Mittwoch, 19. April 2017

Razorri E5200-M Vakuumiergerät

Natürlich ist es mir als leidenschaftlichen Hobby-Koch nicht entgangen, dass es einen Trend zum Sous-vide Kochen, also das Garen unter Vakuum gibt. Doch wollte ich dieses Folienschweißgerät eigentlich aus einem anderen Grund, nämlich zum platzsparenden Verwahren von Lebensmitteln, wenn ich wieder eine große Menge vorkoche und zum portionsweisen Erwärmen einfriere. Vor wenigen Monaten erhielt ich ein Vakuum-Schweißgerät zum Testen und habe mich sehr schnell daran gewöhnt. Das 'alte' Gerät hatte allerdings um zwei Funktionalitäten weniger als dieses hier, daher bestellte ich mir dieses Gerät und gab das alte in der Verwandtschaft weiter.

Grundsätzlich ist die Idee des Vakuumierens und Verschweißens nichts neues und auch schon in der Küche meiner Eltern im vorigen Jahrtausend durchaus gebräuchlich gewesen. Dazwischen wurde diese Art der Verpackung durch wiederverwendbare Plastikdosen aller Arten abgelöst. Die Plastikdosen haben auch ihren Charme, weil man sie nach einer Reinigung im Geschirrspüler mehrfach wieder verwenden kann. Allerdings sind sie meiner Ansicht nach für das Einlagern im Gefrierschrank nicht geeignet, da sich auf den Lebensmitteln schnell Gefrierbrand bildet, wenn sie nicht unter Vakuum eingefroren werden. Dabei tritt die in den Lebensmitteln enthaltene Feuchtigkeit an die Oberfläche und es bilden sich Eiskristalle.

Durch das Sous-vide-Garen, die im Privatbereich relativ neue Art des Garens unter Vakuum, erleben Vakuum-Folienschweißgeräte derzeit einen wahren Boom, und verbreiten sich nun auch wieder mehr in privaten Haushalten.

Dieses Gerät wurde in einem stabilen Karton geliefert und es lagen dem Schweißgerät auch noch eine Betriebsanleitung (Englisch), ein kurzer Schlauch für die Verwendung mit Vakuum-Dosen und ein paar Folienbeutel sowie eine Folienrolle bei. Damit kann man gleich loslegen. Ich hatte allerdings bereits eine große Zahl unterschiedlich großer Folienbeutel zuhause.

Die Bedienung

Hier gibt es keine Rätsel, auch wenn man die Bedienungsanleitung nicht liest. Es gibt an der Oberseite ein paar Sensortasten (sehr praktisch, weil diese nicht so schnell kaputt gehen wie die normal verwendeten Mikroschalter) für die Auswahl ob man ein starkes (normal) oder schwaches (gentle) Vakuum erzeugen, trockene (dry) oder feuchte (moist) Lebensmittel einschweißen oder einfach nur einschweißen (seal) bzw. unter Vakuum einschweißen (vac seal) will. Möchte man den Vorgang abbrechen gibt es eine Stop Taste.

Um Lebensmittel einzuschweißen muss man diese nun in einen geeigneten Beutel füllen, den Beutel dann in das Schweißgerät einlegen und den Deckel fest schließen bis er einrastet. Möchte man lediglich den Beutel verschweißen, dann genügt ein Druck auf die linke Taste 'Seal only' wodurch nur eine Schweißnaht erzeugt und der Beutel verschlossen wird. Während des Versiegelns leuchtet eine LED, die auf den aktiven Vorgang hinweist. Damit man eine Folie einlegen kann muss man die Verschlüsse des Geräts an den Seiten lösen und um die Folie zu fixieren drückt man einfach den Deckel fest auf das Gerät (es sind zwei kleine Hände aufgeklebt, die zeigen wo man am besten drücken sollte).

Möchte man die Luft aus entsprechenden Vakuum-Dosen absaugen, so liegt dafür ein spezieller Schlauch bei. Wird dieser verwendet, befindet sich die Bedientaste im gleich hinter dem Anschluss für den Schlauch im Inneren des Geräts. Für diesen Vorgang gibt es keine Vorwahl ob stark/schwach oder trocken/feucht, da man die Dosen ohnehin nicht so voll füllen kann, dass Flüssigkeit durch den Schlauch in das Gerät gesaugt würde. 

Der Vorgang

Also grundsätzlich klappt das mit dem Vakuum sehr gut. Allerdings muss ich sagen, dass ich
zwischen 'gentle' und 'normal' kaum einen unterschied feststellen konnte. Füllt man Kekse (oder wie auf dem Bild zu sehen Brot) in den Beutel, so wird trotz sanfter Stufe so stark abgesaugt, dass die Kekse brechen (aber sie zerbröseln zumindest nicht völlig) und das Brot ziemlich deformiert wird. Beim Brot macht es aber einen Unterschied wie viele Scheiben man einschweißt. Denn bei 5 Scheiben Brot erkennt man den Unterschied dann doch stark, weil hier bei normaler Stufe nur noch ein klumpen übrig bleibt und bei der schwachen Stufe das Brot noch als solches erkennbar ist. Da wir Brot meist in Schieben schneiden und dann unter Vakuum einfrieren um es lange schimmelfrei zuhalten ist das für uns ziemlich wichtig.

FAZIT

Wie gesagt haben wir das Vakuum-Prinzip schon ziemlich verinnerlicht. So werden bei uns alle Tiefkühlprodukte gleich portionsweise aufgeteilt und eingefroren, da unsere Kids sich oft selbst was ins Backrohr schieben und die verbleibenden Lebensmittel schnell im Tiefkühler unter Gefrierbrand leiden und dann nur noch entsorgt werden können. Egal ob halbe Pizza (unsere Kinder essen meist nur eine halbe Pizza und der Rest landet sonst im Müll), Fischstäbchen, Fleischbällchen, Brot oder ähnliches, fast alles wird bei uns bereits unter Vakuum eingefroren, sogar fertige Schinken-Käse-Toast frieren wir ein, damit sich die Kinder einfach einen rausnehmen und in den Plattengriller legen können.

Das Gerät selbst liefert eine gute Bedienung und sorgt schnell und nicht zu laut für ein ordentliches Vakuum in den Beuteln die es nach dem Absaugen sehr gut verschließt. Auch nach längerer Zeit lässt die Schweißnaht nicht nach, wie es bei manchen Geräten der Fall ist. Somit ist dieses Gerät eine absolute Empfehlung.

5 von 5 Sternen


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