Donnerstag, 12. November 2015

iRULU Walknbook W1 Tablet mit Keyboard im Case

Gleich vorweg muss ich sagen, dass ich sowohl beruflich als auch privat unzählige Stunden meines Lebens mit der Benutzung von PCs, Tablets und Smartphones vergeude. Dabei dienten sie mir bisher immer nur als Werkzeug. Beruflich verwende ich ein Dell Tablet mit Dockingstation. Das Handling und das Betriebssystem (Windows 10) gefiel meiner Frau weitaus besser als die Android-Geräte die wir aktuell in Verwendung hatten.

Bislang verwendeten wir zuhause neben unserem Desktop-PC und einen 13" Notebook ein iPad2, ein Nexus 7 der ersten Generation und ein aktuelles Samsung Galaxy Tab 4 10.1. Und zwar genau in der Reihenfolge. Wir sind also nicht unbedingt auf extreme Leistung aus, sondern darauf bedacht, dass wir schnell mal etwa im Netz nachsehen oder einfach eine Bestellung auf Amazon absenden können. Vor allem in letzter Zeit kam auch immer öfter der Wunsch auf Dinge zu erledigen die bislang eher am PC gemacht wurden, wie zum Beispiel ein Fotobuch über den Urlaub mit den Bildern von einer externen USB-Festplatte zusammenzustellen.

Meine Bewertung geht also davon aus, dass man ein derartiges Gerät als Anwender einsetzt. Somit muss es folgende Anforderungen erfüllen:

* Schnelle Verfügbarkeit, wenn es benötigt wird. Lange Boot-Zeiten können wir nicht brauchen.
* Vernünftige Display-Auflösung damit man beim Ansehen von Fotos und Videos keinen Augenkrebs bekommt.
* Um Videos von Netflix oder Amazon Prime zu sehen kommt man um WLAN nicht herum.
* Ebenfalls für die Wiedergabe von Videos schadet es nicht wenn der Prozessor stark genug ist um hier auch bei höherer Auflösung flüssige Bilder zu liefern.
* Ordentlicher Touchscreen der die Eingaben auch wirklich erkennt.
* Halbwegs vernünftige Akkulaufzeit,damit wir nicht am Abend, wenn wir das Tablet auf der Couch einsetzen, das Ladekabel quer über die Couch legen müssen.
* Für die Verwaltung unserer Fotosauf der externen Festplatte wäre ein USB-Anschluss nett.
* Da wir auch häufig Texte darauf schreiben, muss es die Option einer externen Tastatur geben. Ob die dann schon im Lieferumfang ist oder nicht ist eher nebensächlich.
* Das Betriebssystem ist uns eher egal, allerdings gibt es einige Programme zur Bildbearbeitung und Werbemittelerstellung die wir nur unter Windows haben. Da wäre Windows 10 schon ein Vorteil.
* Wenn das Tablet dann nicht zu schwer wäre und sich womöglich auch noch leicht reinigen lässt, dann haben wir das Ideal fast erreicht.

Was bei uns definitiv nicht in die Kaufentscheidung einfließt ist:
* Ob ein Tablet als Statussymbol geeignet ist. Wir sind selbst so schöne und intelligente Menschen, dass wir auf eine Aufwertung unserer selbst durch spezielle Logos auf der Rückseite unseres Tablets gerade noch so verzichten können.
* Auch ob man auf dem Gerät einen Ego-Shooter flüssig zum Laufen bringt ist uns eher egal. Unser Sohn mag da vielleicht anders denken, aber der hat dafür auch seine xBox.

Was man bekommt, wenn man bei diesem Angebot auf 'kaufen' klickt:

* Man bekommt eine sehr schöne und richtig große Schachtel in der das neue Walknbook sicher verwahrt ist.
* Darin befindet sich das Tablet, in unserem Fall mit orangefarbenem Rahmen.
* Unter dem Tablet ist in einer kleinen Schachtel die Hülle mit integriertem QWERTZ Keyboard verwahrt.
* In einer weiteren Schachtel befindet sich ein Netzteil und ein USB Kabel.
* Eine mehrsprachige Kurzanleitung mit guter deutscher Übersetzung rundet den Lieferumfang ab.

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Das Tablet
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Als ich das Tablet das erste Mal aus der Box nahm und es in der Hand hielt, fiel mit sofort das vergleichsweise hohe Gewicht auf. Unser Galaxy Tab 4 ist dann doch um knapp 100 Gramm leichter, was man nach längerem Halten vermutlich auch merken wird. Im Gegensatz dazu ist mein 11" Windows-Tablet von Dell noch mal um ein ganzes Stück schwerer.

Der orange Rahmen sieht meiner Meinung nach etwas billig aus. Das liegt vielleicht daran, dass das Orange ein bisschen hell ist und fast schon als Neonfarbe durchgehen könnte. Kräftig durchgefärbte Kunststoffe sehen meist etwas hochwertiger aus. Die Rückaseite wird durch eine schwarze Hochglanzfläche aus Kunststoff gebildet. Darauf prangen höchst prominent neben dem Markennamen des Herstellers auch noch der Chip-Hersteller und die Hinweise auf ROHS und den Akku im Gerät weshalb man das Walknbook nicht achtlos in die Tonne werfen sollte. Spätestens wenn man die Rückseite gesehen hat weiß man, dass dieses Gerät als Statussymbol ungeeignet sein wird.

Die Rückseite ist übrigens ein idealer Ort um Fingerabdrücke zu nehmen. Schon bei der ersten Berührung hatte ich ein komplettes Set an Fingerabdrücken von mir drauf. Das stolze Herzeigen meines neuen Tablets brachte dann auch noch eine Vielzahl kollegialer Fingerprints dazu. Hat man gerne ein sauberes Tablet, dann wir man häufiges Wischen nicht vermeiden können.

Auf dem Display war meiner Meinung nach unter der Transportfolie eine Displayschutzfolie angebracht. Da unter dieser aber Blasen zu sehen waren, warf ich diese ebenso in den Mist wie die Transportfolie. Sollten bei der Produktion zwei Folien zum Schutz des Displays angebracht worden sein, dann kann man nur sagen: 'Hut ab vor so viel Schutz'. Auch an der Rückseite war natürlich eine Schutzfolie aufgeklebt.

Die Eckdaten der Leistung sind ohnehin in der Artikelbeschreibung angegeben. Auf dem Papier sehen der Atom-Prozessor mit 1,33 GHz, 2 GB RAM und 32 GB Flash-Speicher schon mal nicht so schlecht aus. Auch die Auflösung von 1280x800 empfinde ich als ausreichend.mehr hatte unser Galaxy Tab 4 auch nicht. Sowohl an der Rückseite als auch an der Frontseite gibt es dann auch noch jeweils eine Kamera.

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Die Anschlüsse
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Reicht die Auflösung des Displays mal nicht aus weil man sich auf Netlix den Luxus eines 4k-Films gönnt, dann findet man auf der Linken Seite des Tablets eine HDMI-Port. So bringt man die hochauflösenden Inhalte dann vielleicht doch noch in die entsprechende Form der Darstellung. zusätzlich findet man auf dieser Seite auch noch:

* einen 3,5mm Klinken-Anschluss für den Kopfhörer
* den Slot für Micro-CF Karten mit bis zu 128GB Kapazität
* einen Micro-USB Anschluss (wofür der gut sein soll weiß ich nicht, da ich noch nie ein Micro-USB zu Micro-USB Kabel gesehen habe) über den sich das Tablet allerdings nicht aufladen lässt.
* ein normaler USB-Port mit USB 2.0
* die Buchse für den Anschluss des Netzteils

Ebenfalls auf dieser Seite befindet sich das Mikrofon. An der oberen Längsseite ist die Wippe für die Lautstärke angebracht und mittig angeordnet befinden sich auf der gleichen Seite die beiden kleinen Lautsprecher. An der gegenüberliegenden Längsseite (die untere der beiden) ist dann noch der vierpolige Kontakt für den Anschluss des Keyboards.

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Das Keyboard
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Dieses ist meiner Meinung nach einer der größten Pluspunkte in der Usability dieses Gerätes und gleichzeitig einer der größten Minuspunkte in der qualitativen Anmutung.

Das Keyboard ist recht dünn und in die Hülle integriert. Das ist sehr praktisch weil man es so immer dabei und zur Verfügung hat. auch fällt mir das Tippen auf einen echten Keyboard erheblich leichter als bei einer Bildschirmtastatur. Diese Rezension schreibe ich zum Beispiel gerade mit dem Webnbook und jeder kann sich vorstellen, dass eine derartige Fülle an Buchstaben auf einer Bildschirmtastatur einfach unmöglich zu schreiben wäre. Es sind alle Tasten vorhanden, die Anordnung ist gut und auch die Größe der Tasten und der Abstand dazwischen völlig ausreichend.  Das Touchpad reagiert schnell und präzise und fällt
nur ab und zu unangenehm auf, wenn ich zum wiederholten Mal in meine Webseite hinein zoome weil ich die Maustaste nicht ordentlich erwischt habe und mit der Geste zeige, dass ich zoomen will.

Soweit so erfreulich. Aber, und leider gibt es dieses Aber, das Keyboard ist bei mir etwas gebogen und liegt daher links und rechts nicht richtig auf, da es gerade in der Mitte die tiefste Stelle hat. Somit federt es beim Schreiben immer ein bisschen, was ich persönlich als eher unangenehm empfinde. Schon klar, wenn ich mal schnell eine Suche im Web mache oder eine Überweisung am Onlinekonto durchführe, dann werde ich das nicht wirklich registrieren. Schreibe ich aber mal etwas mehr, wie bei dieser Rezension, dann ist das echt störend. Genauso wie der eigenartige Druckpunkt der Leer-Taste. Diese hat den Druckpunkt genau in der Mitte. Erwischt man die Taste also im jeweiligen äußeren Viertel auf der linken oder rechten Seite, dann kommt es oft vor, dass  der Anschlag nicht registriert wird. Man gewöhnt sich daran, aber gut ist es nicht.

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Die Leistung
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Benchmarks oder andere Leistungsvergleiche sind für mich sinnbefreit, weil ich dadurch keine Aussage darüber erhalte wie sich das Gerät bei mir verhält.Nach dem ich das Walknbook - ganz nach Anweisung - erst einmal zehn Stunden am Netz hängen hatte um den Akku zu laden, konnte ich mit der Einrichtung beginnen. Dabei erweist sich Windows 10 bereits als ziemlich umgänglich. ein paar Eingaben und man ist mitten drin und kann loslegen.

WLAN:
Hier ist mir gleich aufgefallen, dass der Empfang etwas schlechter ist als bei meinen anderen Geräten. Habe ich mit dem Samsung im Oberstock noch ein Bisschen Empfang - gerade genug um Mails abzurufen oder im Netz zu surfen, zu wenig um einem Film zu streamen - dann ist das Walknbook bereits außerhalb des Bereichs und offline. In der Nähe des Routers gibt es absolut keine Probleme mit dem Datendurchsatz, aber für ein Arbeiten durch Stahlbetondecken ist die Antenne wohl zu schwach.

GESCHWINDIGKEIT:
Das ist ein sehr dehnbarer Begriff. Also ich meine damit. Zum Beispiel die Zeit die das Tablet zum Booten benötigt, wenn es ausgeschaltet bzw. im Standby ist. aus dem Standby ist es in 4-5 Sekunden im Anmeldebildschirm. Ist es komplett ausgeschaltet, dann dauert es auch nur etwa 15-20 Sekunden bis man in den Anmelde-Screen kommt. Für mich absolut in Ordnung.

Ist das Tablet in Betrieb, dann sind die Ladezeiten beim Öffnen von Apps interessant. So braucht Netflix zum starten und Herstellen der Onlineverbindung ca. 6 Sekunden.Solitär, Mahjongg und andere Offline-Games sind in rund fünf Sekunden geladen. So verhält es sich bei den meisten Anwendungen. gerade größere Programme wie Word und Excell brauchten schon mal bis zu sieben Sekunden bis sie gestartet waren. Hier ist vor allem die Zugriffszeit auf den Flash-Speicher entscheidend.


Der Prozessor ist ebenfalls nicht von der langsamsten Sorte. Lässt man auf einem externen Display einen Netflix-Stream laufen um nebenher am Tablet-Display zu arbeiten, dann bereitet das dem Walknbook keine Probleme. Die Auslastung des Prozessors lag bei HD-Streams immer im bereich von 30-40%, wodurch ausreichend Kapazitäten für Word und Co. bleiben. Selbst der Versuch 'Asphalt 8: Airborne' zu spielen klappte ganz gut. Allerdings ist zu sagen, dass bei berechnungsintensiveren Passagen der Grafik schon mal der eine oder andere Ruckler in den Spielfluss hinein zappt. Jetzt ist das für uns kein Problem, weil wir weder Rennspiele noch Ego-Shooter auf dem Tablet spielen wollen, aber es wird Leute geben für die das wichtig sein könnte.

AKKULAUFZEIT:
Die könnte zugegebener Maßen besser sein. Ist der Akku voll geladen, wofür das Tablet ziemlich lange (fast drei Stunden) braucht, dann kam ich bislang meistens über einen Zeitraum von etwa 5,5 bis 6 Stunden mit einer Akkuladung aus. Es ist also nicht so, dass einem am Abend beim Fernsehen der Akku ausgeht, wenn man nebenher ein bisschen Mahjongg spielen möchte, aber man sollte auch nicht einplanen die Kinder bei einer langweiligen Familienfeier länger als knapp fünf Stunden beschäftigt zu haben, wenn man ihnen ein paar Filme zum Ansehen auf das Tablet lädt. Die Laufzeit könnte wie gesagt etwas besser sein.
Was aber wirklich störend ist, ist die besondere Form des Ladesteckers. Warum konnte man hier nicht wie bei fast jedem anderen Tablet einfach einen Micro-USB-Port verwenden. So ist es unmöglich, wenn man mal unterwegs ist und das eigene Ladegerät nicht mit hat, das Walknbook aufzuladen. Denn so einen eigenwilligen Stecker hat mit Sicherheit gerade kein anderer mit.

SPEICHERPLATZ:
Der ist mit 32GB ordentlich aber nicht wirklich großzügig bemessen. Das Erste was ich machte war eine Micro-SD Karte mit 64GB Speicherkapazität hinein zu stecken. Hier könnte man um bis zu 128GB erweitern. Das müsste dann auch wirklich ausreichen.

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Die Anzeige
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Das Display bietet eine sehr ordentliche Schärfe und ist mit 1280x800 gerade gut genug aufgelöst. Natürlich gibt es unzählige besser am Markt. Die Lassen sich ihren technischen Vorsprung allerdings auch fürstlich bezahlen. Sucht man im niedrigeren Preissegment,dann ist das Display des Walknbook mit Sicherheit bei den Besseren dieser Gattung zu finden.
Die Helligkeit ist ebenfalls sehr gut, vor allem wenn das Tablet am Netz hängt. Ansonsten wird die Helligkeit zugunsten der Akkulaufzeit natürlich herunter geregelt.
Da das Display schnell reagiert sind mir auch beim Ansehen eines Actionfilmes kein Pixelfading oder andere unangenehme Artefakte aufgefallen. Für die Preisklasse also ein sehr gutes Display.

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Fazit
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+ Tablet mit Windows 10 für Windows-Nutzer einfach zu bedienen
+ ordentliche Leistung, außer bei sehr grafiklastigen Spielen
+ sehr guter Touchscreen - hohe Erkennungsgenauigkeit
+ sehr schönes Bild trotz der etwas geringen Auflösung
+ QWERTZ Keyboard ist in der mitgelieferten Hülle bereits integriert
+ USB 2.0 Anschluss an der Seite vorhanden
+ bis zu 128GB Speichererweiterung über Micro SD Karte möglich

+/- etwas schwaches WLAN
+/- eher schwacher Sound durch die kleinen Lautsprecher an der Längskante
+/- mit dem Touchpad machte ich immer wieder eine Fehlbedienung
+/- Druckpunkt der Leertaste ist etwas gewöhnungsbedürftig

- das Keyboard war bei mir leider etwas gebogen wodurch es beim Tippen wackelte
- aufgeladen werden kann das Tablet nur durch den mitgelieferten Netzstecker dessen Anschluss außergewöhnlich klein ist. Leider kann kein Micro_USB Stecker zum Aufladen verwendet werden.

Das Walknbook von iRULU kann nichts besonders gut, leistet sich aber im Gegenzug dazu nirgends wirkliche Schwächen. Es ist meiner Meinung nach ein sehr gutes Exemplar im niedrigen Preissegment. Würde der Unterschied zu teureren Modellen nicht zu bemerken sein, dann müsste ich mir die Frage stellen warum mein Dell Tablet dann fast das Dreifache gekostet hat. Und gerade dieser wirklich faire Preis der einer ordentlichen Leistung gegenüber steht ist auch der Grund dafür, dass ich trotz der kleinen Schwächen fünf Sterne vergebe. Schließlich kann man das Walknbook durchaus als preiswert bezeichnen.

Das Tablet kauft eich direkt über eine chinesische Einkaufsplattform. Im Vergleich zum aktuellen Amazon-Preis war das dann nicht wirklich günstiger, da ich mit der Einfuhrumsatzsteuer in Summe auf über zweihundert Euro kam. Die Frage nach einer Garantie braucht man bei einer direkten Bestellung aber nicht wirklich stellen, also würde ich empfehlen das Gerät lieber über Amazon oder zumindest über einen deutschen Händler zu beziehen. Die zwanzig Euro mehr sind gut investiert, vor allem weil man es dann in wenigen tagen schon hat und nicht ein bis zwei Monate drauf warten muss.

iRULU Walknbook W1 Notebook/Tablet PC 2-in-1, Microsoft Windows 10 und Bing, 32 GB
5 von 5 Sternen

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