Montag, 11. Dezember 2017

Sous Vide Garen mit dem OMorc Stick

Obwohl ich gerne koche, hatte ich bis vor kurzer Zeit noch nichts vom Kochen unter Vakuum gehört. Eigentlich kam ich zum Sous Vide Garen, weil ich die perfekten Steaks am Griller zubereiten wollte. Da es dort sehr schwer ist die perfekte Garstufe zu erreichen, versuchte ich es mit dem Einschweißen der Steaks in Vakuum. Dann legte ich die Steaks in ein Wasserbad im Backofen und versuchte den Ofen so einzustellen, dass die Temperatur bei konstant 58 Grad Celsius lag. Bei dieser Temperatur ließ ich die Steaks zwei Stunden lang im Wasserbad liegen. Danach legte ich sie auf den sehr heißen Griller, wo ich mit ein paar Räucherchips zusätzlich eine Rauchnote ans Fleisch brachte. Die  Steaks waren absolut perfekt.

Der Vorteil vom Sous Vide Garen ist, dass die Lebensmittel unter Vakuum kaum an Saftigkeit verlieren, weil die Flüssigkeit im Kern erhalten bleibt. So ist der Geschmack meist wesentlich intensiver als beim herkömmlichen Kochen. Das liegt im Prinzip auf der Hand, denn wenn ein Stück Rindfleisch in der Suppe gekocht wird, dann werden die Fleischaromen teilweise an die Suppe abgegeben, was in diesem Fall ja auch so gewünscht wird. Zudem kann man die Lebensmittel langsamer und damit schonender erhitzen. Bei Fleischgerichten machte ich die Erfahrung, dass das Fleisch wesentlich zarter wird und bei Gemüse zerkocht sich die Struktur des Gemüses nicht so, wie es beim Kochen im Wasser oft der Fall ist.

Alles in Allem schmecken Speisen die Sous Vide gegart werden intensiver und natürlicher. Vermutlich enthalten sie auch noch mehr Vitamine, aber das kann ich nicht bestätigen, weil man das nicht schmecken kann :-)

Nachdem das garen im Backrohr recht gut geklappt hat, jedoch im Bezug auf die Einstellung und das halten einer genauen Temperatur mehr als mühsam war, war der nächste logische Schritt die Anschaffung eines Sous Vide Sticks. Diese Sticks arbeiten nach dem Prinzip eines, aus früheren Zeiten bekannten, Wasserkochers, haben jedoch eine ausgeklügelte Regelelektronik an Bord.

Also bestellt und ausgepackt. Im Lieferumfang war neben dem Stick auch noch eine Halterung für die Topfmontage und eine Bedienungsanleitung auch mit Deutscher Sprache.

Der Kochstick ist monumental groß und besteht aus einem, unter einer Blechabdeckung versteckten, Heizstab, einem ebenfalls dort befindlichen
Quirl und einem Temperaturfühler, der neben dem Heizstab die Temperatur überwacht. An der Oberseite des Griffs befindet sich die Regelelektronik mit den entsprechenden Bedienelementen. Dort lässt sich mit einem Klick die Temperatur von Fahrenheit auf Grad Celsius wechseln.

Die Einstellungen, die für das Kochen notwendig sind, lassen sich mit einer Taste und einem seitlichen Scrollrad erledigen. Dazu wählt man zuerst die gewünschte Kochtemperatur und dann in weiterer Folge die Kochzeit. Sobald man das gemacht hat genügt es den Play-Button zu drücken und es geht los.

Der Sous Vide Stick beginnt langsam aber kontinuierlich mit dem Aufheizen des Wassers, wobei der Quirl die Wärme sehr gut im Topf verteilt. Sobald die Solltemperatur erreicht ist, beginnt der Timer zu laufen. Der Stick hält die Temperatur perfekt bis die eingestellte Zeit abgelaufen ist. Das wir auch permanent an dem Digital-Display angezeigt. Stichprobenartige Überprüfung der Temperatur ergab eine geringe Abweichung von der Solltemperatur von etwa 0,8 Grad Celsius, obwohl man hier auch dem Infrarot-Thermometer eine entsprechende Messungenauigkeit vorwerfen könnte.

Die Bedienung des Sticks ist denkbar einfach und die Verwendung und Reinigung ebenso. Vor allem, weil beim Sous Vide Garen ja nur Wasser in Kontakt mit dem Stick kommt. Zudem ist ein Vorteil, dass man theoretisch keine Kochplatte braucht, weil man den Stick ja in jeden beliebigen Topf an jedem beliebigen Ort mit Stromanschluss einhängen kann. Der Topf muss allerdings groß genug sein, da der Stick wie bereits erwähnt riesig ist.

Nun noch ein paar Worte zur Haptik. Der OMorc Stick liegt schwer und wertig in der Hand. Allerdings vermittelt das seitliche Scrollrad ebenso wie die flackernde Temperaturanzeige nicht ganz den hochwertigen Eindruck, den ich mir erwartet hätte. Jedoch darf man hierbei nicht außer Acht lassen, dass es sich bei diesem Modell um ein Gerät handelt, das nicht mal die Hälfte von vergleichbaren 'marken-Produkten' kostet. So gesehen, darf es kleine Unpässlichkeiten geben, die man so auch eher verzeihen kann.

Meiner Meinung nach bekommt man mit diesem Modell genau das, was von einem Sous Vide Stick zu erwarten ist, und das auch noch zu einem vernünftigen Preis. So lässt sich diese Arte zu Kochen ausprobieren. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass man auch einen Vakuum-Schweißgerät braucht, weil der Stick sonst eigentlich keinen Sinn macht. und noch etwas gibt es zu bedenken: Die Anschaffung eines Dampfgarers, der zwar wesentlich teurer ist, ist auf jeden Fall sinnvoller. Sollte ein Dampfgarer eine Option sein, dann gäbe es für mich nichts zu überlegen, allerdings haben wir keinen Platz für einen Dampfgarer, weshalb dieser Stick die beste Möglichkeit zum vernünftigsten Preis war.

5 von 5 Sternen


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