Donnerstag, 26. Februar 2015

doorbot - die WLAN-Türklingel

Die Problemstellung:
Ursprünglich war geplant ein Carport zu bauen und darin eine Eingangstüre unterzubringen. Dort hätte sich dann die Gegensprechanlage befinden sollen. Leider fehlt uns nun das Geld für die Errichtung des Carports und damit gibt es auch keine Montagemöglichkeit für eine Gegensprechanlage.

Bis jetzt hatte ich außer die Anbringung eines Funk-Gongs keine vernünftigen Lösungsansätze. Allerdings bemängelte Sabine an der Lösung, dass sie nicht wüsste wer vor der Türe steht, wenn es läutet. Dafür müsste eine Gegensprechanlage oder eine Videoüberwachung her.

Nachträglich Kabeln legen und Löcher durch die knapp 50cm dicke Außenmauer bohren hat für mich nicht wirklich viel Charme, also suchte ich weiter nach einer Funklösung. In der Zwischenzeit überlegte ich schon einen Funk-Gong mit einer WLan-Kamera zu verknüpfen. Aber auch diese Idee war für mich nicht attraktiv genug.

Vor zwei Monaten stieß ich dann eher zufällig auf ein neues Start-Up in den USA. Die machten Werbung für ihren doorbot, eine Gegensprechanlage mit Kamera die batteriebetrieben über das WLan mit dem Heimnetzwerk verbunden ist. Die Besonderheit an dem System ist allerdings die Verknüpfung mit Smartphones und Tablets über die kostenlose doorbot-App. Wenn alles so funktioniert wie es geplant ist, dann alarmiert nach dem Druck auf die Klingeltaste das Smartphone und öffnet einen Kanal zum doorbot. Auf dem Handy sieht man nun den Besucher und kann man mit der Person vor der Türe sprechen. Das soll mit bis zu zehn Devices funktionieren.
Grund genug für mich, dieses Teil für 199,-US$ zu bestellen.


Gestern war es dann soweit und der doorbowurde geliefert. Ein großer gelber Zettel der zusätzlich außen in
die Verpackung eingeschoben wurde weist darauf hin, dass man unter keinen Umständen zu früh auf den Klingelknopf drücken soll. Dadurch wird nämlich der Einrichtevorgang gestartet.

Ich hielt mich also genau an die Beschreibung und begann mit der Einrichtung.

  1. Download der doorbot-App im App-Store
  2. Starten der App und Folgen der angezeigten Schritte
  3. Auf die Klingetaste drücken.
  4. Am Tablet das neu dazu gekommene WLan Doorbot-XXXXX auswählen.
  5. In der App den weiteren Schritten folgen.
  6. Fertig.
Als ich fertig war, kam die erste Enttäuschung. Der doorbofunktionierte überhaupt nicht mehr. Bei jedem Druck auf den Klingeltaster knackte der Lautsprecher kurz und der Leuchtring um die Taste blitze kurz auf. Im Internet-Forum fand ich zu diesem Fehler keine Lösungsansätze, aber den Hinweis, dass die Hersteller mit der Stabilität der Türglocke noch ein bisschen kämpfen. Auch die Reset-Taste zeigte keine Funktion und führte zur gleichen Reaktion wie der Druck auf die Klingeltaste.

Bei einer intensiveren Suche heute fand ich einen Eintrag in dem durch einen anderen Benutzer darauf hingewiesen wurde, dass durch das abhängen das integrierten Batterie-Packs der doorbozurückzusetzen ist. Das versuchte ich und hatte Glück. So konnte ich erneut mit dem Einrichtvorgang starten. Dazu richtete ich einen Access-Point auf meinem HTC One X Handy ein und versuchten den doorbodamit zu verbinden. Leider konnte der Access-Point nicht gefunden werden. Mein Kollege machte das Selbe mit seinem HTC One und dort funktionierte es.

Die Online-Klingel war verbunden und nach einem Druck auf den Klingelknopf öffnete sich wirklich die App am Handy. Bildübertragung gab es keine und Ton hörte ich auch nicht. Das schiebe ich allerdings mal auf die grottenschlechte Internetverbindung in unserem Büro. Nach einem ausgiebigen Versuch zuhause werde ich meine Eindrücke hier reinschreiben.

Neben dem Akku-Betrieb ist es übrigens auch möglich das Gerät mit einem 8-24V AC-Netzteil zu verbinden. Dadurch kann man auch eine bestehendes Gegensprechmodul austauschen. Wird der doorbot mit Akku betrieben, dann muss man das Gerät ab und an von der Wand nehmen und mittels USB aufladen. Auf dem Bild ist die Rückseite zu sehen.

Sehr nett war übrigens der Ausstattungsumfang. Neben der Gegensprechanlage lag dem Paket ein Satz Schrauben mit Dübeln, ein Micro-USB-Ladekabel, ein Steinbohrer, ein Schraubendreher für Kreuzschrauben und Torxschrauben, eine Büroklammer zum Drücken des Reset-Knopfes und sogar eine kleine Wasserwaage dabei.









Nach einem einjährigen Langzeittest:
Mittlerweile haben wir das Ding eine ganze Weile im Einsatz und ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass Sabine die WLan-Türklingel namens doorbobald von der Wand reißen wird.

Grund dafür ist, dass die Firmware am doorboselbst ebenso unausgereift ist wie die Apps für Android und iOS. Nicht nur, dass es permanente Verbindungsprobleme gibt, dauert es teilweise bis zu 30 Sekunden bis das Klingelsignal seinen Weg über den US-Server zurück auf unsere mobilen Devices findet. Das alleine wäre nun auch noch kein Knock Out-Kriterium, aber leider zeigt das iPad nur etwa jeden dritten Besucher vor der Türe an und Sabines Smartphone verweigert Push-Nachrichten komplett. Auf dem Kindle Fire läutet die Türglocke nur, wenn man gerade zufällig die doorbot-App geöffnet hat.

Bislang kann ich folgendes sagen:

positiv:
  • Sieht nett aus 
  • Geniale Idee die Technik-Freaks in den Bann zieht 

negativ:
  • häufige WLan-Verbindungsfehler 
  • iOS-App funktioniert nur sporadisch 
  • Android-App: Klingelton-Lautstärke lässt sich nicht konfigurieren, Push funktioniert bei zwei baugleichen Mobiltelefonen mit gleichen Einstellungen nur bei einem davon, auf Kindle Fire funktioniert es nur bei aktiver doorbot-Anwendung 
  • Verbindung zum doorbot-Server extrem langsam, daher wird das Klingelzeichen oft bis zu 30 Sekunden verzögert an die Devices geschickt. Bis dahin ist der Besucher meist wieder gegangen. 

Alles in Allem hinaus geschmissenes Geld, da leider nicht mehr an der Verbesserung der Software gearbeitet werden dürfte und im aktuellen Zustand eine normale Verwendung nicht möglich ist.

Seit Dezember 2014 ist nun der Nachfolger des doorbot der RING erhältlich.  Dieses Gerät funktioniert erheblich besser. Dazu gibt es einen eigenen Test.

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