Donnerstag, 25. Juni 2015

Gardena R40LI Mähroboter

Seit ein paar Wochen haben wir ein neues Haustier im Garten. Unser Elektroschaf von Gardena, den R40LI Mähroboter. Irgendwie ist der eine Mischung aus Shaun dem Schaf und R2D2. Wenn er einmal ordentlich installiert ist, zieht er seine Runden auf dem Rasen und grast vor sich hin. Stört ihn dabei etwas, oder bleibt er gar hängen, dann gibt er Piepgeräusche von sich, was dann eher in die Star Wars Richtung tendiert. Aber mal von Anfang an.

Wir nutzten die Mehrwertsteuer-Aktion, die beim OBI in Vösendorf bei Wien jeden Donnerstag gilt, und kauften unseren Gardena R40LI um 16,66% günstiger, eben ohne Mehrwertsteuer. Warum nur 16,66%, wenn doch in Österreich 20% MwSt. zu bezahlen sind? Klar, weil vom Nettopreis 20% hinzu gerechnet werden, aber natürlich nur 16,66% vom Bruttopreis abgezogen werden können, da man ja sonst mehr zurück bekommen würde als die MwSt. ausmacht.
Abzüglich der Gutschein, die wir im Anschluss an den Kauf erhielten, kostete der Mähroboter nun 820,83 Euro. Das ist schon ein sehr guter Preis, denn das Schwesternmodell mit einer etwas leistungsstärkeren Software ist der mit rund 1.400,- Euro erheblich teurere Husqvarna Automower 305.

Da wir jemanden kenne, der bereits seit drei Jahren mit dem Husqvarna höchst zufrieden ist, dachten wir, das wir mit dem R40LI von Gardena nicht viel falsch machen können. Hier ist im Vergleich zum Husqvarna lediglich die Geschwindigkeit etwas reduziert, der zweite Startpunkt an das Ende des Suchkabels verlegt und die Korridorbreite fix statt variabel. Außerdem ist der Gardena Robomäher grün statt weiß oder schwarz. Für uns war klar, dass diese Kleinigkeiten nicht ausreichen würden, um knapp 600,- Euro mehr zu bezahlen.

Am Samstag war es nun soweit, wir packten den Mähroboter aus und machten uns mit der Materie vertraut.

Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Mäher

  • die Basisstation (Ladestation)
  • ein Netzteil auf dem Husqvarna steht ;-)
  • ein 10 Meter langes Niederspannungskabel, das für unsere Zwecke leider zu kurz war.
  • drei Ersatzklingen inklusive Schrauben
  • zwei Säcke mit Erdhaken für den Begrenzungsdraht (400 Stück)
  • 200 Meter Begrenzungsdraht
  • 8 Klemmen um den Begrenzungsdraht und den Führungsdraht entsprechend zu verbinden
  • 5 Anschlussklemmen
  • eine Einführungs-DVD
  • die gedruckte Beschreibung



Damit der Mäher ordentlich arbeiten kann, sollte die Ladestation in den Rasen hinein ragen und davor mindestens 2 Meter, seitlich jeweils mindestens 1,5 Meter Platz bleiben. Gleich vorweg: Das haben wir nicht geschafft. Zum einen wollten wir die Ladestation nicht mitten am Rasen haben, zum anderen fanden wir keinen Platz mit 1,5 Metern Platz an den Seiten, an dem uns die Ladestation nicht gestört hätte. Also muss der Mäher mit etwas weniger seitlichen Raum klar kommen, was er auch problemlos schafft. Dafür darf er zum Teil verdeckt unter dem Trampolin stehen.

Der Anleitung folgend, verlegten wir die Begrenzungskabel entlang der zu mähenden Fläche. Dabei darf das Kabel nie unterbrochen werden und sich auch niemals kreuzen, da das offensichtlich zu Verwirrungen des Mähers führen würde. Selbst hinter der Basisstation muss das Kabel ordentlich getrennt geführt werden. Also startete ich einfach an der rechten Seite der Station und führte das Kabel an unserer Rasenfläche entlang. Dabei schlug ich etwa alle 50-70 cm einen Erdhaken ein um das kabel zu fixieren. Den Abstand zu den Thujen wählte ich mit etwas mehr als fünf Zentimetern. Dadurch würde der Mäher nicht ständig an die Thujen anfahren, wofür sie uns sicher dankbar sind.

Nach einiger Zeit kam ich zur ersten Insellösung bei der es notwendig ist das Begrenzungskabel das zur Insel hinführt exakt an der gleichen Stelle zu führen wie die Rückleitung. Dabei dürfen sich die Leitungen wieder einmal nicht kreuzen.

Die erste Insellösung verlegte ich um den Deckel unserer Zisterne. Leider ist dort ein ziemlich starkes Gefälle, was ich nicht bedachte als ich die Leitungen legte. Erst später, nach mehreren Testläufen, wurde klar, dass der Mäher dort ständig hängen würde, weil er denkt umgekippt zu sein. Daher musste ich den ursprünglichen Abstand von fünf auf zwanzig Zentimeter vergrößern, da der Mäher dann nicht mehr so weit in die Grube hinab fährt, und dich auch nicht mehr selbst in Bedrängnis bringt.
Bei der zweiten Insel bekam ich die Schleife mit fünf Zentimeter Abstand allerdings perfekt hin, wodurch der Mäher ordentlich bis an die Rasenkante mäht.

Auch an der Terrasse entlang beließ ich es bei 5cm Abstand, da der Mäher dort einfach auf die Terrasse auffährt und den Rasen an der Kante ordentlich mäht.

Nachdem das Begrenzungskabel einmal um die komplette Rasenfläche gelegt war, verlegte ich noch das Suchkabel durch das dem der Rasenmäher bei schwindender Akkuleistung der Weg zu seiner Ladestation gezeigt werden soll. Dieses Kabel darf nicht näher als 30cm an dem Begrenzungskabel vorbei führen, und sollte möglichst weit von der Basisstation entfernt mit diesem verbunden werden. Damit kann der Mäher auch wenn er am anderen Ende des Gartens unterwegs ist möglichst zielsicher auf seine Station zuhalten, wenn er zu schwächeln beginnt.

Abschließend, wenn die Drähte mit der Basisstation verbunden sind, muss der Mäher noch 'programmiert' werden. Standardeinstellung fürs Mähen sind Montag bis Sonntag zwischen 6 und 22 Uhr. Diese Zeit könnte man eigentlich so lassen, da der Mäher so leise ist, dass er auch Nachts mit Sicherheit niemanden stören würde. Allerdings bewässern wir abends unseren Rasen und da muss der Mäher ja nun nicht unbedingt fahren. Außerdem sollte am späten Nachmittag möglichst nicht mehr gemäht werden, weil zu der Zeit die Kids am ehesten auf der Wiese unterwegs sind. Also programmierte ich die Mähzeiten vorerst von Mo-So zwischen 6 und 12 Uhr. Mal sehen ob das reicht. Die Schnitthöhe lässt sich zwischen 2 und 5 Zentimetern bequem über das große Rad über dem Tastenfeld einstellen.

Bevor ich der Automatik die Steuerung überließ, probierte ich noch die 'HOME'-Funktion aus, bei der der Mäher sich auf die Suche nach seiner Station macht. Das klappte bestens. Als nächstes kam noch ein manueller Mähversuch, bei dem ich noch einmal beobachtete an welchen stellen die Leitungen versetzt gehörten. Als das auch erledigt war, stellte ich den Mäher auf 'AUTO' und überließ ihn sich selbst. Seither ist er brav unterwegs und mäht den Rasen. Durch das gleichzeitige Mulchen wird der Rasen auch gleich gedüngt, was sicher kein Schaden ist.

Nächstes Wochenende werden die Begrenzungsdrähte noch in die Erde versenkt, damit beim Vertikutieren keine Schäden entstehen. Dazu werde ich mit einer Trennscheibe einen Schlitz in die Wiese schneiden in dem die Drähte etwa fünf Zentimeter versenkt werden. Dadurch steht dem oberflächlichen Vertikutieren später nichts mehr im Weg.

Seitens der Ausstattung und der Funktion des Mähers kann ich sowohl von unserem Gerät als auch von dem eines Nachbarn durchaus Gutes berichten.

+ Alles dabei was man für die Anlage auch komplexerer Gärten braucht.
+ Menüführung ist selbsterklärend und die Schnitthöheneinstellung denkbar einfach.
+ Der Mäher arbeitet nahezu lautlos. Gerade ein leicht scherendes Geräusch ist zu vernehmen, wenn die Rasierklingen die Grashalme schneiden.
+ Das Schnittbild ist sehr sauber.
+ Bei ordentlich verlegten Begrenzungskabeln manövriert sich der Mäher in keine aussichtslosen Situationen.
+ Bei unserer etwas mehr als 100 Quadratmeter großen Fläche mit zwei Inseln und mehreren Ecken war die Installation an einem Vormittag erledigt. (Allerdings werden die Leitungen erst in einem zweiten Schritt vergraben)
+ Man erhält mit dem Gardena R40LI ein langjährig erprobtes Gerät eines Spitzenherstellers zu einem vernünftigen Preis.

+/- Größtenteils Softwareunterschiede die eine Differenzierung zwischen Husqvarna Automower 305 und Gardena R40LI erreichen. Dabei wäre es nicht nötig gewesen den Fahrkorridor beim Gardena anders zu machen als beim Schwesternmodell. Aber so ist nun mal die Marketingpolitik.

- Leider gibt es keine Rasenkanten-Funktion die dem Mäher erlaubt entlang des Begrenzungskabels zu fahren und somit durchgängig die Rasenkante zu mähen.

Fazit: Für uns die absolut beste Leistung zu diesem Preis, wenn man die Verlegung selbst machen kann und will. Entscheidet man sich für den hochpreisigeren Husqvarna Automower, so erhält man beim Fachhändler die Installation des Mähers inklusive aller Führungskabel meist ab rund 1.500,- Euro.

UPDATE vom 22.05.2015:

Unser Rasenroboter R40LI von Gardena ist nun bereits seit fast einem Monat unablässig in unserem Garten unterwegs. Es ist also an der Zeit einmal seine Leistung zu reflektieren. Die Herzen der Familienmitglieder hat er auf jeden Fall ebenso erobert wie die der Nachbarn.

Seit einiger Zeit hat der Roboter den Namen Cutty Mähgatron, den er von unserem Sohn bekam. Der passt sehr gut zu dem Elektroschaf. Die Kinder haben sich auch schon an die Anwesenheit und die Arbeit des Mähroboters gewöhnt, obwohl der Mäher nach der Attacke des Mähers auf die Lieblingsschuhe unserer Tochter, bei ihr ziemlich in Ungnade gefallen ist. Die Wogen sind allerdings bereits wieder geglättet, und unsere Kinder wissen, dass sie ihre Schuhe nicht auf der Wiese stehen lassen, wenn sie ins Trampolin gehen, sondern diese am Besten unter der Leiter des Trampolins vor dem Mäher in Sicherheit bringen.
Auch die Nachbarn stehen immer wieder am Zaun und beobachten die gleichbleibenden Bewegungen unseres Mähgatron. Es hat schon etwas Hypnotisches, dem Mäher bei der Arbeit zuzusehen.

Apropos Arbeit. Die erledigt er absolut zufriedenstellend, denn es gibt kaum Stellen an denen nachzuschneiden wäre. In der ersten Woche sagte ich zu meiner Frau, dass ich schon gespannt sei zu sehen wie die Mähleistung wäre, wenn das Gras dann mal ordentlich wuchs. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht bemerkt hatte, war die Höhe des Grases an Stellen die aus dem Mähbereich ausgenommen waren. Erst hier erkannte ich, dass der Mäher offensichtlich so gut arbeitete, dass der Rasen absolut gleichmäßig gemäht war. Auf dem Bild ist zu erkenne, dass das Begrenzungskabel um etwa 2-3 Zentimeter zu weit vom Rand entfernt gelegt wurde, daher ist dort das Gras nach etwa vier Tagen wesentlich höher als am restlichen Rasen. Allerdings wwurde später auch diese Stelle ordentlich gemäht, als der Robomäher in einem flachen Winkel auf die Stelle zufuhr, da er dadurch etwas näher an den Rand heran kam.

Auf dem nächsten Bild sieht man die Auswirkung, wenn der Mäher hinter der Rasenkante in eine Vertiefung fährt, denn dann kommen die Messer natürlich sehr nahe zum Boden und schneiden den Rasen extrem kurz. Dadurch sieht der Rasen an dieser Stelle nicht besonders hübsch aus. Wir verlegten das Kabel trotzdem sehr knapp an der Kante, da in den nächsten Wochen in dem Bereich wo das schwarze Vlies zu sehen ist, ein Steinboden hinkommt, der auf gleicher Ebene sein soll wie der Rasen. Dann kann der Mäher dort perfekt arbeiten. Ein Ähnlich Problem hatten wir bei unserer Zisterne, die genau mittig im Garten liegt. Da sie aus baulichen Gründen um etwa 25 Zentimeter tiefer liegt als das Rasenniveau, haben
wir dort eine starke Geländekante. Wenn der Mäher diese Kante schräg nimmt, kann es entweder passieren, dass seine Sensoren melden angehoben worden zu sein, oder es kommt wie in der Vertiefung beim vorigen Bild dazu, dass die Messer in den Boden einschneiden. Das versuchen wir nun durch eine Abflachung der Kante zu entschärfen. Ob es was bringt, werden wir später sehen, Was auf jeden Fall was gebracht hat, war die Palette die wir in die Grube einlegten, um zu verhindern, dass der Mäher in der Grube festsitzt. Da wir den Mäher nicht komplett von dem Bereich fernhalten wollte, legten wir das Kabel sehr eng um den Deckel der Zisterne und stellten eine Palette darauf an der er anstoßen kann, ohne dabei festzuhängen.

Festhängen ist etwas, was relativ selten vorkommt. Ganz ausschließen kann man es vermutlich nicht, da der Mäher bei Erreichen der Begrenzung des Mähbereichs zurück schiebt, und dabei ab und zur den Mähbereich komplett verlässt oder sich festfährt. Das liegt bei uns hauptsächlich an den vielen Beeten, Kanten, Engstellen und Fallen mit denen der Mäher zurecht kommen muss. Auf dem Bild sieht man, wie sich der Mäher beim Reversieren mit der Leiter des Trampolins aufspießte. Natürlich stoppt er dann sofort. Meine Eltern haben einen Garten mit klaren, geraden Abschlüssen und müssen ihr Roboschaf fast nie aus einer misslichen Lage befreien. Bei uns steckt der kleine Mähgatron schon zwei bis drei Mal die Woche fest. Das Mähergebnis litt bislang allerdings nicht darunter.


Die Begrenzungskabel habe ich übrigens nach einem zweiwöchigen Testlauf eingegraben, da wir später auch vertikutieren wollen, und dabei die Kabel zumindest 3-5 Zentimeter tief in der Erde liegen sollte um nicht beschädigt zu werden. Um den Schlitz für die Kabel zu machen verwendete ich ein Trennscheibe (auch als Flex bekannt) und schnitt entlang des provisorisch verlegten Kabels in die Erde. Mit dem Montage-Werkzeug für die Trennscheiben-Montage zog ich zunächst den Schlitz noch etwas nach um widerspenstige Graswurzeln aus dem Weg zu räumen und drückte dann mit eben diesem Werkzeug das Kabel in den gefrästen Schlitz. So konnte ich die rund 90 Meter Kabel innerhalb von knapp vier Stunden vergraben, ohne dabei den Rasen zu sehr zu beschädigen. Zwischendurch probierte ich allerdings immer wieder aus ob der Mäher das Signal des Kabels noch erhält. Denn wenn es mal eingegraben ist, ist ein Kabelbruch schwer zu lokalisieren. An manchen Stellen fixierte ich das Kabel im Schlitz mit den mitgelieferten Erdhaken, damit es nicht nach Oben rutscht.

Die Messer waren nach den ersten Testläufen für die richtige Positionierung des Kabels, bei denen der Mäher immer wieder auf unsere Betonrandsteine auffuhr, leider etwas ausgeschlagen. Dadurch wurde das Mähergebnis etwas schlechter, weil ja der Rasen mehr abgeschlagen als gemäht wurde. Daher tauschte ich die Messer gegen die, bei der Lieferung enthaltenen, neuen Klingen aus. Beim Tausch bürstete ich auch gleich ordentlich den Rasenschnitt von der Unterseite des Mähers. Seither passt alles.

Gardena R40Li bei Amazon

5 von 5 Sternen

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