Donnerstag, 2. Juli 2015

Spionagekamera im Wecker

Es gib Nichts was es nicht gibt!

Also die erste Frage die in mir keimte war: Wofür braucht man bitte eine versteckte Kamera in einem Wecker?

Ich kann mir nur vorstellen, dass es darum gehen könnte zu sehen was im Schlafzimmer passiert, wenn man selbst nicht dort ist.

Also:
* Den Partner oder die Partnerin überwachen, wenn man selbst im Büro sitzt, um zu sehen ob der Postmann mehr da lässt als ein paar Briefe.
* Die Reinigungskraft im Hotel überwachen, ob sie vielleicht etwas mehr mitnimmt als nur die schmutzigen Handtücher.
* Mal sehen was bei den WG-MitbewohnerInnen im Zimmer abgeht.

Es ist also vermutlich Neugierde oder einfach mangelndes Vertrauen, der Auslöser für den Einsatz eines solchen Gerätes.

Der Kamera-Wecker wird in einem stabilen Karton geliefert. Darin enthalten sind:

* Der Wecker mit der eingebauten, versteckten Kamera.
* Ein Akku mit einem Spezialmaß, das ich noch nie im Leben so gesehen habe.
* Eine Fernbedienung
* Ein HDMI-Kabel für den Anschluss am Fernseher
* Ein Mini-USB Kabel für die Übertragung der Files auf den PC
* Eine Treiber-CD, wenn man die Kamera als Webcam verwenden will
* Eine chinesisch/englische Betriebsanleitung die nicht wirklich überzeugend ist.
* Ein Netzteil

Grundsätzlich ist zur Verwendung als Wecker zu sagen, dass das Setup etwas holprig und das Display kaum abzulesen ist. Auch die Displaybeleuchtung ist sowas von schlecht, das gibt es kaum. Man sollte sich also bereits im Vorfeld überlegen, wie man seinem Partner die Notwendigkeit für diesen Wecker erklärt ohne dabei rot zu werden.

Die eigentliche Anwendung wird vermutlich eher bei der Überwachung liegen. Diese lässt sich etwas schwierig und unübersichtlich mittels der beiliegenden Fernbedienung, sogar ohne Anschluss an einen Fernseher einstellen. Allerdings ist es etwas eigenartig, dass der Wecker fröhlich mit einer gut sichtbaren blauen LED blinkt, wenn die Aufnahme läuft. Hat sich irgendwer etwas dabei gedacht? Ich weiß es nicht. Unauffällig geht auf jeden Fall anders.

Grundsätzlich funktioniert die Aufzeichnung. Man muss dazu nur eine Micro-SD Karte einlegen und die Kamera so einstallen, dass sie bei Bewegung filmt. Fertig. Die Bilder in einem gut beleuchteten Raum sind dann dunkel und körnig, aber man könnte erahnen, dass das Licht-Schattenspiel zweier Personen nicht vom Bettenmachen herrührt. Ob man letztendlich unterscheiden kann ob es sich bei den Protagonisten des Films um den eigenen Partner mit dem Postmann, dem Milchmann oder doch der Tupperberaterin handelt wage ich zu bezweifeln. Das wird dann noch schwieriger, wenn die Beleuchtung schlecht ist, denn die beiden IR LED würden nur zu einem brauchbaren Bild führen, wenn der Wecker während des, vom Filmer ungewollten Beischlafs am Kopfpolster des Partners stehen würde. Möglicherweise könnte das aber auffallen.

Es gibt übrigens auch eine Einstellung in der eine Schleife aufgenommen wird, also die jeweils älteste Aufnahme gelöscht wird, so wäre theoretisch eine dauerhafte Überwachung möglich.

Warum gebe ich trotzdem 3 Sterne? Das ist einfach:

+ am Fernseher über HDMI angesteckt kann die Kamera halbwegs vernünftig konfiguriert werden.
+ am 220V Netz angeschlossen lässt sie sich dann auch länger als 24 Stunden verwenden
+ bei normalem Licht sind Personen gut zu erkennen, wenngleich das Bild trotzdem etwas körnig ist. Sollte also etwas aus dem Hotelzimmer verschwinden, dann könnte man das durchaus erkennen. Auch wenn einem die Reinigungskraft in einem Akt der Frustration in die Wasserflasche spucken sollte :-)
+ startet auch bewegungsgesteuert

+/- im Akkubetrieb keine 24 Stunden Betriebszeit
+/- Display kaum ablesbar
+/- ohne Fernseher ziemlich schwierig zu konfigurieren

- LED signalisiert den Start der Aufnahme. Absolut schwachsinnig für eine versteckte Kamera.
- IR LED schaffen kaum Verbesserung in dunklen Räumen

FLYLINK® 120-Grad-Weitwinkel-Kamera-Wecker.

3 von 5 Sternen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen