Dienstag, 16. Juni 2015

Airfryer - Heißluft-Friteuse

Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich mir eine Heißluft Friteuse zulegen sollte, denn irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, dass dieses Prinzip funktioniert. Dazu muss man sagen, dass wir früher sehr (also wirklich SEHR) gerne Frittiertes aßen, bis wir auf Grund der hohen und fortlaufenden Gewichtszunahme feststellten, dass wir die fetten Lebensmittel ein bisschen reduzieren sollten.

Seither gibt es ganz selten mal Gebackenes, und das kommt aus dem Backrohr, weil wir uns seit Längerem eher bewusst ernähren. Schwimmend im Fett machen wir schon lange nichts mehr. Warum wir uns jetzt trotzdem einen Airfryer zugelegt haben ist einfach. Wir haben Kinder, und die wollen einfach nicht dauerhaft auf Pommes & Co. verzichten. Und nachdem unser Älterer sich sein Essen nun selbst macht, erschien es uns als ganz praktisch so ein Gerät zu haben.

Dieses Gerät kommt, wie die meisten Haushaltsgeräte dieser Größe, in einem Karton und wird von Styropor geschützt. Neben der Friteuse ist lediglich eine Kurzanleitung enthalten, die außer einer großen Zahl an Haftungsausschlüssen leider eher wenig Information bietet. Gerade ein paar Infos was man mit diesem Gerät zubereiten kann und vor allem wie das zu geschehen hat wäre wünschenswert gewesen.

Egal, es ist ja kein Atom-U-Boot, also bekommt man die Steuerung auch so hin. Vor allem, weil sich ohnehin nur eine Temperatur sowie eine Zeit einstellen lassen. Das Funktionsprinzip der Steuerung ist ähnlich wie bei einer günstigen Mikrowelle: Temperatur wählen und dann die Zeitschaltuhr auf die gewünschte Laufzeit einstellen. Der Wecker tickt und es klingelt kurz, wenn die Zeit abgelaufen ist und der Airfryer sich abschaltet. Vor der ersten Verwendung sollte man das Gerät einmal auf voller Hitze ordentlich durchheizen, damit die unangenehmen Produktionsgerüche verschwinden.

Das Funktionsprinzip des Heißluft-Fritters ist ebenfalls simpel. Im Kopf des Geräts ist ein Heizstab und ein Lüfter eingebaut. Sobald man einschaltet, wird die Luft im Garraum von Oben auf die Lebensmittel geblasen. Da der Korb in dem zB. die Pommes liegen etwas kleiner ist als die untere Schale, kann die heiße Luft auch von Unten an das Gargut heran. Statt Öl kommt hier eben heiße Luft zum Einsatz. Und genau das ist vermutlich auch das größte Problem beim Garen. Wird statt Öl Luft benützt, wie auch im Backrohr, dann werden die Speisen nicht ganz so knusprig. Denn beim Frittieren in Öl schließen sich die oberflächlichen Poren der Lebensmittel durch die schnelle Hitzeeinwirkung und die Feuchtigkeit wird größtenteils innen gehalten. Tritt während der Zubereitung weiterhin Feuchtigkeit aus, dann wird auch die Oberfläche nicht ganz so knusprig. Natürlich kann man durch längeres 'Backen' die Oberfläche trotzdem trocknen, aber dann ist sie eher hart als knusprig. Das kennt jeder, der bereits Backrohr-Frittes gemacht hat.

Wir machten einige Versuche und stellten fest, dass vorfrittierte Pommes besser gelingen, da die vor dem Einfrieren bereits im heißen Fett frittiert wurden und die Poren geschlossen sind. Außerdem bliebt natürlich ein bisschen Fett zurück, was dem Geschmack durchaus einträglich ist.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Zubereitung etwa um 15-20% länger dauert als im Backrohr, da die Speisen ja nicht auf einer großen Fläche verteilt sind. Wir haben beispielsweise mal Pommes und Chicken Nuggets gemeinsam in den Korb geworfen und 25 Minuten bei 200° Celsius. Nach etwa der Hälfte der Zubereitungszeit haben wir alles ordentlich durchgeschüttelt, damit sich die Pommes aus der Mitte ein bisschen verteilen und alles halbwegs gleich fertig wird.

Das Ergebnis war durchaus zufriedenstellend, da die Nuggets gut durch, innen saftig und außen ziemlich knusprig waren. Knuspriger als erwartet, aber das lag daran, dass die Panier bereits ein bisschen trocken war. Die Pommes waren mir einen Tick zu wenig knusprig. Innen zwar durch, aber außen eher ein bisschen weich. Das liegt vielleicht auch an den verwendeten Pommes. Da muss ich mich erst mal durch probieren.
Bei einem zweiten Testlauf gab ich einen Esslöffel Pflanzenöl über die Pommes im Fritterkorb. Das sorgte dafür, dass die Pommes etwas knuspriger wurden ohne dabei im Öl zu schwimmen.

Auch mit Fischstäbchen und anderen panierten Lebensmitteln erhielten wir durchwegs ordentliche Ergebnisse, die denen aus dem Backrohr um nichts nach standen. Besonders empfehlenswert erscheint mir die Anwendung mit Hühnerteilen (Schenkel, Wings), denn die werden richtig gut. Saftig und trotzdem mit knuspriger Haut.

Aber wie gesagt, der eigentliche Grund für die Anschaffung war, dass unsere Kinder sich halbwegs einfach und ohne großes Verletzungsrisiko mal eben was aus dem Tiefkühler zubereiten können. Hier sind die Anwendungsmöglichkeiten unbegrenzt, denn alles was im Backrohr zubereitet werden kann und in den relativ kleinen Korb des Airfryers passt, ist perfekt für die Zubereitung damit geeignet. Dabei hält sich der Stromverbrauch im Vergleich zum Backrohr in Grenze, da ja ein viel kleinerer Raum aufgeheizt werden muss.

Meiner Meinung nach kann ein Airfryer kein Ersatz für eine Friteuse sein. Die Speisen werden einfach nicht so knusprig und saftig. Aber auch nicht so fett und kalorienreich. Außerdem ist der Garraum relativ klein. Für zwei Personen reicht es, aber für mehr dann schon nicht mehr. Pommes für einen Kindergeburtstag bringt man so nicht gebacken.

+ super einfache Bedienung, schaffen auch unsere Kids, die noch nicht das Teenager-Alter erreicht haben
+ extrem schnelle Aufheizung daher schnell betriebsbereit
+ Speisen schmecken wie aus dem Backrohr, also eine echte Alternative zum Energiefressenden Heißluftrohr

+/- relativ kleiner Korb zum Garen
+/- keine Anwendungsbeispiele in der Betriebsanleitung

Alles in Allem ist es eine gute Ergänzung in unserer Küche, und vor allem wegen des verhältnismäßig niedrigen Preises (solche Geräte habe ich schon weitaus teurer gesehen) eine echte Empfehlung.

Heißluft Fritteuse mit 1.500 Watt.

5 von 5 Sternen