Mittwoch, 20. Dezember 2017

Zhiyun Q3 Smooth - 3-Achsen Stabilisator

Ich wollte so ein Gerät haben, um meine Kinder beim Skifahren zu filmen und mit Ihnen dann diese Aufnahmen gemeinsam ansehen zu können und eventuell ein paar Verbesserungen beim Fahrstil zu schaffen. Da probierte ich zuvor mit meinem Handy und dann mit meiner Action Cam. Der Nachteil bei beiden Varianten war, das wackelige Bild und vor allem die Tatsache, dass ich beim Vorbeifahren das Objektiv nicht ordentlich auf die gefilmten Personen ausrichten konnte. Also bestellte ich mir dieses Gimbal-Teil.

Lieferung war schnell und beim Auspacken machte das Gerät einen sehr guten Eindruck. Untergebracht in einer ordentlichen Tasche, mit einer ausführlichen Anleitung auf Englisch und einem Ladekabel.

Das Gerät hat eine gute Haptik, fühlt sich wertig und gut an und lässt sich leicht halten, durch den massiven Griff. Zudem gäbe es eine Möglichkeit das Smartphone über einen USB-Ausgang mit Strom zu versorgen, was natürlich zu Lasten der Gimbal-Laufzeit geht.

Für die Grundsätzliche Nutzung braucht es keinerlei Vorbereitungen, da man das Gerät nach dem Einlegen des Smartphones einfach einschalten muss und es nach Aktivierung des Ausgleichs sofort das Smartphone stabilisiert. Hier kann man den Joystick am Griff nutzen, um die Lage zu justieren. Nett, aber nicht das was ich brauchte.

Um aber die erweiterte Funktionalität nutzen zu können, muss man die App installieren. Diese gibt es im Playstore zum kostenlosen Download. Dieser App muss man so gut wie alle Rechte auf dem Phone freischalten, weil sie nicht nur auf Kameras und Mikrofon sondern auch noch auf die Anrufverwaltung, Nachrichten und so weiter reagieren will. Wozu man dann eine Freigabe 'darf Anrufe tätigen' braucht, weiß ich allerdings nicht. Nun bin ich kein besonderer Freund von speziellen App, die das machen, was andere Apps (Kamera) bei meinem S8 ohnehin perfekt machen, aber ohne geht es leider nicht.

Also installierte ich die App und verband den Stick damit, was wenigstens schnell und problemlos
klappte. Nun kann man vom Stick aus direkt zwischen den Kameras (Front / Hauptkamera) umschalten, digital zoomen, auswählen ob man Videos oder Fotos machen möchte und nicht zuletzt die Aufnahme starten und stoppen. Natürlich lässt sich mit dem Joystick auch weiterhin der Winkel und die Position nachführen. Das alles klappt auch wirklich gut, was meiner Meinung nach bis hier hin absolute Zufriedenheit bedeuten würde.

Der erste Dämpfer für mich kam bei der Kalibrierung, denn diese klappte mit meinem S8 zumindest nicht. Dazu muss man in der App den Punkt Kalibrierung aufrufen und dann in 6 Schritten das Gimbal in verschiedenen Lagen auf eine ebene Fläche, wie die Tischplatte legen. Sobald eine Lage eindeutig identifiziert wurde, wird sie gespeichert und man muss es in die nächste Lage bringen. Und genau das funktionierte bei mir leider nicht. Der erste Schritt wurde noch erkannt und das Symbol wurde grün. Der zweite Schritt wurde schon nicht mehr erkannt und ich musste die Kalibrierung nach mehreren Versuchen und knapp 30 Minuten  erfolglos abbrechen. Keine Ahnung woran das liegt.Auch mit der aktuellsten Version vom 20.12. klappt die Kalibrierung einfach nicht.

Wobei die Kalibrierung für mich noch kein großes Problem darstellte, nachdem das Gerät ohnehin ordentlich kalibriert zu sein schien. Viel schlimmer wo für mich die Tatsache, dass ein Fokussieren auf eine Person in der App nicht ordentlich funktioniert. Dazu gibt es grundsätzlich ein Symbol links unten auf dem Screen. Drück man dieses, dann kann man ein Ziel auswählen, das dann in weiterer Folge verfolgt wird, indem man ein Quadrat darüber zieht. Also nicht einfaches Antippen, sondern tippen und ziehen. Genau diese Funktionalität ist für mich der Kaufgrund für ein derartiges Gerät gewesen. Ist ein Objekt fixiert, dann führt das Gimbal die Kamera dem Objekt nach. Das klappt aber wirklich nur dann gut, wenn sich das gewählte Objekt stark von der Umgebung abhebt. In meinem Fall geht es, weil ich Personen mit Skikleidung in kräftigen Farben auf weißem Hintergrund filme. Bewegt sich aber eine Person vor einem Wald, dann hilft die bunteste Skikleidung nichts mehr, weil dann das Gerät wie wild nach dem Objekt sucht und im schlimmsten Fall komplett aus der Spur gerät und schlussendlich mit dem Smartphone wie ein gestörter Roboter am Griff anschlägt....immer und immer wieder.

Also klappt es für meine Anwendung in den meisten Fällen gut, aber eben weit entfernt von perfekt. Und ein weiterer Mangel bremst meine Euphorie ein wenig: Die App ist ein Akkufresser. Mir ist schon klar, dass ein Smartphone beim Filmen mehr Strom benötigt als sonst, aber ich denke doch, dass nach 40 Minuten Filmen ein voller S8 Akku nicht komplett leer gesaugt sein sollte. Nun ist mir auch klar, warum es eine Power Bank Funktionalität bei dem Gimbal gibt, denn einige Smartphones würden sonst vermutlich nach wenigen Minuten den Geist aufgeben.

Der 3-Achsen Griff ist meiner Ansicht nach wirklich gut verarbeitet und macht auch genau das, was ich mir erwartet hätte, aber wie schon so oft bei günstigeren Nachbau-Produkte krankt es an der App, die alles Andere als ausgereift ist. Derzeit bin ich auf der Suche nach einer funktionierenden App für dieses Gerät, denn der Preis für die Hardware ist meiner Ansicht nach sehr fair.

4 von 5 Sternen


Dienstag, 12. Dezember 2017

MLITER Kaffeemaschine - Fast ein Caffé Americano

Es gibt viele Arten Kaffee zuzubereiten. Mir persönlich schmeckt Espresso aus der Barista-Maschine am besten, allerdings trinke ich auch gerne den 'gewöhnlichen' Espresso aus dem Vollautomaten. Filterkaffee ist eigentlich weniger mein Ding. Nach dem letzten USA-Aufenthalt hat sich das aber in wenig geändert. Da es in den USA nur sehr selten Barista-Espresso gibt, und man sich in den meisten Fällen mit Kaffee aus der überdimensionalen Filterkaffeemaschine zufrieden geben muss, stellte ich fest, dass der Filter-Kaffee oft bekömmlicher war, als die gleiche Menge Espresso.

Ja ich trinke viel Kaffee, an vielen Tagen sind es schon mal 10 Espresso oder mehr. Dieser Kaffeekonsum schlägt sich ab und zu schon mal auf den Magen. Nun sind Filterkaffees nicht zwingend besser für den Magen, aber es kommt doch wesentlich mehr Wasser auf die gleiche Menge Kaffee. Filterkaffee wir leider meistens aus gemahlenem Kaffee gebrüht. Will man frisch gemahlenen Kaffee, dann braucht man zusätzlich noch eine Kaffeemühle. Also alles nicht ganz einfach.

Für Freunde des Filterkaffees gibt es mit solchen Maschinen wie dieser hier eine durchaus brauchbare
Lösung für das Problem. So schlägt man nämlich gleich drei Fliegen mit einer Klappe. Diese Maschine besitzt einen Timer, ein integriertes Mahlwerk und einen Dauerfilter. Dazu später mehr.

Geliefert wurde die Kaffeemaschine in einem nicht allzu großen Karton. Im Lieferumfang war außer der Kaffeemaschine nur noch die dazugehörige Glaskanne, der Portionierer und eine Betriebsanleitung. Die Maschine war gut geschützt für den Transport.

Die MLITER Maschine besteht aus einem Hauptgerät, einer herausnehmbaren Mahleinheit mit integriertem Tropfstopper, wenn
die Kanne aus der Maschine entnommen wird, einem entnehmbaren Dauerfilter und der Glaskanne.

An der Vorderseite ist eine einfache Bedieneinheit bei der man die Uhrzeit einstellen, und dann einen Einschaltzeitpunkt programmieren kann. So besteht die Möglichkeit sich morgens mit dem Duft von frisch gemahlenem und gebrühtem Kaffee wecken zu lassen. Zu dem gibt es zwei Tasten für die Auswahl ob man die Maschine mit gemahlenem Kaffee oder mit Kaffeebohnen befüllt hat. Die Programmierung ist einfach und auch ohne Bedienungsanleitung zu schaffen. Vor der ersten Verwendung rate ich 2-3 Mal eine komplette Kanne voll Wasser ohne Kaffee durchlaufen zu lassen, um einen etwaigen Kunststoffgeschmack im Kaffee zu vermeiden. Anfangs riecht die Maschine auch noch ein bisschen nach Plastik. Nach einer halben Stunden und rund 2 Liter Wasser war der Geruch verflogen. Im ersten Kaffee schmeckte und roch ich zumindest kein Plastik.

Um nun zu frischen Filterkaffee zuzubereiten genügt es frisches Wasser in den eingebauten Wasserbehälter zu füllen und in den Dauerfilter eine entsprechende Menge Bohnen zu geben. Jetzt nur noch die Zeit programmieren und fertig.

Wer nun hofft, morgens durch den intensiven Geruch von frisch gebrühtem Kaffee zu erwachen, wird vermutlich ein wenig enttäuscht sein, dass die eingebaute Kaffeemühle ziemlich laut ist. Sollte man das Bett also in geringer Entfernung zur Küche haben, so wird man vermutlich bereits durch das Mahlgeräusch aus dem Schlaf gerissen. Der panische Sprung aus dem Bett, und die Suche nach der Ursache für den Lärm fällt vermutlich nach den ersten Tagen mit der Maschine weg, weil man nach einiger Zeit weiß, was den Lärm verursacht.

Die Mühle mahlt den Kaffee sehr fein und nach Bedarf jedes Mal frisch. Nachdem der etwa 1-minütige Mahlvorgang beendet ist, beginnt die Maschine mit dem Brühen. Klassischer Filterkaffe eben. Nach etwa 10 Minuten ist der Filterkaffee fertig in die Kanne gelaufen und bleibt dort für ca. 40 Minuten lang warm gehalten, obwohl sich die Heizplatte bereits nach etwa 30 Minuten ausschaltet.

Der Kaffee ist wirklich mehr als in Ordnung. Selbst für mich als Espresso-Trinker ist dieser Kaffee durchaus eine vorübergehende Alternative, wenn auch kein völliger Ersatz. Die Wassertemperatur ist offensichtlich sehr gut gewählt, da der Kaffee aromatisch und nicht zu bitter wird. Das liegt natürlich auch am frischen Mahlen. Außerdem ist die Heizplatte nicht zu heiß, was ein schnelles bitter werden ebenfalls reduziert. Auf heißen Wärmeplatten neigt der Filterkaffee oft zu einem schnellen Aromaverlust. Ich bin fast geneigt zu sagen, dass der Kaffee geschmacklich ein bisschen was von einem Caffé Americano hat, also wie ein mit Wasser gestreckter Espresso schmeckt. Rund und vollmundig. Natürlich kommt es auf den Kaffee an - ich verwende den Jacobs Momente Crema Classico

Um die Brüheinheit zu reinigen, kann man diese komplett aus der Maschine entnehmen und sie entleeren. Natürlich bleibt hier gerne man ein Rest Kaffeesatz übrig, den man dann über das Spülbecken entsorgen muss. Ich habe sowohl den Brühteil als auch den Dauerfilter in den Geschirrspüler gegeben, und beide haben das unbeschadet überstanden.

Der Dauerfilter ist übrigens fein genug, um kaum Kaffeesatz durch zu lassen. Das erkannt man anhand einer geleerten Tasse, in der sich nach dem Trinken kaum Satzreste befanden. Dieses Filtersystem ist toll, weil es keinen Müll verursacht. Man kann den Satz einfach in den Biomüll entleeren, den Filter spülen und das nächste Mal wieder verwenden.

Für Freunde des Filterkaffees mit einer Neigung zu frisch gemahlenen Bohnen ist diese Maschine durchaus eine Empfehlung, obwohl es vermutlich noch etwas praktischer wäre, wenn die Maschine über einen eingebauten Bohnenbehälter verfügen würde. Dennoch ist vor allen der Preis ein Argument, weil ja auch bereits die Mühle eingebaut ist und man so zwei Geräte in einem bekommt.

5 von 5 Sternen


Montag, 11. Dezember 2017

Sous Vide Garen mit dem OMorc Stick

Obwohl ich gerne koche, hatte ich bis vor kurzer Zeit noch nichts vom Kochen unter Vakuum gehört. Eigentlich kam ich zum Sous Vide Garen, weil ich die perfekten Steaks am Griller zubereiten wollte. Da es dort sehr schwer ist die perfekte Garstufe zu erreichen, versuchte ich es mit dem Einschweißen der Steaks in Vakuum. Dann legte ich die Steaks in ein Wasserbad im Backofen und versuchte den Ofen so einzustellen, dass die Temperatur bei konstant 58 Grad Celsius lag. Bei dieser Temperatur ließ ich die Steaks zwei Stunden lang im Wasserbad liegen. Danach legte ich sie auf den sehr heißen Griller, wo ich mit ein paar Räucherchips zusätzlich eine Rauchnote ans Fleisch brachte. Die  Steaks waren absolut perfekt.

Der Vorteil vom Sous Vide Garen ist, dass die Lebensmittel unter Vakuum kaum an Saftigkeit verlieren, weil die Flüssigkeit im Kern erhalten bleibt. So ist der Geschmack meist wesentlich intensiver als beim herkömmlichen Kochen. Das liegt im Prinzip auf der Hand, denn wenn ein Stück Rindfleisch in der Suppe gekocht wird, dann werden die Fleischaromen teilweise an die Suppe abgegeben, was in diesem Fall ja auch so gewünscht wird. Zudem kann man die Lebensmittel langsamer und damit schonender erhitzen. Bei Fleischgerichten machte ich die Erfahrung, dass das Fleisch wesentlich zarter wird und bei Gemüse zerkocht sich die Struktur des Gemüses nicht so, wie es beim Kochen im Wasser oft der Fall ist.

Alles in Allem schmecken Speisen die Sous Vide gegart werden intensiver und natürlicher. Vermutlich enthalten sie auch noch mehr Vitamine, aber das kann ich nicht bestätigen, weil man das nicht schmecken kann :-)

Nachdem das garen im Backrohr recht gut geklappt hat, jedoch im Bezug auf die Einstellung und das halten einer genauen Temperatur mehr als mühsam war, war der nächste logische Schritt die Anschaffung eines Sous Vide Sticks. Diese Sticks arbeiten nach dem Prinzip eines, aus früheren Zeiten bekannten, Wasserkochers, haben jedoch eine ausgeklügelte Regelelektronik an Bord.

Also bestellt und ausgepackt. Im Lieferumfang war neben dem Stick auch noch eine Halterung für die Topfmontage und eine Bedienungsanleitung auch mit Deutscher Sprache.

Der Kochstick ist monumental groß und besteht aus einem, unter einer Blechabdeckung versteckten, Heizstab, einem ebenfalls dort befindlichen
Quirl und einem Temperaturfühler, der neben dem Heizstab die Temperatur überwacht. An der Oberseite des Griffs befindet sich die Regelelektronik mit den entsprechenden Bedienelementen. Dort lässt sich mit einem Klick die Temperatur von Fahrenheit auf Grad Celsius wechseln.

Die Einstellungen, die für das Kochen notwendig sind, lassen sich mit einer Taste und einem seitlichen Scrollrad erledigen. Dazu wählt man zuerst die gewünschte Kochtemperatur und dann in weiterer Folge die Kochzeit. Sobald man das gemacht hat genügt es den Play-Button zu drücken und es geht los.

Der Sous Vide Stick beginnt langsam aber kontinuierlich mit dem Aufheizen des Wassers, wobei der Quirl die Wärme sehr gut im Topf verteilt. Sobald die Solltemperatur erreicht ist, beginnt der Timer zu laufen. Der Stick hält die Temperatur perfekt bis die eingestellte Zeit abgelaufen ist. Das wir auch permanent an dem Digital-Display angezeigt. Stichprobenartige Überprüfung der Temperatur ergab eine geringe Abweichung von der Solltemperatur von etwa 0,8 Grad Celsius, obwohl man hier auch dem Infrarot-Thermometer eine entsprechende Messungenauigkeit vorwerfen könnte.

Die Bedienung des Sticks ist denkbar einfach und die Verwendung und Reinigung ebenso. Vor allem, weil beim Sous Vide Garen ja nur Wasser in Kontakt mit dem Stick kommt. Zudem ist ein Vorteil, dass man theoretisch keine Kochplatte braucht, weil man den Stick ja in jeden beliebigen Topf an jedem beliebigen Ort mit Stromanschluss einhängen kann. Der Topf muss allerdings groß genug sein, da der Stick wie bereits erwähnt riesig ist.

Nun noch ein paar Worte zur Haptik. Der OMorc Stick liegt schwer und wertig in der Hand. Allerdings vermittelt das seitliche Scrollrad ebenso wie die flackernde Temperaturanzeige nicht ganz den hochwertigen Eindruck, den ich mir erwartet hätte. Jedoch darf man hierbei nicht außer Acht lassen, dass es sich bei diesem Modell um ein Gerät handelt, das nicht mal die Hälfte von vergleichbaren 'marken-Produkten' kostet. So gesehen, darf es kleine Unpässlichkeiten geben, die man so auch eher verzeihen kann.

Meiner Meinung nach bekommt man mit diesem Modell genau das, was von einem Sous Vide Stick zu erwarten ist, und das auch noch zu einem vernünftigen Preis. So lässt sich diese Arte zu Kochen ausprobieren. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass man auch einen Vakuum-Schweißgerät braucht, weil der Stick sonst eigentlich keinen Sinn macht. und noch etwas gibt es zu bedenken: Die Anschaffung eines Dampfgarers, der zwar wesentlich teurer ist, ist auf jeden Fall sinnvoller. Sollte ein Dampfgarer eine Option sein, dann gäbe es für mich nichts zu überlegen, allerdings haben wir keinen Platz für einen Dampfgarer, weshalb dieser Stick die beste Möglichkeit zum vernünftigsten Preis war.

5 von 5 Sternen


Donnerstag, 23. November 2017

DEMU INSTONE 3D Drucker

Auch auf die Gefahr hin, dass mich jetzt auch noch die letzten meiner Freunde für absolut verrückt halten, muss ich hier mal sagen, dass ich mir diesen 3D Drucker nur gekauft habe, um damit für nächstes Halloween die ultimativen Gruseleffekte und einzigartige Kostüme zu gestalten.

Ich persönlich werde das Gerät weder für Modellbau noch für die Prototypen-Entwicklung verwenden, obwohl ich nach den ersten Anwendungen davon überzeugt bin, dass dies sicher problemlos funktionieren würde.

Die Lieferung erfolgte schnell und die Verpackung war ausreichend
geschützt, damit auch auf dem Transportweg nichts kaputt ging. Im Lieferumfang war alles Nötige, damit man gleich mal mit ein paar Test-Prints loslegen kann.

Ein Quick Start Guide in Englisch erleichtert dabei den Start. Mit Bildern und etwas Text wird man durch die Inbetriebnahme geführt. Dies dauerte bei mir etwa 15 Minuten, bis alle Verpackungsmaterialien und Schutzteile entfernt und die Elemente richtig appliziert waren.

Etwas mehr Zeit beanspruchte die korrekte Ausrichtung der beheizten Platte, weil diese für einen korrekten Druck natürlich entsprechend waagerecht zur Extruder-Düse sitzen sollte. Sie wird mit vier Stellschrauben an der Unterseite justiert. Wenn das mal passiert ist, sollte es aber auch in nächster Zeit nicht mehr nötig sein. Ein entsprechendes Justierungsprogramm ist über das Display zu wählen.

Dann musste ich noch das Filament einführen und auf dem Display die Vorheizfunktion aktivieren, da die Extruder-Düse nach einiger Zeit in den Standby Modus geht.

Im Quickstart-Guide stand, dass man die Glasplatte auf die beheizte Trägerplatte aufkleben soll. Ich denke, dass dies ein Fehler in der Übersetzung ist und habe das mal nicht gemacht. Das Drucken funktioniert perfekt und ich glaube, dass es nicht besonders gescheit wäre die Glasplatte im Gerät festzukleben.

Als nächstes versuchte ich die Software, die auf der mitgelieferten SD-Karte gespeichert ist, auf meinem Windows 10 PC zu installieren. Die Installation ging problemlos, aber die Software ließ sich nicht starten. Ich kontaktierte daraufhin den Anbieter mit der Bitte um eine Lösung. In kürzester Zeit erhielt ich den Tipp, dass man die Software mit Administratorrechten installieren und mit eben diesen Rechten starten sollte (das funktioniert durch einen Rechtsklick auf die Datei und Auswählen des Punktes "mit Administratorrechten starten") Nachdem ich das gemacht habe, ließ sich die Software starten.

Diese ist notwendig, hab ich mir von meinem Freund erklären lassen, damit die druckerspezifischen Einstellungen richtig sind. Jeder Drucker hat unterschiedliche Arbeitshöhen, -breiten und -tiefen und auch andere Parameter bei der Filament-Temperatur und der Vorschubgeschwindigkeit im Extruder.

Nachdem die Installation erfolgreich war, und wir etwas mühsam die Sprache von Chinesisch auf Englisch änderten (auf dem Bild sieht man den Menüpunkt und das entsprechende Tastenkürzel dafür) importierte ich ein 3D Modell, das ich mir zuvor auf Thingiverse.com herunter geladen hatte. Zum Ausprobieren lud ich einen Wireframe Skull, in der Hoffnung, dass dieser halbwegs schnell erstellt sein würde. Erst mal in die Instone3D Software geladen und als entsprechendes GCode-File gespeichert, bekommt man bereits in der Software eine ungefähre Zeitangabe für die Dauer der Produktion, sowie Angaben zum Filament-Verbrauch.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Übertragung über WiFi bislang überhaupt nicht probierte, weil es mit der SD-Karte so problemlos geht, dass mir das komfortabel genug ist. Ich speicherte einfach das GCode File auf die SD-Karte und legte diese auf der Seite des Druckers ein.

Da der Drucker an der Oberseite ein Touch-Display besitzt, kann man dort ganz einfach das File auswählen und drucken. Davor muss man allerdings noch den Preheat Punkt anwählen und die Transportplatte sowie die Düse vorheizen, da beides vermutlich im Standby sein wird.

Sobald man das File für den 3D Druck ausgewählt hat geht es los. Der Drucker macht das was er soll und ist dabei nicht zu laut. Da er in einem geschlossenen Gehäuse eingebaut ist, befinden sich an der Rückseite zwei Lüfter die das Gerät mit Luft zur Kühlung versorgen. Diese machen natürlich Geräusche, wie auch die Motoren für die Armbewegung. Aber man kann daneben konzentriert arbeiten und bekommt durch die Geräuschkulisse auch nicht sofort einen Tinnitus.

Ob der Drucker nun im Vergleich zu anderen schnell oder langsam ist , kann ich nicht sagen, weil mir
die Vergleichswerte fehlen, aber ich kann zumindest sagen, dass das Ergebnis sehr gut verarbeitet aussieht und die Oberfläche wirklich sauber gelungen ist.

Von dem Wireframe Skull kann ich auch noch ein Video während der Verarbeitung einstellen. Da habe ich ein paar Sekunden lang mitgefilmt um zu Zeigen wie der Drucker arbeitet.



Alles in Allem muss ich sagen, dass dieser Drucker ziemlich professionell aussieht, für die ersten Versuche wirklich gute Druckergebnisse liefert und dabei auch nicht zu laut ist. Auch die Tatsache, dass er gleich zu Beginn fast 48 Stunden lang durchgehend gedruckt hat und noch immer läuft spricht für die Qualität des Geräts. Das erwarte ich mir zu diesem Preis aber auch, schließlich ist er dafür ja gemacht.

5 von 5 Sternen



Freitag, 17. November 2017

Austrian Airlines Economy vs. Business Class

Ich wollte immer schon einen Vergleich zwischen zwei Buchungsklassen auf der gleichen Strecke anstellen, was bislang leider immer an den Kosten für die Business Class scheiterte. Der Aufpreis für ist doch recht ordentlich, wenn man davon ausgeht, dass es bisher meist nur zwei Klassen (Economy / Business) gab. Mittlerweile werden die Optionen auf vielen Strecken durch eine dazwischen eingeführte Premium Economy Class erweitert. Diese Punktet vor allem durch höheren Sitzkomfort und ein etwas erweitertes Angebot.

Dieser Vergleich basiert aber noch auf einer Strecke, auf der es zum Zeitpunkt des Fluges noch keine Premium Economy gab. Und weil ich keine Geld-Druckmaschine besitze, buchte ich auch nicht Business, sondern versuchte mein Glück mit einem Smart-Upgrade. Wie das funktioniert erkläre ich etwas später.

Die Buchung

Nichts einfacher als das. Austrian Airlines bietet hier eine sehr komfortable Website und eine nicht minder praktische Smartphone App. Nun bin ich ein Mensch, der gerne den Überblick bewahrt, weshalb ich die Flugsuche und Buchung lieber über die Website Austrian.com durchführte. Dabei genügt es Abflughafen und Zielflughafen sowie den Reisezeitraum und die Passagierzahl anzugeben.

Die Suchergebnisse werden übersichtlich dargestellt und wie bei Flugsuchen üblich, lässt sich auf einen Blick feststellen, ob es an den umliegenden Daten eventuell günstiger Flüge gäbe.

Ich suchte nach Flügen von Wien nach Miami und wieder zurück mit einem Aufenthalt von 10 Tagen. Da die Flüge am Freitag günstiger waren als am Samstag, wählte ich die Verbindung für meine Frau und mich entsprechend aus. Der Direktflug OS97 nach Miami war ideal, da wir morgens noch Zeit hatten die Kinder zu versorgen, bevor die Großeltern die Verantwortung übernahmen, und trotzdem schon am Nachmittag in Miami landeten. Für den Rückflug wählte ich ebenfalls den Direktflug OS98, da auch hier die Flugzeit optimal war. Durch den Start am späten Nachmittag, verloren wir keine Zeit in Florida.

Sobald die gewünschten Flüge gewählt sind, muss man im nächsten Schritt die Daten der Reisenden angeben. Hier musste ich feststellen, dass das Austrian-System ziemlich resistent gegen die Eingabe der Miles&More Nummer war. Nach einigen Versuchen gab ich es auf,da das System lediglich meine Nummer akzeptierte, die meiner Frau jedoch komplett ignorierte. Ich muss jetzt mal schauen ob ich die Nummer nachtragen kann.

Nach den persönlichen Daten geht es weiter zu den Zusatzleistungen, auch als Services bezeichnet. Dort bekommt man eine detaillierte Beschreibung zu den Sitzen eines Flugzeuges mit Vorzügen und Nachteilen sowie in vielen Fällen sogar mit Kommentaren von Personen, die auf dieser Strecke bereits unterwegs waren.

Besonderes Essen brauchten wir keines, aber ein Sitzplatz mit mehr Beinfreiheit sollte es schon sein, weil ich mit 183 cm doch eher dazu tendiere mit meinen Kniescheiben an der Lehne des Sitzes der Reihe davor anzustehen. Um herauszufinden welche Sitze auf einem bestimmten Flug gut oder eher schlecht sind, empfiehlt es sich die Airline und den Flug auf Seatguru zu checken.

Für unseren Flug bot sich die Reihe 19 an, da es dort wegen des Notausgangs etwa 60cm mehr Beinfreiheit gibt. Wichtig war auch der Hinweis auf Seatguru, dass die drei Sitzplätze der Reihe 19 im Mittelgang eher unangenehm wären, da viele Passagiere den erweiterten Fußraum als Durchgang nützen würden. Und das bestätigte sich dann auf dem Flug auch, denn die drei Personen im Mittelgang wurden auf dem kompletten Flug durch andere Passagiere belästigt (eine echte Zumutung wie frech manche Leute sind), nur damit sich die anderen Passagiere zusätzliche 10 Meter Weg ersparten.

Die Sitzplatzreservierung kostete pro Person und Strecke 75,00 Euro, wobei ich sagen muss, dass es wirklich gut investiertes Geld ist, denn die Beinfreiheit in dieser Reihe ist unschlagbar. Vor allem, wenn man die Fensterplätze bucht, weil man dort auch nicht durch andere Passagiere belästigt wird (oder zumindest eher selten, wenn mal jemand eine Ausweiche benötigt). In dieser Sitzreihe konnte ich auf dem kompletten Flug mit gestreckten Beinen sitzen und hatte es wirklich bequem.

Nach der Bestätigung aller Daten sowie der Auswahl der gewünschten Zahlungsart kommt man zum Abschluss der Buchung und ist wenige Sekunden später Besitzer seiner Tickets.

Die App

Wie bereits gesagt, könnte man mit der Austrian App natürlich auch buchen. Das machte ich zwar nicht, aber ich nutze die App zum Check In und für die Speicherung der digitalen Bordkarte, was leider nicht auf allen Strecken möglich ist, denn von Wien nach Miami konnten wir die Smart-Bordkarten nutzen, auf der Strecke zurück mussten wir uns die Bordkarten nach dem Check In an einem Schalter der Airline noch ausdrucken lassen.

Die App ist sehr übersichtlich gestaltet und gibt in der Bedienung keinerlei Rätsel auf. Man findet die Bordkarte schnell und es lassen sich auch mehrere Boarding-Pässe hintereinander, durch einfaches Wischen, aufrufen. Wer schon mal die Airberlin (RIP) App nutzte, weiß warum ich das besonders hervorhebe.

Der Flug - Economy Class

So und nun komme ich endlich zum eigentlichen Thema dieses Blog-Posts.
Auf dem Flug von Wien nach Miami hatten wir die Sitzplätze 19H/K in der Notausgang-Reihe mit mehr Beinfreiheit. Da es beim Notausgang manchmal etwas kühler zu werden scheint, liegen in dieser Reihe ein Kissen und eine leichte Decke für jeden Passagier bereit. Ansonsten unterschieden sich die Sitzplätze nicht von den anderen dieser Kategorie. Gleich breit und ebenso wenig schräg zu stellen, wie die Anderen.

Der Aufpreis von 75 Euro je Sitzplatz für die Plätze dieser Reihe lohnt sich auf jeden Fall, und ich kann nur jedem, der über 178 cm groß ist, wärmstens empfehlen sich die Plätze bei der Buchung zu sichern, solange es sie noch gibt, denn die sind wirklich sehr beliebt bei den Passagieren.

Die Beinfreiheit auf den normalen Sitzen der Economy ist durch den Sitzabstand von nur 76,8 cm eher gering, sogar im Vergleich mit anderen Airlines. In den meisten Fällen sind 31" (79,4 cm) üblich, was auch nicht besonders viel ist, aber immerhin um 2,5 cm mehr.

Wie gesagt, kann ich das nun für diesen Flug nicht wirklich bewerten, weil wir ja auf sehr komfortablen Plätzen saßen.

Das Boarding war unkompliziert und sehr gut organisiert. Die Reihen wurden entsprechend gruppiert aufgerufen und es kam zu keinerlei Wartezeiten. Unsere Sitzplätze waren bequem und unterschieden sich ein wenig von den Standard-Sitzen, da das Tischchen in der Armlehne integriert war, welche sich dadurch nicht klappen ließ. Das ist jedoch meiner Meinung nach keine Einschränkung beim Sitzkomfort.

Das Entertainmentsystem, basierend auf einem 7" Tablet (Touchscreen) bot alles, was man sich für einen Langstreckenflug wünschen kann, damit einem die Zeit nicht zu lange wird. Aktuelle Filme, die es zu diesem Zeitpunkt teilweise noch nicht einmal zu leihen gab, waren in der Liste vorhanden. Das System war einfach und intuitiv zu bedienen. Da wir allerdings einen etwas größeren Sitzabstand hatten, war natürlich das Bild im Verhältnis etwas kleiner für uns. Ein Umstand den ich gerne in Kauf nahm.

Da es eine leichte Verzögerung vor dem Start gab, wurde bereits zu diesem Zeitpunkt Wasser, Apfelsaft und Orangensaft gereicht. Das finde ich sehr freundlich, weil ich in letzter Zeit doch einige Male mit unterschiedlichen Airlines unterwegs war, und dieser Service durchaus nicht zum Standard gehört.

Wenige Minuten später, nachdem der Steigflug beendet war, machten die FlugbegleiterInnen den ersten Durchgang mit Getränken. Diese sind auf der Langstrecke noch inklusive. Gleich danach gab es kleine Knabbereien, und um die Mittagszeit wurde alternativ Hühnercurry oder vegetarische Pasta gereicht. Gut erhitzt, geschmacklich vollkommen OK und auch nett präsentiert, selbst auf kleinstem Raum.

In regelmäßigen Abständen kamen FlugbegleiterInnen durch, um wieder Getränke zu bringen. Stets freundlich und fürsorglich, so dass wir uns wirklich wohl fühlten an Bord dieser Boeing 767-300.

Zwischendurch gab es wieder einmal Knabbergebäck oder Süßes, und etwa eine Stunde vor der Landung, also nach etwa 9,5 Flugstunden wurde als kleine Mahlzeit ein üppiges Sandwich gereicht. Wie das schmeckte kann ich nicht sagen, da ich alles andere als ein Sandwich-Typ bin :-)

Die knapp 11 Stunden Reisezeit vergingen sprichwörtlich wie im Flug und wir kamen verhältnismäßig entspannt am Flughafen Miami an. Die Economy Class der Austrian Airlines ist absolut empfehlenswert und meiner Ansicht nach den geringen Aufpreis gegenüber einer British Airways vollkommen wert. Zum Einen erhält man dafür einen Direktflug ohne umzusteigen und damit natürlich auch eine kürzere Reisedauer, zum Anderen finde ich, dass die Freundlichkeit der FlugbegleiterInnen auf Austrian Flügen wesentlich größer ist als bei BA und früher bei der Airberlin. Fly Niki hatte längere Zeit auch sehr freundliches Personal, was vermutlich durch die dauerhaft angespannte Situation und die Vertragsquerelen etwas gelitten hat.

Der Flug - Business Class

Wie bereits erwähnt nutzen wir die Option des Smart-Upgrade. Hier kann man nach der Buchung optional angeben, welchen Betrag man bereit währe u bezahlen, um von der Economy auf die Business Class upzugraden. Dabei muss einem klar sein, dass es schon einige Personen gibt, die diese Angebot nutzen möchten, weshalb man mit dem Mindestgebot das man abgeben kann, vermutlich kein Upgrade bekommen wird. Der oder die MeistbieterIn erhält den Zuschlag.

Ich gab meine finanzielle Schmerzgrenze für beide Tickets direkt nach der Buchung an (wohl gemerkt nur für den Rückflug, da dies ein Übernachtflug war) und bekam vom System den Hinweis, dass im Falle einer Upgrade-Möglichkeit ein Mail geschickt würde in dem ich noch die Möglichkeit hätte zu wählen, ob ich das Upgrade nun machen will oder nicht.

Diese Information war falsch, denn als das Mail mit der Info über das mögliche Upgrade kam, stand darin, dass das Upgrade bereits fix gebucht wäre und die neue Rechnung wurde auch gleich geschickt. Für uns war das kein Problem, denn wir wollten das Upgrade auch wirklich machen.

An der Stelle wollte ich ursprünglich, als ich die Idee zu diesem Klassenvergleich hatte über die Unterschiede schreiben. Aber leider muss ich sagen, dass dies fast unmöglich ist, weil die beiden Reiseklassen de facto nicht mit einander vergleichbar sind. Die Unterschiede sind wie Tag und Nacht. Trotzdem werde ich es versuchen die Vorteile in aller Kürze zu zeigen.

Security Check

Schon beim betreten des Flughafens profitiert man von seinem Business Class Ticket, denn mit dem entsprechenden Boarding-Pass kann man die Business Line beim Check nutzen und spart sich somit sicher je nach Andrang am Flughafen zwischen 10 und 30 Minuten Wartezeit vor den Schleusen.

Business Lounge

Am Flughafen hat man die Möglichkeit als Passagier der Business Class auch die Business Lounge zu nutzen. Diese hat nun einige Vorzüge. So hat man dort mal einen gemütlichen Platz zum Sitzen, WLAN, ausreichend Steckdosen, USB-Steckdosen und so weiter. Gut, da gibt es kaum mehr Unterschiede zu normalen Wartezonen, da die meisten Flughäfen für alle Passagier entsprechende Standards anbieten.

Der wirkliche Unterschied liegt in der Verköstigung, denn in der Business Lounge gab es Getränke beginnend mit Wasser, über Kaffe, Softdrinks, Bier bis hin zu Mixgetränken und Whiskey & Co. ebenso kostenlos wie ein zwar überschaubares, aber nicht minder köstliches Speisenangebot am Buffet. Suppen, Brötchen, Hauptgerichte und Desserts wie Kuchen und Plundergebäck wurden kostenlos angeboten.

Für Kinder gab es eine Kinderecke mit digitaler Unterhalten und Filmen aber auch klassischen Spielmöglichkeiten.

Sobald der Flug bereit für das Boarding ist wird das durchgesagt, und man kann sich zum nahe gelegenen Gate begeben.

Boarding

Wer kennt das nicht, wenn sich schon eine halbe Stunde vor dem Aufruf die ersten Schlangen am Gate bilden, da die meisten Passagiere denken, dass der Flug ansonsten ohne sie stattfinden würde. Da hilft es dann auch nicht mehr, wenn die Aufforderung des Personals über den Lautsprecher darum bittet, nach Reihen getrennt einzusteigen, damit die hinteren Reihen zuerst hinein kommen, und alles ein bisschen flotter geht.

Wer Business Class fliegt macht sich darum keine Gedanken, denn hier hat man Priority Boarding. Das bedeutet, dass man direkt nach dem Flugpersonal und den Personen mit Handicap in die Maschine einsteigen darf und bereits auf seinem Platz sitzt, wenn die Passagiere der Economy einsteigen.

Sitzkomfort

Vermutlich der größte Unterschied wird im Sitzkomfort zu finden sein, da jeder Platz in der Business Class über unglaublich viel Beinfreiheit und eine nahezu waagrechten Liegeposition des Sitzes verfügt.

Die Sitze lassen sich elektrisch in der Position verstellen und verfügen über
eine Verstellung der Festigkeit der Sitzfläche sowie der Rückenlehne durch Ablassen oder Einblasen von Luft. So lässt sich der Sitzkomfort individuell anpassen und vor allem in liegender Position ist es sehr angenehm, wenn man die Polster etwas weicher stellen kann.

Neben der absoluten Position lässt sich auch das Beinteil alleine hochfahren, damit man in der Relaxe-Position des Sitzes die Beine etwas entlasten kann. Neben diesen Annehmlichkeiten sind natürlich auch die größere Sitzbreite und der Abstand zum Sitznachbarn erwähnenswert. Zudem verfügt jeder Sitz über individuelle Ambient-Beleuchtung und Leselichter. Steckdosen für jegliche Art von Anschluss verstehen sich fast von selbst. Ein Polster und eine angenehme Decke runden das Sitzangebot ab.

Auf dem Flug von Miami nach Wien saßen 20 Gäste in der Business Class. Die vier Sitzplätze der 6. Reihe waren dem Flugpersonal vorbehalten, da auch die irgendwo schlafen müssen.

Wie bereits gesagt lässt sich der Sitz in eine völlige Liegeposition fahren. Leider bedeutet das noch lange nicht, dass man hier auch schlafen kann. Mir persönlich fällt es ziemlich schwer in einem Flugzeug Schlaf zu finden. Jedoch ist es trotzdem kein Vergleich mit einem Nachtflug in sitzender Position, denn selbst wenn ich nicht wirklich schlafen konnte, war ich doch viel erholter als nach unserem Flug von NYC nach Wien bei dem wir im Sitzen zu schlafen versuchten.
Meiner Frau ging es ein Wenig besser, da sie für etwas mehr als 2 Stunden richtig schlafen konnte und dadurch noch etwas erholter war als ich.


Entertainment

Obwohl das Angebot das Gleiche ist wie in der Economy Class, gibt es dennoch Unterschiede. Die Größe des Bildschirms ist für den geringen Abstand fast schon riesenhaft. Ich glaube es handelt sich um ein 17" Gerät, also um knapp 30 cm mehr Diagonale als ein paar reihen weiter hinten. Auch die Einstellung der Helligkeit war etwas komfortabler. Ansonsten hat man die gleichen Optionen wie in der Economy.



Verpflegung

Und nun komme ich zum zweiten maßgeblichen Unterschied der Klassen. Die Verpflegung an Bord der Business Class einer Austrian Airlines Maschine ist nicht einmal im Ansatz vergleichbar mit jener in der Economy. Wobei ich doch der Meinung bin, dass es hier von Fluglinie zu Fluglinie schon auch noch Unterschiede im Service gibt.

Der Flug begann wie schon dert Hinflug mit Wasser, Apfel- oder Orangensaft. Der Unterschied lag hier lediglich darn, dass die Getränke im Glas statt im Plastikbecher gereicht wurden. Ist ja nicht so viel um.

Kurz nach dem Start gingen die FlugbegleiterInnen mit dem Getränkewagen durch und wir gönnten uns ein Glas Champagner. Natürlich ebenso im Preis inbegriffen wie alle Softdrinks, drei unterschiedliche Biere und zehn ausgezeichnete Weine aus der Bouteille. Natürlich wurden auch hier Knabbereien serviert, nur eben in gehobenerem Ambiente mit hochwertigerem Mix.

Dass der Champagner im Wasserglas serviert wurde, lag vermutlich an den etwas unruhigeren Wetterbedingungen und den damit verbundenen Turbulenzen. Da lässt sich ein Wasserglas wesentlich einfacher in die Haltenetze des Sitzes einspannen als ein Glas mit Stil.

Kurz nach dem Start der Maschine ging der Koch durch die Sitzreihen und nahm die Bestellungen für das Dinner sowie die Vorbestellung für das Frühstück auf. Alleine die Tatsache, dass man sich sein Frühstück nach dem Baukastenprinzip zusammen stellen kann ist toll, dass dann auch noch wirklich ausgezeichnete Rohstoffe für die Speisen verwendet werden hebt die Qualität zusätzlich.

Für das Dinner wählten meine Frau und ich das Filet vom
Wolfsbarsch mit Linsen auf Püree und ein Rinderfilet an Spargel mit gebratenem Polenta. Davor entschied ich mich für die Kürbisschaumsuppe und meine Gattin für den Ceasar Salad. beides wurde mit dem Servierwagen gebracht und erst bei "Tisch" angerichtet.

Der Wolfsbarsch war ausgezeichnet gebraten und die Linsen sowie das Püree ausgezeichnet abgeschmeckt. Ebenso verhielt es sich mit dem Rinderfilet das, obwohl ich mein Fleisch lieber medium-rear mag, auch medium ausgezeichnet schmeckte und besonders zart war. Die grünen Spargel waren knackig und die Polenteschnitte fein und gut gewürzt.


Nicht nur, dass die Speisen wirklich ausgezeichnet schmeckten, war auch die Größe der Portionen wesentlich größer als in der Economy Class. So wäre ich eigentlich nach dem Steak bereits satt gewesen, wenn da nicht die Flugbegleiterin mit dem Servierwagen durchgekommen wäre. denn so konnte ich nicht mehr nein sagen, zu den frisch angerichteten Desserts.

Die wahre Dekadenz zeigte sich dann in der Kaffee-Karte der Business Class. Bekommt man in der Economy beispielsweise einen mittelmäßig kräftigen Kaffee mit optionalem Obers im Pappbecher gereicht, so stehen in der Business der AUA 10 verschiedene Kaffee-Kreationen zu Wahl von denen eine besser klingt als die andere. Diese Kreationen werden dann auch wirklich frisch vor Ort zubereitet und im Stile eines Wiener Kaffeehauses serviert.

Zu diesem Zeitpunkt mussten wir schon über das Angebot der Business schmunzeln, weil wir meinten, dass dies fast schon etwas übertrieben wäre. Das geht weit über Komfort hinaus und lässt sich schon als Luxus einstufen. Dafür bezahlt man allerdings auch, wenn man diese Klasse bucht. Es ist ja schließlich nicht geschenkt.

Abschließend möchte ich noch ein Foto vom Frühstück zeigen, das ebenso wie alle anderen Speisen und Getränke hochwertig, geschmacklich ausgezeichnet und wirklich schön und ansprechend präsentiert wurde.

So wird man gerne geweckt, nachdem man sich auf den Liegesitzen entspannt hat.
Der richtige Start in den Tag mit Ei, Speck, Schinken und Gebäck.



Die Crew

An dieser Stelle muss ich der Austrian Airlines ein großes Lob aussprechen, da wir bei dieser Airline die bislang freundlichsten Mitarbeiter erlebten. Egal ob am Flughafen, am Gate, in der Economy oder in der Business Class, überall waren die MitarberiterInnen freundlich, zuvorkommend und meist ehrlich nett.

In der Business Class waren Sie dann noch um einen Tick bemühter und erschienen noch freundlicher. das mag auch daran liegen, dass Sie in dieser Klasse viel weniger Passagiere zu versorgen haben als die Kolleginnen und Kollegen in der Economy.

Unser Team war auf jeden Fall lustig und super nett und wir fühlten uns rundum wohl und gut aufgehoben. Dazu wäre es nicht mal nötig gewesen unsere Tischchen mit Tüchern zu bedecken oder zwischendurch heiße Tücher für das Gesicht zu verteilen :-)


FAZIT

So und nun die Gretchenfrage: Lohnt sich der Aufpreis für die Business Class wirklich?

Diese Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten, da es auch davon abhängig ist welchen Zweck die Reise erfüllt, und wie das Programm an den Folgetagen ist. So sind wir nach Florida geflogen um dort Urlaub zu machen. Daher war es uns beim Hinflug auch egal ob wir etwas müder ankommen, weil wir danach 10 Tage zur Erholung hatten. Somit war auf dieser Route Wien-Miami die Economy Class völlig ausreichend. Wenngleich ich mit Sicherheit keinen Langstreckenflug mehr auf einem Standard-Economy Sitz bestreiten werden, denn das ist nahezu unerträglich mit längeren Beinen.

Beim Rückflug musste ich darauf achten, dass wir 12 Stunden nach der Landung wieder fit für die Arbeit, für langwierige Meetings und den ganz normalen Familien-Stress waren. Hier muss ich zugeben, dass der Komfort in der Business Class einen besonderen Charm hat, da man wirklich erheblich mehr Erholung bekommt und daher wesentlich fitter ist (mal vom Jetlag abgesehen...wer dafür anfällig ist hat es ohnehin schwer).

Mein Empfehlung ist daher nach Möglichkeit Business Class zu buchen, wenn man danach geschäftliche Termine wahrnehmen muss, und keine Chance auf Erholung hat, denn ein Economy Flug ist anstregend und auf der Langstrecke durchaus eine Belastung. Neben dem Sitzkomfort ist das Service und die Verpflegung ein wesentlicher Wohlfühlfaktor, den man nur genießen kann.

Sollte die Business Class preislich unerreichbar erscheinen, dann besteht noch immer die Möglichkeit eines Notausgang-Sitzplatzes in der Economy, damit man zumindest ein bisschen erholter ankommt. Und rein aus Gründen des Sitzkomforts werden vermutlich die Premium Economy Sitzen auch eine Alternative sein. Das möchte ich bei meinem nächsten Langstreckenflug mal ausprobieren, so es dann auf dieser Strecke eine entsprechende Option gibt.

Lange rede kurzer Sinn: Die Business Class ist einen Aufpreis wert, und jeder muss für sich selbst bestimmen welchen :-) Für mich wären 1.200 Euro pro Person und Strecke (also 4.800 Aufpreis) zuviel gewesen. Durch die Smart-Upgrade-Option kamen wir aber in den Genuss, der es uns für zukünftige Flüge sicher schwerer macht wieder auf Economy Plätzen zu buchen. Denn wer ein Mal in der Business Class der Austrian Airlines geflogen ist, wird vermutlich nicht mehr viel Freude an geringeren Klassen finden.