Freitag, 17. November 2017

Austrian Airlines Economy vs. Business Class

Ich wollte immer schon einen Vergleich zwischen zwei Buchungsklassen auf der gleichen Strecke anstellen, was bislang leider immer an den Kosten für die Business Class scheiterte. Der Aufpreis für ist doch recht ordentlich, wenn man davon ausgeht, dass es bisher meist nur zwei Klassen (Economy / Business) gab. Mittlerweile werden die Optionen auf vielen Strecken durch eine dazwischen eingeführte Premium Economy Class erweitert. Diese Punktet vor allem durch höheren Sitzkomfort und ein etwas erweitertes Angebot.

Dieser Vergleich basiert aber noch auf einer Strecke, auf der es zum Zeitpunkt des Fluges noch keine Premium Economy gab. Und weil ich keine Geld-Druckmaschine besitze, buchte ich auch nicht Business, sondern versuchte mein Glück mit einem Smart-Upgrade. Wie das funktioniert erkläre ich etwas später.

Die Buchung

Nichts einfacher als das. Austrian Airlines bietet hier eine sehr komfortable Website und eine nicht minder praktische Smartphone App. Nun bin ich ein Mensch, der gerne den Überblick bewahrt, weshalb ich die Flugsuche und Buchung lieber über die Website Austrian.com durchführte. Dabei genügt es Abflughafen und Zielflughafen sowie den Reisezeitraum und die Passagierzahl anzugeben.

Die Suchergebnisse werden übersichtlich dargestellt und wie bei Flugsuchen üblich, lässt sich auf einen Blick feststellen, ob es an den umliegenden Daten eventuell günstiger Flüge gäbe.

Ich suchte nach Flügen von Wien nach Miami und wieder zurück mit einem Aufenthalt von 10 Tagen. Da die Flüge am Freitag günstiger waren als am Samstag, wählte ich die Verbindung für meine Frau und mich entsprechend aus. Der Direktflug OS97 nach Miami war ideal, da wir morgens noch Zeit hatten die Kinder zu versorgen, bevor die Großeltern die Verantwortung übernahmen, und trotzdem schon am Nachmittag in Miami landeten. Für den Rückflug wählte ich ebenfalls den Direktflug OS98, da auch hier die Flugzeit optimal war. Durch den Start am späten Nachmittag, verloren wir keine Zeit in Florida.

Sobald die gewünschten Flüge gewählt sind, muss man im nächsten Schritt die Daten der Reisenden angeben. Hier musste ich feststellen, dass das Austrian-System ziemlich resistent gegen die Eingabe der Miles&More Nummer war. Nach einigen Versuchen gab ich es auf,da das System lediglich meine Nummer akzeptierte, die meiner Frau jedoch komplett ignorierte. Ich muss jetzt mal schauen ob ich die Nummer nachtragen kann.

Nach den persönlichen Daten geht es weiter zu den Zusatzleistungen, auch als Services bezeichnet. Dort bekommt man eine detaillierte Beschreibung zu den Sitzen eines Flugzeuges mit Vorzügen und Nachteilen sowie in vielen Fällen sogar mit Kommentaren von Personen, die auf dieser Strecke bereits unterwegs waren.

Besonderes Essen brauchten wir keines, aber ein Sitzplatz mit mehr Beinfreiheit sollte es schon sein, weil ich mit 183 cm doch eher dazu tendiere mit meinen Kniescheiben an der Lehne des Sitzes der Reihe davor anzustehen. Um herauszufinden welche Sitze auf einem bestimmten Flug gut oder eher schlecht sind, empfiehlt es sich die Airline und den Flug auf Seatguru zu checken.

Für unseren Flug bot sich die Reihe 19 an, da es dort wegen des Notausgangs etwa 60cm mehr Beinfreiheit gibt. Wichtig war auch der Hinweis auf Seatguru, dass die drei Sitzplätze der Reihe 19 im Mittelgang eher unangenehm wären, da viele Passagiere den erweiterten Fußraum als Durchgang nützen würden. Und das bestätigte sich dann auf dem Flug auch, denn die drei Personen im Mittelgang wurden auf dem kompletten Flug durch andere Passagiere belästigt (eine echte Zumutung wie frech manche Leute sind), nur damit sich die anderen Passagiere zusätzliche 10 Meter Weg ersparten.

Die Sitzplatzreservierung kostete pro Person und Strecke 75,00 Euro, wobei ich sagen muss, dass es wirklich gut investiertes Geld ist, denn die Beinfreiheit in dieser Reihe ist unschlagbar. Vor allem, wenn man die Fensterplätze bucht, weil man dort auch nicht durch andere Passagiere belästigt wird (oder zumindest eher selten, wenn mal jemand eine Ausweiche benötigt). In dieser Sitzreihe konnte ich auf dem kompletten Flug mit gestreckten Beinen sitzen und hatte es wirklich bequem.

Nach der Bestätigung aller Daten sowie der Auswahl der gewünschten Zahlungsart kommt man zum Abschluss der Buchung und ist wenige Sekunden später Besitzer seiner Tickets.

Die App

Wie bereits gesagt, könnte man mit der Austrian App natürlich auch buchen. Das machte ich zwar nicht, aber ich nutze die App zum Check In und für die Speicherung der digitalen Bordkarte, was leider nicht auf allen Strecken möglich ist, denn von Wien nach Miami konnten wir die Smart-Bordkarten nutzen, auf der Strecke zurück mussten wir uns die Bordkarten nach dem Check In an einem Schalter der Airline noch ausdrucken lassen.

Die App ist sehr übersichtlich gestaltet und gibt in der Bedienung keinerlei Rätsel auf. Man findet die Bordkarte schnell und es lassen sich auch mehrere Boarding-Pässe hintereinander, durch einfaches Wischen, aufrufen. Wer schon mal die Airberlin (RIP) App nutzte, weiß warum ich das besonders hervorhebe.

Der Flug - Economy Class

So und nun komme ich endlich zum eigentlichen Thema dieses Blog-Posts.
Auf dem Flug von Wien nach Miami hatten wir die Sitzplätze 19H/K in der Notausgang-Reihe mit mehr Beinfreiheit. Da es beim Notausgang manchmal etwas kühler zu werden scheint, liegen in dieser Reihe ein Kissen und eine leichte Decke für jeden Passagier bereit. Ansonsten unterschieden sich die Sitzplätze nicht von den anderen dieser Kategorie. Gleich breit und ebenso wenig schräg zu stellen, wie die Anderen.

Der Aufpreis von 75 Euro je Sitzplatz für die Plätze dieser Reihe lohnt sich auf jeden Fall, und ich kann nur jedem, der über 178 cm groß ist, wärmstens empfehlen sich die Plätze bei der Buchung zu sichern, solange es sie noch gibt, denn die sind wirklich sehr beliebt bei den Passagieren.

Die Beinfreiheit auf den normalen Sitzen der Economy ist durch den Sitzabstand von nur 76,8 cm eher gering, sogar im Vergleich mit anderen Airlines. In den meisten Fällen sind 31" (79,4 cm) üblich, was auch nicht besonders viel ist, aber immerhin um 2,5 cm mehr.

Wie gesagt, kann ich das nun für diesen Flug nicht wirklich bewerten, weil wir ja auf sehr komfortablen Plätzen saßen.

Das Boarding war unkompliziert und sehr gut organisiert. Die Reihen wurden entsprechend gruppiert aufgerufen und es kam zu keinerlei Wartezeiten. Unsere Sitzplätze waren bequem und unterschieden sich ein wenig von den Standard-Sitzen, da das Tischchen in der Armlehne integriert war, welche sich dadurch nicht klappen ließ. Das ist jedoch meiner Meinung nach keine Einschränkung beim Sitzkomfort.

Das Entertainmentsystem, basierend auf einem 7" Tablet (Touchscreen) bot alles, was man sich für einen Langstreckenflug wünschen kann, damit einem die Zeit nicht zu lange wird. Aktuelle Filme, die es zu diesem Zeitpunkt teilweise noch nicht einmal zu leihen gab, waren in der Liste vorhanden. Das System war einfach und intuitiv zu bedienen. Da wir allerdings einen etwas größeren Sitzabstand hatten, war natürlich das Bild im Verhältnis etwas kleiner für uns. Ein Umstand den ich gerne in Kauf nahm.

Da es eine leichte Verzögerung vor dem Start gab, wurde bereits zu diesem Zeitpunkt Wasser, Apfelsaft und Orangensaft gereicht. Das finde ich sehr freundlich, weil ich in letzter Zeit doch einige Male mit unterschiedlichen Airlines unterwegs war, und dieser Service durchaus nicht zum Standard gehört.

Wenige Minuten später, nachdem der Steigflug beendet war, machten die FlugbegleiterInnen den ersten Durchgang mit Getränken. Diese sind auf der Langstrecke noch inklusive. Gleich danach gab es kleine Knabbereien, und um die Mittagszeit wurde alternativ Hühnercurry oder vegetarische Pasta gereicht. Gut erhitzt, geschmacklich vollkommen OK und auch nett präsentiert, selbst auf kleinstem Raum.

In regelmäßigen Abständen kamen FlugbegleiterInnen durch, um wieder Getränke zu bringen. Stets freundlich und fürsorglich, so dass wir uns wirklich wohl fühlten an Bord dieser Boeing 767-300.

Zwischendurch gab es wieder einmal Knabbergebäck oder Süßes, und etwa eine Stunde vor der Landung, also nach etwa 9,5 Flugstunden wurde als kleine Mahlzeit ein üppiges Sandwich gereicht. Wie das schmeckte kann ich nicht sagen, da ich alles andere als ein Sandwich-Typ bin :-)

Die knapp 11 Stunden Reisezeit vergingen sprichwörtlich wie im Flug und wir kamen verhältnismäßig entspannt am Flughafen Miami an. Die Economy Class der Austrian Airlines ist absolut empfehlenswert und meiner Ansicht nach den geringen Aufpreis gegenüber einer British Airways vollkommen wert. Zum Einen erhält man dafür einen Direktflug ohne umzusteigen und damit natürlich auch eine kürzere Reisedauer, zum Anderen finde ich, dass die Freundlichkeit der FlugbegleiterInnen auf Austrian Flügen wesentlich größer ist als bei BA und früher bei der Airberlin. Fly Niki hatte längere Zeit auch sehr freundliches Personal, was vermutlich durch die dauerhaft angespannte Situation und die Vertragsquerelen etwas gelitten hat.

Der Flug - Business Class

Wie bereits erwähnt nutzen wir die Option des Smart-Upgrade. Hier kann man nach der Buchung optional angeben, welchen Betrag man bereit währe u bezahlen, um von der Economy auf die Business Class upzugraden. Dabei muss einem klar sein, dass es schon einige Personen gibt, die diese Angebot nutzen möchten, weshalb man mit dem Mindestgebot das man abgeben kann, vermutlich kein Upgrade bekommen wird. Der oder die MeistbieterIn erhält den Zuschlag.

Ich gab meine finanzielle Schmerzgrenze für beide Tickets direkt nach der Buchung an (wohl gemerkt nur für den Rückflug, da dies ein Übernachtflug war) und bekam vom System den Hinweis, dass im Falle einer Upgrade-Möglichkeit ein Mail geschickt würde in dem ich noch die Möglichkeit hätte zu wählen, ob ich das Upgrade nun machen will oder nicht.

Diese Information war falsch, denn als das Mail mit der Info über das mögliche Upgrade kam, stand darin, dass das Upgrade bereits fix gebucht wäre und die neue Rechnung wurde auch gleich geschickt. Für uns war das kein Problem, denn wir wollten das Upgrade auch wirklich machen.

An der Stelle wollte ich ursprünglich, als ich die Idee zu diesem Klassenvergleich hatte über die Unterschiede schreiben. Aber leider muss ich sagen, dass dies fast unmöglich ist, weil die beiden Reiseklassen de facto nicht mit einander vergleichbar sind. Die Unterschiede sind wie Tag und Nacht. Trotzdem werde ich es versuchen die Vorteile in aller Kürze zu zeigen.

Security Check

Schon beim betreten des Flughafens profitiert man von seinem Business Class Ticket, denn mit dem entsprechenden Boarding-Pass kann man die Business Line beim Check nutzen und spart sich somit sicher je nach Andrang am Flughafen zwischen 10 und 30 Minuten Wartezeit vor den Schleusen.

Business Lounge

Am Flughafen hat man die Möglichkeit als Passagier der Business Class auch die Business Lounge zu nutzen. Diese hat nun einige Vorzüge. So hat man dort mal einen gemütlichen Platz zum Sitzen, WLAN, ausreichend Steckdosen, USB-Steckdosen und so weiter. Gut, da gibt es kaum mehr Unterschiede zu normalen Wartezonen, da die meisten Flughäfen für alle Passagier entsprechende Standards anbieten.

Der wirkliche Unterschied liegt in der Verköstigung, denn in der Business Lounge gab es Getränke beginnend mit Wasser, über Kaffe, Softdrinks, Bier bis hin zu Mixgetränken und Whiskey & Co. ebenso kostenlos wie ein zwar überschaubares, aber nicht minder köstliches Speisenangebot am Buffet. Suppen, Brötchen, Hauptgerichte und Desserts wie Kuchen und Plundergebäck wurden kostenlos angeboten.

Für Kinder gab es eine Kinderecke mit digitaler Unterhalten und Filmen aber auch klassischen Spielmöglichkeiten.

Sobald der Flug bereit für das Boarding ist wird das durchgesagt, und man kann sich zum nahe gelegenen Gate begeben.

Boarding

Wer kennt das nicht, wenn sich schon eine halbe Stunde vor dem Aufruf die ersten Schlangen am Gate bilden, da die meisten Passagiere denken, dass der Flug ansonsten ohne sie stattfinden würde. Da hilft es dann auch nicht mehr, wenn die Aufforderung des Personals über den Lautsprecher darum bittet, nach Reihen getrennt einzusteigen, damit die hinteren Reihen zuerst hinein kommen, und alles ein bisschen flotter geht.

Wer Business Class fliegt macht sich darum keine Gedanken, denn hier hat man Priority Boarding. Das bedeutet, dass man direkt nach dem Flugpersonal und den Personen mit Handicap in die Maschine einsteigen darf und bereits auf seinem Platz sitzt, wenn die Passagiere der Economy einsteigen.

Sitzkomfort

Vermutlich der größte Unterschied wird im Sitzkomfort zu finden sein, da jeder Platz in der Business Class über unglaublich viel Beinfreiheit und eine nahezu waagrechten Liegeposition des Sitzes verfügt.

Die Sitze lassen sich elektrisch in der Position verstellen und verfügen über
eine Verstellung der Festigkeit der Sitzfläche sowie der Rückenlehne durch Ablassen oder Einblasen von Luft. So lässt sich der Sitzkomfort individuell anpassen und vor allem in liegender Position ist es sehr angenehm, wenn man die Polster etwas weicher stellen kann.

Neben der absoluten Position lässt sich auch das Beinteil alleine hochfahren, damit man in der Relaxe-Position des Sitzes die Beine etwas entlasten kann. Neben diesen Annehmlichkeiten sind natürlich auch die größere Sitzbreite und der Abstand zum Sitznachbarn erwähnenswert. Zudem verfügt jeder Sitz über individuelle Ambient-Beleuchtung und Leselichter. Steckdosen für jegliche Art von Anschluss verstehen sich fast von selbst. Ein Polster und eine angenehme Decke runden das Sitzangebot ab.

Auf dem Flug von Miami nach Wien saßen 20 Gäste in der Business Class. Die vier Sitzplätze der 6. Reihe waren dem Flugpersonal vorbehalten, da auch die irgendwo schlafen müssen.

Wie bereits gesagt lässt sich der Sitz in eine völlige Liegeposition fahren. Leider bedeutet das noch lange nicht, dass man hier auch schlafen kann. Mir persönlich fällt es ziemlich schwer in einem Flugzeug Schlaf zu finden. Jedoch ist es trotzdem kein Vergleich mit einem Nachtflug in sitzender Position, denn selbst wenn ich nicht wirklich schlafen konnte, war ich doch viel erholter als nach unserem Flug von NYC nach Wien bei dem wir im Sitzen zu schlafen versuchten.
Meiner Frau ging es ein Wenig besser, da sie für etwas mehr als 2 Stunden richtig schlafen konnte und dadurch noch etwas erholter war als ich.


Entertainment

Obwohl das Angebot das Gleiche ist wie in der Economy Class, gibt es dennoch Unterschiede. Die Größe des Bildschirms ist für den geringen Abstand fast schon riesenhaft. Ich glaube es handelt sich um ein 17" Gerät, also um knapp 30 cm mehr Diagonale als ein paar reihen weiter hinten. Auch die Einstellung der Helligkeit war etwas komfortabler. Ansonsten hat man die gleichen Optionen wie in der Economy.



Verpflegung

Und nun komme ich zum zweiten maßgeblichen Unterschied der Klassen. Die Verpflegung an Bord der Business Class einer Austrian Airlines Maschine ist nicht einmal im Ansatz vergleichbar mit jener in der Economy. Wobei ich doch der Meinung bin, dass es hier von Fluglinie zu Fluglinie schon auch noch Unterschiede im Service gibt.

Der Flug begann wie schon dert Hinflug mit Wasser, Apfel- oder Orangensaft. Der Unterschied lag hier lediglich darn, dass die Getränke im Glas statt im Plastikbecher gereicht wurden. Ist ja nicht so viel um.

Kurz nach dem Start gingen die FlugbegleiterInnen mit dem Getränkewagen durch und wir gönnten uns ein Glas Champagner. Natürlich ebenso im Preis inbegriffen wie alle Softdrinks, drei unterschiedliche Biere und zehn ausgezeichnete Weine aus der Bouteille. Natürlich wurden auch hier Knabbereien serviert, nur eben in gehobenerem Ambiente mit hochwertigerem Mix.

Dass der Champagner im Wasserglas serviert wurde, lag vermutlich an den etwas unruhigeren Wetterbedingungen und den damit verbundenen Turbulenzen. Da lässt sich ein Wasserglas wesentlich einfacher in die Haltenetze des Sitzes einspannen als ein Glas mit Stil.

Kurz nach dem Start der Maschine ging der Koch durch die Sitzreihen und nahm die Bestellungen für das Dinner sowie die Vorbestellung für das Frühstück auf. Alleine die Tatsache, dass man sich sein Frühstück nach dem Baukastenprinzip zusammen stellen kann ist toll, dass dann auch noch wirklich ausgezeichnete Rohstoffe für die Speisen verwendet werden hebt die Qualität zusätzlich.

Für das Dinner wählten meine Frau und ich das Filet vom
Wolfsbarsch mit Linsen auf Püree und ein Rinderfilet an Spargel mit gebratenem Polenta. Davor entschied ich mich für die Kürbisschaumsuppe und meine Gattin für den Ceasar Salad. beides wurde mit dem Servierwagen gebracht und erst bei "Tisch" angerichtet.

Der Wolfsbarsch war ausgezeichnet gebraten und die Linsen sowie das Püree ausgezeichnet abgeschmeckt. Ebenso verhielt es sich mit dem Rinderfilet das, obwohl ich mein Fleisch lieber medium-rear mag, auch medium ausgezeichnet schmeckte und besonders zart war. Die grünen Spargel waren knackig und die Polenteschnitte fein und gut gewürzt.


Nicht nur, dass die Speisen wirklich ausgezeichnet schmeckten, war auch die Größe der Portionen wesentlich größer als in der Economy Class. So wäre ich eigentlich nach dem Steak bereits satt gewesen, wenn da nicht die Flugbegleiterin mit dem Servierwagen durchgekommen wäre. denn so konnte ich nicht mehr nein sagen, zu den frisch angerichteten Desserts.

Die wahre Dekadenz zeigte sich dann in der Kaffee-Karte der Business Class. Bekommt man in der Economy beispielsweise einen mittelmäßig kräftigen Kaffee mit optionalem Obers im Pappbecher gereicht, so stehen in der Business der AUA 10 verschiedene Kaffee-Kreationen zu Wahl von denen eine besser klingt als die andere. Diese Kreationen werden dann auch wirklich frisch vor Ort zubereitet und im Stile eines Wiener Kaffeehauses serviert.

Zu diesem Zeitpunkt mussten wir schon über das Angebot der Business schmunzeln, weil wir meinten, dass dies fast schon etwas übertrieben wäre. Das geht weit über Komfort hinaus und lässt sich schon als Luxus einstufen. Dafür bezahlt man allerdings auch, wenn man diese Klasse bucht. Es ist ja schließlich nicht geschenkt.

Abschließend möchte ich noch ein Foto vom Frühstück zeigen, das ebenso wie alle anderen Speisen und Getränke hochwertig, geschmacklich ausgezeichnet und wirklich schön und ansprechend präsentiert wurde.

So wird man gerne geweckt, nachdem man sich auf den Liegesitzen entspannt hat.
Der richtige Start in den Tag mit Ei, Speck, Schinken und Gebäck.



Die Crew

An dieser Stelle muss ich der Austrian Airlines ein großes Lob aussprechen, da wir bei dieser Airline die bislang freundlichsten Mitarbeiter erlebten. Egal ob am Flughafen, am Gate, in der Economy oder in der Business Class, überall waren die MitarberiterInnen freundlich, zuvorkommend und meist ehrlich nett.

In der Business Class waren Sie dann noch um einen Tick bemühter und erschienen noch freundlicher. das mag auch daran liegen, dass Sie in dieser Klasse viel weniger Passagiere zu versorgen haben als die Kolleginnen und Kollegen in der Economy.

Unser Team war auf jeden Fall lustig und super nett und wir fühlten uns rundum wohl und gut aufgehoben. Dazu wäre es nicht mal nötig gewesen unsere Tischchen mit Tüchern zu bedecken oder zwischendurch heiße Tücher für das Gesicht zu verteilen :-)


FAZIT

So und nun die Gretchenfrage: Lohnt sich der Aufpreis für die Business Class wirklich?

Diese Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten, da es auch davon abhängig ist welchen Zweck die Reise erfüllt, und wie das Programm an den Folgetagen ist. So sind wir nach Florida geflogen um dort Urlaub zu machen. Daher war es uns beim Hinflug auch egal ob wir etwas müder ankommen, weil wir danach 10 Tage zur Erholung hatten. Somit war auf dieser Route Wien-Miami die Economy Class völlig ausreichend. Wenngleich ich mit Sicherheit keinen Langstreckenflug mehr auf einem Standard-Economy Sitz bestreiten werden, denn das ist nahezu unerträglich mit längeren Beinen.

Beim Rückflug musste ich darauf achten, dass wir 12 Stunden nach der Landung wieder fit für die Arbeit, für langwierige Meetings und den ganz normalen Familien-Stress waren. Hier muss ich zugeben, dass der Komfort in der Business Class einen besonderen Charm hat, da man wirklich erheblich mehr Erholung bekommt und daher wesentlich fitter ist (mal vom Jetlag abgesehen...wer dafür anfällig ist hat es ohnehin schwer).

Mein Empfehlung ist daher nach Möglichkeit Business Class zu buchen, wenn man danach geschäftliche Termine wahrnehmen muss, und keine Chance auf Erholung hat, denn ein Economy Flug ist anstregend und auf der Langstrecke durchaus eine Belastung. Neben dem Sitzkomfort ist das Service und die Verpflegung ein wesentlicher Wohlfühlfaktor, den man nur genießen kann.

Sollte die Business Class preislich unerreichbar erscheinen, dann besteht noch immer die Möglichkeit eines Notausgang-Sitzplatzes in der Economy, damit man zumindest ein bisschen erholter ankommt. Und rein aus Gründen des Sitzkomforts werden vermutlich die Premium Economy Sitzen auch eine Alternative sein. Das möchte ich bei meinem nächsten Langstreckenflug mal ausprobieren, so es dann auf dieser Strecke eine entsprechende Option gibt.

Lange rede kurzer Sinn: Die Business Class ist einen Aufpreis wert, und jeder muss für sich selbst bestimmen welchen :-) Für mich wären 1.200 Euro pro Person und Strecke (also 4.800 Aufpreis) zuviel gewesen. Durch die Smart-Upgrade-Option kamen wir aber in den Genuss, der es uns für zukünftige Flüge sicher schwerer macht wieder auf Economy Plätzen zu buchen. Denn wer ein Mal in der Business Class der Austrian Airlines geflogen ist, wird vermutlich nicht mehr viel Freude an geringeren Klassen finden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen