Donnerstag, 1. September 2016

Airberlin - NIKI

Für manche Personen gehören Flugreisen zum Alltag für andere ist es etwas ganz Besonders wenn sie die Reise zum Urlaubsort mit dem Flugzeug antreten. Im Grunde genommen ist es eigentlich kaum anders als mit dem Bus zu fahren. Lediglich der nötige Druckausgleich im Steig- und Sinkflug vermittelt den Eindruck von Höhe.

Wir flogen in diesem Sommer gleich vier Strecken mit der Airberlin operated by NIKI. Im Juli flogen wir Linie von Wien nach Mailand Linate (Italien) und zurück, und im August waren wir auf einem Charterflug von Wien nach Burgas (Bulgarien) und zurück gebucht.

Die Buchung

der Tickets führten wir für die Flüge Wien-Mailand-Wien direkt auf der Website von Airberlin durch.
Dort bekommt man eine Bestpreisgarantie, die natürlich nur für den Tag der Buchung selbst gilt, da die Preise ja von Tag zu Tag variieren.

Die Abwicklung der Buchung ist einfach und selbsterklärend und der Preis für die Tickets wurde sofort von meiner Kreditkarte abgebucht. Das ist etwas heikel, wenn man bedenkt, dass es einige Fluglinien gibt die finanziell, sagen wir mal nicht ganz so gut dastehen. Dazu gehört auch die Airberlin. No Risk No Fun lautet das Motto und so zahlten wir für vier Tickets 424,- Euro (hin und retour natürlich). Im Preis inkludiert war bereits die saftige Gebühr von 10,- Euro pro Ticket für Kreditkartenzahlung dafür aber kein Freigepäck.

Bei der Buchung des Charterfluges konnten wir ohnehin keinen Einfluss nehmen, da der Flug Teil eines Pauschalangebotes unseres All Inklusive Urlaubs in Bulgarien war. Somit waren auch jeweils 23kg Freigepäck dabei.

Der Check In

kann für die meisten Flughäfen bereits ab 30 Stunden vor Abflug gemacht werden. Wir wählten die Variante über die Airberlin-App auf meinem Android Smartphone. Dort genügt es die Buchungsnummer und den Namen einzugeben und schon kann man alle Personen die unter der Buchungsnummer gespeichert sind einchecken. Dabei ist auch die Sitzplatzwahl möglich (wobei das scheinbar von Abflughafen abhängt, denn für die Flüge ab Wien konnte ich die Sitzplätze in der App auswählen aber für den Flug aus Linate wurden mir vier unveränderliche Sitzplätze zugewiesen)

Die Sitzplätze kann man, wenn man sie zuvor auswählen kann, auch nachträglich noch ändern. In der App werden die Bordkarten dann gespeichert und können für die jeweiligen Scanner am Flughafen abgerufen werden. Hier ist es auch kein Problem wenn man mehrere Bordkarten auf einem Smartphone hat. Es dauert halt ein bisschen länger bis man sich durch die Karten geklickt hat, bis alle Mitreisenden am Schalter erfasst wurden.

Möchte man Gepäck aufgeben, wie wir es bei dem Charterflug nach Burgas taten, dann muss man sich bei einem der Package-Drop-Off Schalter anstellen. Mittlerweile gibt es davon auch genügend. Vor einem Jahr noch mussten wir beim Package Drop Off wesentlich länger warten als wenn wir gleich direkt uns und unser Gepäck eingecheckt hätten.

Das Boarding

ist abhängig vom Flughafen und meist eher unproblematisch. Vor allem in Wien haben es die Sicherheitspersonen bereits gut im Griff und es kommt kaum noch zu Verzögerungen. Hier bremsen vor allem bei Charterflügen eher die Passagiere, die aus Sorge nicht rechtzeitig an Bord zu kommen, gerne drängen und in langen Schlangen stehen, damit sie im Flugzeug möglichst lange den Mittelgang blockieren können.

Der Sitzkomfort

hat bei Flügen dieser Art den Namen eigentlich nicht verdient, denn mit Komfort hat das wenig zu tun. Durch das herausholen maximaler Sitzzahlen wird der verfügbare Reihenabstand auf ein Minimum gekürzt und man sitzt ähnlich wie in einem Reisebus. Mit meinem 183cm Körpergröße bei verhältnismäßig kurzen Beinen, stehe ich mit den Kniescheiben an der Rücklehne der Reihe davor an und auch mit der Breite komme ich trotz eines nicht ganz so breiten Körperbaues kaum aus.

Bei den Flügen nach und von Mailand war das zum Glück kein Problem. Der Flug nach Mailand war nur zu knapp 25% besetzt und so hatte ich außer meiner Tochter keinen Sitznachbarn. Beim Rückflug war die Maschine zwar bis auf den letzten Platz gefüllt, aber meine Sitznachbarin war klein und schläfrig und somit kaum zu merken.

Der Pauschalflug nach Burgas hatte es hingegen in sich. Hier war meine Sitznachbarin vermutlich doppelt so schwer wie ich und brauchte neben ihrem Sitzplatz auch noch etwa ein Drittel meines Sitzes. So weit kam zumindest ihr Hintern auf meinen Sitz rüber und auch die dicken Oberarme brachte sie nicht auf ihrer Seite unter und ich hatte fast zwei Stunden das Vergnügen ihren Arm auf meiner Brust liegen zu haben während ich meinen auf die Lehne der Reihe davor ablegte, weil ich auf meinem Sitz keinen Platz hatte. Eine echte Zumutung, und der Grund weshalb wir für unseren nächsten Flug nach New York Doppelsitze reservierten und ziemlich viel für diesen Komfort bezahlten.

Das Service

ist im Vergleich sehr gut. Natürlich gibt es bei Airberlin, wie bei den anderen Fluglinien auf der Kurzstrecke kein Essen mehr, sondern lediglich Muffins in der Früh und Sandwiches zu Mittag oder bei Abendflügen. Ein kaltes sowie ein heißes Getränk sind auch noch im Preis inkludiert und alkoholische Getränke könnten für eine Aufzahlung bestellt werden. Ebenso könnte man sich vor dem Flug online ein Essen bestellen.

Für die Kinder gab es das obligatorische, und seit Jahren unveränderte, Malbuch mit Stiften. Und falls es jemanden kalt werden sollte kann man eine Decke ordern. Außerdem sind ausreichend Tageszeitungen und Zeitschriften vorhanden.

Die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter waren auf allen Flügen Freundlich und sehr bemüht und vermittelten immer den Eindruck, dass die Passagiere die wichtigsten Personen im Flugzeug wären.

Der Zustand und die Sauberkeit

der Maschinen war in allen Fällen absolut OK. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es bei der Reinigung nachlässig zuginge und es waren auch keine Hinterlassenschaften von den Passagieren die zuvor auf unseren Plätzen saßen zu finden. Auch konnte ich keine offensichtlichen Mängel an den Sitzen oder der Ausstattung des Flugzeuges erkennen.

Der Flug

ist immer abhängig von den Gegebenheiten. So war der Hinflug von Wien nach Mailand ebenso unspektakulär wie der Hinflug von Wien nach Burgas.

Die Rückflüge hatten ein paar Überraschungen für uns parat. So hatten wir von Mailand nach Wien eine Verspätung von etwa einer Stunde, weil es in Wien wegen heftiger Unwetter nicht möglich war zu laden. Da diese Info erst an den Piloten ging als das Boarding bereits abgeschlossen war, mussten wir eine knappe Stunde lang im Flugzeug auf die Startfreigabe in Mailand warten. ind er Zeit heizte es sich im Inneren des Fliegers ziemlich auf und die Wettersituation in Mailand verschlechterte sich zusehends. Als es dann endlich eine Startfreigabe gab, musste der Pilot den Start zwei Mal abbrechen und wegen wechselnder Scherwinde von der anderen Seite der Startbahn in entgegengesetzter Richtung erneut versuchen. Letztendlich hatten wir dann aber einen ruhigen und sicheren Flug.

Auch von Burgas nach Wien traf uns die Verspätungskeule, denn auch hier erhielt der Pilot erst nach dem Boarding die Info, dass die Systeme der österreichischen Flugsicherung ausgefallen waren und eine Landung in Wien daher unmöglich war. Eine halbe Stunde später teilte der Pilot mit, dass nun vereinzelt Flugzeuge in Wien landen durften und er daher für den Fall der Fälle das Flugzeug mit Extra-Kerosin betanken lässt, damit wir Schleifen fliegen könnten falls es notwendig würde. Die Betankung erfolgte mit Passagieren an Bord und und höchster Nervosität einiger Personen mit Flugangst.

Da die Wartezeit sehr lange war und in einem Pauschalflieger auch eine große Zahl an Kindern sitzt, war die Unruhe nach knapp zwei Stunden bereits sehr groß. Dafür hatten die Kids die Möglichkeit die Piloten zu besuchen und einen Blick in das Cockpit zu werfen.

Als es dann endlich losging waren die Flugbegleiter schon vor dem Start damit beschäftigt eine Unmenge an vollen Kotztüten einzusammeln. Hier erreichte bei manchen Leuten die Nervosität wohl einen neuen Höchststand.

Nach dem für Pauschalflüge obligatorischen Klatschen für die erfolgreiche Landung, war der Spaß dann mit knapp zwei Stunden Verspätung vorbei.

FAZIT

Nach wie vor ist Airberlin und NIKI eine günstige, zuverlässige und angenehme Option für Kurzstreckenflüge, denn auch die anderen Carrier bieten weder mehr Komfort noch andere maßgebliche Vorzüge die einen eventuellen Mehrpreis rechtfertigen würden. Das Bordpersonal ist freundlich, die Flieger sind sauber und ordentlich und die anderen Passagiere kann man sich sowieso nicht aussuchen. Somit sind meiner Meinung nach Preis und Leistung bei dieser Linie OK und daher geben ich an Betracht der Gesamtleistung 5*

5 von 5 Sternen

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