Dienstag, 14. Februar 2017

Skiurlaub in Wagrain im Haus Annemarie

Wie schon so oft in meinen Bewertungen verwende ich die Phrase: "Es kommt darauf an, was man braucht!"

Wir waren letzte Woche zu Gast im Haus Annemarie in Wagrain und waren vollauf zufrieden. Natürlich kommt es immer drauf an, was man sich von seiner Unterkunft erwartet. Unsere Ansprüche sind eigentlich recht konkret auf den Punkt zu bringen:

  • Pistennähe: wir wollen direkt von der Piste zur Unterkunft abfahren können und im besten Fall ohne viel gehen zu müssen auch wieder zum Lift kommen.
  • Familientauglich: da wir diesmal 5 Personen (3 Erwachsene und 2 Kinder) waren musste die Unterkunft zumindest 2 Bäder haben und einen Gemeinschaftsraum bieten.
  • Preis/Leistung: Skiurlaub wird immer teurer und daher ist ein gutes Preis/Leistung Verhältnis absolut notwendig. Je günstiger desto besser, ohne dabei aber auf einen gewissen Standard zu verzichten.
  • Freundlich: Was hilft mir die schönste Unterkunft, wenn die Leute vor Ort unerträglich sind


Reserviert hatten wir im Haus Annemarie schon vor einem Jahr, da es für die Hauptsaison kaum möglich ist kurzfristiger an gute Quartiere zu kommen. Der Kontakt mit den Vermieter war diesbezüglich ausgezeichnet und es hat auch alles mit der Reservierung (von zwei Appartements für jeweils 5 Personen) geklappt.

Falls wir schon am Anreisetag auf die Piste gewollt hätten, so wurde uns angeboten, dass wir uns für die Piste fertig machen und das Appartement erst nach dem Skifahren beziehen könnten. Da wir das ohnehin nicht brauchten, checkten wir erst am späten Nachmittag ein. Zu diesem Zeitpunkt war das Appartement natürlich bereits gereinigt und für uns vorbereitet.

Das Appartement

Wir hatten eine Ferienwohnung mit 2 Schlafzimmern mit jeweils einem Doppelbett und einem Einzelbett und jeweils einem eigenen Badezimmer mit Dusche und WC. Außerdem gab es eine Wohnküche und einen Vorraum. Alle Räume verfügten über einen Zugang zum Balkon.

Alle Räume, mit Ausnahme der Bäder natürlich, waren mit Laminatboden versehen, was mit persönlich viel angenehmer ist als Teppich (ist einfach sauberer).

Die Schlafzimmer

In beiden Schlafzimmern gab es jeweils ein Doppelbett mit mittelfesten Matratzen und einer Liegefläche von 180x200cm. Da es keine Fußteile gab, waren die Betten auch für größere Personen geeignet. Mit 183 cm Körpergröße empfinde ich Betten mit Fußteil als eher unbequem, und denke, dass es größeren Personen vermutlich nicht anders geht.

Die Einzelbetten hatten eine Liegefläche von 90x200cm und etwas festere Matratzen. In unserem Schlafzimmer war das Extrabett nicht bezogen und konnte als Couch genutzt werden.

In jedem Schlafzimmer war ein großer Schrank mit etwas wenig Fächern, dafür ausreichend Platz für hängende Kleidung vorhanden. Wenn es Kritik gibt, dann eventuell, dass es für drei Personen in einem Zimmer vor allem mit Skikleidung ein bisschen eng werden kann, wenn es zu wenig Ablageflächen oder Laden gibt.

Für meinen Geschmack waren die Kopfpolster etwas dick, aber das sind persönliche Eindrücke. Hier kann man es fast niemandem recht machen, weil jeder andere Ansprüche an sein Kissen hat. Empfindliche Leute nehmen vermutlich ihren eigenen Polster mit.

Die Bäder

Jedes Schlafzimmer in unserem Appartement hatte ein eigens Bad mit Toilette und Dusche. Somit kamen wir uns morgens oder nach dem Skifahren nicht in die Quere. Außerdem ist dann in der Nacht nicht so viel Bewegung, wenn sich Personen auf der Suche nach einer Toilette durch die Wohnung tasten :-)

Die Tiefspüler-Toiletten waren sauber und machten auch nicht sonderlich viel Lärm in der Nacht (das Übliche halt). Es gab ausreichend Ablageflächen für einen einwöchigen Aufenthalt und in jedem Bad hing ein Haarföhn.

Die Duschen waren gepflegt (wir hatten schon Unterkünfte wo sich Schimmel in den Ritzen ankündigte) und mit Eckschiebetüren platzsparend zu öffnen.

Einziges Manko bei unserem Bad war, dass die Wasserleitung des Waschbeckens (gemeinsame Leitung mit dem Nachbar-Appartement) zischte. Hier wurde beim Bau vermutlich ein Knie in der Leitung eingebaut, das nun die Geräusche verursacht. Daher schliefen wir nur bei geschlossener Badezimmertüre, da wir sonst das Rauschen des Wassers hörten, wenn sich unsere Nachbarn in der Nacht die Hände wuschen.

Handtücher gab es für eine Woche. Wer gerne täglich ein frisches Handtuch benützt wird sich ohnehin eher in die Annehmlichkeit eines Hotels begeben.

Die Küche

Diese hatte alles was man braucht. Neben einer Sitzecke für sechs Personen gab es eine gut ausgestattete Küchenzeile.

Ein Kühlschrank mit Gefrierfach, ein Halogen-Kochfeld mit vier Zonen und Dunstabzug, eine Mikrowelle mit Grill, eine Filter-Kaffeemaschine und sogar ein Geschirrspüler waren in der kompletten Küchenzeile vorhanden.

Geschirr, Besteck und Gläser für sechs Personen und eine ordentliche Ausstattung an Töpfen, Pfannen und Küchenutensilien garantieren, dass man sich ordentlich selbst versorgen kann.

Für Lebensmittel und das Drumherum sollte man selbst sorgen. Wir waren das erste mal in einem Appartement und dachten daher nicht daran Zucker, Salz und Pfeffer mitzunehmen. Wir haben es für die Nächsten Gäste dort gelassen, aber verlassen sollte man sich eben nicht. Außerdem nahmen wir eine Pad-Espressomaschine mit, weil wir keine Filterkaffee-Trinker sind.

Zum Frühstück kann man das Gebäck vorbestellen und es sich in der Früh beim Frühstücksraum im Erdgeschoß abholen. Das ist sehr angenehm, da gerade das frische Gebäck für uns im Urlaub ein Must-Have ist. Wir frühstücken meist viel und essen dafür den ganzen Tag nichts, bis wir am Abend dann im Restaurant wieder richtig zulangen.

Mediaausstattung

In jedem Wohnraum gab es einen Fernseher. Also in jedem Schlafzimmer und in der Küche. Somit wären sogar im schlimmsten Fall alle mit dem Programm der Wahl bedient gewesen. Satelliten-TV auch mit deutschen Kanälen versteht sich von selbst.


Witzig war die Marke der Geräte "Changhong" :-)

Im gesamten Haus steht zudem freies WLAN zur Verfügung und erleichtert den Kindern somit das Überleben, denn ohne Internet ginge es kaum mehr.

Das Haus

Im Keller ist der Skiraum wo die Skischuhe an der beheizten Wand getrocknet und vorgewärmt werden und auch für die Ski und Boards genügend Raum vorhanden ist. Dort findet man auch Rodeln und Bobs mit denen die Kinder auf der gleich vor dem haus liegenden Piste rodeln können.

Unsere Kids nützten auch den Tischtennistisch, der sich ebenfalls im Keller befand.

Im Erdgeschoß gibt es einen kleinen Frühstücksraum, den wir jedoch nur vom Semmelholen kannten, weil wir ja Selbstversorger waren.

Die Haustüre lässt sich per Code rund um die Uhr öffnen.

Die Lage für Skifahrer

Besser geht es wohl kaum. Es gibt in ganz Wagrain nur wenige Häuser die wirklich direkt an der Piste liegen. Das Haus Annemarie gehört dazu. Lediglich die Zufahrt zum Haus trennt das Haus vond der Piste, also kann man die letzte Abfahrt bis direkt vors Haus machen, abschnallen und die Ski in den Skikeller tragen. Dabei sollte man aber bedenken, dass es für kleinere Kinder nach einem anstrengenden Skitag schwierig ist die Talabfahrt zu meistern. Das ist nicht nur in Wagrain so, denn die Schlussabfahrten sind fast überall eher anspruchsvoll.

Ein Tipp: Wer mit kleineren Kindern unterwegs ist und dennoch bis zum Haus abfahren möchte, sollte mit der Gondelbahn Flying Mozart bis zur Mittelstation abfahren und erst ab dort den Rest auf Ski bewältigen. Das letzte Stück ist auch für Kids und Personen denen der Skitag schon in den Knochen steckt zu bewältigen und dauert dann nur noch knapp 5 Minuten.

In der Früh hat man einen kurzen Weg von etwa 50 Metern hinauf zum Schlepplift mit dem man den kurzen Weg zur Gondelbahn Flying Mozart überwinden kann. Alternativ kann man bei guter Schneelage auch direkt vom Haus weg an dem Weg entlang bis zur Talstation der Gondel abfahren.

Die Lage allgemein

Wer sich selbst versorgen will, hat in Gehreichweite (ca. 10 Minuten eine Richtung) einen kleinen SPAR Markt und etwas weiter entfernt (ca. 5 Minuten länger zu gehen oder 2 Minuten mit dem Auto) auch gleich einen großen SPAR Supermarkt in der Nähe. Außerdem gibt es weiter unten im Ort auch noch einen großen BILLA.

Wir frühstückten nur im Appartement und gingen abends essen. Dazu gibt es in unmittelbarer Nähe (bei der Talstation der Gondel) eine sehr günstige Pizzeria und gleich daneben ein ausgezeichnetes aber nicht ganz billiges Restaurant, das Almmonte (dazu gibt es auch eine Review von mir). Lässt man sich von 15 Gehminuten nicht abschrecken, dann steht einem das komplette Restaurant-Angebot des Orts zur Verfügung, denn so lange dauert es etwa, wenn man gemütlich in den Ortskern spaziert. Wir empfanden den Spaziergang nach dem Essen als sehr angenehm.

Gleich neben dem näher gelegenen SPAR Markt gibt es übrigens eine Konditorei für all jene, die gerne mal gemütlich bei einer Tasse Kaffee verweilen während die Lieben auf der Piste sind.

Auch nur wenige Gehminuten entfernt findet man die Wasserwelt Amadè, das ist das Hallen- und Freibad in Wagrain. Damit hat man in einer geringen Entfernung ein großes Bad mit Sauna, Kinderspielwelt, Rutschen und vielem mehr.

Tipp: In 15 Gehminuten ist man im Ortskern. Dort gibt es Geldautomaten die noch gebührenfrei sind. Der Geldautomat neben dem kleinen SPAR Mark verrechnet eine Gebühr von mind. 1,95 Euro je Behebung. Ebenfalls im Ort ist eine große Apotheke und ein Sportgeschäft bei dem es sich auszahlt mal reinzuschauen, wenn man seine Ausrüstung erneuern möchte. Die Preise sind fair und die Einkäufe (Ski, Schuhe) werden nach der Montage und Einstellung direkt ins Quartier geliefert.

Die Vermieter

Familiär und freundlich fasst das Gefühl in dieser Unterkunft am besten zusammen. Wenn man was braucht, dann findet man ein offenes Ohr.

FAZIT

So und da wären wir nun. Es kommt darauf an was man sucht. Wer eine Unterkunft mit Sauna, Whirlpool, Indoorpool oder ähnlichen Wellness-Equipment sucht, kann schon mal getrost weitersuchen. Wer aber eine saubere, vernünftig ausgestattete Unterkunft mit direkter Pistennähe zu einem fairen Preis sucht, der landet im Haus Annemarie einen Volltreffer.

Wir haben unseren Aufenthalt genossen und waren so begeistert, dass wir auch für das nächste Jahr bereits wieder reservierten.

Nähere Informationen und Kontaktdaten findet ihr unter www.annemarie.at

5 von 5 Sternen

Montag, 13. Februar 2017

Amazon Echo Dot - Nun haben wir auch das kleine Modell

Nachdem sich unsere Tochter ein bisschen mit dem Amazon Echo beschäftigte, wollte sie sofort einen eigenen haben. Nun ist der große Echo doch etwas teuer, daher bestellte sie sich einen Echo Dot zu einem verhältnismäßig geringen Preis. Im Gegensatz zu der ersten Einladungsanforderung, dauerte es diesmal nur knapp zwei Wochen bis wir die Einladung zum Kauf erhielten. Mittlerweile bekommt man beide Modelle ohne Einladung.



Geliefert wurde auch der Amazon Echo Dot innerhalb von weniger als 24 Stunden nach der Bestellung. Im Lieferumfang enthalten war:

* der WiFi Lautsprecher
* ein Netzteil
* eine Kurzanleitung

Erster Eindruck

Amazons Echo Dot ist sehr gut verpackt und ordentlich mit Folien geschützt. Der Dot ist sehr kompakt und leicht und wirkt auf den ersten Blick sehr hochwertig verarbeitet.  

Sehr sauber verarbeitete Gehäuseteile und Tasten an der Oberfläche. Im Gegensatz zum großen Echo gibt es keinen Drehregler für die Lautstärke, sondern zwei Tasten (+) und (-). Ebenfalls ein unterschied zum großen Modell ist die Stromversorgung. Diese geht beim Echo Dot nämlich über einen Micro-USB Anschluss wie er bei den meisten Smartphones genutzt wird. Und natürlich nur ein kleiner Lautsprecher eingebaut.

Die Inbetriebnahme

Wie schon beim großen Echo ist die Installation kaum weiter zu vereinfachen. Ich steckte den Lautsprecher am Stromnetz an und öffnete die Alexa App, die ich ja schon für den großen Echo aus dem Playstore geladen hatte. Als ich in der App auf Gerät hinzufügen ging, war der Lautsprecher innerhalb weniger Sekunden vorhanden. ich musste nur noch das WLAN-Passwort eingeben und schon verband sich Alexa mit dem Internet. Das alles passiert begleitet von Audiohinweisen, die ein Display auf dem Lautsprecher ersetzen.

Kurz blinkte der Leuchtring rot und daraufhin orange. Nach der Aktivierung der deutschen Sprache ging der Leuchtring kurz auf blau und der Echo war bereit. Da unsere Tochter sich beschwerte, dass unser großer Echo im Wohnzimmer auf 'ECHO' hört (schließlich antwortet der Echo auf die Frage Wie heißt du? mit ALEXA), beließ ich das Aktivierungswort bei ihrem Dot bei ALEXA. Wirklich einfach das Ganze. Verliert der Echo die Netzwerkverbindung und kann daher Anweisungen nicht interpretieren oder ausführen, so leuchtet der Ring jedes Mal rot. Beim kleinen ist uns das bislang allerdings nicht passiert.

Die Bedienung

Alexa oder Echo wird grundsätzlich per Spracheingabe bedient. Jedoch gibt es zusätzlich die Möglichkeit die Lautstärke direkt am Lautsprecher über die beiden Tasten (+) und (-) an der Oberseite zu regulieren. Zusätzlich gibt es eine Taste mit der man die Mikrofone ausschalten kann, mit denen Echo in den Raum hinein hört, und eine weitere Taste mit der man Echo dazu bringt aktiv Befehle entgegen zu nehmen. 

Da die zentrale Funktion von Alexa die Verarbeitung von Sprachbefehlen ist, hört das Gerät auch ständig mit. Nur so kann Amazons Echo permanent bereit sein und Anweisungen ausführen. Um zu etwas mehr Privatsphäre zu erhalten, kann man dafür mittels Tastendruck die Mikrofone ausschalten. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man damit wirklich die Mikrofone ausschaltet, oder Echo nur die Ausführung der Befehle unterbindet. Mittlerweile habe ich mit Wireshark gecheckt, dass der Lautsprecher wirklich nur mit dem Internet kommuniziert nachdem man ihn mit dem Aktivierungswort aktiviert hat.

Ist das Mikrofon aktiv, oder man hat die Taste für die Befehlsannahme gedrückt, dann ist Echo bereit eine Anweisung entgegen zu nehmen. Dafür stehen vier Aktivierungsworte: AMAZON / ECHO / ALEXA / COMPUTER zur Verfügung aus denen man eines wählen kann. Sobald man dieses Aktivierungswort ausspricht erwacht Alexa und zeigt durch einen leuchtenden Ring, dass das Gerät bereit ist eine Anweisung zu empfangen. Der Ring leuchtet dunkelblau und an der Stelle an dem eines der Mikrofone aktiv ist hellblau. Damit sieht man aus welcher Richtung die erkannten Befehle kommen. 

Die Erkennung der Sprache funktioniert natürlich ebenso gut wie beim großen Modell. 

Wie der große Echo lässt sich auch der Echo Dot im Backend über die Website oder über die Smartphone-App konfigurieren und überwachen. Neben den Einstellungen kann kann man die aktuelle Wiedergabe steuern und die Lautstärke anpassen. Das ist auch ganz praktisch, wenn Alexa im Kinderzimmer oder im Schlafzimmer eingesetzt wird. So kann man die Steuerung auch bedingt ohne Sprachbefehle durchführen. 

Wie der Echo Dot klingt

In der Review des großen Echo gehe ich ein bisschen auf die Sprachausgabe ein. Hier geht es mir nur noch um den Klang an sich. Im Echo Dot ist nämlich ein Lautsprecher eingebaut, damit man den kleinen auch ohne Ausgabegerät, wie eine Stereo-Anlage oder einen Verstärker nutzen kann. Da der Klang nun natürlich etwas schwächer ist, findet man an der Rückseite des Dot einen AUX-Ausgang (Line-Out) über den man den Dot mir einer Stereoanlage verbinden kann. Dabei sollte man allerdings
beachten, dass der interne Lautsprecher des Echo Dot ausgeschaltet wird, wenn an diesem Ausgang ein Kabel angesteckt wird. Somit kann der kleine Echo nichts mehr wiedergeben, wenn der Verstärker nicht eingeschaltet ist.

Das kann man umgehen, indem man sich für kleines Geld einen Bluetooth-Empfänger kauft und diesen an der Stereo-Anlage anschließt. Ist der Empfänger aktiv, dann wird der Ton über die Anlage ausgegeben und ist er ausgeschaltet, dann kommt der ton aus dem eingebauten Lautsprecher des Echo Dot. Das ist vor allem interessant, wenn man das kleine Gerät für mehr als reine Musik-Wiedergabe nutzt. Wer will schon für die Abfrage der Uhrzeit oder der täglichen Termine jedes Mal die Audio-Anlage einschalten.

Außerdem ist der Klang des integrierten Lautsprecher erstaunlich gut. Ich hatte schon einige teurere Bluetooth-Lautsprecher die weitaus schwächer waren als der Echo Dot. Meine Tochter verwendet das Gerät für Hörbücher und Musik und stellt ab und zu Fragen, die sich über eine Internetsuche beantworten lassen. Dafür reicht der eingebaute Speaker völlig aus, auch wenn er bei einer Lautstärke ab 7 aufwärts schon sehr blechern klingt und natürlich nicht besonders starke Bässe liefern kann.


FAZIT

Wie bereits beim Echo in unserem Wohnzimmer muss ich sagen, dass die gebotene Leistung meine Erwartungen übertroffen hat. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass man sich so schnell an die verbale Eingabe gewöhnt und das Gerät damit in kürzester Zeit zu einem wertvollen Bestandteil unserer Unterhaltungselektronik wird.

Vor allem unsere achtjährige Tochter geht völlig selbstverständlich damit um, und wünscht sich neben dem Spielen im Zimmer einfach Hörbücher und verschiedene Playlists von Alexa. Sie behandlet das Gerät wie ihre persönliche Assistentin und übergeht etwaige bestehende Unzulänglichkeiten einfach. Wenn was nicht sofort klappt, dann fragt sie einfach noch Mal.

Auch wenn unser Smart-Home noch nicht verknüpft ist, so sind die beiden Echos bereits ein fixer Bestandteil in unserem Tagesablauf. Termine erfragen, Wecker stellen, News abrufen und natürlich Radio spielen sowie Bücher und Musik wiedergeben sind derzeit die Hauptaufgabengebiete. Die Rollladen der Fenster und die Beleuchtungen in den Zimmern werden in den nächsten Wochen folgen und spätestens dann werden wir noch ein paar Dots mehr anschaffen um in jedem Wohn- und Schlafraum die Audio-Steuerung des Hauses nützen zu können.

5 von 5 Sternen


Montag, 30. Januar 2017

Amazon Echo - Alexa ist bei uns eingezogen

Ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt, den Amazon Echo Lautsprecher zu erhalten. Als im September 2016 die Echo-Ankündigung von Amazon per Mail an Prime Kunden verschickt wurde, in der die Option eine 'Einladung zum Kauf' anzufordern enthalten war, klickte ich als einer der Ersten auf den enthaltenen Link. Gleich darauf bekam ich ein Mail mit der Information, dass es längern dauern könnte bis ich den Amazon Echo kaufen könnte.

In den Monaten danach kam lange nichts. Selbst als die Einladungen zum Kauf bereits verschickt wurden, war ich lange nicht dabei. Auf Nachfrage bei Amazon konnte man mir nichts sagen, weil die Einladungen per zufälliger Auslosung verschickt wurden.

Mitte Jänner war es dann endlich soweit und ich bekam die Einladung zum Kauf. Soweit ist es schon gekommen, dass man zum Kauf eines Produktes eingeladen wird. Wie auch immer. Ich wurde also eingeladen und schlug zu.

Geliefert wurde der Amazon Echo innerhalb von weniger als 24 Stunden. Schneller geht es nun wirklich nicht mehr. Im Lieferumfang enthalten war:

* der WiFi Lautsprecher
* ein Netzteil
* eine Kurzanleitung

Erster Eindruck

Amazons Echo ist sehr gut verpackt und ordentlich mit Folien geschützt. Das Gerät liegt schwer und massiv in der Hand und wirkt auf den ersten Blick sehr hochwertig. Die Haptik ist ebenso hochwertig und der Lautsprecher wirkt weit teurer als er ist. 

Sehr sauber verarbeitete Gehäuseteile, Tasten und Regler zeichnen dieses Gerät aus. Der Drehregler am oberen Teil des Lautsprechers ist extrem leichtgängig und nahezu ohne Widerstand.

Die Inbetriebnahme

Leichter geht es nun wirklich nicht mehr. Ich steckte den Lautsprecher am Stromnetz an und öffnete die Alexa App die ich zuvor aus dem Playstore geladen hatte. Als ich in der App auf Gerät hinzufügen ging, war der Lautsprecher innerhalb weniger Sekunden vorhanden. ich musste nur noch das WLAN-Passwort eingeben und schon verband sich Alexa mit dem Internet.

Kurz blinkte der Leuchtring rot und daraufhin orange. Nach der Aktivierung der deutschen Sprache ging der Leuchtring kurz auf blau und der Echo war bereit. Mit dem Aktivierungswort ALEXA konnte ich gleich den ersten Befehl erteilen. Wirklich einfach das Ganze. Verliert der Echo die Netzwerkverbindung und kann daher Anweisungen nicht interpretieren oder ausführen, so leuchtet der Ring jedes Mal rot. Bei uns ist das bereits zwei Mal passiert. Hier half einfaches Aus- und dann wieder Einstecken des Netzteils.

Die Bedienung

Alexa oder Echo wird grundsätzlich per Spracheingabe bedient. Jedoch gibt es zusätzlich die Möglichkeit die Lautstärke direkt am Lautsprecher über einen Drehregler an der Oberseite zu regulieren. Zusätzlich gibt es eine Taste mit der man die Mikrofone ausschalten kann, mit denen Echo in den Raum hinein hört, und eine weitere Taste mit der man Echo dazu bringt aktiv Befehle entgegen zu nehmen. 

Da die zentrale Funktion von Alexa die Verarbeitung von Sprachbefehlen ist, hört das Gerät auch ständig mit. Nur so kann Amazons Echo permanent bereit sein und Anweisungen ausführen. Um zu etwas mehr Privatsphäre zu erhalten, kann man dafür mittels Tastendruck die Mikrofone ausschalten. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man damit wirklich die Mikrofone ausschaltet, oder Echo nur die Ausführung der Befehle unterbindet. Ich muss das man mit einem Paket-Tracker überwachen. Dazu werde ich später man was schreiben.

Ist das Mikrofon aktiv, oder man hat die Taste für die Befehlsannahme gedrückt, dann ist Echo bereit eine Anweisung entgegen zu nehmen. Dafür stehen vier Aktivierungsworte: AMAZON / ECHO / ALEXA / COMPUTER zur Verfügung aus denen man eines wählen kann. Sobald man dieses Aktivierungswort ausspricht erwacht Alexa und zeigt durch einen leuchtenden Ring, dass das Gerät bereit ist eine Anweisung zu empfangen. Der Ring leuchtet dunkelblau und an der Stelle an dem eines der Mikrofone aktiv ist hellblau. Damit sieht man aus welcher Richtung die erkannten Befehle kommen. 

Die Erkennung der Sprache funktioniert sehr gut. Besser als ich mir das vorgestellt hätte. Egal von wem die Anweisungen ausgesprochen wurden, konnte Alexa fast jeden Befehl korrekt erkennen. Es probierten meine Frau und ich, unsere Tochter, unser Sohn, der vierjährige Sohn unserer Nachbarn und noch einige andere Personen. Es spielte also keine Rolle wie die Aussprache war, jedoch tat sich Alexa ein bisschen schwer je höher die Tonlage der Stimme war. Als unsere Tochter mit piepsiger Stimme sprach wurde sie von Alexa ignoriert. Erst als sie mit ihrer normalen Stimme sprach klappte es. Was allerdings auffällt ist die abnehmende Erkennungsgenauigkeit mit zunehmender Lautstärke. Ab der Lautstärke 6 muss man schon fast schreiben um zum Echo durchzudringen. Da wir das Gerät aber im normalfall nicht bei dieser sehr hohen Lautstärke betreiben, ist das für uns eher kein Problem.

Natürlich erkennt Alexa nicht alle Befehle korrekt. Dazu kann man allerdings in der Alexa-App bestätigen ob die Befehle korrekt erkannt wurden oder nicht. Wurde ein Befehl falsch interpretiert, dann kann man ein detailliertes Feedback an Amazon senden.  Auch wenn es vielleicht ein bisschen mühselig erscheint für jeden falsch ausgeführten Befehl ein Feedback zu schreiben, so ist es langfristig doch eine gute Sache. Auf diese Weise kann Amazon die Spracherkennung verbessern und in Zukunft eine noch sauberere Interpretation gewährleisten.

Wie bereits erwähnt lässt sich Alexa im Backend über die Website oder über die Smartphone-App konfigurieren und überwachen. Hier kann man neben den Standort-Einstellungen und dem WLAN vor allem die Skills auswählen und aktivieren. Das sind im Prinzip Apps für die auf Spracheingaben durch die Verwendung des Echo ausgelegt sind. Diese werden immer mehr und betreffen bereits einige Bereiche. Außerdem kann man die aktuelle Wiedergabe steuern und die Lautstärke anpassen. Das ist auch ganz praktisch, wenn Alexa im Kinderzimmer oder im Schlafzimmer eingesetzt wird. So kann man die Steuerung auch bedingt ohne Sprachbefehle durchführen. 

Was Alexa kann

Ein Kollege von mir hat den Echo und benützt ihn zur Wiedergabe von Musik über Amazon Music Unlimited. Das ist zwar auch nicht schlecht, einen Amazon Echo braucht man dafür aber nicht. Da gäbe es günstigere Alternativen.

Ich würde mal sagen, dass man mit dem derzeit angebotenen Funktionsumfang schon so was wie einen Mehrwert hat, ich aber durchaus gespannt bin was in Zukunft noch geboten wird. Bislang probierten wir schon ein paar Dinge aus, die uns im täglichen Leben unterstützen.

Da wir eine vierköpfige Familie mit unzähligen Terminen sind zahlt sich bei uns eine Verknüpfung mit unserem Google-Kalender wirklich aus. Da bei uns jedes Familienmitglied seinen eigenen Kalender verwendet, die jedoch alle miteinander verknüpft sind, reicht es einen der Kalender mit Echo zu verbinden.

  • "ECHO - Welche Termine haben wir am kommenden Montag?"
  • "ECHO - Wie wird das Wetter nächste Woche?"
  • "ECHO - Welche Kinofilme spielt es morgen in der Nähe?"
  • "ECHO - Erstelle einen Termin am 28.1.2017 um 15:30 mit dem Titel Kino Monster Trucks!"
  • "ECHO - Stell den Wecker auf morgen um 5:50"
  • "ECHO - Spiel TuneIn Ö3"
  • "ECHO - Spiel die Playlist Musical"
  • "ECHO - Wie viele Einwohner hat Österreich?"
  • "ECHO - Wie groß ist New York City?"
  • "ECHO - Füge der ToDo Liste den Eintrag Pension Reiter anrufen hinzu"
  • "ECHO - Lautstärke 5" (Man kann zwischen 1 und 10 wählen) 
  • "ECHO - lauter / leiser / weiter / zurück / stopp / Zufallswiedergabe / wiederholen / ..."

Das waren einige der Befehle und Fragen die wir ausprobierten. Natürlich gab es da noch viele mehr, aber das Haupteinsatzgebiet liegt für uns in der Wiedergabe von Radiosendern und Amazon Music, der Verwaltung unserer Termine im Google Kalender, Wetter- und Verkehrsmeldungen sowie Nachrichten und Sportnews.

Alexa kann erstaunlich gut das Wesentliche aus den Sprachbefehlen filtern und tat in den meisten Fällen das, was wir von dem Gerät erwartet hätten. Lediglich bei Befehlen unserer Tochter kam es öfter mal zu Verwirrungen. Vor allem, wenn sie mit Alexa wie mit einem Baby sprach, oder zu stark lispelte. Das tut sie gerne, wenn ihr etwas peinlich ist. Und mit einem weißen Rohr mit Löchern zu sprechen ist anfangs etwas ungewohnt.

Wie Alexa klingt

Vordefinierte Texte klingen sehr natürlich. Werden Informationen aus Freitexten, wie zum Beispiel Termine aus dem Terminkalender vorgelesen, dann wird die Sprachausgabe schon mal etwas holprig. Das ist dann vergleichbar mit der Sprachausgabe von Navigationsgeräten.

Bei der Musikwiedergabe spricht Amazon ind er Artikelbeschreibung von einem dualen Downfire-Lautsprechern mit besonders dynamischem Bass. In Realität klingt der Lautsprecher für ein Gerät dieser Größe wirklich sehr gut, wenngleich man natürlich sagen muss, dass Bose es dann doch noch um eine Klasse hochwertiger schafft. Dass man diesen Unterschied beim Preis merkt ist jedoch auch nicht von der Hand zu weisen. 

Also würde ich dem Amazon Echo bei einem guten Aufstellort wirklich einen raumfüllenden und sehr dynamischen Sound attestieren. Auch Bässe liefert das kleine Sound-Rohr. Jedoch darf man sich keine Wunder erwarten von einem Gerät da gerade mal etwas mehr als 8 cm Durchmesser aufweist. Vor allem bei höheren Lautstärken wird der Klang etwas blechern, da dann der eingebaute Woofer zu scheppern beginnt (bei basslastigen Sounds etwa ab Lautstärke 7).

Grundsätzlich erfüllt der Sound unser Wohnzimmer inkl. offener Küche. Das sind immerhin rund 50 Quadratmeter. Somit ist die Leistung wirklich zufriedenstellend. 


Was derzeit noch etwas problematisch ist

Alexa lernt Deutsch. Das klingt zwar komisch, bringt es aber auf den Punkt. Wenn man die Sprache des Echo umstellt und das Gerät auf Englisch benützt, dann merkt man derzeit noch gravierende Unterschiede. Mal abgesehen davon, dass ich die Sprachausgabe des "English (United Kingdom)" kaum verstehe und daher "English (United States)" wählte.

Spricht man mit Alexa Englisch, dann kann sie mehr Eingaben interpretieren, findet mehr Antworten auf Fragen und ist vor allem bei der Musikauswahl akkurater. Vor allem Letzteres liegt daran, dass ein Großteil internationaler Musiktitel in englischer Sprache mit entsprechenden englischen Titeln vorliegt. So findet Alexa auf Englisch mit dem Befehl "ECHO - play if then musical" das Broadway Musical If/Then oder mit "ECHO - play hello o.m.g" den entsprechenden Song. Auf Deutsch enden die Suchanfragen "ECHO - spiel if then Musical" mit der Wiedergabe von What if von Kate Winslet und "ECHO - spiel hello von O.M.G" mit Hello 'Ma von Gems Geneva.

Auch findet die deutsche Suchanfrage den Namen des aktuellen Präsidenten der USA im Gegensatz zur Englischen nicht. 

Vor allem die Suche über die Suchmaschine BING ist leider auch nicht ganz glücklich gewählt. Ich bin halt einfach überzeugter Google-Sucher und kann mit BING nicht besonder viel anfangen. Vermutlich wären so manche Suchergebnisse besser, wenn sich Alexa mit Google besser verstehen würde. Da dies aber die direkte Konkurrenz ist, kann man vermutlich jegliche Hoffnung über einen Wechsel zur Google-Suche begraben.

Unser Zukunft mit Alexa

Das besondere und auch sehr große Projekt, das ich mir für die nächsten Monate mal vorgenommen habe, ist die Verbindung der Skills des Echo mit unserem KNX Bussystem des Hauses. Ich möchte versuchen so gut wie alle Beleuchtungen und Rollos über den Echo steuern zu können. Sobald ich da einen Schritt weiter gekommen bin, werde ich ein entsprechendes Tutorial online stellen, da ich glaube, dass in naher Zukunft mehr Bedarf an der Verknüpfung von KNX mit Amazons Echo bestehen wird. Es gibt schon einige Lösungen wie sich der Homeserver von GIRA mit Amazons Alexa verbinden lässt. Diese sind jedoch alle Homebrew-Lösungen denen ich noch nicht sonderlich vertraue. Mein Misstrauen bezieht sich dabei hauptsächlich auf die Tatsache, dass mein komplettes Haus dann übers Internet gesteuert werden kann, und ich etwas skeptisch bin, wenn die Lösung einen Hack eines bestehenden Systems erfordert.

FAZIT

Ursprünglich dachte ich, dass der Echo eine weitere technische Spielerei ohne besonderen Mehrwert sein wird. Die ersten Tage mit dem Gerät haben mich jedoch eines Besseren belehrt, denn das Gerät kann bereits jetzt viel mehr als ich mir davon erwartete. Auch wenn derzeit die Verwendung an manchen Stellen noch etwas holprig erscheint, so funktionieren die meisten Anwendungen doch sehr ordentlich. Vom Kalenderabruf bis zum Eintrag neuer Termine, von Radiosendern über Amazon Music bis hin zu Nachrichten, Verkehrs- und Wetterinformationen, der Amazon Echo ist gut integriert und bietet für alle Familienmitglieder Informationen und Unterhaltung. Das Ganze geht einfach und unkompliziert und zu einem halbwegs vernünftigen Preis. Somit hat mich Alexa überzeugt. Auch meine Tochter war so überzeugt davon, dass sie sich gleich selbst einen Echo Dot bestellte.

5 von 5 Sternen


Montag, 23. Januar 2017

Homeleader Küchenmaschine mit 800 Watt und Zubehör

Stammleser unseres Blogs wissen vermutlich, dass wir sehr gerne kochen und ebenso gerne backen und daher bereits eine sehr gute Küchenmaschine eines Markenherstellers besitzen die von uns auch sehr gut bewertet wurde. Da die angesprochene Maschine jedoch mehr als das Doppelte der Homeleader kostete und wir eine weitere Maschine brauchten, suchten wir eine halbwegs brauchbare Maschine die eine Grundfunktionalität aufweist.

Die zusätzliche Maschine sollte Germteig kneten können, einen Schneebesen zum Aufschlagen von Eischnee und eine ausreichend große Rührschüssel besitzen.

Nach einer Suche in der entsprechenden Produktkategorie stieß ich auf die Maschine von Homeleader. Da mir der Anbieter bereits von einem Saugroboter her bekannt war und ohnehin die Möglichkeit der Rücksendung bestünde, bestellte ich die Maschine einfach mal.

Geliefert wurde die Küchenmaschine gewohnt schnell, gut geschützt in einer Kiste. IM Lieferumfang waren:

* Die Küchenmaschine
* eine 5 Liter Rührschüssel aus Edelstahl
* eine Abdeckung der Schüssel
* ein Schneebesen
* ein Knethaken
* ein Rührhaken
* eine Bedienungsanleitung
* ein Messbecher (ziemlich sinnloses Teil)

Die Maschine

Irgendwo bilde ich mir ein gelesen zu haben, dass die Maschine ein Plastikgehäuse anstelle eines Metallgehäuses haben solle. Jetzt mal ganz ehrlich. Wer erwartet sich zu diesem Preis ein Metall-Gehäuse. Das bieten noch nicht mal Maschinen die 3-4 mal so teuer sind. Also es ist einfach: Man bekommt was man bezahlt. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Das Gehäuse der Maschine ist aus Kunststoff und wirkt in der cremeweißen Farbe nicht besonders hochwertig. Hier würde eine andere Farbgebung vermutlich besser wirken (rot/schwarz/reinweiß) aber es ist nun mal nicht so, also muss man sich mit dem Retroweiß begnügen. Die Formteile sind sehr gut verarbeitet. Es gibt keine Grate oder Ungenauigkeiten an den Kunststoffteilen.

Im Boden der Maschine befindet sich eine Ausnehmung wo man das Kabel aufwickeln kann. Dies geschieht nicht automatisch. Gehalten wird die Maschine, die für die Größe sehr leicht ist, durch Saugnäpfe am Boden, die ein Umfallen oder Verschieben verhindern.

Der Oberteil der Maschine wird über einen Hebel aus Kunststoff entriegelt und durch eine schwache Feder ein wenig angehoben. Somit kann man den Oberteil mit nur einer Hand wegklappen. An der oberen Position wird er arretiert und kann ebenfalls über den Hebel entriegelt werden, wonach er durch das Eigengewicht etwas nach unten klappt. Zwischen Oberteil und Unterteil bestehen Lüftungsöffnungen die die Wärme des Motors nach Unten abführen, da der Motor in der oberen Hälfte des Armes der Maschine sitzt. Das Kabel zwischen den Teilen ist gut verbaut und sollte auch nach vielen Jahren der Benutzung nicht brüchig werden.

Das Planetenrührwerk der Maschine soll vollständig aus Metall bestehen und wäre daher für eine langjährige Nutzung bestens gerüstet. Ob das auch wirklich der Fall ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, weil ich dazu natürlich die Maschine öffnen müsste.

Das Zubehör

Also bei der Schüssel gibt es absolut keinen Grund zur Beschwerde. Die ist sehr gut und sauber
ausgeführt, wirkt extrem stabil, hat an der Unterseite einen Bajonettverschluss und lässt sich im Geschirrspüler reinigen.

Auch der Schneebesen ist aus Edelstahl und sieht halbwegs stabil aus. Ebenso verhält es sich mit den Rühr- und Knethaken. Diese sind allerdings im Gegensatz zum Schneebesen nicht aus Edelstahl sondern aus einem Gussmaterial. Leider lässt sich nicht herausfinden aus welchem, denn wenn es sich im Aluminiumguss handeln sollte, dann dürfen die Haken nicht zu heiß werden, da Aluminium ansonsten zu oxidieren beginnt. Das Problem gäbe es bei Grauguss nicht, aber trotzdem würde ich das Reinigen im Geschirrspüler vermeiden, um etwaigen Beschädigungen vorzubeugen.

Die Spritzschutz Elemente kann man auch bedenkenlos in der Spülmaschine reinigen.

Die Bedienung

Mit der Bedienung gibt es keine Probleme, da die Maschine nicht besonders aufwendig aufgebaut ist. Die Rührschüssel wird mit einem Bajonettverschluss fixiert und der Rühraufsatz einfach eingesetzt und um eine Vierteldrehung gedreht. Der Spritzschutzdeckel und der Spritzschutz über dem Rühraufsatz werden einfach aufgesteckt solange kein Rühraufsatz eingesteckt ist.

Die Steuerung der Geschwindigkeit erfolgt über einen Drehregler mit 5 Stufen. Ob es ein Fehler bei meiner Maschine ist, oder ob viel mehr ein falscher Schalter verbaut wurde kann ich nicht ganz nachvollziehen. Bei meiner Maschine gibt es auf jeden Fall nur die 3 Stufen 1/2/3 und dann die Stufe 5. Die 4. Stufe ist ohne Funktion. Allerdings glaube ich, dass diese Maschine eigentlich einen 1/2/3 + P Schalter besitzen sollte. Das wären drei Geschwindigkeitsstufen und eine Pulsstufe die nur so lange läuft solange man den Schalter auf P hält. In der 5. Stunde läuft die Maschine nämlich wirklich sehr laut und klingt nicht so als ob sie es lange durchhalten würde.

video


Die Verwendung

Wie gesagt ist die Maschine nicht zu laut, wenn man sich mit den ersten drei Stufen begnügt. In der 5. Stufe ist die Küchenmaschine dann doch ziemlich geräuschvoll.

Im äußeren Spritzschutz befindet sich eine kleine Öffnung durch die man Zutaten in die Schüssel hinzufügen kann.

Beim Schlagen von Eischnee gibt es absolut keine Diskussion. Ebenso werden Teige für Cupcakes und andere Kuchen absolut problemlos gerührt. Ohne merkliche Erwärmung der Maschine. Bei der Zubereitung von Germteig plagt sich die Maschine dann trotz des 800 Watt starken Motors doch ein bisschen. Da diese Teige ziemlich zäh werden und dann ordentlich verknetet werden müssen. Die Maschine läuft dann bei uns mit einer Einwaage von etwa 1,5kg über eine Zeitraum von ca. 10 Minuten. Nach der Zeit ist das Gehäuse seitlich schon sehr warm und die Maschine verströmt eine durch die Wärme bedingten Geruch. Ich denke, dass man die Küchenmaschine nicht länger als etwa 10 Minuten unter Last laufen lassen sollte. Bei leichten Teigen, Schlagsahne oder Eischnee gibt es kaum eine Erwärmung des Gehäuses und es riecht auch nicht.

Fazit

Wie sooft im Leben kommt es bei der Zufriedenheit darauf an was man sich erwartet. Suchen Sie eine erweiterbare Küchemaschine bei der Sie diverse Erweiterungsmöglichkeiten wie einen Fleischwolf, einen Food-Prozessor, einen Standmixer, einen Entsafter, eine Zitruspresse, eine Nudelpresse oder irgendetwas anderes brauchen, dann sind Sie meiner Ansicht nach mit dieser Basisvariante absolut schlecht bedient. Auch denke ich, dass bei täglicher Verwendung die Investition in ein hochwertigeres Modell lohnend ist.

Als Küchenmaschine für einfache Teige, und alles was man so rühren muss, macht man mit dieser Maschine absolut nichts falsch. Sie schafft Teige von bis zu 1,5 kg Einwaage gerade noch und ist für die Zubereitung von Brot und Gebäck sehr gut geeignet. Dabei macht sie mal abgesehen von der hohen Geräuschentwicklung und der merklichen Bewegung zwischen Unterteil und Oberteil eine recht gute Figur.

Im Vergleich zu anderen Modellen liegt der Preis in einem günstigen Bereich, der sich auch aus dem Materialmix ergibt. Somit ist diese Küchenmaschine eine echte Alternative zu teuren Modellen, wenn man nicht plant täglich Brot aus Sauerteig oder gar Germteig zu backen, denn das wird der Motor meiner Meinung nach nicht lange mitmachen, aber dafür gäbe es ja die Garantie.

Alles in Allem meine ich, dass die Küchenmaschine 5 Sterne verdient hat, weil sie sich keine gravierenden Schwächen erlaubt und man sich zu diesem Preis auch kein Topgerät erwarten darf.

5 von 5 Sternen



Mittwoch, 28. Dezember 2016

TomTom Adventurer

Alle Jahre wieder kommt das Christkind (zumindest zu einigen von uns, wenn sie brav waren). Ich war wohl brav genug für eine TomTom Adventurer
in stylischem Orange inklusive passendem TomTom Sport Headset für die musikalische Untermalung.

Mit der Adventurer hat man ein funktional umfangreiches Stück Technik am Arm, das aber nicht mal annähernd so voluminös und wuchtig ist wie eine Suunto Ambit 3 Peak. Den Vergleich ziehe ich erst mal wegen des vergleichbaren Verkaufspreises. Natürlich lassen sich diese beiden Uhren nicht direkt vergleichen. Zum einen weil mir die Suunto-Fans vermutlich in einer dunklen Gasse auflauern würden, wenn ich behaupten würde, dass man von einem Auto-Navigationsspezialisten einen ordentlichen Sporttracker bekommen kann und zum anderen, weil sich die Funktion doch etwas unterscheiden.

Mir persönlich ist es eigentlich wurscht von welchem Hersteller der Tracker kommt, weil ich nicht zu den klassischen Fan-Boys gehöre die ihrer Marke folgen, was auch immer sich die jeweiligen Marketingstrategen einfallen lassen. Mit jeder Generation besitze ich ein Smartphone eines anderen Herstellers (mittlerweile mit dem OUKITEL U15 sogar völlig No-Name) und letztendlich ist es eine Frage von Funktionalität, Design und Preis.


Zurück zur TomTom Adventurer. Diese Uhr kam in einer netten Box in der sie gut sichtbar über einen Plastikzylinder gespannt war. Im Lieferumfang waren neben der Uhr auch noch ein spezielles USB Ladekabel ohne Netzteil und ein mehrsprachiges Benutzerhandbuch.

Funktionsumfang

Die Uhr kann einiges von dem man unter Umständen nie Gebrauch macht, aber im Grunde ist alles dabei was man benötigt, um vom Handy befreit unterwegs zu sein (außer wenn man telefonisch erreichbar sein will/muss)

  • Ortung basierend auf GPS, Kompass und Barometer 
  • eingebaute optische Herzfrequenzmessung über das Handgelenk
  • integrierter MP3-Player mit 3 GB Speicherplatz auf der Uhr und Bluetooth-Verbindung von Kopfhörern
  • Routenfunktion
  • Automatische Lifterkennung beim Tracking von Snowboard- und Skiabfahrten
  • 12 unterschiedliche Sportmodi

  • Wasserdicht bis 40 Meter
  • Akkulaufzeit bis zu 20 Tage abhängig von der Nutzung
  • beleuchtbares Monochrom-Display
  • Bluetooth-Verbindung für die Synchronisation mit dem Smartphone
  • Bedienung über Steuerwippe auch mit Skihandschuhen möglich
  • Automatische Einstellung der Uhrzeit über GPS
  • Austauschbares Silikon-Armband


Sportmodi


  • Laufen: Anzeige von Herzfrequenz, Geschwindigkeit, Tempo, Distanz, Anstieg, Neigung, Dauer, verbrannten Kalorien, grafischer Routenanzeige und vorinstallierten Routen.
  • Laufband: Anzeige von Herzfrequenz, Tempo, Distanz, verbrannten Kalorien und Dauer.
  • Trail-Running: Anzeige von Herzfrequenz, Höhe, Delta-Höhe, Anstieg, 3D-Distanz, Geschwindigkeit, durchschnittlichem und aktuellem Tempo, verbrannten Kalorien, Dauer, grafischer Routenanzeige und vorinstallierten Routen.
  • Wandern: Anzeige von Herzfrequenz, Höhe, Δ Höhe, Anstieg, 3D-Distanz, Geschwindigkeit, durchschnittlichem Tempo, verbrannten Kalorien, Dauer, grafischer Routenanzeige, vorinstallierten Routen und verlängerter Akkulaufzeit (über 20 Stunden)
  • Radfahren: Anzeige von Herzfrequenz, Geschwindigkeit, Tempo, 3D-Distanz, Neigung, Anstieg, verbrannten Kalorien, Dauer, grafischer Routenanzeige und vorinstallierten Routen (Kadenz – über einen optionalen Kadenzmesser)
  • Ergometer (Indoor-Radfahren): Anzeige von Herzfrequenz, verbrannten Kalorien und Dauer (Kadenz, Geschwindigkeit, Tempo und Distanz – über einen optionalen Kadenzsensor).
  • Schwimmen: Anzeige von Länge, Distanz, Geschwindigkeit, Dauer, verbrannten Kalorien und Schwimmzügen
  • Skifahren: Anzeige von Herzfrequenz, Abstieg, Anzahl der Abfahrten, Distanz, Dauer und Geschwindigkeit. Dank der automatischen Lifterkennung kannst du dir die maximale Geschwindigkeit, den Abstieg und die maximale Neigung deiner letzten Ski- oder Snowboardabfahrt während der Liftfahrt ansehen.
  • Snowboarden: Anzeige von Herzfrequenz, Abstieg, Anzahl der Abfahrten, Distanz, Dauer und Geschwindigkeit. Dank der automatischen Lifterkennung kannst du dir die maximale Geschwindigkeit, den Abstieg und die maximale Neigung deiner letzten Ski- oder Snowboardabfahrt während der Liftfahrt ansehen.
  • Fitnessstudio: Anzeige von Herzfrequenz, Dauer und verbrannten Kalorien.
  • Freestyle: Anzeige von Herzfrequenz, Höhe, Delta-Höhe, Neigung, Anstieg, Abstieg, Geschwindigkeit, Tempo, 3D-Distanz, verbrannten Kalorien, Dauer, grafischer Routenanzeige und vorinstallierten Routen.
  • Stoppuhr


Inbetriebnahme

Grundsätzlich war der Akku vorgeladen, aber nur auf etwa 50% der Kapazität. Also steckte ich die Uhr an einem 1A USB-Anschluss an um den Akku erst mal voll aufzuladen. Das dauerte etwa zwei Stunden bis auf dem Display das Ladesymbol nicht angezeigt wurde.

Um die Uhr benutzen zu können sollte man sie über die MySports PC App auf die aktuellste Firmware-Version bringen. Hier kann dann auch die Registrierung der Uhr durchgeführt werden. Der Vorgang ist einfach und selbsterklärend. Updates können auch nur über den PC durchgeführt werden. Über die Smartphone-App wird man lediglich informiert, dass es eine neue Version gibt.

Die App für das Smartphone gibt es sowohl im iTunes Appstore als auch im Google Playstore. Da ich ein Android Smartphone verwende konnte ich nur dort die Kompatibilität beurteilen. Sowohl auf meinem Samsung S5 als auch auf den NoName-China Smartphones lief die App problemlos.

Über den TomTom-Account wird die App mit den Anwendungen auf der MySports-Website von
TomTom synchronisiert.

Um nun die Uhr und die Website zu verknüpfen braucht man die App, denn über diese werden beispielsweise die Routen auf die Uhr hochgeladen. Zudem werden die Aktivitäten übersichtlicher auf der Website dargestellt.

Steuerung

Hier dürften die Meinungen am meisten auseinander gehen. Schlechte Kritiken die ich im Vorfeld über die Uhr gelesen habe bezogen sich sehr häufig auf die Steuerung über die Wippe am Uhrband der Fitness-Uhr. Offensichtlich bereitet diese Art der Steuerung vielen Leuten echte Probleme.

Das funktioniert allerdings eigentlich recht einfach und auch intuitiv, wie ich persönlich finde. Allerdings war ich diese Art der Bedienung bereits von meiner TomTom Bandit ActionCam gewohnt und fand mich dadurch sehr schnell damit zurecht.

Im Prinzip läuft es einfach. Es gibt bei der Wippe vier Richtungen (auf/ab/links/rechts). Wir nun um Hauptscreen (dort wo die Uhr angezeigt wird) die Wippe nach Oben gedrückt, dann kommt man in die Bluetooth-Suche für die Verbindung eines Headsets. Wippt man nach Unten, so öffnet sich das Menü für die Einstellung der Uhr. Dort lassen sich Informationen über den Zustand des Akkus und der GPS-Verbindung ebenso abrufen, wie die Profileinstellungen (Größe, Gewicht, Geschlecht, etc.), die Uhrzeit sowie Tracker-Ziele festlegen. Außerdem findet man dort die Sensor-Konfiguration für eine Verbindung mit Radsensoren und die Verbindungsmöglichkeit für ein Smartphone sowie noch einige andere Optionen vor.

Mit der Auf- und Abwippe wählt man die gewünschte Option und durch einen Klick nach Rechts bestätigt man die Auswahl. Klickt man nach Links, so geht man zurück ohne die Auswahl zu bestätigen.

Klickt man im Hauptscreen nach Links, so kann man sich die tägliche/wöchentliche Schrittzahl, verbrauchte Kilokalorien, Ruhezeit, zurückgelegte Strecke und Zeit in Bewegung anzeigen lassen. Mit der rechten Wippe kommt man in die Auswahl der Sport-Modi und entsprechend in den Start des jeweilig gewählten Modus.

Es ist also eigentlich ganz logisch aufgebaut und nach kurzer Eingewöhnung auch recht intuitiv zu bedienen. Ich finde ohne nachzudenken sofort die gewünschte Funktion und komme mit der Navigation sehr gut zurecht.

Tracking

Die eigentliche Funktionalität dieser Uhr ist ja das Tracking von sportlichen Betätigungen. Die ersten Versuche machte ich wetterbedingt zuhause mit Fitness-Einheiten. Hier erkannte die Uhr meine Herzfrequenz zuverlässig mit nur sehr geringen Abweichungen im Vergleich zu einem geeichten Messgerät. Allerdings muss das Armband der Uhr dafür wirklich straff sitzen, da sonst die optische Erkennung ungenau wird.

Bei meinem Versuch die Uhr für eine Laufstrecke zu verwenden fiel mir eine etwas langsame Positionierung des GPS auf. Das mag vermutlich regional unterschiedlich sein, aber in meinem Fall brauchte die Uhr etwa eine Minute bis ich die Aktivität starten konnte, da bis dahin das Signal zu gering war um eine genaue Positionierung zu gewährleisten. Wenn die Uhr dann ausreichend GPS-Signale zum Triangulieren hat, ist die Erkennung der Position dafür sehr genau und akkurat.

Während der Aktivität kann man zwischen den unterschiedlichen Messwerten switchen und bekommt die wichtigsten Informationen gut leserlich dargestellt. Bei Überschreitung der einstellbaren Warngrenze für die Herzfrequenz alarmiert die Uhr und erinnert daran, sich innerhalb der Grenzen zu bewegen.

Nachdem man die Aktivitäten aufgezeichnet hat, kann man diese mit dem Smartphone synchronisieren und dort in der App oder noch besser auf der Website sehr übersichtlich und in Farbe darstellen. Natürlich bekommt man die Infos auch über das Display der Uhr. Aber zugegebener Maßen ist dieses nicht wirklich für eine statistische Auswertung konzipiert.

Musicplayer

Was darf man sich erwarten von einem derartigen Musicplayer. In diesem Fall leider nicht besonder viel. Es gibt zwar Platz für über 700 songs auf dem 3 GB großen Speicher, die aber nur Sinn machen, wenn man die Musik zuvor in Playlisten organisiert hat. Nur die Playlisten kann man auswählen. Ordner oder Ähnliches lassen sich nicht anwählen. Wenn man keine Playlist erstellt hat, dann werden die Songs in einer zufälligen Reihenfolge abgespielt. Soweit ist alles eigentlich OK.

Ein negativer Punkt ist für mich die Tonqualität, da die Musik unabhängig vom verwendeten Kopfhörer sehr höhenlastig ist und damit ziemlich unangenehm klingt. Dieser Effekt wird noch verstärkt durch die übersteuerte Lautstärke mit der das Signal an den Kopfhörer gesendet wird. Dadurch klingt die Musik selbst bei geringer Lautstärke, die man soweit ich das erkennen konnte nur am Kopfhörer einstellen kann, blechern und kratzig, also nicht besonders harmonisch.

Grundsätzlich mag das für die Nutzung im Sportbetrieb reichen, aber wirklich überzeugen kann mich das nicht.

Routen anlegen und verwenden

Eine interessante Funktion ist die Routenführung, die gerade im unbekannten Terrain eine große Hilfestellung bieten kann. Beispielsweise beim Wandern oder bei Skitouren ist diese Funktion sehr praktisch und kann unter Umständen verhindern, dass man vom geplanten Weg abkommt. Soweit ist das ja ganz cool.

Um  Routen auf die Uhr zu bekommen genügt es auf der MySports Website einen Upload der Routen zu machen. Dort kann man die Routen auch verwalten und ansehen. Es können GPX-Dateien hochgeladen werden. Und dort liegt dann auch das größte Problem der Routen-Funktion, denn man muss erst mal entsprechende Routen finden. Bei der Suche im Internet findet man beispielsweise Routen für Skitouren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Will man aber selbst eine Route anlegen, dann wird es schon ein bisschen schwierige, da von TomTom kein entsprechendes Tool zur Verfügung gestellt wird.

Um nun eigene Routen zu erstellen un diese für die Uhr aufzubereiten muss man einen kleinen Umweg gehen und die Planung beispielsweise auf Google-Maps machen. Das geht allerdings nicht auf dem normalen Weg, sondern nur, wenn man auf Google angemeldet ist. Da ich ein Gmail-Konto habe ist das kein Problem gewesen. Also öffnete ich die Seite  Google My Maps und erstellte dort eine neue Karte. Wenn man sich ein bisschen spielt, dann hat man in wenigen Minuten eine Wunschroute erstellt und gespeichert.

Im nächsten Schritt muss man die Route exportieren und in das richtige Format bringen. Dazu muss man zuerst links unter den drei Punkten das Submenü anzeigen und dort 'In KML exportieren' auswählen. Danach wird die Routendatei auf dem PC gespeichert.

Sobald man das gemacht ha steht einem die Route lokal offline zur Verfügung. Jedoch ist sie im KML-Format gespeichert und kann daher nicht direkt auf der TomTom Adventurer verwendet werden. Damit man sie dort nutzen kann, muss das Dateiformat in GPX konvertiert. Das kann man einfach auf der GPSies Seite on the Fly machen lassen. Dazu muss man dort nur das Route-File hochladen und erhält ein entsprechend konvertiertes GPX-File. Dieses kann man nun endlich über die MySports Website auf die Uhr hochladen, wenn die Uhr über ein Smartphone verbunden ist. Das Ganze klingt etwas umständlicher als es letztendlich ist. Allerdings muss man sich ein bisschen damit beschäftigen. Es ist eben nicht Drag&Drop sondern erfordert ein paar Schritte dazwischen.

Endlich kann man die Route auf der Uhr bei den entsprechenden Sport-Modi (wie zB. Laufen, Wandern, Radfahren, Skifahren, Snowboarden, Freestyle, Traillauf ) auswählen und sich leiten lassen.

FAZIT

Obwohl ich bereits vor vielen Jahren aufhörte Uhren zu tragen, weil ich auf Grund der Allgegenwart des Smartphones eigentlich keine Uhr mehr brauchte, brachte mich die TomTom Adventurer nun doch wieder dazu regelmäßig eine Armbanduhr anzulegen. Obwohl ich mich nach wie vor nicht dazu überwinden kann die Uhr auch nachts zu tragen um eine Aufzeichnung meiner Erholungsphasen zu machen. Das geht mir dann doch zu weit.

Die Adventurer bietet einen sehr umfangreichen Funktionsumfang ausgehend vom Schrittzähler über den Fitness- und Sporttracker bis hin zum MP3-Player und Routenführung. Das Ganze gut verknüpft mit der leicht zu bedienenden Smartphone-App und dem MySports Webportal auf dem man die Einstellungen ebenso übersichtlich durchführen kann wie man Auswertungen der aufgezeichneten Aktivitäten anzeigen kann.

Für mich besticht die Uhr im mehrwöchigen Test nun durch:
+ einfache Bedienbarkeit über die seitliche Wippe
+ auch für mich noch gut lesbares Display (altersbedingt werden meine Augen auch nicht besser)
+ lange Akkulaufzeit von über zwei Wochen bei normaler Nutzung (4 x 35 Minuten Laufen mit GPS, 6 x 25 Indoor-Fitness ohne GPS) ohne Bluetooth-Einsatz
+ sehr genauer Schrittzähler mit realitätsnaher kcal- und Entfernungsberechnung
+ Pulserfassung optisch am Handgelenk sehr genau ohne nennenswerte Abweichung zum geeichten Messgerät
+ Routenführung für Skitouren oder beim Wandern sehr praktisch
+ wirklich cool ist die Skilift-Erkennung. Das funktioniert erstaunlich gut. Die Werte sind auch viel genauer als bei der Aufzeichnung über Skiline.cc

Weniger überzeugt bin ich von:
- schlechter Klang des eingebauten MP3-Players
- umständliche Routenerstellung
- das orange Uhrband war nach wenigen Tagen bereits an den Rändern dunkel verfärbt. Diese Verfärbungen gehen nicht wieder raus. Ich werde mir wohl noch ein dunkles Armband dazu nehmen und das orange austausche, obwohl mir das poppige besser gefallen würde.

Wichtigster Grund für mich diesen Sports-Tracker zu wählen war im Großen und Ganzen die Skilifterkennung, weil ich wirklich viel Ski fahre. Außerdem ist die Akku-Laufzeit wirklich gut. Was die Uhr nicht kann ist Nachrichten oder Telefonate vom Telefon am Display anzuzeigen. Zumindest hätte ich eine entsprechende Funktionalität nicht gefunden. Als Smartwatch wird sie also nicht herhalten können. Echte Sportler können auf derartige Funktionen allerdings ohnehin gut verzichten.

5 von 5 Sternen