Dienstag, 4. Oktober 2016

Yokkao Android 4.4 Beamer mit WiFi 800x480

Ich persönlich bin zwar nicht zu 100% glücklich mit diesem Projektor, muss aber eingestehen, dass es vermutlich kaum bessere gibt in diesem Preissegment. Dazu sollte ich vielleicht erwähnen wofür ich diesen Beamer bestellt habe, denn meiner Ansicht nach ist er als Home-Cinema-Beamer nicht perfekt geeignet.

Ich war auf der Suche nach einem sehr günstigen Beamer der autark, also ohne weitere Geräte arbeiten kann. Das hauptsächlich, weil er für Vorträge und Events sowie verschiedene Dekozwecke (wie zB. zu Halloween) eingesetzt werden soll.

Dieser sollte eben folgende Anforderungen erfüllen:

  • hohe Lichtstärke, da er tagsüber in abgedunkelten Seminarräumen verwendet werden sollte. Da die Verdunkelung nicht immer perfekt ist, braucht es höhere Lichtstärken.
  • Autarker Betrieb möglich. In diesem Fall über das Android Betriebssystem.
  • WLAN Zugriff, da ich oft Inhalte aus dem Weg wiedergeben muss.
  • möglichst viele unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten, damit ich bei Kunden auch mit deren Geräten arbeiten kann
  • halbwegs einfach zu bedienen

möglichst günstiger Preis, weil bei Vorträgen schon der eine oder andere Beamer Füße bekommen hat und verschwunden ist

Was ein Beamer für mich definitiv nicht erfüllen muss ist:

  • leise im Betrieb (wer zuhause Romanzen mit dem Beamer schaut, weiß wie störend ein lauter Lüfter sein kann)
  • gut für schnelle Bildwechsel geeignet (Action-Film Cineasten brauchen das dringend)
  • absolute Kantenschärfe


Für diesen Beamer entschied ich mich vor allem..... richtig, wegen des günstigen Preises bei vergleichsweise guten Spezifikationen. Natürlich wäre mir ein Markengerät lieber gewesen, aber vermutlich steckt durch die gleiche Technik drin und der Preis ist dann doch ein starkes Argument.

Geliefert wurde der Beamer (amazontypisch) schnell und sicher verpackt. Wobei ich gerade bei solchen Geräten immer ein bisschen Sorge habe, dass sie auf dem Transportweg leiden.

Im Lieferumfang enthalten waren:

  • der Beamer natürlich
  • eine Fernbedienung
  • ein Kaltgeräte-Anschlusskabel
  • ein HDMI Flachbandkabel
  • ein AV-Kabel mit Stereo-Audio Anschluss
  • ein Tüchlein zum Linsenreinigen
  • zwei Sicherungen
  • eine Schraube als Fuß
  • eine englischsprachige Bedienungsanleitung


Die Inbetriebnahme

Eine wirklich einfache Sache. Stecker rein, Powerknopf drücken fertig. Der Beamer starte gleich in eine Android-Oberfläche für Mediengeräte. Diese ist etwas vereinfacht und für die Bedienung über eine Fernbedienung gestaltet. Der Bootvorgang dauert für meinen Geschmack etwas zu lange. Vom Einschalten bis zur fertigen Oberfläche dauerte es etwas mehr als 3 Minuten. Kann man damit leben, es dürfte aber gerne schneller gehen.

Gesteuert werden kann der Beamer zum Teil direkt am Gerät über die Tasten an der Oberseite und etwas komfortabler über die beiliegende Fernbedienung. Wobei diese nicht immer reagiert, da der Sensor an der Oberseite des Beamers etwas vertieft liegt und man aus einem Abstand von 3-4 Metern schon sehr genau zielen muss, damit die Anweisungen richtig erkannt werden. Sehr unpraktisch kann das werden, wenn man versucht über die Fernbedienung mit dem On Srceen-Keyboard einen Text
einzugeben.

Das Android Betriebssystem ist einfach zu bedienen und gibt einem zu keiner Zeit Rätsel auf. Hier lässt sich auch ein großer Range an unterschiedlichen Medientypen wiedergeben in dem man ganz einfach Inhalte online oder von einem der beiden USB Anschlüsse abruft.

Die Bildqualität

In dieser Kategorie trennen sich beim Beamern Spreu vom Weizen. Und man muss der Ehrlichkeit halber sagen, dass es sich bei diesem Beamer für meine Begriffe eher um Spreu handelt. Warum ist leicht erklärt.

Natürlich hängt die Bildschärfe sehr stark von dem Medium ab auf dem das Bild angezeigt wird. Eine weiße Wand ist eben nicht das Gleiche wie eine Leinwand. Mir stehen in vielen Räumlichkeiten aber nur weiße Wände zur Verfügung. Nur selten habe ich den Luxus einer hochwertigen Leinwand. Also versuche ich es zuhause auf der denkbar schlechtesten Wand, einer Wand mit grobem Putz und matter Wandfarbe. Wenn es jier klappt, dann geht es überall.

Gleich vorweg....ich hatte ein Bild und bekam davon auch nicht sofort Kopfschmerzen. Also schon mal ein Erfolg. Allerdings reagiert die Scharfstellung (Fokus) und die Verstellung des Betrachtungswinkels (wie auch immer das heißt) extrem empfindlich und man spielt sich schon ordentlich bis man das Bild so hat, dass es oben und unten in etwa gleich scharf ist. Dabei bekam ich es nie völlig scharf, denn mit einem Abstand von etwa 4 Metern von der Wand bekam ich nur den mittleren Bildbereich wirklich scharf. Oben und unten gab es leichte Unschärfen, die natürlich vond er schlechten Wand noch verstärkt wurden. Um Texte mit einer Bilddiagonale von über 2 Metern darzustellen ist dieses
Gerät meiner Ansicht nach nur bedingt geeignet.

Die Helligkeit ist nicht überragend, aber für einen Projektor dieser Preisklasse sehr passabel. Auch das verwendete LCD Panel ist in der Reaktion etwas verlangsamt. Das führt bei schnellen Bildwechseln zu Fading und Schlierenbildung. Ich würde mir mit diesem Projektor also keine Filme wie Fast & Furious anschauen wollen.

Wobei ich sagen muss, dass die Qualität viel besser ist, wenn man eine HDMI-Quelle verwendet. Hier dürfte Android als Quelle nicht unbedingt ideal funktionieren, da auch der Start-Screen und der Datei-Explorer oben und unten Unschärfen aufwiesen.

Sound & Geräusch

Über den eingebauten Lautsprecher kann ein richtig brauchbar lauter und hörbarer Sound wiedergegeben werden. Natürlich klingt es nach mono und Smartphone-Lautsprecher ohne großartige Bässe, aber für Präsentationen reicht es. Als Video-Beamer zum Filmschauen braucht es dann doch eine HiFi-Anlage zur Sound-Wiedergabe. Diese braucht es nicht nur wegen des eher blechernen Sounds des integrierten Lautsprechers sondern auch wegen des, für meine Begriffe, sehr lauten Lüftergeräuschs des Beamers. Also mal ehrlich, wenn das 25dB sind, dann ist die Lautstärke unseres Bezinrasenmähers auch nicht mehr als etwa 70dB.

Ich würde mal eher vermuten, dass die Lüfterlautstärke im Bereich von ca. 35-40dB liegt. Damit ist das Geräusch schon ziemlich präsent. Filme mit vielen Szenen auf niedrigem Geräuschniveau würde ich mir mit diesem Beamer nicht ansehen wollen, denn in den ruhigen Phasen des Films summt einem der Lüfter durchs Hirn.

FAZIT

So, wer nun bis hier hin gelesen hat, müsste der Meinung sein, dass ich dem Beamer nur ein vernichtendes Urteil geben kann und stellt sich die Frage warum ich über 200 Euro bezahlt habe, eine ziemlich indifferente Meinung über das Produkt habe und trotzdem 5 Sterne vergebe. Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen. Kann es doch, denn wie ich bereits erwähnte, verwende ich den Beamer für Vorträge und brauche gewisse Funktionen die selbst teurere Projektoren teilweise nicht erfüllen können. Dafür stört mich das starke Lüftergeräusch und die leichte Unschärfe an den oberen und unteren Bildrändern nicht so sehr. Andere Beamer können das mit Sicherheit besser. Dennoch sollte man bei einer ehrlichen Bewertung auch den Preis im Auge behalten. Es wird nie möglich sein einen Polo zu zahlen und eine S-Klasse zu fahren. Ebenso wird es in diesem Preisbereich auch nicht möglich sein ein perfektes Gerät zu bekommen. Ich habe versucht die Negativa darzustellen und so kann sich jeder vor dem Kauf überlegen, ob er/sie diese Dinge in Kauf nehmen will oder statt dessen lieber zu einem Beamer greift der mind. eine Klasse höher und damit auch mindestens doppelt so teuer ist. Für meine Zwecke erfüllt dieser Beamer alle Anforderungen zu einem niedrigen Preis. Daher erhält er von mir auch eine gute Wertung.

5 von 5 Sternen




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