Sonntag, 1. März 2015

Philips Saeco HD8763/01 Vollautomat


Durch einen Amazon-Deal in der Vorweihnachtszeit (2013) kamen wir zu unserer Saeco, weil wir unbedingt die Nespresso-Maschine loswerden wollten. Wir trinken viel Kaffe. Daher lohnt es sich nicht die teuren Kapseln zu kaufen.

Es musste allerdings eine Maschine mit integriertem Milchaufschäumer sein, denn diesen hatte auch bereits die Latissima mit der wir unseren Nespresso-Kaffee zubereiteten, und wir waren daran gewöhnt.

Als die Maschine ankam, war ich er einmal überrascht wie klein das Gerät ist. Der letzte Vollautomat in unserem Haushalt war fast doppelt so breit bei ansonsten ziemlich ähnlichen Abmessungen.

Dem Vollautomaten lagen zusätzlich folgende Teile bei:
* eine Milchkaraffe mit Schaumaufsatz.
* ein Plastikgriff um das Mahlwerk zu verstellen.
* eine Tube Fett für die beweglichen teile der Brühgruppe.
* eine Bedienungsanleitung.

Im Gegensatz zu unserem früheren Vollautomaten wird bei dieser Maschine der Wasserbehälter von Oben in den Vollautomaten eingesetzt. Das kann bei tief hängenden Oberschränken zum Problem werden. Bei unserer Küche geht es sich gerade mal so aus den Behälter in die Maschine zu heben ohne ihn dabei zu kippen. Da wir ihn aber nur zum Reinigen heraus nehmen, empfinde ich das nicht als störend. Das Fassungsvermögen des Wasserbehälters ist bei Verwendung des Brita Wasserfilters etwa 1,2 Liter.

Der Bohnenbehälter befindet sich ebenfalls an der Oberseite der Maschine und ist verhältnismäßig klein. Allerdings hat das wiederum den Vorteil, dass der Kaffee nicht durch zu langes Liegen an Aroma verliert, da er im Bohnenbehälter ja nicht luftdicht verschlossen ist. Mit ein bisschen Übung kann man den Bohnenbehälter, wie den Wasserbehälter auch unter den Oberschränken nachfüllen ohne die Maschine bewegen zu müssen.

An der Vorderseite befindet sich der Behälter für Tropfwasser und darin der Satzbehälter. Bei unebenen Arbeitsflächen, wie bei uns, verspannt sich die Frontplatte leider etwas, da an der Unterseite der Tropftasse die kleine Standnoppen angebracht sind. Wäre die Tasse lediglich in der Maschine eingehängt, dann würde das nicht passieren.

Seitlich erreicht man die Brühgruppe, die man regelmäßig unter fließendem Wasser reinigen, und danach unbedingt mit dem beiliegenden Fett behandeln sollte. Reinigt man die Gruppe nicht, dann kann es sogar dazu kommen, dass an der Hinterseite Schimmel entsteht. Fettet man sie nicht, dann bewegt sich das Trestersieb nicht ordentlich nach oben und es läuft das Wasser seitlich am Kaffee vorbei in die Tropftasse.

Die Menüführung ist sehr einfach gehalten. Noch weniger Punkte wären kaum möglich. Das macht die Maschine sehr einfach in der Benutzung. Trotzdem sind alle wichtigen Punkte wie Temperatur, Härteeinstellung, Entkalkung, Brita-Filter und Spezialkaffee ebenso enthalten wie ein variabler Abschaltzeitpunkt zum Stromsparen. Ist alles OK leuchtet das Display grün, bei Hinweisen wird es gelb und wenn die Maschine nicht verwendet werden kann, weil etwa kein Wasser im Behälter ist, dann leuchtet die Anzeige rot.

Nach mittlerweile einem Jahr in Betrieb und ca. 2.600 Tassen Kaffee kann ich sagen, dass

+ die Bedienung dieser Maschine kinderleicht ist
+ der abnehmbare Milchschäumer super Schaum macht (Temperatur sollte auf max sein)
+ der Kaffee wirklich sehr gut schmeckt (wir verwenden Jacobs Cafe Crema Classico oder Lavazza Cafe Crema Classico)
+ es eine stabile schöne Crema gibt
+ keine Kaffeerückstände in der Tasse bleiben
+ die Maschine verhältnismäßig leise ist

+/- der Satzbehälter relativ klein ist. Aus hygienischer Sicht ist das aber zu begrüßen, weil sonst ziemlich schnell Schimmel im Satzbehälter entsteht.

- die Tropftasse immer randvoll ist, wenn der Satzbehälter zu leeren ist (und das obwohl wir immer eine Tasse unter dem Auslauf haben damit das Spülwasser nicht in die Tropftasse kommt). Das dürfte damit zusammen hängen, dass wir den Blindstopfen für den Wasserauslauf nicht montiert haben. Dadurch wird scheinbar konstant Wasserdampf produziert, der dann in die tropftasse abgeführt wird, wenn eine Portion Kaffee gemacht wird.
- hinter und unter der Brühgruppe ziemlich viel Kaffeepulver landet.
- es keine Spülfunktion für die Milchdüse gibt (bei der Nespresso-Maschine konnte man Dampf durch die Milchdüse lassen um Rückstände zu entfernen.

Im Großen und Ganzen sind wir aber sehr zufrieden mit der Maschine und würden sie nicht gegen eine Andere tauschen wollen.

Zwei Dinge sind mir bislang eher negativ aufgefallen:
1. Wie bereits angesprochen gibt es keine Spülfunktion für den Milchaufschäumer. Die hat leider erst das nächst größere Modell. Wenn man die Düse nach der Benutzung spülen will, muss man sie aus dem Aufsatz nehmen und unter fließendem Wasser reinigen. Das sollte man auch wirklich regelmäßig tun, denn in den feinen Leitungen des Milchschäumer bleiben gerne Rückstände zurück. Dadurch bekommt der Milchschaum dann einen säuerlichen Geschmack.
2. Die Brühgruppe neigt dazu sich zu verspannen. Die Maschine klackt dann meist laut und klingt sehr angestrengt. Durch ausgiebiges einfetten der Verbindung zwischen Maschine und Brühgruppe kann das aber schnell behoben werden.

Nach über einem Jahr sind wir noch immer sehr zufrieden mit der Maschine und der Kaffeequalität.

Wir verwenden übrigens den Brita Wasserfilter, wodurch die Verkalkung zumindest gefühlsmäßig weniger ist. Allerdings haben wir einen Wasserenthärter im Haus, der die Wasserhärte ohnehin auf 7°DH bringt.

Wie gesagt kauften wir diese Saeco bei Amazon.



5 von 5 Sternen