Mittwoch, 16. März 2016

Homelody / Everybody (Hit Robot Croup) Smart Saugroboter

Gleich vorweg muss ich zugeben, dass ich zwar schon sehr lange mit der Anschaffung eines Saugroboters geliebäugelt habe, mich an betracht der horrenden Preise bislang jedoch noch nicht dazu durchringen konnte. Dabei spielt auch die allgemeine Ablehnung meiner Frau gegenüber solcher technischer Hilfsmittel eine kleine Rolle.

Da wir nun eine Saison lang sehr erfolgreich einen Roboter zur Rasenpflege im Einsatz hatten, war zumindest die Ablehnung meiner Frau nicht mehr ganz so groß. In Kombination mit einem mittlerweile durchaus erschwinglichen Preis war die Kaufhürde nun so weit herunten, dass ich uns diesen Roboter bestellte.

Als Österreicher musste ich den Weg eines Zwischenlieferanten gehen, da ein Versand nach Österreich aus mir unerfindlichen Gründen nicht möglich war. Nun ja knapp fünf Euro mehr und zwei zusätzliche Tage zu warten konnte ich verschmerzen.

Verpackt war der Sauger in einer sehr genau passen den Schachtel. Im Lieferumfang enthalten:


  • der Saugroboter mit Akku natürlich
  • eine Ladestation mit Netzteil
  • eine virtuelle Wand inkl. zwei passenden Batterien
  • eine Fernbedienung mit passenden AAA-Batterien
  • Ersatzfilter
  • zwei Ersatz-Rotorbürsten
  • eine Reinigungsbürste
  • eine englischsprachige Bedienungsanleitung
  • ein Schraubendreher zum Öffnen des Batteriefachs


Das Gerät

Ich hatte bislang noch keinen Saugroboter und daher auch keinen Vergleich zu anderen Modellen. Dieser ist meiner Meinung nach jedoch ziemlich schwer und wirkt dadurch sehr wertig. Er vermittelt den Eindruck, dass nichts ihn unnötig aufhalten könnte. Die Verarbeitung der verbauten Kunststoffteile ist sehr gut und es sind keine Grate oder Ungenauigkeiten von der Produktion zu erkennen. Die Anbauteile sitzen perfekt und nichts wackelt.

An der Oberseite sitzt mittig ein Taster mit dem der Sauger aktiviert oder deaktiviert werden kann. Somit benötigt man keine Fernbedienung oder App um ihn einzuschalten. Dahinter findet man den Taster für das Lösen des Schmutzbehälters und genau gegenüber befindet sich der Dom für der optischen Orientierunghilfe (ich vermute, dass hier mit Infrarot gearbeitet wird, aber genau weiß ich es nicht).

Direkt unter dem Dom ist eine Kamera angebracht die in
Fahrtrichtung aufnimmt. Diese Kamera ist wohl die unnötigste Spielerei an dem Sauger, da ich davon ausgehe, dass sie wirklich nur zur Übertragung des Live-Bildes auf die App dient und für die Orientierung des Saugers keinerlei Zweck erfüllt. Natürlich ist es für die Kinder ein Highlight, wenn der Sauger als Spionagefahrzeug eingesetzt werden kann und das dann auch noch mit VGA oder HD-Bild. Ich bräuchte ie Cam allerdings nicht.

An der Unterseite gibt es im Gegensatz zu vielen anderen Modellen nur eine Rotorbürste für die es auch noch zwei Ersatzbürsten im Lieferumfang gibt, eine Gummiwalze und eine Spiralbürste. Letztere lassen sich einfach abnehmen um sie von Haaren und anderem hartnäckigen Schmutz zu befreien. Die seitlich gelegenen Antriebsräder haben einen Federweg von ca. 4cm und schaffen damit auch kleinere Hürden auf dem Boden ohne sich festzufahren. Im vorderen Bereich befindet sich das bombierte zentrale Stützrad und seitlich davon die optischen Sensoren die den Sauger vor Abstürzen bewahren sollen.

Die Inbetriebnahme

Bevor man beginnen kann muss man mal das Batteriefach öffnen und den Akku anstecken. Dieser ist für den Transport abgesteckt und sollte auch bei längerer Lagerung ohne Benützung des Saugers abgesteckt werden.

Bevor ich weiter machte, lud ich mir die App aus dem Playstore. Diese war ziemlich weit unten gelistet, aber wenigsten im Store verfügbar. Ich mag es nicht besonders, wenn ich mir APKs von irgend welchen chinesischen Servern holen muss um diese auf meinem Tablet oder Smartphone zu installieren. Die App funktionierte bei mir problemlos mit Andriod 5.1 auf Samsung S5, Sony M2, UMI Iron Pro und dem Irulu Tab 10.1 Pro.

Nachdem ich die App installiert hatte, schaltete ich den Sauger mit dem seitlich gelegenen Hauptschalter ein. Sobald der Roboter aktiv war, konnte ich auf meinem Smartphone sein WLAN finden und mich damit verbinden. Dann musste ich nur noch den Sauger in der App hinzufügen und ihn mit unserem hauseigenen WLAN verbinden und schon konnte es losgehen.

Die Bedienung

Kinderleicht beschreibt am besten die Bedienung des Saugers. Über die App lassen sich ein paar Modi mit einem Klick aufrufen:

  • Power zum aktivieren und deaktivieren des Saugers
  • Charge um ihn in die Ladestation zurück zu schicken
  • Fast/Slow um die Geschwindigkeit festzulegen
  • Autoclean um den automatischen Saugvorgang zu starten
  • Question um Hilfe zu einzelnen Tasten zu bekommen.


Mit den Cursor-Tasten lässt sich der Sauger manuell bewegen und die Kamera justieren. Außerdem kann man über die App Fotos machen, die Kameraauflösung zwischen VGA und HD wechseln und Saugzeiten programmieren. Dabei lässt sich festlegen an welchen Tagen der Sauger zu welcher Zeit starten soll.

Das lässt sich auch alles über die mitgelieferte Fernbedienung steuern - mal abgesehen von den Videofunktionen die es dort natürlich nicht gibt.

Die Saugleistung

Meiner Ansicht nach ist die Reinigungsleistung dieses Saugers verhältnismäßig gut. Dazu muss man sagen, dass wir seit Jahren mit Dyson Saugern unser Haus sauber halten und dieser kleine Roboter an diese Ergebnisse einfach nicht ran kommt. Klar ist, dass der Boden überall wo der Sauger drüber fährt sauberer ist. Jedoch bleiben konstruktionsbedingt immer Staub und Krümel neben der Saugöffnung. Dafür fährt er ja immer wieder über ähnliche Stellen um wirklich alles zu erwischen.

Wir haben zwar keine Haustiere, aber wir haben Kinder und zwei langhaarige Damen im Haushalt. Damit hat der Saugroboter eine Aufgabe die fast schon etwas zu schwierig ist. Nicht nur, dass ständig Brösel vom Frühstück unterm Esstisch liegen, muss sich der Sauger auch noch mit unzähligen Haaren abkämpfen die sich um die Achsen der Antriebsräder wickeln.

Somit ist relativ schnell klar geworden, dass die anfängliche Glanzleistung nicht auf Dauer gehalten werden kann da im Bereich der Räder gerne mal Schmutz verschleppt und dann hinter dem Sauger wieder verloren wird. Zudem verwirbelt der Sauger mit dem Gebläse an der Rückseite Staub der nicht komplett aufgesaugt wurde und verteilt diesen dadurch.

Trotzdem kann ich sagen, dass der Boden ziemlich sauber wurde. Allerdings war es nicht so perfekt in den Ecken, entlang der Sesselleisten und auch zwischen den Stühlen unter dem Esstisch. Da es bei uns nicht so besonders staubig ist müssen wir den Staubbehälter in etwa alle 4-5 Tage entleeren.



Die Orientierung

Spätestens in dieser Kategorie würde ich den Grund für den relativ günstigen Preis dieses Saugers orten. Das Gerät fährt, zumindest meiner Ansicht nach, nach dem Chaos-Prinzip durch die Räume. Das mag bei kleineren Flächen ohne maßgebliche Möblierung ja ganz ok sein, aber bei uns muss der Sauger auf einer Ebene fast 80 Quadratmeter saugen die sich auf vier Räume aufteilen. Zwar gibt es zwischen den Räumen keine Stufen oder andere Hindernisse und auch die Türen sind, so vorhanden, immer geöffnet, aber der Sauger verendet absolut chancenlos im Büro, wenn er gegen Ende der Akku-Kapazität auf der Suche nach der Ladestation im Wohnzimmer ist.

Durch seine Sensoren kann das Gerät zwar groben Feindkontakt weitestgehend vermeiden und schafft es auch wirklich gut um Stuhlbeine herum zu fahren und dabei möglichst viel Staub aufzunehmen. Mit bodenlangen Vorhängen oder Verteilersteckdosen in Ecken steht er allerdings wirklich auf Kriegsfuß. Erkennt er mit den Sensoren an der Vorderseite noch sehr gut, wenn er über einen Vorhang fährt und versucht er diesen dann auszuweichen, so schiebt er beim Reversieren ungeniert über die Vorhänge drüber und versucht diese einzusaugen. Schlussendlich hängt er dann wie eine übermütige Katze am Vorhang und wartet auf Hilfe.

Nämliches passierte bei unserem orientalischen Teppich der zwar an sich einen kurzen Flor hat, aber an den beiden Schmalseiten über ca. 1 cm Lange Fransen verfügt. Sobald der Sauger die Fransen erwischt ist das Chaos wieder perfekt. Die lassen sich dann kaum aus den Walzen befreien.

Wenigstens hat der Sauger beim Stiegenabsatz keinen Drang sich hinunter zu stürzen. Davor bewahren ihn die Sensoren, wenn er nicht durch ein Manöver bei dem er zurückschieben muss über die Treppe hinaus gerät, denn dann geht es bergab.

Die virtuelle Wand funktioniert sehr gut. Das hätte ich mir aber auch nicht anders erwartet.

Wenn der Akku schwach wird und der Sauger Sichtkontakt zur
Ladestation hat, dann macht er sich auf direktem Weg dorthin. Allerdings muss man erst einmal einen passenden Platz für die Ladestation finden, denn diese sollte links und rechts mindestens 50 cm und 300cm im Bereich vor der Station keine Hindernisse haben. So einen Platz fand ich bei uns nicht. Es ging aber auch mit 25cm links und rechts und 160cm davor ohne Probleme. Der Sauger braucht halt ein bisschen länger bis er angedockt hat.

FAZIT

Grundsätzlich finde ich das Prinzip des Robosaugens sehr brauchbar und diesen Sauger im Speziellen wirklich fein. Allerdings hat dieser Sauger, wie die meisten Geräte dieser Klasse das Problem, dass man die Wohnung Robosaugertauglich gestalten muss und dass man mit längeren Saugzeiten leben muss. Dafür bekommt man bei diesem Gerät ein technisch wirklich fein ausgestattetes Saugerlein mit netten Features zu einem angemessenen Preis.

Teilt man seine Wohnung mit solch einem Sauger, dann lernt man in nur wenigen Wochen in welch unmögliche und ausweglose Situationen sich so ein Gerät bringen kann. Das führt dazu, dass man entweder seine Wohnung umgestaltet oder dern Sauger nur noch laufen lässt wenn man zuhause ist.

+ super schnelle Installation
+ einfache Bedienung über Fernbedienung und noch einfach über die Handy APP
+ gute Saugleistung auch über einen längeren Zeitraum
+ Putzzeiten programmierbar
+ manuell über die App steuerbar
+ die Video-Anzeige ist ein nettes Gimmick wenn man seine Kinder dazu bringen möchte, dass sie den Sauger manuell steuern

+/- wie die meisten Robosauger muss man seine Vorhänge in Sicherheit bringen
+/- hochflorige Teppiche mag er nicht und auch die Fransen von orientalischen Teppichen führen schnell zu technischem KO
+/- leider ist der Sauger im Betrieb ziemlich laut. Fernsehen ist sowieso nicht möglich wenn er unterwegs ist, aber selbst Unterhaltungen werden schwierig. Für Leute mit wechselnden Dienstzeiten ist der Automatikmodus dann vielleicht nicht die beste Alternative.

Da er uns trotzdem Arbeit abnimmt, werden wir behalten und weiter für uns arbeiten lassen. Die umfangreiche Ausstattung bei wertig wirkender Verarbeitung zum vernünftigen Preis führt von unserer Seite aus zu einer wohl verdienten 4*-Wertung.

Homelody® Smart Staubsauger Roboter

4 von 5 Sternen

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