Donnerstag, 23. November 2017

DEMU INSTONE 3D Drucker

Auch auf die Gefahr hin, dass mich jetzt auch noch die letzten meiner Freunde für absolut verrückt halten, muss ich hier mal sagen, dass ich mir diesen 3D Drucker nur gekauft habe, um damit für nächstes Halloween die ultimativen Gruseleffekte und einzigartige Kostüme zu gestalten.

Ich persönlich werde das Gerät weder für Modellbau noch für die Prototypen-Entwicklung verwenden, obwohl ich nach den ersten Anwendungen davon überzeugt bin, dass dies sicher problemlos funktionieren würde.

Die Lieferung erfolgte schnell und die Verpackung war ausreichend
geschützt, damit auch auf dem Transportweg nichts kaputt ging. Im Lieferumfang war alles Nötige, damit man gleich mal mit ein paar Test-Prints loslegen kann.

Ein Quick Start Guide in Englisch erleichtert dabei den Start. Mit Bildern und etwas Text wird man durch die Inbetriebnahme geführt. Dies dauerte bei mir etwa 15 Minuten, bis alle Verpackungsmaterialien und Schutzteile entfernt und die Elemente richtig appliziert waren.

Etwas mehr Zeit beanspruchte die korrekte Ausrichtung der beheizten Platte, weil diese für einen korrekten Druck natürlich entsprechend waagerecht zur Extruder-Düse sitzen sollte. Sie wird mit vier Stellschrauben an der Unterseite justiert. Wenn das mal passiert ist, sollte es aber auch in nächster Zeit nicht mehr nötig sein. Ein entsprechendes Justierungsprogramm ist über das Display zu wählen.

Dann musste ich noch das Filament einführen und auf dem Display die Vorheizfunktion aktivieren, da die Extruder-Düse nach einiger Zeit in den Standby Modus geht.

Im Quickstart-Guide stand, dass man die Glasplatte auf die beheizte Trägerplatte aufkleben soll. Ich denke, dass dies ein Fehler in der Übersetzung ist und habe das mal nicht gemacht. Das Drucken funktioniert perfekt und ich glaube, dass es nicht besonders gescheit wäre die Glasplatte im Gerät festzukleben.

Als nächstes versuchte ich die Software, die auf der mitgelieferten SD-Karte gespeichert ist, auf meinem Windows 10 PC zu installieren. Die Installation ging problemlos, aber die Software ließ sich nicht starten. Ich kontaktierte daraufhin den Anbieter mit der Bitte um eine Lösung. In kürzester Zeit erhielt ich den Tipp, dass man die Software mit Administratorrechten installieren und mit eben diesen Rechten starten sollte (das funktioniert durch einen Rechtsklick auf die Datei und Auswählen des Punktes "mit Administratorrechten starten") Nachdem ich das gemacht habe, ließ sich die Software starten.

Diese ist notwendig, hab ich mir von meinem Freund erklären lassen, damit die druckerspezifischen Einstellungen richtig sind. Jeder Drucker hat unterschiedliche Arbeitshöhen, -breiten und -tiefen und auch andere Parameter bei der Filament-Temperatur und der Vorschubgeschwindigkeit im Extruder.

Nachdem die Installation erfolgreich war, und wir etwas mühsam die Sprache von Chinesisch auf Englisch änderten (auf dem Bild sieht man den Menüpunkt und das entsprechende Tastenkürzel dafür) importierte ich ein 3D Modell, das ich mir zuvor auf Thingiverse.com herunter geladen hatte. Zum Ausprobieren lud ich einen Wireframe Skull, in der Hoffnung, dass dieser halbwegs schnell erstellt sein würde. Erst mal in die Instone3D Software geladen und als entsprechendes GCode-File gespeichert, bekommt man bereits in der Software eine ungefähre Zeitangabe für die Dauer der Produktion, sowie Angaben zum Filament-Verbrauch.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Übertragung über WiFi bislang überhaupt nicht probierte, weil es mit der SD-Karte so problemlos geht, dass mir das komfortabel genug ist. Ich speicherte einfach das GCode File auf die SD-Karte und legte diese auf der Seite des Druckers ein.

Da der Drucker an der Oberseite ein Touch-Display besitzt, kann man dort ganz einfach das File auswählen und drucken. Davor muss man allerdings noch den Preheat Punkt anwählen und die Transportplatte sowie die Düse vorheizen, da beides vermutlich im Standby sein wird.

Sobald man das File für den 3D Druck ausgewählt hat geht es los. Der Drucker macht das was er soll und ist dabei nicht zu laut. Da er in einem geschlossenen Gehäuse eingebaut ist, befinden sich an der Rückseite zwei Lüfter die das Gerät mit Luft zur Kühlung versorgen. Diese machen natürlich Geräusche, wie auch die Motoren für die Armbewegung. Aber man kann daneben konzentriert arbeiten und bekommt durch die Geräuschkulisse auch nicht sofort einen Tinnitus.

Ob der Drucker nun im Vergleich zu anderen schnell oder langsam ist , kann ich nicht sagen, weil mir
die Vergleichswerte fehlen, aber ich kann zumindest sagen, dass das Ergebnis sehr gut verarbeitet aussieht und die Oberfläche wirklich sauber gelungen ist.

Von dem Wireframe Skull kann ich auch noch ein Video während der Verarbeitung einstellen. Da habe ich ein paar Sekunden lang mitgefilmt um zu Zeigen wie der Drucker arbeitet.



Alles in Allem muss ich sagen, dass dieser Drucker ziemlich professionell aussieht, für die ersten Versuche wirklich gute Druckergebnisse liefert und dabei auch nicht zu laut ist. Auch die Tatsache, dass er gleich zu Beginn fast 48 Stunden lang durchgehend gedruckt hat und noch immer läuft spricht für die Qualität des Geräts. Das erwarte ich mir zu diesem Preis aber auch, schließlich ist er dafür ja gemacht.

5 von 5 Sternen



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