Samstag, 25. April 2015

ClockTower - Wien Süd

Nachdem wir bereits einiges vom ClockTower Steakhouse in Brunn am Gebirge hörten, war es nun endlich an der Zeit dieses Lokal auch zu besuchen.

Ursprünglich hatten wir hohe Erwartungen, die durch einige unserer Freunde etwas gebremst wurden. Die erzählten nämlich von langen Wartezeiten und einigen Fleischsorten, die zwar auf der Karte stünden, aber leider nicht verfügbar wären. Es ist allerdings auch so, dass es sich beim ClockTower um ein Lokal handelt, das erst Ende November 2014 eröffnete. Gerade bei einem Lokal dieser Größenordnung, sollte man die Kirche im Dorf lassen und sich bewusst sein, dass es in den ersten Monaten einfach zu Startschwierigkeiten kommen kann. Schließlich sind Restaurantbetreiber keine Hellseher und können sich nur schwer ausmalen, was die Gäste aus dem Wiener Raum gerne essen.

Wir kamen also am Freitag kurz vor 19 Uhr ins ClockTower in Brunn am Gebirge. Der Parkplatz war komplett voll, weshalb wir unser Auto bei dem benachbarten Fliesenhändler abstellten, der um diese Uhrzeit vermutlich kein Problem damit hatte, dass auch noch viele andere Gäste des Steakhauses dort parken mussten.

Das Entre des Lokals ist schon mal sehenswert. Motorräder der Marke Harley Davidson und Kunstwerke aus Teilen eben dieser Motorräder verkürzen einem die Wartezeit am Counter-Desk des Empfangs. Ohne Reservierung hätten wir keine Chance auf einen Platz gehabt, da bereits beim Eingang unzählige Gruppen auf freiwerdende Tische warteten.

Da wir reserviert hatten, und das ist vor allem am Wochenende zu Stoßzeiten durchaus zu empfehlen, mussten wir uns um unseren Platz nicht sorgen und wurden gleich von einer freundlichen Mitarbeiterin zu unserem Tisch geführt.

Das Lokal selbst ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet. So sitzt man auf vier Plätzen ganz vorne an der Bar auf Harleys ohne Vorderräder, um auch beim Essen nicht auf das Bike unterm Hintern verzichten zu müssen. Die Beleuchtung über der Bar besteht aus umgebauten Auspuff-Rohren. Aufwendige Metallskulpturen, die Biker auf ihren Harleys in Originalgröße darstellen, stehen zwischen den Tischen. Und, und, und.... Auch nach zwei Stunden Aufenthalt, lässt sich immer noch etwas Neues entdecken. Durch die Aufteilung der Bereiche wirkt das ClockTower in Brunn am Gebirge auch nicht wie ein Großraumlokal, obwohl es genau so etwas ist, und man hat nicht das Gefühl in einer Halle zu sitzen.

Wir bekamen einen Tisch in der Nähe der Terrasse, wo die Türen leicht geöffnet waren. Noch bevor wir saßen, wurden wir gefragt, ob uns die offenen Türen stören würden. Wir sollten uns einfach melden, wenn es zu kalt würde, dann würden die Türen geschlossen werden. Sehr aufmerksam.

Nicht ganz zwei Minuten später hielten wir bereits die Speisekarte in Händen und wurden gleich darauf mit Getränken versorgt. Kristin, unsere Kellnerin, wies uns darauf hin, dass es bei den Steaks zu etwas längeren Wartezeiten von etwa einer halben Stunde kommen könnte, da das Lokal restlos besetzt war. Sie bot uns an die Wartezeit mit einer Suppe zu verkürzen, was wir gerne annahmen.

So bestellten wir also eine Curry-Chili-Suppe mit Shrimps, die nur wenige Minuten später bereits am Tisch stand. Sowohl optisch als auch geschmacklich war diese Suppe ausgezeichnet. Mit einer ordentlichen Curry-Note und dezenter Schärfe erfreute sie unseren Gaumen. Die Shrimps waren am Zitronengrasspieß auf den Punkt gebraten und saftig. Serviert wurde die Suppe in einer Villeroy & Boch Schale der New Wave Serie. Wir selbst verwenden diese Schalen vorwiegend für Hauptspeisen oder Salate da sie relativ viel Volumen haben. Es wird im ClockTower also nicht gegeizt. Die Menge der Suppe war wirklich ordentlich. Da wir nur eine Suppe bestellten, brachte uns die Kellnerin auch gleich einen zweiten Löffel dazu, was ich persönlich als sehr aufmerksam erachte.

Die Auswahl der Hauptspeise war gar nicht so leicht, da man sich die Steaks mit Beilagen völlig frei zusammen kombinieren kann. Meine Frau wählte für sich ein Tenderloin Steak (150g) mit Pommes Frites und dazu eine Whiskey-Sauce. Ich entschied mich für ein T-Bone-Steak (500g) mit Wedges und Princess Beans sowie einer Chipotle-Cream-Sauce.

Mit der prognostizierten Wartezeit lag Kristin ziemlich gut, denn ziemlich genau eine halbe Stunde nach der Bestellung wurden die Steaks aufgetragen. Selbst auf den 34 x 34cm großen Servierplatten von Villeroy & Boch, die normalerweise nicht als Teller verwendet werden, sahen die Portionen noch riesig aus.

Die Steaks, medium rare bestellt, waren sehr gut zubereitet. Das Tenderloin Steak war im Kern noch leicht kühl und blutig und das T-Bone Steak innen zart und saftig, allerdings vielleicht um einen Tick zu lange gegart, weil es schon eher rosig als blutig war. Bei den Saucen wählten wir zwei verschiedene um zu vergleichen. Die Whiskey-Sauce meiner Frau war etwas weniger sämig und geschmacklich intensiver als die Chipotle-Cream-Sauce die ich für mich wählte. Beim nächsten Mal werde ich mich vermutlich auch eher für die Whiskey-Sauce entscheiden.
Sehr würzig und knusprig waren die Potato Wedges und die mit Speckwürfeln gebratenen Princess Beans schmeckten ausgezeichnet, wurden leicht knackig zubereitet und freundlicher Weise auf einem eigenen Teller serviert, damit wir uns die Fisolen teilen konnten.

Über die Größe der Portionen kann man wie gesagt nicht meckern.

Beim Dessert wählten wir Chocolate Cream, helles und dunkles Schokomus im Glas, mit Früchten und den Bread Pudding, der ebenfalls mit Früchten und einer Kugel Vanilleeis serviert wird. Dazu nahm ich noch einen 'Oreo Twist'-Milkshake.

Der 'Oreo-Twist' ist die flüssige Form des Oreo. Keine Ahnung wie viele Oreos für einen Shake ihr Leben lassen müssen, aber noch intensiver könnte der Shake nicht nach den Keksen schmecken. Serviert wurde der Shake gekrönt mit zwei Mini-Oreos.

Wie bereits bei der Suppe und unserem Hauptgang konnte auch die Nachspeise überzeugen. Sowohl geschmacklich als auch durch die Menge. Die Schokoladecreme hatte eine ziemlich kompakte Konsistenz, die Schokolade-Ebenen unterschieden sich im Geschmack und verfeinert mit dem Dreierlei an Fruchtmus ergaben sich tolle Kombinationen. Die Früchte waren frisch und gut abgestimmt. Große Stücke einer belgischen Waffel rundeten dieses Dessert ab.

Auch der Bread Pudding war ein Gedicht. Flaumig, saftig und warm serviert, mit Caramel dekoriert, harmonierte er perfekt mit der Früchtegarnitur aus Melone, Granatapfelkernen, Himbeeren und Orange. Das Vanilleeis bot eine zusätzliche erfrischende und cremige Komponente. Auch wenn wir zu diesem Zeitpunkt bereits wirklich ziemlich satt waren, schafften wir es doch alles restlos aufzuessen. Leider mussten wir den geplanten Cocktail, den wir später an der Bar trinken wollten, auf ein anderes Mal verschieben, da wir beim besten Willen keine Chance mehr gesehen hätten noch irgend etwas zu uns zu nehmen.

Abschließen stellt sich natürlich noch die Frage was so ein Essen für zwei Personen kosten kann. Dazu muss man sagen, dass das ClockTower sich im guten bis fast schon günstigeren Mittelfeld der Steakhäuser befindet. Es gibt wenige günstigere, aber viele weitaus teurere Steak-Lokale. Vor allem, weil die Portionen wirklich groß sind. Anbetracht der gebotenen Qualität kann ich sagen, dass das Preis/Leistung-Verhältnis absolut stimmt, schließlich sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass zum Beispiel ein Lungenbraten vom Rind im Supermarkt bereits um die 45,- Euro pro Kilo kostet. Ohne Zubereitung, Personal, Lokalmiete, Betriebskosten, etc. versteht sich.

Wir bezahlten für das komplette Essen inklusive vier Halbe Stiegl Bier vom Fass 96,20 Euro, konnten uns danach kaum noch bewegen weil wir so satt waren, und verbrachten einen angenehmen Abend in besonderem Ambiente mit sehr freundlichem und umsichtigen Service. Daher eine klare Empfehlung.

Hier findet ihr die Website vom ClockTower in Brunn am Gebirge.

5 von 5 Sternen

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