Dienstag, 5. Mai 2015

Netflix

Der Netflix-Streaming Dienst ist mittlerweile fast jedem ein Begriff, da es das Angebot seit Herbst 2014 nun auch im deutschsprachigen Raum gibt.

Es handelt sich dabei um eine Art Online-Videothek bei der die Inhalte weder dauerhaft noch vorübergehend beim Kunden gespeichert sind, sondern direkt über das Internet gestreamt werden. Als Streaming bezeichnet man das gleichzeitige Downloaden und Abspielen von medialen Inhalten, wie Musik oder Filme. Dabei wird immer ein kleiner Puffer gefüllt, um etwaige Schwankungen der Downloadgeschwindigkeit auszugleichen.

+ Der klare Vorteil von Media-Streaming ist, dass man keine großen Speichermedien braucht um sich Filme und Serien zu speichern, da sie ja direkt aus dem Internet gestreamt werden.

- Der klare Nachteil ist, dass man die Inhalte eben nicht lokal auf einem Speichermedium hat, sondern eine permanente Online-Verbindung benötigt um Inhalte zu sehen. Außerdem sollte die Internetverbindung halbwegs schnell sein, damit man HD-Inhalte ohne Ladeunterbrechungen sehen kann. Reicht die Verbindungsqualität nicht aus, dann kann es passieren, dass der Film immer wieder unterbrochen wird um den Zwischenspeicher wieder mit Daten zu füllen.

Seit es das Netflix-Angebot in Österreich gibt (ich glaube es war Anfang Oktober 2014) haben wir unseren Account und nützen das Angebot ausgiebig. Grundsätzlich kann man vor der kostenpflichtigen Bestellung einen Monat lang kostenlos Filme und Serien ansehen was das Zeug hält. Danach gibt es unterschiedliche Tarifmodelle.

  • 7,99 Euro kostet der Netflix-Dienst pro Monat, wenn man auf einem Gerät in Standardauflösung unbegrenzt streamen möchte.
  • Für 8,99 Euro kann man sich dann schon auf zwei Geräten gleichzeitig Filme und Serien in HD-Qualität ansehen.
  • Wir entschieden uns allerdings für die Variante um 11,99 Euro pro Monat, da wir hier die Möglichkeit haben auf vier Geräten gleichzeitig zu streamen. Die Inhalte können, wenn die entsprechenden Auflösung für diese Inhalte überhaupt so hoch angeboten wird, in UHD gestreamt werden.
Unser Beweggrund war nicht die Auflösung, da wir kein Gerät haben das UHD unterstützt, sondern die Tatsache, dass jedes Familienmitglied etwas anderes sehen kann. Und das gleichzeitig.

Bei der erstmaligen Einrichtung des Dienstes legte ich gleich vier Konten an, die neben entsprechenden Einschränkungen für die Kinder - schließlich dürfen sie nur Inhalte sehen die mit einer offenen FSK oder bis maximal 12 Jahren freigegeben sind - auch die Streaming-History beinhalten. Durch die History wird ein Seherprofil erstellt, das Netflix zum einen erlaubt zukünftige Inhalte besser an den Kundenwünschen zu orientieren und zum anderen Empfehlungen auf die Startseite bringt von Inhalten die unter Umständen interessant sein könnten.

Ich klickte mich auch gleich ein bisschen durch die Bewertungsseiten durch, wo man angeben kann welchen Film man wie bewerten würde. Dadurch erhält das System ein Bild von meinem Seherverhalten und passt die vorgeschlagenen Inhalte an.

Ist die Einrichtung mal erledigt, findet man sich sehr schnell zurecht in der App. Dazu ist zu sagen, dass wir die Netflix App auf folgender Hardware laufen haben:
  • Samsung Smart-TV der 6000er Serie
  • Google Nexus 7 Tablet
  • Samsung Galaxy S5
  • Amazon Kindle Fire HD7
  • Amazon Kindle Fire TV Stick
  • Google Chromecast
Mit der Netflix-App auf dem Smart-TV von Samsung ist die Benützung nicht viel anders als die Auswahl eines Senders aus der Senderliste. Man stöbert ein bisschen in den Listen, wählt sich einen Titel aus und startet die Wiedergabe. Fertig.

Noch komfortabler wird es, wenn man sich die Inhalte zuvor über den PC auf der Netflix-Website checkt und dort in die eigene Watchlist einträgt, dann braucht man sie auf dem TV nur noch auszuwählen und es kann schon losgehen.

Ein kleiner Nachteil der App am TV ist die etwas mühsame Suche, da wir kein Keyboard am TV angeschlossen haben. Außerdem empfinde ich es manchmal das Stöbern in Inhalten als etwas unpraktisch. Da kann man schon viel Zeit verschwenden bis man etwas gefunden hat was einem gefällt. Das war aber damals ind er Videothek auch nicht anders :-)

Die Netflix App am Smartphone und Tablet ist dafür sehr praktisch, leicht zu bedienen und relativ übersichtlich. Naturgemäß ist die Suche nach Inhalten hier etwas leichter, da man über ein Keyboard verfügt und Suchbegriffe einfacher eingeben kann als mit der Fernseherfernbedienung.

Hat man dann einen Film oder eine Serie gefunden, die man sich ansehen möchte, dann erhält man noch sehr detaillierte Informationen darüber,bevor man den Stream starten kann.

Bei Serien ist die komplette Staffel-Abfolge aufgelistet, wobei bereits angesehen Inhalte dementsprechend markiert sind. Sieht man sich eine Folge einer Serie an, dann zählt am Ende der Folge ein Counter herunter, bevor die nächste Folge automatisch startet. Will man die nächste Folge nicht sehen, dann kann man das ganz einfach abbrechen.

Verwendet man den Google Chromcast für die Darstellung am TV, dann ergibt sich eine tolle Kombination mit einem Tablet oder Smartphone mit Android-OS, denn der Chromecast hat eine eigene abgespeckte Netflix-App, die nur die Befehle eines verbundenen Android-Gerätes umsetzt. So hat man also am Handy oder Tablet eine komfortable, grafisch perfekt aufbereitete Fernbedienung in der man die Inhalte wählt und an den Chromecast Stick weiter gibt.

Ebenfalls sehr praktisch ist, dass der Punkt an dem man eine Wiedergabe unterbricht gespeichert wird. Man ist zum Beispiel im Zug unterwegs und sieht sich auf dem Handy ein Folge von Marvel's Daredevil an. Wenn der Zug im Bahnhof einfährt stoppt man einfach die Wiedergabe. Zuhause angekommen dreht man seinen Smart-TV auf und wählt bei den zuletzt gesehenen Inhalten die noch nicht beendete Folge, die dann sofort an der Stelle fortgesetzt wird an der man am Handy gestoppt hat.

Zu den Inhalten an sich muss man sagen, dass natürlich nicht die neuesten filme und Serien zur Verfügung stehen. Allerdings war das zu Beginn des Netflix-Streamings in den USA auch nicht der Fall. Mittlerweile hat sich der Service dort ordentlich verbessert. Das liegt vermutlich auch daran, dass die User-Zahl dort dementsprechend hoch ist, dass sich die hohen Lizenzgebühren für aktuellere Inhalte rechnen.

Für uns als Normal-Verbraucher sind die angebotenen Inhalte jedoch vollkommen ausreichen. 
So sieht unsere Tochter beispielsweise Barbies Dreamhouse, Angelo, Emily Erdbeer und ähnliche Inhalte. Unser Sohn steht mehr auf Daredevil und Filme wie Scarry Movie, Party-Animals, etc.
Für meine Frau und mich sind es dann hauptsächlich Serien wie House of Cards, Homeland, Ray Donovan, Bloodline, The walking Dead, und vieles mehr.

Was man allerdings auf keinen Fall unterschätzen sollte, ist das zu erwartende Transfervolumen. Wir haben in den letzten sieben Monaten etwa 1,1 TB Downstream gehabt. Das sind im Schnitt knapp 160 GB Download pro Monat. Will man also das Angebot wirklich ausgiebig nützen, dann sollte man über einen schnellen und vor allem unlimitierten Internetzugang verfügen. Sonst wird man ziemlich schnell frustriert sein.

Wir surfen über einen Flat-Tarif eines österreichischen Mobilfunkbetreibers mit max. 30 MBit/s. Wobei uns oft nur 7-10 MBit zur Verfügung stehen, aber das genügt auch. Sollte die Downloadgeschwindigkeit mal zu gering sein, dann verringert Netflix automatisch die Anzeigequalität und verhindert dadurch so gut wie immer Unterbrechungen um den Puffer wieder aufzuladen. Der Puffer reicht übrigens je nach App bis zu fünf Minuten Lang. So konnte unsere Tochter mit dem Chromecast noch fast fünf Minuten weiterschauen bevor nach gekappter Internetverbindung das Programm stoppte.

Da wir auch Amazon Prime Instant Video haben, können wir im direkten Vergleich sagen, dass Netflix rein aus technologischer Sicht und wegen der monatlich kündbaren Verträge hier absolut die Nase vorne hat.

5 von 5 Sternen