Donnerstag, 18. Mai 2017

Terra Master F2-220 NAS mit 2 SATA-Einschüben

Ich muss zugeben, dass ich früher (und damit meine ich noch vor der Jahrtausendwende) absolut darauf versessen war mein Netzwerk komplett selbst zu verwalten und damals hatte ich sogar privat mehrere Rechner und einen Server im Windows-Home-Netzwerk. Doch im Laufe der Jahre ändern sich die Anforderungen. Vor allem die Verbreitung von Tablets und Smartphones sowie die massive Einbindung von Cloud-Spaces hatte großen Einfluss auf die schrittweise Reduktion der Server-Hardware in unserem Haushalt. Spätestens als unser Windows Homeserver, den wir mit 4 Stück 2TB Harddisks im Raid5 betrieben, aus unerfindlichen Gründen Teile der Daten zerstörte, verlagerte ich unsere Daten fix auf einen Cloudspeicher. Die Hoffnung keine Daten mehr zu verlieren überwog hier der Angst, dass unsere Daten im WWW von jedem gelesen werden könnten.

Allerdings hat die Cloud auch einen Nachteil, denn die Transferraten steigen dadurch extrem an. Vor allem, wenn wird Urlaubsfilme oder ähnliches ansehen, und die Aufnahmen nicht komprimiert gestreamt werden, sondern bei Bedarf komplett herunter geladen werden müssen. Hier ist eine lokale Lösung durchaus zu bevorzugen. Also warum keine Kombination verwenden?

Da wir nun so ziemlich auf die Sicherheit der Cloud vertrauen und nur eine lokale Lösung mit Standard-Datensicherheit für schnellen Datenzugriff brauchen, reicht mir ein NAS mit 2 Laufwerken, damit wir ein Raid0 einrichten können.

Das Terra Master NAS bot sich an, weil der Preis ok ist und die
Bewertungen wirklich gut sind. Die Lieferung erfolgte flott wie immer.

Geliefert wurde das NAS in einem stabilen Karton in dem neben dem NAS auch noch ein Netzteil mit EU-Stecker, ein zusätzlicher UK-Stecker, ein Netzwerkkabel, die Schrauben für die Befestigung von 3,5" oder 2,5" Festplatten und ein Kreuzschraubendreher.

Einrichtung

Wie bereits im Titel erwähnt ist das Setup des NAS absolut Dummy-Sicher. Zuerst muss man die beiden HDD-Docks aus dem NAS nehmen (einfach entriegeln und raus ziehen) und darin die HDDs (3,5" oder 2,5" SATA) befestigen. Durch die Schraublöcher an der Unterseite der Käfige kann man hier schon mal nichts falsch machen.

Die Kurzanleitung, die dem Paket beiliegt enthält lediglich einen Link zur Website des Hersteller. Dort kam ich anfangs gleich mal auf die chinesische Website. Rechts oben lässt sich die Sprache umstellen (auch Deutsch ist vorhanden). Der Link zur Videoanleitung ist übrigens sinnlos, weil dort nur ein Marketing-Clip läuft der erklärt was das Teil alles kann, aber nicht wie man es einrichtet. Also ging ich auf die Hauptseite des Herstellers und klickte dort auf Support. Dort kann man dann für das NAS die Software downloaden mit dem man im lokalen Netzwerk nach dem NAS suchen kann. Sobald man dieses gefunden hat, kann man mit der Einrichtung beginnen. Dazu wird  man auf das Webinterface des NAS geleitet wo man nach Auswahl der Sprache und Eingabe der gewünschten Credentials loslegen kann.

Hinweis: verwendet man bereits gebrauchte Festplatten (wie ich zum Testen - 2 x 250GB HDD), dann muss man das NAS ohne Festplatten starten, damit es gefunden werden kann. Erst wenn man sich mit dem NAS verbindet, darf man die Festplatten einschieben.

Durch den Einrichtungsvorgang inklusive Aktualisierung des NAS-OS wird man Schritt für Schritt durchgeführt. Es werden die Festplatten überprüft. Man kann auswählen unter welchem Modus das NAS betrieben wird, woraufhin schlussendlich die Formatierung der Festplatten durchgeführt wird.

Hinweis: Sobald die Formatierung der Platten gestartet ist (dauert je nach Größe der Platten bis zu einer Stunde - die 250GB Platten waren in 4 Minuten fertig) wird das NAS in den Anmeldebildschirm versetzt und erfordert die Eingabe der Credentials. Hier ist unter Benutzername der Name des NAS schon vorausgefüllt. Das ist aber nicht der Benutzername, diesen hat man bei der Einrichtung vergeben. Irgendwie bin ich über diesen Umstand gestolpert :-)

Verwendung

As simple as it can be! Über das Webinterface des NAS kann man Konfigurationen ändern,
Funktionen aktivieren und deaktivieren und natürlich Files up- und downloaden.

Es lässt sich DynDNS einstellen und aktivieren und der Remotezugriff über TNAS.online einrichten und überwachen. So hat man auch von unterwegs aus Zugriff auf seine eigene Cloud.

Es stehen unterschiedliche Apps zur Verfügung, die eine vielseitige Verwendung des NAS erlauben. So hat man folgende Optionen:

  • WordPress Server
  • Sugar CRM
  • Apache Tomcat
  • Node.js
  • Aria2
  • DLNA-Multimedia-Server
  • Net2FTP
  • Gluster Dateisystem
  • Gcc build tools
  • SVN Server
  • Java Virtual Machine
  • Plex Mediaserver
  • Dropbox Sync
  • Clam Antivirus
  • Media Server (UPnP)
  • Mail-Server
  • MySQL Server
  • iTunes Server
Über die Einrichtung der verschiedenen Dienste schreibe ich hier nicht, weil ich sie vorerst nicht verwenden werde. Vielleicht später mal.

Konfiguration

Es ist wirklich alles da was man für den Betrieb braucht.
  • Benutzer
  • Benutzergruppen
  • Ordnerfreigaben
  • Netzwerkdienste
  • Speicher-Manager
  • uvm.

Geschwindigkeit

So ich muss zugeben, dass ich keine Tools zum Testen der Übertragungsgeschwindigkeit habe. Benchmark-Tests überlasse ich anderen. Aber natürlich habe ich auch meine eigenen Erfahrungen gemacht und kann sagen, dass ich mit der Geschwindigkeit absolut zufrieden bin. So wurden beispielsweise 588 Dateien mit insgesamt 911MB innerhalb von 3 Minuten und 2 Sekunden auf das NAS übertragen. Das ist schon ganz OK wie ich finde. Vor allem an Betracht der Anzahl an Files.

Eine einzelne Datei mit 3,2GB brauchte 4 Minuten und 33 Sekunden. Das ginge vermutlich schneller, 

FAZIT

Für meine Zwecke absolut ausreichend und preislich vollkommen OK, vor allem weil die Einrichtung einfach und leicht zu erledigen war und es umfassende Konfigurationsmöglichkeiten gibt.

5 von 5 Sternen


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