Freitag, 9. September 2016

Odys Prime Win 12 2-in-1 Convertible Notebook

Dieses Convertible-Notebook ist vermutlich nicht das Beste am Markt, aber es hat mit Sicherheit ein TOP Preis/Leistungs-Verhältnis.

Der Hersteller Odys ist meines Wissens nach eine Marke der Axdia GmbH mit Sitz in Deutschland. Natürlich muss einem klar sein, dass dieses Tablet nicht in Deutschland gefertigt wird. Das kommt natürlich aus einem Werk in China, wie so gut wie alle anderen elektronischen Geräte auch. Allerdings hat der deutsche Firmensitz auch einen Vorteil, denn dadurch ist das Tablet für den Deutschen Markt konfiguriert und man muss sich nicht mit etwaigen Problem herumschlagen, die man unter Umständen mit Direktimporten aus China hat. Diese Direktimporte sind dann im Übrigen auch nicht mehr wirklich günstiger, wenn man mal die Einfuhrumsatzsteuer und andere Abgaben zum Kaufpreis rechnet.

Bei meiner Bewertung geht es mir nun nicht darum euch eine Auflistung von technischen Daten oder Benchmarks dieses Tablets zu geben. Technische Daten findet man entweder direkt auf der Produktseite von ODYS oder auf Amazon in der Artikelbeschreibung. Wichtig ist hierzu nur, dass das Prime Win 12 mit einem durchaus leistungsstarken Intel Atom Quad Core Prozessor ausgestattet und damit alles andere als brustschwach ist.

Für mich persönlich haben Benchmarks zum Beispiel keinen Mehrwert, denn sie machen Hardware zwar vergleichbar, geben aber keine Aussage über die Eindrücke die man bei der Verwendung eines Geräts bekommt.

Wir verwenden etwa seit einem Jahr ein iRULU Walk'n'Book W1 als Wohnzimmer-Tablet. Dabei kommt diesem Gerät keine besondere Bedeutung zu. Wir benutzen es vorwiegend um kurz mal was im Weg nachzusehen, Youtube-Videos anzuzeigen, Facebook oder Mails zu checken und in Ausnahmefällen für Office-Anwendungen. Somit sind unsere Anforderungen an ein Convertible Notebook im Großen und Ganzen folgende:


  • Fastboot: Das Tablet soll schnell verfügbar sein
  • Akkulaufzeit: Wir verwenden es selten durchgängig über einen längeren Zeitraum, aber ich will nicht jedes Mal, wenn ich das Tablet benötige mit einem leeren Akku konfrontiert sein.
  • Auflösung: Die Auflösung des Displays sollte zumindest so vernünftig sein, dass man bei Längerer Betrachtung keinen Augenkrebs bekommt.
  • Konnektivität: Da wir das Gerät vorwiegen zuhause einsetzen reicht eine einfache WLAN Verbindung. Diese sollte aber stabil sein. Außerdem wäre Bluetooth wünschenswert, damit wir Kopfhörer verbinden können.
  • Tastatur sollte in irgendeiner Form zu verbinden sein, da ich immer wieder neben dem Fernsehen Rezensionen schreibe und daher auch schon mal etwas mehr zu tippen ist.
  • Erweiterbarer Speicherplatz wäre schön, ist aber auf Grund der Online-Speicher die wir verwenden nicht Bedingung.
  • Vertretbares Gewicht: Die meiste Zeit steht das Gerät in der Tastatur auf unserem Couchtisch. Wenn es aber als Tablet eingesetzt wird, dann sollte man nicht nach wenigen Verwendungen eine Sehnenscheidenentzündung in den Handgelenken bekommen.
  • Betriebssystem: Windows oder im besten Fall ein Dual-Boot mit Android
  • Prozessor: Schnell genug um ab und an auch mal ein Spielchen zu spielen
  • Arbeitsspeicher: Sollte ausreichen um mehrere Apps gleichzeitig behandeln zu können


Im Grunde genommen sind das alles Basisanforderungen für eine durchschnittliche Nutzung einer vierköpfigen 'Normfamilie'

Mit dem iRULU waren wir bislang sehr zufrieden. Lediglich der etwas schwache Akku und die andauernd zu erneuernde WLAN-Verbindung nach dem Reaktivieren aus dem Ruhezustand ist etwas mühsam. Aber für unsere Anwendungen ist dieses kleine und günstige Teil durchaus praktikabel.

So und nun zum eigentlichen Thema dieser Bewertung, dem ODYS Prime Win 12.

Geliefert wurde es in einem stabilen Karton. Darin waren:

* das Tablet mit 11,6" (29,5cm) Bilddiagonale
* eine magnetisch anhaftende Clip-On Tastatur
* ein Netzteil mit fast schon lächerlichen 5V/0,7A Ausgangsleistung (Auf der Website von Odys
* Support-Karten mit Rufnummern und Mailadressen für den deutschen Markt
* eine deutsch- & englischsprachige Kurzanleitung für die Inbetriebnahme

Aussehen und Haptik

Auf den ersten Blick hat man ein schönes Stück Technik in der Hand. Die Verarbeitung der Materialien ist sehr gut und es kommt an keiner Stelle der Eindruck auf ein Billigprodukt in händen zu halten. Zusammen geklappt ist das Teil ein herkömmliches Netbook mit vergleichbaren Maßen und einem relativ hohen Gewicht von etwa 1,5kg. Auch geöffnet macht das Netbook einen sehr stabilen und guten Eindruck. Es steht sicher auf dem Tisch (oder am Schoß), wackelt und kippt nicht und hat ein kräftiges Gelenk zwischen Tablet und abnehmbarem Keyboard.

Das Keyboard hat zwar Tasten denen ein ordentlicher Druckpunkt fehlt, was vor allem für Personen die viel schreiben unangenehm sein kann, ist jedoch für die meisten Anwendungsbereiche mehr als ausreichend. Das Tablet wird an der Rückseite der Tastatur aufgesetzt und hält durch starke Magnete in den Zapfen. Seitlich am Keyboard gibt es einen Standard-USB Anschluss, wodurch man sich etwaige Adpater erspart, wenn man Flash-Disks anschließen möchte.

Mit dem Touchpad habe ich weniger Freude, da ich während des Schreibens oft das Problem habe, dass sich der Cursor wo anders hin positioniert oder hineingezoomt wird obwohl ich das nicht möchte. Außerdem sind die Tasten von den Druckpunkten her eher indifferent und nicht mein Fall. Diese Problem habe ich allerdings bei allen derartigen Geräten, da ich beim Schreiben scheinbar dazu neige meine Handballen vor dem Keyboard aufzulegen. Leider befindet sich dort aber das Touchpad. Der Rest ist selbsterklärend.

Nun zur Haptik, denn diese ist zwar durch eine matte, leicht raue Oberfläche angenehm, jedoch mit einem gravierenden Nachteil verbunden. Denn diese Oberfläche verhält sich gegenüber Hautfett wie ein Schwamm im Wasser. Fingerabdrücke werden von der gummierten Rückseite des Tablets nahezu magisch angezogen und strotzen dort jeglichem Reinigungsversuch. Durch einfaches Wischen bekam ich die Flecken nicht mehr weg. Mit speziellen Reinigern für elektronische Geräte bekommt man die Fettflecken zwar problemlos weg, allerdings entschied ich mich dazu die Rückseite einfach so lange anzugrapschen bis sie komplett durchgefettet ist. Dann fallen die Fingertapser auch nicht mehr auf.

Akku

Bevor ich loslegen konnte, musste ich das Tablet aufladen, da der Akku leider erschöpft war. Das ist unüblich, da die Akkus meist zu etwa 50% vorgeladen ausgeliefert werden. Hier gab es mal die erste Überraschung, denn das mitgelieferte Ladegerät liefert nur 0,7A und braucht damit für eine volle Ladung des leeren Akkus gut 12 Stunden. Das ist wahrlich nicht State of the Art, denn vergleichbare Geräte laden normaler Weise mit 2 bis 2,4A und brauchen somit nur zwischen 3,5 und 4,5 Stunden um einen vergleichbaren Akku voll zu bekommen.

Nach einer ganzen Nacht am Netzteil leuchtete die Zustands-LED in der Früh grün und signalisierte damit den beendeten Ladevorgang.

Da der eingebaute Akku über eine Kapazität von 9.000mAh verfügt, kam ich bei normaler Verwendung (Internet, Mails checken, Rezensionen schreiben im MS Word und ein bisschen Netflix oder Amazon Prime ansehen, dafür keine Spiele mit aufwendiger Grafik) etwas länger als 7 Stunden am Stück durch. Dafür war allerdings die Display-Helligkeit auf mittlerem Niveau und gegen Ende lief das Tablet dann im Stromsparmodus.

Anschlüsse

Es gibt nichts praktischeres als Tablets mit Micro-USB oder Typ-C Ladebuchsen, denn für die kann man die gleichen Ladegeräte wie für Smartphones und anderes Zubehör nutzen. Leider hat dieses Tablet so etwas nicht. Es muss über ein eigenes Netzteil geladen werden.

Neben der Ladebuchse verfügt das Tablet auch noch über einen Micro-USB, einen Mini-HDMI, eine Steckplatz für Micro-SD (TF-Karten) mit bis zu 128GB Kapazität und auf dem Keyboard über einen Standard-USB Anschluss. Außerdem lässt sich natürlich ein Kopfhörer am 3,5mm Audio-Jack anstecken. Der übrigens, wie ich gerade gemerkt habe, gleich groß ist wie der Port für das Netzteil....man sollte die Stromversorgung also nicht im Dunkeln anstecken, denn das kann daneben gehen ;-)

Wer nicht physisch am Gerät angesteckt sein möchte kann Verbindungen auch noch über WLAN oder Bluetooth 4.0 herstellen. Somit hat man in 95% der Fälle alle Anschlüsse die man so braucht. Wer für unterwegs eine SIM-Karte oder für zuhause einen LAN-Port braucht, muss sich nach preislich weitaus höher liegenden Geräten umsehen.

Sound

Meine Kids verwenden das Tablet ab und zu zum Ansehen von Filmen und Serien auf Netflix und Amazon Prime. Dafür sollte man natürlich einen halbwegs brauchbaren Sound haben, damit es ein bisschen Spaß macht.

Das Prime Win 12 verfügt über eingebaute Stereo-Lautsprecher und ein eingebautes (seitliches) Mikrofon. Die Lautsprecher sind dankenswerter Weise an der Display-Seite angebracht. Warum ich das erwähne? Stellt euch mal vor wie toll es für die Personen im Umfeld der Kids ist, wenn diese im Kampf gegen die Langeweile im Restaurant Netflix aufdrehen und die Lautsprecher an der Rückseite sind (wie beim kleinen Fire). Damit die Kids was hören können, müssen sie fast voll aufdrehen und alle Personen die an der Rückseite des Tablets sitzen verstehen ihr eigenes Wort nicht mehr.

So, also die Lautsprecher sind an der richtigen Seite. Gut, sie sind natürlich nicht das gelbe vom Ei, denn wer schon mal mit seinem Smartphone-Lautsprecher Musik gehört hat, weiß wie der Sound aus dem Odys Prime Win 12 klingt. Aber mal ehrlich: durch die immer größer werdende Verbreitung von Tablets und Smartphones haben wir uns an die teils geringe und eher blecherne Tonqualität gewöhnt. Satte Bässe und vollen Klang darf man sich einfach nicht erwarten von so kleinen Kondensator-Tönern.

Kamera

Bei der Verwendung mit Skype profitiert man von dem eingebauten, recht ordentlichen Mikrofon und den beiden, mit 2MP sehr gering aufgelösten, eingebauten Kameras. Urlaubsfotos würde ich mit dem Tablet nicht machen wollen, aber für eine Online-Unterhaltung mit Bild reicht die Qualität alle Mal.

Display

Wenn es Grund zur Kritik gäbe, dann wäre es beim Display. Eine Auflösung von 1.366x768 ist nun nicht wirklich prickelnd. Im Vergleich zu anderen Herstellern die mit 1.920x1.080 auffahren, kann man beim Odys Tablet beinahe schon die einzelnen Pixel zählen. Nicht, dass es meine Kinder gestört hätte als sie sich einen Film angesehen hätten, und auch ich muss ehrlicher Weise zugeben, dass ich kein Problem mit der etwas geringeren Auflösung habe, aber es könnte natürlich sein, dass es Käufer gibt die sich gerade an der geringen Auflösung stoßen.

Irgendwie muss man wohl den günstigen Preis rechtfertigen, denn sonst dürften ja andere Convertibles nicht teurer sein als diese, wenn die Specs nicht besser wären.

Trotzdem ist es kein schlechtes Display. Bei schnellen Bildwechseln im Action-Animations-Sektor konnte ich kaum Schlieren oder Fading beobachten und naturgemäß ist die Ausleuchtung des Displays vollflächig sehr gut. Zudem ist es hell genug um auch im Freien auf der Terrasse damit arbeiten zu können, wenngleich die Spiegelung der Displayoberfläche bei dunklen Inhalten zu markant ist.

Anwendungen

Klar, es ist Windows 10 drauf und das kann man mögen oder nicht. Ich bin ein Windows-Anwender seit Windows 3.1 und komme damit einfach am besten zurecht, auch wenn ich zugeben muss, dass ich mich auch auf Android-Tablets bereits recht wohl fühle.

Der Vorteil von Windows ist, dass so gut wie alle Anwendungen die wir am PC im Büro haben auch auf dem Odys Netbook laufen. Durch den Standard-USB Anschluss ist es sogar soweit mit unserer Haus-Hardware kompatibel, dass wir für die Programmierung unseres KNX-Systems nun auch auf dieses Tablet zurück greifen können. Dazu brauchten wir bislang immer ein eigenes Notebook, da wir sonst einfach keine passenden Schnittstellen hatten.

Wir haben auf dem Odys das MS Office Pro Paket installiert und bei der Verwendung von Word und Excel bislang absolut keine Performance-Probleme feststellen können. Nicht mal, wenn 15 Word-Dokumente offen sind.

Außerdem läuft Nero 2015 für einfache Video-Schnitt-Aufgaben darauf vollkommen problemlos, stabil und auch ausreichend schnell.

FAZIT

Auch wenn das Odys Prime Win 12 mit Sicherheit nicht das schönste, leichteste, schnellste oder am besten aufgelöste Convertible Tablet ist, so meine ich, dass es zumindest beim Preis/Leistung-Verhältnis durchaus ein Siegertyp ist. So bekommt man derzeit kaum bessere Angebote mit vergleichbarer technischer Spezifikation. Außerdem sollte man sich einfach überlegen wofür man so ein Gerät benötigt. Denn für intensive Business-Anwendung gibt es teurere und leistungsstärkere Geräte. Für ein bisschen Surfen auf der Couch braucht es vielleicht keine Tastatur und man kann sich ein einfaches Tablet zulegen. Aber wer, so wie wir, meistens nur ein bisschen surft und Filme streamt und im Ausnahmefall trotzdem ein Keyboard braucht, um auch mal mehr Text zu schreiben (diese Rezension wurde auf dem Keyboard des Odys getippt), der liegt mit diesem Gerät absolut richtig.
Dabei sollte man immer im Auge behalten, dass ein Tablet dieser Größe in etwa das Gewicht eines iPad der 1. Generation hat, also richtig schwer ist.

Wegen der durchwegs guten Leistung, der sehr guten Verarbeitung und des relativ günstigen Preises bekommt dieses Gerät daher von mit 5 Sterne in der Wertung.

5 von 5 Sternen



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