Montag, 2. November 2015

ccBetter - 3D Druckstift

Unsere Tochter ist sehr kreativ, zeichnet und bastelt gerne und ist auch für neue Möglichkeiten immer zu haben. Nachdem ich bereits 3D-Drucker in Action erlebt und das Funktionsprinzip recht brauchbar fand, dachte ich, dass wir mit einer 3D-Pen vielleicht eine neue Dimension (wie treffend :-) ) erreichen würden.

Die Lieferung erfolgte in Rekordzeit, wie bei Amazon Prime üblich. Geliefert wird der Stift in einem ordentlichen Karton.

Im Lieferumfang enthalten waren:

* die 3D-Pen in unserem Fall in grün
* ein Netzteil mit etwas kurzem Kabel (ca. 1m)
* ein blauer Kunststofffaden
* ein schwarzer Kunststofffaden
* eine mehrsprachige Betriebsanleitung mit schlechter deutscher Übersetzung.

 Auszug aus der Anleitung die gerne für Erheiterung aber wenig für Erklärung dienlich ist:
+++
Schritt 1: Schließen Sie das Netz
Legen Sie Sondertransformator in Leistungsloch, der im Hintern des 3D Druckstifts steht......
+++

Der Stift ist trotz der Anleitung schnell betriebsbereit. Man muss nur dafür sorgen, dass man in der Nähe eine Verteilersteckdose hat, da das Kabel nur etwa einen Meter lang ist, dann das Netzteil anstecken, auf dem Stift das Material auswählen und die untere Feed-Taste drücken. Dann heizt sich der Stift auf.

Das Funktionsprinzip ist ähnlich wie bei Heißklebepistolen. Die Spitze des Stiftes wird erhitzt (ca. 160° C) und ein kleiner Motor schiebt mit wählbarer konstanter Geschwindigkeit die dünne Plastikstange in die heiße Spitze. Dadurch wird der Kunststoff verflüssigt und kommt weich und formbar aus der Spitze heraus. Der Kunststoff kühlt schnell ab wenn er die Spitze verlassen hat und härtet dabei wieder aus. So simpel, so gut.

Da es zwei Arten von Kunststoffbändern gibt (PLA, ABS) kann man diese auf dem Stift auswählen. Dabei wird die passende Temperatur eingestellt. Die Geschwindigkeit mit der das Plastik aus der Spitze strömt kann in 8 Stufen variiert werden. Während des Formens muss man keine Taste drücken, da der Feed mit einem Druck gestartet und mit dem nächsten Druck gestoppt wird. Das ist recht praktisch, weil man sich dann nicht auf das Drücken eines Knopfes konzentrieren muss. Dafür muss man den Knopf finden sobald man stoppen will.

Grundsätzlich funktioniert das 3D-Schreiben mit diesem Stift recht gut und ich kann mangels Alternativen auch nicht sagen, ob es bessere gibt oder ob dieser Stift nun etwas besonders gut oder schlecht macht. Aber ich kann zumindest sagen, dass er für unsere siebenjährige Tochter ungeeignet ist. Dafür gibt es mehrere Gründe.

* Es erfordert eine ruhige Hand und hohe Konzentration um das austretende, klebrige Plastik in Form zu bringen.
* Der Stift beendet den Vorschub des Materials nicht sofort wenn man die Feed-Taste erneut drückt, sondern lässt noch etwas klebrigen Kunststoff nachfließen (ähnlich wie bei Klebepistolen)
* Zwischen dem 3D-Druck und der Spitze des Stiftes bildet sich ein Plastikfaden den man später weg zwicken muss.
* Die Spitze des Stiftes ist zwar thermoisoliert, wir trotzdem ziemlich warm und das flüssige Plastik auf der Haut wird auch ziemlich unangenehm, weil es natürlich etwas wärmer ist.

Da wir den Stift eigentlich für unsere Tochter kauften ist das natürlich nun nicht so praktisch, aber trotzdem versuchte ich mein Glück damit um zu sehen was man so machen kann mit einem 3D-Stift.

Vor dem Drucken muss man den Plastik-Rohling in den Stift einführen. Das dauert in etwa 45-60 Sekunden bis dann endlich etwas aus der Spitze dringt. Mit langsamster Geschwindigkeit ist es auch möglich halbwegs genau zu arbeiten, wobei es trotzdem immer dünne Plastikfäden bei mir gab.

Möchte man eine andere Farbe verwenden dann muss man 'unloaden' also den Faden aus dem Stift heraus holen. Hat man die entsprechende Taste gedrückt, dann dauert es wieder ungefähr 45 Sekunden bis man den Faden aus dem Stift bekommt. Dann den nächsten einfädeln und wieder von Vorne. Plant man häufe Farbwechsel, dann empfiehlt sich zumindest ein zweiter Stift.

Also kurz gesagt:

+ sehr gut verarbeitetes Gerät
+ die Bedienung ist trotz der etwas eigenwilligen Anleitung einfach und unkompliziert
+ der Stift ist relativ leicht und kann gut geführt werden, da stört auch das Kabel vom Netzteil nicht
+ man kann nun auch in der dritten Dimension malen und kreativ sein
+ kann man auch für 3D-Effekte unter Acryl auf einer Leinwand einsetzen, dann braucht es allerdings etwas Zeit, weil man ja auch größerer Fläche arbeitet

+/- braucht relativ lange um den Faden zu laden oder zu entladen (also auch bei Farbwechsel)
+/- zwischendurch hatte ich hin und wieder das Problem, dass der Faden nicht vorgeschoben wurde. Musste dann entladen und neu laden.
+/- für Kinder eher weniger geeignet, da häufig dünne Plastikfäden gezogen werden und die Spitze auch ziemlich heiß werden kann

Ich persönlich finde diesen Stift eine gute Idee und auch die Umsetzung ist recht gelungen. Da der Einsatz aber eine ziemliche Patzerei ist und man später viel zu tun hat mit dem Abschneiden der 'Plastiknasen' die beim Aufspritzen entstehen und da das Be- und Entladen eine gefühlte Ewigkeit dauert, finde ich vier Sterne durchaus gerechtfertigt.

CCbetter Intelligenter 3D Druckstift mit Sicherungshalter
4 von 5 Sternen

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