und der Prozessor geeignet sein sollten. Bislang hatten wir aber immer das gleiche Telefon-Modell und achteten daher darauf, dass dieses Modell alles erfüllt was wir benötigen.

Meine Erwartung an ein Smartphone


  • Da mein Samsung S5 mit 16GB Flash an notorischer Speicherüberlastung litt und ich schon recht früh einen externen Speicher brauchte, erwarte ich mir vom nächsten Gerät zumindest 32GB Flashspeicher. Die Möglichkeit zur Speichererweiterung sollte bei einem Gerät unter 64GB dann auch gegeben sein. Ab 64GB Flash gehe ich mal aus, dass es für eine Zeit reichen sollte.
  • Bei der Prozessorgeschwindigkeit muss für mich nur ein flüssiger Ablauf ohne Wartezeiten gewährleistet sein. Hier Spielt natürlich neben der Prozessorgeschwindigkeit auch der RAM eine entscheidende Rolle.
  • Beim Akku würde ich mir wünschen, dass dieser einen ganzen Tag bei normaler Nutzung durchhält. Dabei definiere ich normale Nutzung mit ca. 10 Minuten Telefonie, etwa 120 Minuten Online-Aktivität (Mail, Surfen), ca. 30 Minuten Sport + GPS und etwa 45 Minuten Video-Streaming. Mein aktuelles Samsung S5 schafft so keinen kompletten Tag (von 6 Uhr bis 22 Uhr) und muss oft schon am Nachmittag an die Steckdose. Aber der akku ist ja auch schon 2 Jahre alt.
  • Da wir nur noch mit der Handy-Kamera fotografieren (schließlich hat man die immer dabei) sollte die Auflösung ordentlich, die Bereitschaft der Kamera halbwegs schnell und die Bilder auch bei künstlichem Licht noch erkennbar sein. Auch die Selfie-Kamera sollte halbwegs brauchbare Bilder liefern. 
  • Natürlich muss auch die Gesprächsqualität passen, denn was hilft es mir ein top Handy zu haben mit dem man dann nicht telefonieren kann.
  • Abschließend sollte die Kompatibilität gegeben sein, was bei aktuellen Smartphones ja durchaus problemlos sein dürfte.

Der Lieferumfang

Neben dem OUKITEL U15 Pro lagen der Packung auch noch folgende Dinge bei

  • Ein Netzteil mit USB-Anschluss und einer eher schwächlichen Ausgangsleistung von nur 5 Watt.
  • Ein Micro USB Ladekabel
  • Eine englischsprachige Kurzanleitung mit deutschen Sicherheitshinweisen
  • Ein Öffner für das SIM-Fach

Akku und Ladegerät

Mit 3.000mAh ist der Akku an Betracht der Systemleistung als gerade ausreichend zu bezeichnen. Er hält bei meinem Nutzerverhalten einen Tag gerade noch so durch, wobei es sehr darauf ankommt wie gut die Netzversorgung in den Bereichen ist in denen ich mich damit aufhalte. In der Stadt nimmt die Akkuladung weit langsamer ab als im ländlichen Raum.

Leider dauert das Laden mit dem beiliegenden Ladegerät eine gefühlte Ewigkeit. So dauert eine volle Ladung von 5% Ladung ausgehend über drei Stunden. Das Interessante ist, dass es an einem Smart-Lader mit bis zu 2,4A um einiges schneller geht. Das Telefon könnte also schneller geladen werden und es ist lediglich das schwache Netzteil an der langen Ladezeit schuld. Hier dürfte gerne ein bessere Netzteil beiliegen.

Der Akku ist nicht austauschbar, was vor allem bei mehrjähriger Nutzung ein entscheidender Faktor werden könnte. Der Akku meines Samsung S5 verlor nach etwa 2 Jahren merklich an Leistung. Dort konnte ich ihn für ein paar Euro durch einen neuen ersetzen.

4 von 5 Sternen für den Akku

Gehäuse & Haptik

Hier muss ich sagen, dass mir das U15 Pro sehr gut gefällt. Die Rückseite besteht aus einem Aluminium-Unibody mit Kunststoffkappen an der Ober- und Unterseite unter denen sich vermutlich die Antennen befinden, denn unter dem Aluminiumkörper wäre der Empfang denkbar schlecht.

Die Kanten der Rückseite sind abgerundet und liegen angenehm in der Hand. Die seitlich liegenden Tasten für Power und Lautstärke dürften auch aus Aluminium gefertigt sein und lassen sich gut erfühlen. Außerdem haben sie einen guten Druckpunkt und lassen einen nicht durch mangelndes Feedback im Dunkeln.

An der Rückseite des Telefons befindet sich ein leicht vertieft angebrachter Fingerprint-Sensor der eine sehr brauchbare und zuverlässige Erkennung der Fingerabdrücke bietet. Darüber liegt die Kamera, die um ca. 1,2mm erhöht aus dem Gehäuse ragt. Dadurch ist das Glas über der Kamera etwas gefährdet, wenn man das Smartphone ohne Hülle verwendet. Gleich daneben ist ein LED Blitz mit weißem Licht angebracht.

Ein Kopfhörer-Ausgang ist an der Oberseite des Gehäuses zu finden und an der Unterseite befinden sich neben dem Mikrofon und einem Lautsprecher auch noch der zentral angebrachte Micro-USB Ladeanschluss.

Die Frontseite wird durch ein leicht bombiertes, also an den Rändern nach unten gebogenes Glas gebildet. Darin befinden sich die klassischen drei Android-Tasten, ein kleiner Schlitz für den Lautsprecher der Hörmuschel und die Frontkamera Sowie der Lichtsensor und der Näherungssensor.

Da es sich bei dem Glas nicht um Gorilla-Glas handeln dürfte, sollte man das Smartphone wirklich durch eine gute Hülle schützen, da das Risiko besteht, dass das Glas an den Kanten brechen könnte. Bei meinem Phone lag eine passende Silikonhülle bei.

Grundsätzlich greift sich das Smartphone sowohl seitens des Gehäuses als auch an der Front durch das gebogene Glas sehr angenehm an und liegt sehr gut in der Hand. Natürlich ist ein Gewicht von etwa 210 Gramm nun nicht mehr besonders leicht. Man merkt das Smartphone doch, wenn man es in der Innentasche der Jacke und auch in der Hand fühlt man das Mehrgewicht zu anderen, vielleicht etwas kleineren Modellen.
5 von 5 Sternen für das Gehäuse

Android OS

Bereits ab Werk ist das Android 6.0 an Bord. Jedoch ist es nicht völlig Stock, was man an der einen oder anderen Kleinigkeit in der Übersetzung erkennen kann. Es handelt sich dabei meist um Kleinigkeiten wie zB. 'Voll aufgeladen in 14 Munuten'. Jedoch fällt es auf, dass es ein paar Unstimmigkeiten gibt.

Das Update des Betriebssystems lässt sich online durchführen. Jedoch kann ich nicht sagen, wie es laufen wird, da es kein Update gab seit dem ich das Telefon in Verwendung habe.

Mit dem Download der Apps gab es überhaupt kein Problem. Keine der Apps weigerte sich installiert zu werden und es startete und lief auch jede so wie ich es erwartet hätte. 

4 von 5 Sternen für das OS

Front- und Rückkamera

Bild mit der Hauptkamera aufgenommen
Die beiden Kameras sind nicht schlecht, könnten aber besser sein. Bei Selfie-Aufnahmen sollte man das Smartphone wirklich ruhig halten, da die Aufnahmen leider sehr schnell verwackelt und unscharf erscheinen, wenn man die Kamera nicht ruhig hält. Mit nur 2MP ist die Auflösung nicht besonders.

Bei der Rückkamera ist die Auflösung mit 13MP recht brauchbar ist aber ebenso anfällig auf zu starke Bewegung während der Auslösung. Wenn die Kamera ruhig gehalten wird, dann sind die Bilder wirklich sehr gut. Vor allem bei Tageslicht. Bei künstlichem Licht braucht die Kamera etwas länger zum Fokussieren, macht dann aber auch in solchen Umgebungen sehr gute Aufnahmen.

Der Blitz ist hell und schnell bereit, jedoch nur kaltweiß. Manche Smartphones bieten zwei unterschiedliche LED-Farben und können dadurch eine bessere Bildqualität liefern. 

Von der Geschwindigkeit der Kameras bin ich durchaus begeistert, da diese innerhalb von knapp mehr als 2-3 Sekunde bereit sind. Vor allem bei der Kamera an der Rückseite ist das wichtig, da man in einigen Situationen schnell eine Kamera bei der Hand haben möchte. Schließlich sind manche Situationen die man festhalten möchte schnell vorbei.

4 von 5 Sternen für die Kameras

Display, Grafik & Touchscreen

Mit 5,5 Zoll Diagonale ist das LC-Display ziemlich groß, aber durch die geringe Auflösung von nur 720 x 1280 Pixel und einer Pixeldichte von 267 Pixel/Zoll nicht besonders hoch auflösend. Für normale Nutzung und für meine Augen ist diese Auflösung durchaus ausreichend. Ich persönlich finde auch, dass dieser Screen ein angenehmes Bild liefert.

Die Helligkeit des Displays ist sehr gut und die Ausleuchtung durchaus homogen. Mir sind keine besonders hellen Flecken in irgend einem Bereich des Displays aufgefallen. Sowohl beim Kontrast als auch bei schnellen Bildfolgen leistet sich dieses Display keine besonderen Schwächen. Schwarz ist ziemlich schwarz und bei Actionfilmen verursachen die schnellen Bildwechsel keine Schlieren oder Fading. 

Der Touchcontroller arbeitet präzise und ermöglicht eine genaue Erkennung der Berührungen. Es ist weder ein fester Fingerdruck noch mehrfaches Drücken notwendig. 

Bei der Prozessorgeschwindigkeit liegt dieses Smartphone nicht im Top-Segement, weshalb man sich euch keine Wunder bei der grafischen Darstellung erwarten sollte. Trotzdem laufen auch aufwendigere Spiele sauber und ruckfrei und erhitzen das Smartphone nicht übermäßig. Die Wärme wird über das Alugehäuse gut abgeleitet.

4 von 5 Sternen für das Display

Geschwindigkeit

Der Octa-Core Prozessor MediaTek MT6753 taktet mit 1.5GHz je Kern. Zudem verfügt das Telefon über einen 3GB großen RAM mit einer Taktfrequenz von 667MHz. Das alles klingt ganz gut, aber nicht ausgezeichnet. 

Mit diesen Eckdaten liegt das Smartphone im guten Mittelfeld und ist schnell genug für die Anforderungen des Alltags. Sämtliche Apps laufen schnell und starten blitzartig. Es gibt kaum Wartezeiten beim Öffnen und Ausführen. Im Vergleich mit meinem alten Samsung S5 ist das Smartphone ein echtes Rennpferd. Man merkt, dass dieses Modell bereits auf den Leistungsbedarf des aktuellen Android Betriebssystems ausgelegt ist.

Im Betrieb läuft alles flüssig ohne merkbare Verzögerungen. Auch bei etwas Speicher- und Prozessorlastigeren Anwendungen konnte ich keine Probleme feststellen. Videostreaming läuft ebenso flüssig.

5 von 5 Sternen

Verbindung

Hier bin ich auf größere Probleme gestoßen, die vermutlich mit der Sendequalität meines Providers zusammen hängt. Irgendwie schaffte ich es die erste Zeit überhaupt nicht Mobile Daten zu empfangen was in weiterer Folge dazu führte, dass die Einrichtung der Konten blockiert wurde. Dadurch war wiederum natürlich das Smartphone etwas schwierig zu konfigurieren. Das kleine Problem war schnell zu lösen, jedoch war der 'Switch' für das Aktivieren der mobilen Daten ein bisschen versteckt.

Problematischer waren dann schon die nächsten Punkte. 


  1. Schwacher Netzempfang: Ich bin mir nicht sicher ob der Alu-Unibody Schuld daran trägt oder ob die Antennen selbst zu schwach sind um einen ordentlichen Empfang zu gewährleisten. In der Stadt ist das sicher kein Problem, weil die Netzversorgung ausreichend ist, jedoch kann es in schlechter versorgten Regionen dazu führen, dass man schon mal den Empfang verliert.
  2. Schwacher WLAN-Empfang: Auch hier ist dieses Telefon kein besonderer Renner. Schaffen andere Geräte im gleichen Funknetz Verbindungsgeschwindigkeiten von 20-30Mbit, so grundelt dieses Telefon bei meist nur etwa 20% dieser Geschwindigkeit herum. Selbst direkt neben dem Sender geht die Geschwindigkeit nicht rauf.
  3. Probleme mit der USB-Verbindung. Wobei das etwas überzogen ist, aber zumindest mit den USB-Debugging gibt es Probleme
Ebenfalls weniger zufriedenstellend ist die Tonqualität bei Telefonaten. Der Klang der Stimme des Anrufers ist etwas dumpf und daher etwas schwieriger zu verstehen,

3 von 5 Sternen für den Empfang

Übertragung der Daten

Ein neues Smartphone ist immer ein enormer Aufwand, weil die Übernahme der Daten nicht ganz einfach ist. Vor allem die App-Daten zu übernehmen ist nahezu unmöglich. Eine Option dafür wäre die App 'HELIUM' mit der man die Apps auf einem Smartphone inklusive der Daten und Credentials komplett sichern und auf einem neuen Smartphone wieder einspielen kann. Dazu muss man beim beiden Geräten die Entwickler-Optionen aktivieren und USB-Debugging einschalten. Außerdem braucht man ein Programm auf einem PC um die App auf dem Smartphone zu aktivieren.

Und genau hier hatte ich ein großes Problem. Ich konnte zwar auf meinem Samsung S5 die Sicherung mit Helium durchführen und den Sicherungsordner auf den PC kopieren. Allerdings gab es ein Problem mit dem OUKITEL U15 Pro, das sich nicht mal ansatzweise mit Helium auf dem PC verbinden ließ. Das Problem war dabei das USB-Debugging, welches einfach nicht in Gang zu bringen war. So konnte ich die App-Dateien einfach nicht auf das neue Telefon übernehmen.

Um mit Helium die Daten zu übernehmen, müsste man das Telefon rooten. Allerdings ist das schon ein bisschen zu viel Nerdaction für mich. Ich habe also mühsam alles soweit aus dem App-Store geladen und die meisten Daten eben später eingespielt.

FAZIT

Dieses Smartphone bietet ordentliche Prozessortechnik und ein großes Display sowie viele Möglichkeiten wie einen rückwertigen Fingerprintsensor und recht gut auflösende Kameras. Leider ist die Displayauflösung ziemlich gering und vor allem der Empfang für das Telefonnetz und das WLAN ist wirklich nicht besonders prickelnd. Allerdings bietet dieses Smartphone sehr viel Leistung und ein hochwertiges Gehäuse sowie zwei SIM-Slots bzw. einen SIM-Slot und einen Micro-SD Slot für knapp über 100 Euro, und das ist dann wirklich ein sehr gutes Angebot. Und genau aus diesem Grund finde ich, dass dieses Telefon in der Summe aller Eigenschaften ein echt gutes Angebot ist, sich aber vielleicht nicht so sehr für Personen eignet, die ein bisschen ein Problem mit dem Hören haben. Für junge Leute ist es mit Sicherheit ein absolutes Top-Modell: günstig, zwei gute Kameras, hohe Prozessorgeschwindigkeit und eine gute Grafik die jedoch auf einem Display ohne HD-Darstellung angezeigt wird.

4 von 5 Sternen
in der Gesamtwertung



Montag, 5. Dezember 2016

NYC Städtetrip - One World Observatory Restaurant

Wenn es irgend etwas auszusetzen gibt an dem Essen im OWTC Restaurant, dann ist es vermutlich die eher laute Akustik. Daran ist die Lage des Restaurants schuld. Dieses liegt nämlich in der offenen 2. Ebene des Observatory. Da hier nun eine Raumhöhe von bis zu ca. 7 Metern auf glatte, gläserne Flächen trifft entsteht zwangsläufig ein Hall der die gesamte Lautstärke anhebt.

Wir reservierten für unseren NYC Aufenthalt den Tisch bereits einen Monat zuvor und buchten auch gleich die Tickets für den Aufzug dazu. Hier sollte man darauf achten, dass man für die Auffahrt mit dem Lift in etwa 45 Minuten benötigt, und zwar ab dem gebuchten Zeitpunkt für den Lift. Wir hatten Den Lift für 4:30 pm und den Tisch für 5:30 pm reserviert. Inklusive Sicherheitscheck, Liftfahrt und Observatory-Show dauerte das Ganze bis 5:20 pm. Wir waren also sehr knapp nur 10 Minuten
vor der Reservierung oben. Besser wäre es, wenn man sich die Aufzugfahrt mindestens 75 bis 90 Minuten vor der Tischbuchung einteilt. Dann hat man halt ein
bisschen mehr Zeit am Observation Deck und dafür keinen Stress.

Das Service im Restaurant war bei uns sehr gut. Der Kellner war sehr um uns bemüht und hat uns innerhalb weniger Minuten den bestellten Aperitif serviert. Wir verzichteten auf Starter und Dessert und aßen nur Steaks mit Side Dishes. Dazu tranken wir Bier.

Die Fleischqualität war ausgezeichnet und die Zubereitung wie gewünscht auf den Punkt. Da ich mein Steak gerne rear bis medium rear esse ist das ist dann eine besondere Leistung, dass das Steak im Kern ordentlich temperiert und nicht kühlhauskalt ist.

Wir waren vom Essen, den Getränken und dem Service absolut überzeugt. Wenn man nun auch noch die einzigartige und absolut phänomenale Aussicht in die Wertung einbezieht, dann kann man beim Restaurant im One World Trade Center Observation Deck von einem absolut stimmigen Angebot sprechen. Dass der Spaß nicht ganz billig ist liegt auf der Hand. Für zwei Steaks mit Beilagen, zwei Bier und zwei Glas Prosecco wurden inkl. Trinkgeld $200 berechnet.

5 von 5 Sternen

NYC Städtetrip - Iguana

Nachdem wir Wicked im Gershwin Theatre gesehen haben wollten wir nicht gleich wieder ins Hotel zurück. Also beschlossen wir auf einen Drink ins Iguana zugehen, da dieses Lokal direkt neben unserem Hotel (dem sehr guten Ameritania) liegt. Wir setzten uns an die Bar und bestellten ein Bier und einen Strawberry Margarita.

Beim Bier kann man nun nicht besonder viel anders machen als die Anderen, aber beim Cocktail umso mehr. Die Spezialität dieses Lokals sind die Margaritas die es in zahlreichen unterschiedlichen Varianten gibt. Besonders cool ist die Variante mit Tequila-Limonen-Softeis aus der Softeismaschine an der Bar. Hier wird Fruchtmark (Erdbeer, Himbeer, ...) im Glas verteilt und dann aus der Softeismaschine die Margarita-Mischung drauf gelassen. Sieht super aus und schmeckt toll.

Aus dem einen Drink wurden dann doch 6 für jeden von uns, weil uns der Barkeeper gar nicht mehr gehen lassen wollte. Er war als gebürtiger Rumäne scheinbar so erfreut sich mit Leuten vom 'alten Kontinent' unterhalten zu können.

Im Erdgeschoß ist neben der Bar auch noch der Restaurant-Bereich und im Obergeschoß des Lokals gibt es eine Tanzfläche und eine weitere Bar. Für Personen die mit dem Stiegensteigen Probleme haben ist diese Lokal weniger geeignet, da man zur Toilette über eine ziemlich steile Treppe rauf steigen muss.

Laut Barkeeper ist das Essen eher Durchschnitt, aber das haben wir nicht probiert. Lediglich die Tacos mit Guacamole, und die waren sehr ok.

Preislich bewegt sich die Bar auf unteren bis mittleren New Yorker Niveau. $10 für einen Cocktail und $8 für ein Bier sind durchaus faire Preise.

5 von 5 Sternen

NYC Städtetrip - Brooklyn Diner

Zum Abschluss unserer NY-Reise gingen wir noch einmal Frühstücken. Da wir bis dahin meist 'günstig' frühstückten und am Tag zuvor am Brooklyn Diner vorbeikamen beschlossen wir dort einzukehren. Mit ein Grund dafür, dass wir in dieses Lokal gingen war, dass wir weder im Internet noch draußen am Lokal Preise fanden. Glücklicher Weise muss ich sagen, denn hätten wir die Preise zuvor schon gesehen wären wir vermutlich nicht in dieses Diner frühstücken gegangen.

Das Diner ist authentisch eingerichtet, wie man es sich vorstellt, wenn man unzählige US-Amerikanische Filme gesehen hat. Kojen mit 2 bis 4 Plätze und entlang der Fensterlinie kleine Messing-Plättchen mit den Namen berühmter Gäste des Diners.

Die Karte ist umfangreich und die Preise sind durchaus exklusiv. Wir bestellten jeweils eine Portion Rührei (3 Eier) mit Bacon und gebratener Polenta sowie Tomatensugo. Eine interessante wie schmackhafte Kombination. Danach orderten wir noch Blueberry Pancakes (2 Stück). Dazu hatten wir Kaffee (free refill), Orangensaft und Clubsoda.

Die Qualität der Speisen war ausgezeichnet ebenso wie das sehr
freundliche und zuvorkommende Service. Ich kann gar nicht sagen wie oft wir an diesem Morgen gefragt wurden ob alles zu unserer Zufriedenheit wäre.

All das hat natürlich seinen Preis. Die Nähe zum Central-Park und zum Broadway wird vermutlich ebenso eine Rolle spielen wie die ausgezeichnete Qualität der Küche und das große, bemühte Serviceteam. So zahlten wi für dieses Frühstück inkl. 18% Trinkgeld $90 (ein von den Speisen vergleichbares, wenngleich nicht ganz so edles und feines Frühstück bekamen wir um die Ecke bei Applejacks für etwas mehr als die Hälfte des Preises.

5 von 5 Sternen

NYC Städtetrip - Carlo's Bakeshop

Leider ist es immer wieder so, dass Empfehlungen die auf einem Hype basieren eher nach Hinten los gehen können. So verheilt es sich bei Carlo's Bake Shop. Von einer Freundin erhielten wir den Tipp den Bake Shop zu besuchen weil die Kreationen sowohl optisch als auch geschmacklich besonders sein sollten.

Da es uns für ein Frühstück zu wenig gewesen wäre, besuchten wir die Bakery am späten Vormittag für einen kleinen süßen Snack.

Wie bei allem in New York was sich einer größeren Beliebtheit erfreut gibt es auch hier  eine Schlange in der man sich anstellen kann. Je länger die Schlange umso beliebter ist etwas. Also dürfte das Ziel sein, dass man als Lokal oder Sehenswürdigkeit immer eine möglichst lange Warteschlange hat. Als wir kamen, war allerdings gerade nicht los und nur etwa 5 Kunden in der Bakery, die aber alle bereits ihre Bestellung erhalten hatten und so konnten wir ungehindert zur Vitrine vordringen.

Fast ungehindert, denn wir wurden vom Cake-Host aufgehalten der sofort unsere Bestellung aufnahm. Sehr bemüht....leider ziemlich arrogant und unfreundlich, aber das mag ja zum Style der Bakery gehören. Als nächstes durften wir uns in der Nähe des Cashiers hinstellen um auf unsere Bestellung (2 Coffee to go, ein NY Cheesecake und einen Choclate Cake) zu warten. Dabei durften wir nicht direkt bei der Kasse stehen....warum weiß kein Mensch, war ja sonst keiner da.

Hinter der Vitrine waren vier Angestellte zu Gange von denen sich allerdings keiner um unsere Bestellung kümmerte. Es dauerte geschlagene 12 Minuten bis unsere zwei Cakes und die Kaffees fertig waren, und das obwohl wir zu dem Zeitpunkt die einzigen Kunden waren die auf ihre Bestellung warteten. In der Zwischenzeit kamen dann doch noch weitere Kunden und so baute sich auch endlich die (vermutlich ersehnte) Warteschlange auf, die man als gefragte Location braucht.

Wir durften auch erst zahlen als die Bestellung fertig war und als wir dann noch eine Gabel oder einen Löffel wollten um die Leckereien direkt zu verspeisen mussten wir auf die zuständige Person warten, denn der Host konnte uns leider das Plastikbesteck nicht aushändigen, das direkt neben ihm stand. Diese Tätigkeit war ihm scheinbar zu minder. Dafür schlichtete der Fan-Tassen und T-Shirts ins Regal dahinter ein und ich wartete eben bis der zuständige Löffelreicher vorbei kam.

Um die Leckereien direkt in der Bakery zu konsumieren bietet sich ein Stehpult an. Leider fand sich an diesem Tag scheinbar kein Mitarbeiter der mit dem Umgang eines Reinigungstuches betraut war, denn die Oberfläche des Pults klebte von verschüttetem Kaffe und Resten von Kuchen.

So und nun noch zur Qualität der Backwaren. Diese ist ok, allerdings hätte ich mir vom Cake Boss, wie die Show des Protagonisten heißt, etwas mehr erwartet. Nicht zuletzt, weil der Preis durchaus heftig war. Cheesecake für $12, Choclate Cake für $13 und dann noch ein doppelter Mocca (der in zwei Bechern serviert wurde) und ein Latte für insgesamt $34 ist weit entfernt von einem guten Preis/Leistung Verhältnis. Der Cheesecake hatte keinen Boden sondern war einfach trockene Topfenmasse in einem Papierschälchen und der Chocolate Cake war einfach eine Garnache in Tortenform gebracht und mit Glasur überzogen. Extrem fett und ziemlich süß.

Alles in allem muss ich sagen, dass sich meine Begeisterung sehr in Grenzen hielt und ich mit einem Gefühl aus der Bakery gegangen bin, so richtig über den Tisch gezogen worden zu sein.  Von uns also keine Empfehlung für diese Bakery!