Donnerstag, 18. Mai 2017

iO4 720p Mini-DLP Beamer von iOWCHOW

Möglicherweise ist euch ja schon aufgefallen, dass ich derzeit massiv in der Vorbereitung der diesjährigen Halloween-Deko stecke, und im Zuge dessen unzählige Projektoren kaufe und ausprobieren.

Warum?
Die letzten Jahre bauten wir diverse Deko-Elemente selbst und versuchten immer wieder etwas Neues zu bringen und kommen nun leider zu dem Punkt, wo wir alle die Dinge nicht mehr lagern können. Also muss ein neuer Ansatz her .Der größte Teil der Deko wird dieses Jahr aus digitaler Dekoration bestehen. Dabei werden in den Fenstern des Hauses Gruselszenen gezeigt, im Garten auf ein 3D-Modell Szenen projiziert und wahrscheinlich ein kleiner "Grusel-Parcours" aufgebaut.

Der Vorteil der digitalen Deko ist, das man die Projektoren leicht verstauen kann, und es nur noch ein paar Leinwände und Spezialstoffe braucht. Natürlich haben Digitale Dekos auch einen Nachteil....den Preis, denn die Projektoren sind zwar schon sehr günstig zu bekommen, aber geschenkt sind sie auch nicht.

So und jetzt zu diesem Mini-Beamer, der mit Abstand das teuerste Modell in meiner Projektor-Sammlung ist. Und gleich vorweg kann ich sagen, dass dieser Beamer auch jeden Cent wert ist.

Lieferumfang

Schon die Box in der dieses Gerät geliefert wird, ist derart klein, dass manches größere Smartphone darin Platzangst bekommen würde. Darin ist dann auch noch eine Menge Zubehör hoch professionell geschlichtet (ich glaube nicht, dass man das jemals wieder verpackt bekommt, wenn man alles raus genommen hat).

* der Mini-Beamer mit schöner glänzender Oberfläche
* eine Fernbedienung, die vermutlich über Bluetooth verbunden wird (inkl. 2 AAA-Batterien)
* ein Dreibeinstativ
* ein Netzteil mit USB Typ-C Anschluss und EU sowie UK Stecker-Aufsatz
* ein USB Typ-C Ladekabel mit 120cm Länge
* ein HDMI-Kabel mit 100cm Länge
* eine englischsprachige Betriebsanleitung

Somit bekommt man alles mitgeliefert was benötigt wird, um den Projektor zu verwenden.

Die Anschlüsse

Trotz der ultrakompakten Bauweise ist alles da was man braucht. Mehr als die Möglichkeiten aufzuzählen braucht es hier nicht, sie sprechen für sich.

* WLAN
* USB
* HDMI
* Audio-Out
* USB Typ-C für die Stromversorgung


Los geht´s

Netzteil mit dem EU-Aufsatz versehen, Typ-C Kabel am Netzteil und am Projektor anstecken. Fertig.Natürlich kann man, so wie ich auch gleich das Dreibeinstativ anbringen und die Batterien in die Fernbedienung einlegen. Vor allem die Fernbedienung sollte man unbedingt verwenden, weil sich der Mini-Beamer sonst nämlich nicht wirklich bedienen lässt. Er hat zwar an der Oberseite Touch-Tasten für die Lautstärke (-) und (+) sowie einen Menü-Button, aber das wird an Betracht der Funktions-Fülle dieses Geräts etwas schwierig mit der Bedienung, wenn man die Fernbedienung nicht hätte.


Seitlich am Projektor befindet sich der Taster zum Einschalten. Lange drücken und los geht´s.
Das Erlebnis beginnt mit einem geführten Setup bei dem man gleich zu Beginn die Fernbedienung verbinden muss. Dazu muss man auf der FB nur die (-) und (+) Tasten gleichzeitig drücken, der Rest geht automatisch. Sobald die Fernbedienung gekoppelt ist wird man nach der Wunschsprache gefragt. Hier wählte ich Deutsch aus und konnte gleich feststellen, dass die Programmierer der Beamer-Software Fans des Google-Translators waren, denn die Deutsche Übersetzung ist teilweise etwas holprig. Da der größte Teil der Bedienung aber ohnehin über Icons und Symbole geht stört das überhaupt nicht.

Im nächsten Schritt wurden mir sämtliche WLAN Netzwerke der näheren Umgebung angezeigt und ich konnte meines wählen. Da die Fernbedienung über eine "Air-Mouse" verfügt, ist die Eingabe von Passwörtern usw. verhältnismäßig komfortabel. Diesen Schritt könnte man überspringen, wird aber nicht umhin kommen, wenn man Netflix oder Amazon Prime streamen will.

Hat man das Netzwerk verbunden, ist die Einrichtung auch schon fertig. Zuerst suchte ich am Projektor noch nach einer Möglichkeit den Fokus oder die Keystone-Korrektur vorzunehmen. Gebraucht hab ich sie nicht, weil das Bild bereits von Anfang an passte. in meiner Naivität war mir nicht ganz klar warum. Erst als ich auf der Fernbedienung die Taste "AF" entdecke wurde mir klar, dass es eine automatische Einstellung von Fokus und Keystone gibt. Einfacher geht es wirklich nicht mehr.

Die Bedienung

So klein dieser Beamer auch ist, so hochwertig ist seine Ausstattung und das Bedienkonzept. Klar, ohne Fernbedienung geht nichts, aber mit dem kleinen Steuerelement geht alles einfach von der Hand. Grund dafür ist sicher auch, dass der Projektor nicht mr irgendeiner Firmware sondern mit einem Betriebssystem auf Android-Basis ausgestattet ist.

Der Hauptbildschirm ist bunt und sehr einfach gehalten. So kann man mit der Wippe oder der Air-Mouse schnell zu Quellen navigieren, Medien wählen oder Apps öffnen. Außerdem wird angezeigt welche Verbindungen bestehen und wie die Verbindungsqualität ist und auch der Akkustand wird angezeigt. Moment, Akkustand? Ja wirklich, dieser Beamer hat einen eingebauten Akku mit dem er in den ersten Testläufen jeweils fast 2,5 Stunden ohne Netzteil durchgehalten hat. Also ein Fußballmatch oder ein Film ohne Stromversorgung ist drin. Und das macht diesen Beamer wirklich zu einem mobilen Projektor.

Die Auswahl von Quellen und Medien ist ebenso einfach wie das Abrufen von Inhalten direkt über das Internet. In wenigen Minuten war Netflix aktualisiert und verbunden. Ebenso einfach klappte es mit Prime Video. Echt cool.

Zusätzliche Apps lassen sich leicht über den App-Manager ohne Account installieren und können natürlich auch über den Google Playstore bezogen werden, wobei man dann einen Google-Account besitzen oder anlegen muss. Im Prinzip lässt sich der Beamer wie ein Tablet verwenden.

Der Ton

Was erwartet man sich von einem eingebauten Lautsprecher in einem Mini-Projektor? Hoffentlich nicht zuviel, denn mal ehrlich: wer ordentlichen Sound will, muss einen externen Lautsprecher über den Audio-Anschluss verbinden. Und das nicht nur bei dem kleinen Beamer, sondern bei jedem Projektor, weil so gut wie keiner einen guten Klang bietet.

Aber der Ton ist ziemlich laut, wenn man auf maximale Lautstärke geht und reicht völlig, um den Fußballkommentator bei einem improvisierten Semipublic-Viewing mit 10 Leuten noch verstehen zu können. Dass dabei der Sound nicht wirklich prickelnd ist und wie aus dem Lautsprecher eines Smartphones klingt sollte man in diesem Fall vernachlässigen können. Einfach einen mobilen Lautsprecher anschließen und fertig.

Was beim Klang auch sofort auffällt ist, dass der Lüfter zwar präsent, aber durchaus erträglich laut ist. Sobald Ton vom Lautsprecher kommt, wird das Lüftergeräusch so gut wie vollständig übertönt.

Das Bild

Was gibt es Wichtigeres bei einem Beamer als das Bild? Nichts!
Und das Bild ist bei diesem Projektor schon fast übernatürlich gut und kann locker mit größeren und auch teureren Projektoren mithalten (man muss natürlich immer im Blick behalten, dass es sich um ein Gerät in der Größe einer Powerbank handelt).

Die Bildauflösung ist 720p und übertrifft alleine damit schon den größten Teil der am Markt befindlichen Mini-Beamer, die meist nur 800x480 auflösen. Klar ist, dass auch dieser Beamer ein 1080p Signal verarbeiten kann. Wie bei anderen, die diese Auflösung angeben, kann er den Eingang zwar verarbeiten, rechnet das Bild aber auf die geringere Anzahl an Bildpunkten herunter. Aber wie gesagt: 720p ! und die sind echt.

Bei der Helligkeit war ich echt überrascht. Auf der Fernbedienung gibt es eine Taste für die Auswahl zweier Helligkeitsstufen. Im Akkubetrieb konnte ich die heller Stufe nicht wählen. Aber auch in der dunkleren Stufe ist das Bild selbst in nicht abgedunkelten Räumen gut zu erkennen. Bei Tageslicht im Raum bekommt man ein sehr gutes und helles Bild in der helleren Einstellung. Unter allen bislang getesteten Projektoren ist dieser mit Abstand der hellste gewesen.

Lüftergeräusch / Lautsprecher

Mit der Bildschärfe bin ich ebenfalls mehr als zufrieden. Selbst ohne spezielle Leinwand ist das Bild sehr gut und hat bis zum äußeren Rand eine gute Kantenschärfe. Die Einstellung der Schärfe erfolgt ebenso wie die Keystone-Korrektur automatisch, nur durch einen Druck auf den "AF" Button der Fernbedienung. Dazu wird ein Raster eingeblendet und vom Projektor erkannt. Das funktioniert selbst bei schräger Projektion an eine Zimmerdecke, bei der das Bild trapezförmig sein muss damit die Proportionen stimmen.

Auch schnelle Bewegungen und Bildsequenzen bereiten dem verwendeten DLP-Panel keine großen Probleme. Ich konnte auch bei Action-Sequenzen mit Explosionen und schnellen Bildfolgen kaum Fading oder verschwimmen des Bildes erkennen. Nur bei meinem Testvideo (eine Aufnahme tanzender Heilsarmee-Spendensammler in der 5th Avenue in NYC) zeigt ein leichtes Fading bei schnelleren Übergängen zwischen dunkel und hell.

Zudem ist der Kontrast wirklich sehr gut und Schwarz wirkt auch wirklich wie Schwarz ohne, wie bei vielen anderen Geräten, ins dunkle Grau zu verschwimmen.

Die mögliche Bilddiagonale entspricht in etwa der Entfernung des Beamers von der Wand. Bis zu einem Abstand von 3,5m war das Bild noch brauchbar, wenn auch schon etwas schwach aufgelöst. Aber schließlich hatte das Bild dann auch schon eine Diagonale von knapp 3,5m. Begnügt man sich mit 200-250 cm Diagonale, dann ist das Bild ausgezeichnet.

FAZIT

Auch wenn ich es bei der Bestellung nicht zu hoffen gewagt hätte, hat sich dieser Mini-Beamer als bester Projektor in unserem Haushalt herausgestellt. Eigentlich wollte ich das Gerät nur zum Ausprobieren bestellen um dann festzustellen, dass es nicht unseren Ansprüchen gerecht werden würde. Jetzt kann ich den Projektor auf keinen Fall zurück senden, weil ich ihn einfach nicht mehr hergeben möchte. Schon alleine wegen der Tatsache, dass wir damit einfach eine Urlaubsfoto oder -videoshow machen und den Projektor dazu einfach zu Freunden oder Verwandten mitnehmen können. Das alleine ist Grund genug den nicht ganz unerheblichen Kaufpreis in Kauf zu nehmen und das Gerät zu behalten.

Wir hatten den Beamer bei meinen Eltern mit um ihnen die neusten Fotos und Videos von den Kindern zu zeigen. Einfach auf einer freien weißen Wand, ohne Leinwand, ohne Verdunklung und ohne Netzteil. Aufstellen, einschalten und abspielen. Für Filme zwischendurch, für ein Fußballmatch auf der großen Leinwand im Garten oder eben als superportabler Projektor zum Präsentieren ist der Beamer einfach eine Wucht. Nicht zuletzt wegen des eingebauten Akkus, der eine netzunabhängige Nutzung erlaubt.

Mit einem sehr gut aufgelösten Bild ohne merkbares Fading und mit sehr guter Kantenschärfe sowie mit hoher Helligkeit und sehr gutem Bildkontrast ist der Beamer mehr als nur ein Spielzeug, sondern durchaus auch für die tägliche Verwendung im privaten Cineasten-Umfeld geeignet. Hier hilft natürlich auch die gute Bedienbarkeit des auf Android basierenden Betriebssystems und die ausgezeichnet reagierende Fernbedienung.

Aus diesen Blickwinkeln auch jeden Cent des nicht ganz billigen Kaufpreises wert!  Ich bin von diesem Mini-Beamer überzeugt und finde, dass man ihn absolut empfehlen kann.

5 von 5 Sternen


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