Montag, 31. Juli 2017

OUKITEL K6000 Plus Android Smartphone mit 5,5" Display

Erst vor Kurzen schrieb ich eine Bewertung eines anderen OUKITEL Modells, dem K10000 Pro. Nun könnte der Eindruck entstehen, dass ich wie wild neue Smartphones kaufe, weil ich nun schon wieder eines hier präsentiere. Dieser Eindruck ist auch nicht ganz falsch. Nachdem wir mit dem K10000 nämlich recht gute Erfahrungen machten, es unserem Sohn allerdings zu schwer und zu dick ist, brauchten wir einen anderen Ersatz für sein, mit 3 Jahren bereits etwas in die Jahre gekommenen Marken-Smartphones.
Nun überzeugten mich die Spezifikationen des K10000 Pro durchwegs, und nur das Gewicht und die Abmessungen waren ein Kritikpunkt für unseren Sohn, also entschieden wir uns für ein Modell, das dem bereits bekannten sehr ähnlich ist.

Ich bestellte das OUKITEL K6000 Plus mit 5,5" Display und leistungsstarkem Akku, und bekam dieses Phone schnell über Amazon geliefert.

Im Lieferumfang enthalten waren:

* das K6000 Plus
* eine transparente Silikon-Hülle
* ein Displayschutz
* ein Micro-USB Ladekabel
* ein USB 2 Micro-USB Adapter
* ein Netzteil, das bis max. 12V mit 2A lädt, also 24 Watt Ausgangsleistung hat
* eine Nadel für den SIM Schacht
* ein paar Garantiekarten und eine Kurzanleitung


Eine kurze Übersicht über die technischen Daten:

CPU: Mediatek MT6750 - 4 x 1,3 Ghz + 4 x 1,0 Ghz
Grafikchip: Mali-T860
RAM: 4 GB
Speicher: 64 GB (um 128GB durch Micro-SD Karte erweiterbar - Hybridspeicher)
Akkukapazität: 6080 mAh (nicht wechselbar)
Display: 1920 x 1080, 5,5 Zoll
Betriebssystem: 7.0 Nougat
Hauptkamera: 16 MP
Frontkamera: 8 MP (Selfie-Cam)
SIM: Dual SIM (nano) / Single SIM (nano) + Micro-SD Karte
LTE Kanäle: 1/3/7/8/20
Frequenzen: 2G: GSM 850/900/1800/1900MHz 3G: WCDMA 900/2100MHz 4G: FDD-LTE 800/900/1800/2100/2600MHz
Bluetooth: V4.0 mit A2DP
Gewicht: 211 g
Abmessungen: 157 x 76mm
Dicke: 9,6 mm
Fingerabdruck-Sensor: JA, im Home-Button integriert

Der erste Eindruck:

Es ist klar, dass es sich bei diesem Smartphone definitiv nicht um ein sogenanntes Flagship handelt. Schließlich muss es schon noch Unterschiede zwischen einem Handy für knapp 200 Euro und einem mindestens vier mal so teurem Smartphone geben muss. Dennoch ist es mit Sicherheit nicht schlecht. Vor allem weil im Moment kein all zu großer Vorteil in den aktuellsten Chips liegt. Klar, sie sind schneller, aber nicht so viel schneller, wie es der Aufpreis für die Zusatzleistung erfordern würde.
Lediglich mit der Größe muss man sich mal abfinden. Die Bedienung mit einer Hand ist nicht einmal für Menschen mit besonders großen Händen möglich, weil man bei der Bedienung mit dem Daumen zwangsläufig mit dem Handballen auf das Display drückt. Für meinen Sohn wäre eine Handhabung mit nur einer Hand sowieso undenkbar, wobei viele Jugendliche ihr Smartphone ohnehin hauptsächlich im Landscape-Modus verwenden, wo man dann immer zwei Hände für die Bedienung braucht.

Da es sich in diesem Fall, wie bereits erwähnt um ein Smartphone für einen Jugendlichen handelt sind die Anforderungen dementsprechend. Hier ist es besonders wichtig, dass das Telefon neben einem guten Prozessor für Spiele, und einer guten Grafikwiedergabe auch über gute Kameras und vor allem ausreichend Speicherplatz verfügt. Bei seinem alten Smartphone ist die Meldung über zu wenig Speicher für die Systemausführung bereits schon täglicher Standard.

Also ganz klare Anforderungen, die meiner Meinung nach von diesem Smartphone auch erfüllt werden können. Auch wenn der Prozessor ebenso wie der Grafikchip nicht ganz State of the Art ist, reicht er für die angeführten Anwendungsgebiete völlig aus.

Was mir sehr gut gefällt ist das Design des Telefons, wenn man es aus der klobigen Silikon-Hülle raus nimmt, in der es bereits ab Werk liegt. Das Gehäuse ist aus Aluminium und wird an den schmalen Seiten von zwei Kappen aus Kunststoff flankiert. Die sind nötig, damit die Funkantennen im Inneren des Gehäuses nicht völlig von der Außenwelt abgeschnitten werden.
Seitlich um das Smartphone laufen zwei polierte, leicht abgeschrägte Kanten, die dem Telefon zum Einen ein etwas edleres Aussehen verleihen und zum Anderen dafür sorgen, dass das Telefon recht gut in der Hand liegt.

Das Display ist an den Kanten etwas nach unten gezogen und leicht abgerundet. Fühlt sich gut an und ist nicht unpraktisch. Auf dem display ist gleich ab Auslieferung eine Schutzfolie angebracht. Eine weitere liegt dem Smartphone als Zubehör bei.

Die Bedienung

Soweit nichts Neues. Es ist ein 5,5" Smartphone mit Dual-SIM Slot, das bei der Bedienung keine neuen oder innovativen Wege geht. Auf der rechten Seite des Smartphones befindet sich der Power-Taster und die Wippe für die Lautstärke. an der Frontseite der klassische Home-Button mit integriertem Fingerprint Reader. Der Reader funktioniert übrigens durch auflegen des Fingers. Man muss den Finger also nicht darüber ziehen, wie es bei manchen modellen üblich war und ist. So kann man das Smartphone sehr schnell und einfach mit der Berührung des Daumens freischalten.

Links und rechts neben dem Home-Button sind die Touchbuttons für Untermenüs und zurück. Auch nicht unbekannt.

Der Touchscreen reagiert sensibel und präzise, wobei die original angebrachte Schutzfolie dabei eher etwas störend ist. Leider hat die Folie einen gewissen Bremseffekt und fühlt sich bei Wischbewegungen rau an. Außerdem haftet das Fett der Fingerkuppen sehr strak an dieser Folie und so verschmutzt das Display schnell. Entfernt man die Folie, dann ist die Haptik und Bedienung perfekt. Leider verliert man dadurch bis zu einem gewissen Teil den Schutz vor Display-Sprüngen. Ich denke, dass sich die Anschaffung eines Display-Schutzes aus gehärtetem Glas lohnen würde, obwohl ich seit Jahren auf derartigen Schutz verzichte. Aber für unseren Sohn könnte es hilfreich sein.

Anschlüsse & Verbindung

Das OUKITEL K6000 Plus kann mit zwei SIM Karten oder alternativ mit einer SIM Karte und einer Micro-SD Karte bestückt werden. Da der Flash-Speicher des Smartphones mit 64GB schon recht ordentlich ist und in den meisten Fällen auch für unseren Sohn ausreichen sollte, werden wir auf die Option mit 2 SIM Karten zurück greifen. Denn so können wir eine SIM mit einem Flatrate Datentarif und eine Prepaid-Karte für die Telefonie hinein stecken. Da die meisten Jugendlichen kaum mehr telefonieren oder SMS schreiben, aber unglaublich viel Datentransfer haben, erscheint mir diese Lösung am sinnvollsten. Schließlich sind Telefontarife mit hohem Datenvolumen oft unbezahlbar, reine Datentarife aber schon zu vernünftigen Preisen zu haben. Rein fürs Telefonieren kommt unser Sohn im Jahr zB. mit etwa 25-35 Euro Guthaben durch. Schließlich wird ja über WhatsApp oder Skype telefoniert.

Natürlich ist dieses Smartphone schnell im WLAN unterwegs und lässt sich mit anderen Endgeräten über Bluetooth 4.0 verbinden. Für die Audioübertragung steht hier auch das A2DProfil zur Verfügung.

Für Puristen bietet das Telefon an der Oberseite einen Audio-Ausgang (3,5mm Audio Jack) und für jene die lieber über Lautsprecher Musik hören, sind die Lautsprecher an der Unterseite des Telefons recht gut angebracht. Oft findet man Lautsprecher die nach Hinten abstrahlen, was ja nun überhaupt keinen Sinn macht.

Der vermutlich wichtigste Anschluss ist der Micro-USB Ladestecker. Ich weiß nicht, warum hier nicht auf den neueren Typ-C Standard zurück gegriffen wurde.

Akku

Dieses Smartphone überzeugt durch einen üppigen Akku, der sich natürlich auf das Gesamtgewicht des Telefons niederschlägt. Der Akku hat eine Kapazität von riesigen 6.000 mAh und ist damit etwa doppelt so groß wie bei den meisten aktuellen Flagships der bekannten Markenhersteller.

Oukitel legt dem K6000 Plus ein Ladegerät mit max. 24 Watt Ausgangsleistung bei. Hier wird dann mit 12V bei 2A geladen. Dadurch kann man das Telefon innerhalb von ca. 75-85 Minuten voll aufladen, wenn der Akku wirklich nahezu leer ist. Das wird jedoch nicht so oft vorkommen, daher denke ich, dass eine Ladezeit von knapp 60 Minuten in den meisten Fällen realistisch ist, weil der Akku nur bis ca. 96% mit voller Leistung befüllt wird und dann die Leistung zum Schutz des Akkus zurück gedreht wird.

Aber das ist schon wirklich toll, dass dieses Smartphone nach maximal 1,5 Stunden Ladedauer wieder für mindesten 48 Stunden bei intensiver Nutzung in Betrieb sein kann. Schaltet man das recht strenge Akku-Management ein, dann sind durchaus locker drei Tage ohne aufladen möglich, aber wozu sollte das gut sein, wenn der Akku in etwas mehr als einer Stunde sowieso wieder vollständig geladen ist.

Das Betriebssystem

Im Oukitel K6000 Plus arbeitet schon ab Werk ein Android 7.0 Nougat in einer kaum veränderten Version. Der Anbieter belastet das Telefon mit weitaus weniger Malware und unnötigem Ballast als viele andere Hersteller.

Außerdem meine ich, im Vergleich mit dem K10000 Pro eine aktuellere Version des Android Betriebssystems drauf zu haben. So wurde ich bereits beim ersten Einschalten des Smartphones aufgefordert eine Aktualisierung durchzuführen. Over the Air ohne zusätzliche Konfiguration und so weiter. Auch das ist nicht bei allen China-Anbietern so einfach.

Interessanter Weise sind auch in diesem OS teilweise Sektionen gar nicht übersetzt und bei anderen finden sich kleine Übersetzungsfehler wie "noch 30 Munuten bis voll geladen"

Ansonsten gibt es nicht viel darüber zu sagen, weil man Android mag oder eben nicht. Es läuft wie gewünscht und es ließen sich alle App, die wir normaler Weise installiert haben, problemlos installieren und einrichten.

Die Kameras

Ein sehr wichtiger Punkt bei einem Smartphone für Jugendliche ist die Qualität der Kameras. Schnell bereit muss sie sein und die Bilder müssen scharf, intensiv und gut aufgelöst sein.

Die Frontkamera, oder Selfie-Cam wie sie auch oft genannt wird, bietet bei guten Lichtverhältnissen bereits Bilder die Smartphones anderer Hersteller mit der Rückkamera nicht zustande bringen. Erst wenn die Lichtverhältnisse wirklich schwach werden, wie zum Beispiel in einem dunklen Club mit nur spärlichem Weißlichtanteil, werden die Aufnahmen pixelig und wirken leicht verschwommen. Außerdem lässt sich im Selfie-Modus die "Beauty-Einstellung" anpassen, bei der rund um den zentralen, quadratischen Bildausschnitt das Bildmotiv weich gezeichnet wird.

War ich mit der Frontkamera zufrieden, so gerate ich bei der Hauptkamera
fast ins Schwärmen. Die Bilder sind ausgezeichnet, wenn es eine ausreichende Umgebungsbeleuchtung gibt. Die Schärfe ist großartig und die hohe Auflösung ist nicht nur ein interpolierter Wert, sonder wirkt sich wirklich auf die Detailtreue der Bilder aus. Hier kann man wirklich rein zoomen und erkennt immer noch Details. Die Kamera ist nach 2,8 Sekunden bereit für Aufnahmen und macht im Automatik-Modus sehr gute Aufnahmen. Im pro-Modus kann man dann den Weißabgleich selbst steuern, den ISO Wert einstellen und die Helligkeit verändern.

Viel mehr Möglichkeiten bieten die beiden Kameras ab Werk nicht, können aber wie bei jedem anderen Smartphone durch zusätzliche Apps von Drittanbietern um diverse Funktionalitäten erweitert werden.

Das Display

Groß, scharf, bunt, hell! Das man auf einem Smartphone mit dieser Display-Diagonale gut sieht liegt auf der Hand. Vor allem wenn das Panel mit 1080p auflöst. Klar gibt es auch schon höher auflösende Anzeigen und natürlich auch solche mit OLED und Co. Aber braucht man das auch?

Bei meinem alten S5 ging leider das Display kaputt. Ein Ersatzteil wäre schon beinahe so teuer gekommen wie dieses Telefon komplett. Da drängt sich mir dann doch die Frage auf ob ein derart teuere Display-Panel sinnvoll ist, wenn doch gerade das Display die größte Schwachstelle an einem Smartphone ist.

Bei dieser Anzeige kann ich auf jeden Fall nichts Negatives finden, denn die Auflösung ist gut, die Lichtverteilung ausgezeichnet und das LCD-Panel reagiert auch vernünftig schnell, sodass sich bei Filmen mit viel Action und schnellen Bewegungen kaum Schlieren ind er Bewegung erkennen lassen. Schwarz ist schwarz und das Display wird auch bei stundenlangem Youtube-Schauen nicht übermäßig heiß.

FAZIT

Wie immer steht und fällt die Meinung über ein Produkt mit dem Verhältnis zwischen Preis und Leistung. und gerade hier denke ich, dass das OUKITEL K6000 Plus am ehesten punkten kann, denn der Preis ist an Betracht der sehr guten Gesamtleistung sehr vernünftig. So zahlt es sich eigentlich nicht aus eine Vertragsbindung bei einem Telefon-Provider einzugehen, nur um ein ein Smartphone zu kommen, denn meist zahlt man für Verträge mit Smartphone zwischen 15- und 40 Euro mehr als bei einem ungebundenen Handyfreien Vertrag. Selbst wenn der Aufpreis nur 15 Euro beträgt und man eine Bindung von nur 24 Monaten hat, würde man für den Aufpreis schon fast zwei dieser Smartphones bekommen. Also jedes Jahr eines. Rechnet man dann auch noch die Versicherung ein, die man sinnvoller Weise für ein teuere Vertragshandy abschließt, dann kann eigentlich nur noch das Prestige für eine Entscheidung zum Vertragshandy führen.

Dieses Phone hat auf jeden Fall alles was ein Teenager von seinem Telefon erwartet: Ordentliche Prozessorgeschwindigkeit, gute Grafikleistung mit wirklich sehr gutem Display, unglaublich viel Akku Power mit 6.000 mAh und extrem schneller Ladung und nicht zuletzt zwei ausgezeichnete Kameras, die zwar bei geringerer Lichtstärke etwas an Qualität verliere, dafür aber schnell bereit sind und bei normalem Licht Spitzenfotos machen. Das man bei dem Telefon eine Speichererweiterung oder eine zweite SIM Karte für einen Datentarif (oder natürlich eine zweite Rufnummer für privat und geschäftlich) einlegen könnte ist sicher auch kein Nachteil.

Also der Preis stimmt und die Leistung auch. Für unseren Sohn haben wir damit den perfekten Ersatz für sein geliebtes, aber in die Jahre gekommenes Smartphone gefunden.

5 von 5 Sternen

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