Montag, 14. Dezember 2015

TomTom Bandit Action Cam

Die TomTom ist bereits die sechste Actionkamera die ich an meinen  Skihelm klebe. Bevor ich mich über die Vorzüge der Kamera auslasse möchte ich mal darüber schreiben was für mich bei einer solchen Kamera wichtig ist, worauf ich im Test und im Einsatz Wert lege.

Grundsätzlich möchte ich mit meiner Kamera:

  1. Aufnahmen im Pool oder im Meer machen
  2. Beim Skifahren und Boarden filmen
  3. Hochauflösende Fotos und Filme beim Wandern oder auch von Sportveranstaltungen der Kinder machen können
  4. Eventuell am Bike oder Fahrrad filmen


Dabei sollte die Kamera:

  • mindestens zwei Stunden durchgehend aufnehmen können
  • neben sehr guten Bildern auch einen vernünftigen Ton abliefern können
  • stabil genug sein um sich auch bei einem Sturz nicht in ihre Einzelteile aufzulösen


Die TomTom Bandit wird in einer schicken Box geliefert in der sie präsentabel unter Plexiglas gezeigt wird.

Im Lieferumfang sind folgende Teile enthalten:


  • natürlich die Action-Cam selbst
  • eine Fernbedienung die über Bluetooth gekoppelt wird
  • eine Linse für Tauchgänge
  • ein USB-Ladekabel
  • zwei Halterungen zum aufkleben
  • eine Klemme mit der man die Kamera zum Beispiel auf einem Lenker eines Fahrrades montieren kann
  • eine Halterung bei der man den Winkel justieren kann
  • ein Klettband um die Fernbedienung am Finger zu fixieren
  • ein Klettband um die Halterung
  • eine Beschreibung
  • kleine Bürstchen zur Objektivreinigung


Was diese Kamera grundlegend von den anderen unterschiedet ist das Gehäuse und die Art der Montage auf dem Zubehör.

Das Gehäuse

Das Kamera-Gehäuse ist gerade so groß, dass es gut in der Innenfläche einer Hand sitzt. Es hat die Form einer Röhre in deren vorderem Bereich das Objektiv und die zugehörige Elektronik sitzt. An der Rückseite kann man den kompletten Akku mitsamt der Micro-SD-Karte heraus ziehen. Der Block besitzt einen USB 3.0 Stecker mit dem man den Speicherteil direkt am PC anschließen kann. Der Innenteil ist mit einer umlaufenden Dichtung versehen und dichtet die Elektronik gegen eindringende Feuchtigkeit ab.

Auch wenn es so wirkt als ob es aus Metall wäre, dürfte das Gehäuse aus einen stabilen Kunststoff gefertigt sein, was vorteilhaft für das Gesamtgewicht ist.

Das Gewicht

Gerade noch in einem vertretbaren Bereich befindet sich das Gesamtgewicht der Bandit. Hat man die Kamera am Skihelm  nicht mittig sondern eher seitlich montiert, dann merkt man das Gewicht doch schon ordentlich. Im Vergleich mit der GoPro Hero ist das Gewicht doch erheblich höher. Wiegt die GoPro knapp unter 170 Gramm inklusive Gehäuse, so macht sich die TomTom mit knapp 30 Gramm mehr bemerkbar. Trotzdem bewegt sich die Kamera mit knapp unter 200 Gramm natürlich noch in einem vertretbaren Bereich.

Der Akku

Die Bandit verfügt über einen 1.900 mAh großen Akku der eine Betriebszeit von über 2,5 Stunden ermöglicht. Ist die Kapazität erschöpft, dann kann man den Akku aufladen ohne das Gehäuse öffnen zu müssen. Es gibt dafür an der Rückseite der Kamera eine Buchse an der das Kabel angesteckt werden kann.
Die Ladezeit liegt dann bei etwa zwei Stunden.

Braucht man mehr Strom um länger aufnehmen zu können, empfiehlt es sich einen zusätzlichen Akku zu kaufen. Dieser Ersatzakku ist mit knapp 60 Euro auf
Amazon gerade noch in einem vertretbaren Preisbereich.

Was ich noch probieren werde, ist die Kamera mit einer Power Bank über die Ladebuchse zu betreiben. In einem Update im Jänner (nach dem nächsten Skiurlaub weiß ich mehr) werde ich darüber berichten ob das möglich, oder ob es überhaupt nötig ist.

Die Bedienung

Wirklich außergewöhnlich ist das Bedienungskonzept dieser Kamera. Die Kamera wird über drei wesentliche Steuerelemente bedient:


  1. An der Rückseite findet man den EIN / START Button in dessen Zentrum sich ein kleiner roter Knopf befindet mit dem man während der Aufnahme Markierungen setzen kann.
  2. Direkt über dem Objektiv ist der STOPP / AUS Button mit dem Aufnahmen beendet werden und die Kamera nach langem Druck ausgeschaltet wird.
  3. Der eigentliche Clou ist aber an der Oberseite der Bandit zu finden, denn dort befindet sich nämlich ein Steuerkreuz und ein Monochromdisplay für die wichtigsten Einstellungen. Hier kann man:
  • WiFi ein/ausschalten
  • den Aufnahmemodus wechseln (Foto / Video / Zeitlupe / Zeitraffer / 4k mit 15 fps)
  • checken wie viel Speicherplatz auf der SD-Karte noch frei ist, die Daten auf der SD-Karte löschen oder gleich die komplette Karte formatieren
  • den Puls über eine optionale Pulsuhr abrufen
  • die aktuelle Geschwindigkeit sowie die maximale Geschwindigkeit während der Aufzeichnung
  • die Aufnahmequalität (1080 30fps / 1080 60fps / 720 60fps / 720 120fps)
  • Aufnahme in normaler Breite oder in Breitbild
  • Einstellungen für Bilder (Tag / Auto / Nacht
  • man kann die Aufnahme normal machen oder um 180° drehen
  • die Verbindung der Kamera mit der Fernbedienung, dem Handy oder einem Pulssensor
  • man kann den Flugzeugmodus aktivieren der alle Funkverbindungen deaktiviert
  • und schlussendlich kann man den Kamerastatus checken. Dort wird die Akkuladung, die verbrauchte Speicherkapazität, GPS-Info, Firmware-Version und Seriennummer der Kamera angezeigt.


Einen Teil der Einstellungen kann man auch über die App am Smartphone machen, wenn das Phone über WiFi mit der Bandit verbunden ist. Natürlich verringert sich die Akkulaufzeit der Bandit bei einer bestehenden WiFi-Verbindung maßgeblich. Um gut eine halbe Stunde weniger Aufnahmezeit steht einem dann zur Verfügung.

Aufnahmen starten und stoppen sowie Markierungen setzen kann man auch mit der kleinen Bluetooth-Fernbedienung, die klein genug ist um sie zum Beispiel mit einem Klettband am Zeigefinger zu befestigen und dann mit dem Daumen zu bedienen.

Die Montage

Bei Action Cams ist natürlich ein wichtiger Faktor auf welche Art man sie befestigen kann. Schließlich möchte man die meist recht teuren Stücke möglichst lange haben und nicht bei einer rasanten Fahrt auf der Piste oder in der perfekten Welle auf dem Surfbrett im Meer verlieren. Dazu sollte die Kamera sicher fixiert sein. Von der GoPro und sämtlichen Klonen des Platzhirsches ist man gewöhnt, dass die Cam durch eine Schraube mit dem Zubehör verbunden wird.
Die TomTom Bandit wird durch einen Schnellverschluss gehalten. Dabei wird am fix montierten Bügel aus Metall, welcher auf der Kamera angebracht ist, eine gefederte Klammer gedrückt die eine stabile Verbindung mit dem Zubehör ermöglicht.

Die Kamera kann in innerhalb des Metallbügels in beide Richtungen um 90° gedreht werden. So bekommt man immer einen perfekten Winkel egal wie die Kamera angebracht ist.

Leider passte bei uns das Zubehör das für die GoPro oder ähnliche Cams geeignet ist nicht perfekt zu dieser Kamera. Bei dem Versuch einen Monopod den wir für die GoPro kauften mit dem mitgelieferten GoPro-Adapter zu verwenden , konnten wir die Bandit anfangs kaum stabilisieren. Das liegt daran, dass die Aufnahme des Zubehörs etwas dünner ist als bei den Mitbewerbern. Zieht man die Schrauben etwas fester an, dann kann man das Zubehör der Anderen jedoch trotzdem verwenden. Da darf man dann halt nicht zu zimperlich sein

Aufnahmequalität

Wenig verwunderlich ist, dass die Aufnahmequalität so ziemlich die wichtigste Kategorie für alle Anwender sein wird. Diese kann man auf diversen Youtube-Videos sehr gut sehen.
Meiner Ansicht nach sind die Aufnahmen etwas kühler, also mit einem größeren Blauanteil, als vergleichbare Bilder der Hero4 sind. Das ist eine Frage des Weißabgleichs. Da die Qualität von der Firmware der Kamera abhängt verbessert sich die Qualität meist mit jedem Update.

Vor allem Wiesen und Bäume wirken derzeit bei der Bandit nicht ganz so saftig und eher smaragdgrün. Jedoch änderte sich das bereits nach dem letzten FW-Update ein Wenig zum Besseren.

Aufnahmen bei Sonnenschein sind absolut TOP. Es gibt kaum Fading wenn die Helligkeit sehr stark ist. Die Schärfe ist sehr gut und die Kamera fokussiert auch bei schnellen Bewegungen in Sekundenbruchteilen. Daher eignet sich die Bandit sehr gut für die Aufnahme bei Sportarten bei denen auch mal höhere Geschwindigkeiten erreicht werden. Gerade das Fokussieren finde ich fast ein bisschen dynamischer als bei der Hero4.

Die Fotos sind bei Tageslicht oder bei guter Beleuchtung sehr gut. Bei geringerer Beleuchtung kann es zu einer etwas groberen Körnung der Aufnahmen kommen. Ebenso verhalt es sich bei Video-Aufnahmen.

Reichen 720p, dann kann man mit 120fps fast schon Hochgeschwindigkeitsaufnahmen machen. Dadurch kann bei der Wiedergabe die Geschwindigkeit verlustfrei auf fast ein Fünftel reduziert werden. So werden sogar Details bei schnellen Bewegungen sichtbar.

Speicher

Ich verwende die Kamera mit einer Kingston Class10 Micro-SD Karte mit 32GB Speicherkapazität. Darauf finden etwa 2 Stunden Videomaterial in 1080p mit 30fps Platz. Bei einer durchgehenden Aufnahme werden die Clips in jeweils 4GB große Teile zerlegt. Mehr erlaubt das Dateisystem auf der Karte nicht.

Bei der Übertragung auf die Karte gibt es keine Verzögerungen, wenn die Karte schnell genug ist. Mit einer etwas langsameren Karte brach die Aufnahme nach etwa drei Minuten ab, weil der Pufferspeicher voll war.

Ich würde auf jeden Fall eine 64GB Karte empfehlen, da man mit dieser die volle Akkuleistung voll ausschöpfen und bis zu 2,5 Stunden am Stück aufnehmen kann. Alternativ könnte man zwei 32GB Karten in zwei Akkus unterbringen, da die Karte ja im Akku-Modul eingeschoben wird. So hat man ohne große Fummelei schnell eine Ersatzkarte in der Bandit und kann weiterfilmen.

Firmware

Seit knapp einem Monat habe ich die Bandit nun im Einsatz. In dieser Zeit wurde die Firmware bereits zwei mal aktualisiert. Schon nach dem ersten Update wurden die Bilder lebendiger und die Fokussierung akkurater. So kann es jederzeit sein, dass sich die Bildqualität durch die künftigen Firmware-Updates verbessert.

Das Update wird automatisch auf die Kamera übertragen sobald die Cam mit dem Smartphone verbunden ist. Bei einem Neustart wird die Firmware dann sofort aktualisiert. Entsprechende Hinweise werden am Display der Kamera angezeigt.

FAZIT

Die Bandit ist ein schönes Stück HighTech  mit einem enormen Funktionsumfang und einfachster, intuitiver Bedienung. Dabei kommt man mit einer Akkuladung knapp 2,5 Stunden durch. Auf 32GB Speicherkarten lassen sich bis zu zwei Stunden Video in 1080p mit 30fps aufnehmen. Die Kamera selbst kann perfekt justiert und ausgerichtet werden und wird mir sehr gutem Befestigungsmaterial geliefert. Im Vergleich mit der GoPro Hero4 sind die Aufnahmen um einen Tick blaulastiger, dafür aber super scharf und gut aufgelöst. Die Kamera fokussiert schnell und ordentlich.

Ich erhielt diese Cam vom Hersteller kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Unabhängig davon bemühte ich mich um eine unvoreingenommene Bewertung. Im Jänner, nach ein paar Tagen auf der Skipiste, werde ich ein Update schreiben und auch Videos online stellen die ein Überblick über die Bildqualität liefern.



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5 von 5 Sternen

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